Augenblicken - eine interaktive Installation
Juliane Mielitz (PD)
Judith Moosburner (MS)
Idee: Wenn Wände sehen könnten...
Die Wand dient eigentlich als Rückzugsgebiet, als Abgrenzung zur restlichen Welt und gibt ihrem Bewohner dadurch Schutz. Was ist nun aber, wenn dieser Schutz aufgehoben wird, indem die Wand selbst die menschliche Fähigkeit des Sehens erhält? Es findet ein Rollentausch statt, der Betrachter wird zum Betrachteten, und die Augen der Wand richten sich nach der Position des Betrachters aus.
Umsetzung
Zur Umsetzung dieser interaktiven Wand erfolgt mittels einer Projektion, in unserem Falle durch eine Rückprojektion - so steht der Betrachter nicht in seinem eigenen Schatten. Um eine Wand voller Augen darzustellen, wird zunächst ein Auge modelliert und durch eine Anwendung (MaxMSP) vervielfältigt, geladen, und dessen Blickrichtung gesteuert.
Eine Webcam filmt den Bereich vor der Tapete, Position und Bewegung von Betrachtern werden erkannt und an das Programm weitergegeben, die Augen werden dementsprechend ausgerichtet.
Erstellen der Augentapete
Für das Auge wurden die einzelnen Bestandteile modelliert, der Ausschnitt eines Augapfels, Ober- und Unterlid und ein kleines Hautstück zur Überbrückung des Abstands zwischen Augapfel und Lidern.
Dieses Hautstück und der Augapfel erhielten eine Textur, um möglichst realistisch zu wirken. Die Lider wurden nur schwarz eingefärbt, um sich vom gleichfarbigen Hintergrund nicht zu stark abzuheben. Nachträglich reduzierten wir auch die Farbigkeit der Texturen auf Graustufen, um eine gewisse Abstraktionsebene zu erhalten.
Das modellierte Auge wird nun paarweise vom Programm MaxMSP geladen, die Paare werden im Rapport angeordnet. Zur Steuerung und Ausrichtung der Augen erhält MaxMSP den Datenstream der Webcam.
Tracking
Das Tracking dient dazu, die Position eines Betrachters feststellen zu können.
Die angeschlossene Webcam filmt dazu den Bereich vor der Projektionswand: der eingelesene Datenstrom wird laufend mit einem Ruhebild verglichen. Als Ruhebild dient ein Bild des leeren Raumes, betritt ein Besucher die Szene, so kann eine deutliche Differenz zwischen diesem neuen Bild und dem Vergleichsbild erkannt werden.
Eine Rasterisierung des Ergebnisbildes in mehrere Felder ermöglicht die genauere Positionsberechnung von Besuchern. Die Augen können entsprechend ausgerichtet werden, blicken auf den Betrachter und folgen seinen Bewegungen.
Material und Dokumente
- Endpräsentation Augenblicken
- Dokumentation Judith Moosburner (mit MaxMSP - Anleitung)
- Dokumentation Juliane Mielitz
- Video (coming soon)