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Erstellt: 29. November 2005

Monotheismus der Moderne im Spiegel der Zeit

Eveline Goodman-Thau liest zu den Themen Realität, Ethik, Macht und Angst

Mit Eveline Goodman-Thau, Direktorin der Herman-Cohen-Akademie für Religion, Wissenschaft und Kunst, kommt eine der großen jüdischen Religionsphilosophinnen zu einer gemeinsamen Veranstaltung der Bauhaus-Universität (Fakultät Medien) mit dem Kolleg Friedrich Nietzsche. Frau Goodman-Thau lehrte an der Hebrew University in Jerusalem und ist jetzt Gastprofessorin an der Universität Wien. Sie war weltweit die erste orthodoxe Rabbinerin (in Wien), die erste überhaupt in Österreich. Eveline Goodman-Thau arbeitet über das jüdische Erbe Europas, die Einbettung des jüdischen Denkens in die europäische Geistesgeschichte. Ihr gelebtes Thema ist der Weg zu einer neuen Kultur der Vernunft.

Von Beginn an war die Geschichte des jüdischen Monotheismus durch die Begegnung mit fremden Kulturen gekennzeichnet. In einem Prozess von Abgrenzung und Anpassung bildete sich allmählich eine Identität heraus, die sowohl Exklusivität wie Inklusivität, Partikularismus und Universalismus erlaubte. In einem Dialog - mit sich und der Umwelt, im Individuellen wie im Gesellschaftlichen - entstand im Laufe der Jahrhunderte ein Denken, das eine wechselseitige Rezeption zwischen dem Judentum und den verschiedenen Kulturen, mit denen es in Berührung kam, aufzeigt. In dem Maße, in dem die jüdische Tradition von fremdem Gedankengut in allen Epochen bis zur Gegenwart inspiriert wurde, floß auch jüdisches Geistesgut in das Abendland ein, wobei die spezifischen jüdischen Züge nie verloren gingen. In dieser Hinsicht stellt das Judentum ein Phänomen in der europäischen Geistesgeschichte dar: Trotz aller Brüche und den vielen Verschmelzungen ist ein Kontinuum zu beobachten, das stets eine Vermittlerrolle zwischen den Kulturen einnahm, wobei der Aspekt Religion als Kultur eine wichtige Rolle spielt. Daraus ergibt sich ein Bild, das den zentralen Stellenwert der Ethik - als Verantwortung für den Anderen und das Andere - als erste Philosophie und als Beitrag aus der Urquelle des Judentums für das Abendland zeigt.

In vier Vorlesungen im Oberlichtsaal soll der Frage der Moderne im Spiegel unserer Zeit unter folgenden Themen nachgegangen werden:

I.
Das Dämonische - REALITÄT
Donnerstag, 1. Dezember 2005, 18.00 Uhr

II.
Die Gabe - ETHIK
Donnerstag, 8. Dezember 2005,18.00 Uhr

III.
Die Entzauberung – MACHT
Donnerstag, 26. Januar 2006, 18.00 Uhr

IV.
Der Ritus – ANGST
Freitag, 27. Januar 2006, 18.00 Uhr


Ansprechpartner für die Veranstaltung:
Dr. Rüdiger Schmidt-Grépalý
Tel. (0 36 43) 85 23 40
Fax (0 36 43) 85 23 48
kolleg-nietzsche@t-online.de

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