Pressemeldungen

27.09.2017 - Aktuelles aus dem Lehrstuhl Experimentelles Radio (9/17)

Aktuelles aus dem Lehrstuhl Experimentelles Radio (9/17)

Prix Europa Nominierung / Honorary Mention / … im Radio


Prix Europa 2017  

Wir freuen uns sehr mitteilen zu können, dass in diesem Jahr Stefanie Heim mit ihrer Masterarbeit, dem Radiofeature Born to Work – Leben um zu arbeiten, beim renommierten Prix Europa auf der Liste der Nominierungen für Deutschland vertreten ist.

Der Prix Europa findet dieses Jahr vom 14. – 20. Oktober in Berlin statt und zeichnet jedes Jahr die besten Europäischen Radioproduktionen in verschiedenen Kategorien aus. Wir drücken Stefanie Heim alle Daumen!

https://stefanieheim.de/hoerspiel-und-feature/born-to-work/

http://prixeuropa.eu/home

 

Honorary Mention

Die beiden ehemaligen Studenten Ludwig Berger und Alexander Pospischil bekamen beim diesjährigen Prix Ars Electronica eine lobende Erwähnung für ihre Arbeit „Eine Stadt sucht ein Mikrofon“.

Das Jury Statement: "A City Searches for a Microphone is an impressive project that produces immense complexity out of a simple principle. Employing nothing but the everyday sounds collected by a microphone, it draws the participants into a compelling interplay of long-term memory, cartographic interpolation, perceptual processes, physical labor, and public interaction. The participants find themselves actively engaged with the work, echoing Huizinga’s Homo Ludens: forcing us to reflect on the important role games play in our social and cultural sphere. The end result is a surprisingly creative use of the sonic environment. It is nothing less than the re-shaping and re-drawing of the urban map by simply participating: the urban landscape is expanded with the addition of a new layer. The work not only remains a vibrant sound installation, but crosses successfully into everyday practice in the spirit of artistic public intervention.“

http://prix2017.aec.at/prixwinner/24596/


… im Radio

Am Mittwoch den 18. Oktober läuft im Koop-Programm von RBB und MDR um 22 Uhr das Feature „Ein Rüsselbär, acht Beine – 1mm groß - Von mikrobiotischen Lebenskünstlern“ von Maria Antonia Schmidt.

In ihrer Abschlussarbeit, die auch mit dem 3. Platz beim diesjährigen Medienkunstpreis ausgezeichnet wurde, beschäftigt sich Schmidt mit den sogenannten Bärtierchen, einem mikroskopischen Organismus, der sogar in der Schwerelosigkeit überleben würde.

https://www.uni-weimar.de/de/universitaet/aktuell/bauhausjournal-online

http://www.mdr.de/kultur/radio-tv/radio/feature-essay-diskurs-oktober-zweitausendsiebzehn-100.html

06.06.2017 - SAVVY FUNK – Studierende der Bauhaus-Universität Weimar gestalten Radiosendung der documenta 14 mit

SAVVY FUNK – Studierende der Bauhaus-Universität Weimar gestalten Radiosendung der documenta 14 mit

Für die Dauer der documenta 14 stellen neun Radiosender aus verschiedenen Ländern unter dem Titel »Every Time A Ear di Soun« eine weltweite Kunstausstellung im Radio zusammen. Der deutsche Beitrag »SAVVY Funk« wird vom 17. Juni bis zum 8. Juli 2017 aus Berlin senden – bei der Vorbereitung und Durchführung sind 16 Studierende der Professur Experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar unter der Leitung von Prof. Nathalie Singer und Martin Hirsch intensiv beteiligt.

Während das Programm von acht bestehenden Radiosendern in Griechenland, Kamerun, Kolumbien, dem Libanon, Brasilien, Indonesien, den USA aus gesendet wird, entsteht der SAVVY FUNK in Berlin völlig neu. In Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur wird in der SAVVY Contemporary dafür eigens ein Radiosender eingerichtet, der sich als Live-Performance und begehbares Radiostudio zugleich versteht.

Für das 24-stündige Programm gestalten internationale Künstlerinnen und Künstler der documenta 14 akustische Kunstwerke wie Unpacking Sonic Migrations (Entpacken Akustischer Migrationen), Listen to the Other – disEmbodied Voices – Hybridized Techno (Dem Anderen zuhören – entkörperte Stimmen – hybridisierter Techno), Saout Africa(s) und andere Formate. Aber auch klassische Radioformate wie Wetterberichte und Nachrichten werden als künstlerische Formate zu hören sein.

In den Räumen der SAVVY Contemporary soll darüber hinaus ein Lese- und Zuhörraum entstehen, der es allen Besucherinnen und Besuchern ermöglicht, live dabei zu sein, wenn »Radio gemacht wird« und diesen Prozess zu reflektieren. Dafür steht neben rund 200 Büchern zum Thema Radiokunst aus der Sammlung der Professur Experimentelles Radio ein Audio-Archiv aus 100 Jahren Radiokunstgeschichte zum Hören zur Verfügung – ergänzt durch historische Exponate aus der Zeit des Neuen Hörspiels und den Anfängen der Radiophonie. Zudem richtet das Team eine Ausstellung ein, in der sich Artefakte und Archivmaterialien der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler als »Footnotes« wiederfinden.

»Für unsere Studierenden ergibt sich durch den SAVVY FUNK die einzigartige Chance, mit namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Alessandro Bosetti, Tim Etchells, Ahmet Öğüt, Anna Raimondo, Antye Greie-Ripatti, Gívan Belá oder Felix Kubin zusammenzuarbeiten«, unterstreicht Prof. Nathalie Singer die Bedeutung des Projekts. »Zudem haben sie Gelegenheit, erste Erfahrungen in einem realen beruflichen Umfeld zu machen – durch Ausstellungsgestaltung, Kuration und das Erstellen eines grafischen Erscheinungsbildes«, so Prof. Singer weiter.

Der SAVVY FUNK geht am 16. Juni 2017 um 24 Uhr auf Sendung. Das Radioprogramm ist dann auf UKW 90,4 MHz in Kassel und über UKW in Berlin sowie weltweit über die Webseite der documenta 14 www.documenta14.de sowie vier Stunden täglich über Kurzwelle 15560 kHz zu empfangen.

SAVVY FUNK
Every Time A Ear di Soun — documenta-14-Radioprogramm
17. Juni bis zum 8. Juli 2017
Start der Ausstrahlung: 16. Juni 2017, 24 Uhr
SAVVY Contemporary, Plantagenstraße 31, 13347 Berlin
Geöffnet täglich von 9.30 Uhr bis 24 Uhr

Weitere Informationen zu allen beteiligten Künstlern und das Programm erhalten Sie hier:
www.documenta14.de/de/public-radio/13778/savvy-funk

Kuratorinnen und Kuratoren:
Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Marcus Gammel, Elena Agudio
Kordination: Tina Klatte, Maximilian Netter
Kuratorische Assistenz: Sol Izquierdo de la Viña

Management: Lema Sikod
Management Assistenz: Lynhan Balatbat

Team der Bauhaus-Universität Weimar:
Leitung: Prof. Nathalie Singer, Martin Hirsch
Assistenz Radioprogramm: Konrad Behr, Jennifer Fuchs, Jan Glöckner, Grit Lieder, Johann Mittmann, Janine Müller, Benjamin Serdani, Corinna Thamm, Josephine Tiede, Severin Schenkel, Andreas von Stosch und Markus Westphal
Assistenz Ausstellungsdesign/Archiv: Anna Rupp, Rosa Süß, Rafael Brasil Sabino und Alejandro Weyler

Team SAVVY Contemporary:Elena Agudio, Antonia Alampi, Jasmina Al-Qaisi, Aouefa Amoussouvi, Lynhan Balatbat, Juan Blanco, Federica Bueti, Pia Chakraverti-Wuerthwein, Johanna Gehring, Janine Georg, Sol Izquierdo, Anna Jäger, Hounyeh Kim, Cornelia Knoll, Saskia Köbschall, Lisa Kolloge, Corinna Kuehnapfel, Nathalie Mba Bikoro, Siyah Mgoduka, Bonaventure Ndikung, Abhishek Nilamber, Beya Othmani, Elena Quintarelli, Marleen Schröder, Jörg-Peter Schulze, Lema Sikod, Jorinde Splettstößer, Marlon Van Rooyen, Laura Voigt, Elsa Westreicher, Johanna Wild

16.05.2017 - Kulturstiftung fördert Wanderausstellung zur Radiokunst

Kulturstiftung des Bundes fördert Wanderausstellung zur Radiokunst

16. Mai 2017

Die Kulturstiftung des Bundes hat eine Förderung in Höhe von bis zu 248.800 Euro für eine Wanderausstellung zum Thema Radiokunst bewilligt. Entstehen soll ein künstlerisch gestalteter Parcours, in dem die Besucherinnen und Besucher insgesamt 200 ausgewählte Arbeiten internationaler Radiokunst flanierend erkunden können. Die Federführung des Ausstellungsprojektes liegt bei der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Kunst und Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar.

»Radiophonic Spaces – ein akustischer Parcours durch die Radiokunst« lautet der Titel der geförderten Ausstellung, der sich die Gäste auf drei Ebenen annähern können. In einer ersten Erfahrungsebene taucht das Publikum akustisch in die einzelnen Kunstwerke ein: Wie eine menschliche Sendersuchnadel löst der Besucher durch seine Bewegung im Raum einzelne Werke der Radiokunst aus, die durch neue auditive Vermittlungstechnologien in Form eines Kopfhörersystems erfahrbar werden.

Alle Soundexponate sind nach zehn thematischen Schwerpunkten arrangiert – beispielsweise »Funkstille« oder »Plattengeschichten«, die in einer zweiten Ebene anhand von künstlerischen Objekten und Exponaten lebendige Geschichten erzählen.
Auf der dritten, vertiefenden Ebene werden historische Zusammenhänge der Radiokunst erstmals in Form einer multimedialen Darstellung erfahrbar gemacht. So werden die Stücke aus den Archiven mit Fotos, Filmen und Texten, wie Leserbriefen und Kritiken von Zeitzeugen illustriert. Dabei werden auch neue Wege der Sortierung von Archivbeständen nach klanglichen Kriterien und Algorithmen ausgelotet. Individuelles Nachhören und inhaltliche Auseinandersetzung sind auf dieser Ebene möglich.

Der Startpunkt für das geförderte Projekt wird Ende April 2018 das Museum Tinguely in Basel sein. Weiter geht es im Herbst 2018 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin, bevor die Ausstellung 2019 ihre vorläufig letzte Station in der Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar finden wird.

Eingereicht durch die Professur für Experimentelles Radio entsteht die Ausstellung im Kontext des Drittmittel-Forschungsprojekts »Radiophonic Cultures – Sonic Environments and Archives in Hybrid Media Systems« (Sinergia-Forschungsprojekt des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung), einem internationalen Projekt in Kooperation mit allen wichtigen Sendeanstalten und Archiven der Radiokunst.

Weitere Förderer der Ausstellung sind neben öffentlich-rechtlichen Sendern das Museum Tinguely (Basel, Schweiz), das Haus der Kulturen der Welt (Berlin) und die Film und Medien Stiftung NRW.

Radiophonic Spaces – ein akustischer Parcours durch die Radiokunst
Wanderausstellung in Basel, Berlin und Weimar
2018 – 2019


Künstlerische Leitung:
Prof. Nathalie Singer, Experimentelles Radio, Fakultät Kunst und Gestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar

Leitung der Forschungsgruppe Radiophonic Cultures (Sinergia/Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung):

Prof. Dr. Ute Holl, Seminar für Medienwissenschaft, Universität Basel

Radio-Künstlerinnen und -künstler:
Ulrich Bassenge, Uli Gerhardt, Dr. Gaby Hartel, Künstler-Kollektiv k.a.a.l., Jochen Meißner, Dr. Chikashi Miyama, Dr. Wolfram Wessels uvm.

Sender und Kooperationen:
Nationale und internationale öffentlich-rechtliche Sender (ARD, Deutschlandradio, Österreichischer Rundfunk, Schweizer Rundfunk, BBC, INA u.a.), Archive der Radiokunst (u.a. Deutsches Rundfunkarchiv, Zentrum für Künstlerpublikation Weserburg, Lautarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin, Archive der deutschsprachigen Rundfunkanstalten, New Radiophonic Workshop, INA/Groupe de Recherches Musicales und private Archive), Film und Medien Stiftung NRW und ZKM.

Beteiligte Forschungsinstitutionen über das Sinergia Forschungsprojekt des Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung:
Prof. Dr. Bernhard Siegert, Geschichte und Theorie der Kulturtechniken, Bauhaus-Universität Weimar
Prof. Dr. Matthias Schmidt, Musikwissenschaftliches Seminar, Universität Basel
Prof. Dr. Erik Oña, Hochschule für Musik/Elektronisches Studio, Basel

Museen, Ausstellungsorte und Bibliotheken:
Museum Tinguely, Basel: April/Mai 2018
Haus der Kulturen der Welt, Berlin: Herbst 2018
Bauhaus-Universität Weimar, Universitätsbibliothek: Herbst 2019

10.03.2017 - Every Time A Ear di Soun, ein documenta 14 Radioprogramm

Every Time A Ear di Soun, ein documenta 14 Radioprogramm

Every Time A Ear di Soun ist Radio als Kunst und Medium für Kunst. Acht Radiosender aus Griechenland, Südafrika, Kolumbien, dem Libanon, Brasilien, Indonesien, den USA und Deutschland werden während der documenta 14 für jeweils drei Wochen akustische Kunstwerke für das Radioprogramm der documenta 14 gestalten. Neben ihrem bestehenden Programm senden die Radiostationen täglich mehrere Stunden sowohl eigens für die documenta 14 produzierte Werke als auch neu erschlossene Archivmaterialien und Aufnahmen aus den Öffentlichen Programmen der documenta 14.

Für den Radiosender in Deutschland wird mit SAVVY Radio eine ganz neue Radiostation aufgebaut: Zahlreiche Künstler_innen sind eingeladen, über drei Wochen ein 24-stündiges Radioprogramm zu gestalten, das als Live-Performance im SAVVY Contemporary Berlin zu sehen sein wird. Zusammen mit Prof. Nathalie Singer, Martin Hirsch und Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar entsteht zudem vor Ort ein Archiv, das wissenschaftliche und künstlerische Forschung zur historischen und zeitgenössischen Radiokunst und Radiophonie verbindet.

Every Time A Ear di Soun ist ein Radioprogramm der documenta 14 in Kooperation mit Deutschlandradio Kultur, kuratiert von Bonaventure Soh Bejeng Ndikung und co-kuratiert von Marcus Gammel.

weiterführende links:

www.deutschlandradio.de/medienpartnerschaft-von-deutschlandradio-und-documenta-14.2174.de.html

15.11.2016 - Vivien Schuetz gewinnt Pinball 2016

15. November 2016

Von ganzem Herzen gratuliert das Experimentelle Radio Vivien Schütz zum Gewinn des Pinball 2016, des wichtigsten Nachwuchshörspielpreises der ARD.

Am vergangen Samstag den 12. November 2016, wurde der Preis im Rahmen der Hörspieltage im ZKM in Karlsruhe verliehen.

Ihr Gewinnerstück Die mit Dinkel ist ein 17-minütiges Hörspiel über die Reibereien eines Paares am Küchentisch, die ausufern.  Aus einer fiktiven Geschichte wird Realität.

Die Jury lobt die natürlich wirkenden Dialoge, die genauso überzeugend gespielt werden. Außerdem gefällt der Jury, dass die verwirrenden Momente in einer Partnerschaft überraschend und präzise eingefangen werden. 
In der Begründung heißt es weiter, Vivien Schuetz lasse die richtigen Fragen offen und beweise ein erstaunliches Gefühl für Hörspieldramaturgie.

Vivien Schuetz teilt sich den Preis mit Mara Ittel, die ebenfalls gewonnen hat.

Das Stück Die mit Dinkel ist noch auf der Seite der ARD nachzuhören unter
http://www.ard.de/home/radio/Die_mit_Dinkel/3578908/index.html

Vivien Schuetz, studiert seit 2014 den Masterstudiengang Medienkunst und Mediengestaltung. Ihr künstlerischer Fokus liegt bei Fotografie und experimentellem Radio. Zuvor absolvierte sie einen Bachelor in Journalistik und volontierte beim lokalen Radiosender Radio Oberhausen und Mülheim.
Die mit Dinkel ist ihr erstes längeres Hörspiel, das sie selbst geschrieben und produziert hat.

Am Montag, 28. November, um 0.05 Uhr wird das Stück auch im Programm Kurzstrecke beim Deutschlandradio Kultur gesendet.

Die mit Dinkel
Hörspiel von Vivien Schütz

Sprecher: Klara Pfeiffer, Thomas Kramer, Julia Sontag, Ute Schmidt, Kevin Jahnel

Musik: Christa Williams - Himmelblaue Serenade, Musikurheber -  Gino Redi  Nisa (Nicola Salerno)

Regie: Vivien Schütz

Ton: Astrid Drechsler, Kevin Jahnel, Regine Elbers

Eine Produktion des Experimentellen Radios der Bauhaus-Universität Weimar 2016.

Das Hörspiel entstand im Sommersemester 2016 im Rahmen der Kurse Wort und Wirkung betreut von Oliver Bukowski und Was sie schon immer über Regie wissen wollten von Prof. Nathalie Singer, Astrid Drechsler und Fabian Kühlein

 

10.10.2016 - Radio Space is the Place

Radio Space is the Place

Im Rahmen des Drittmittelprojektes »Radiophonic Cultures« beteiligt sich die Professur Experimentelles Radio an einer Konferenz zur Zukunft des Radios in Halle. Unter dem Titel »Radio Space is the Place« zeigen die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler die Vielfalt des Umgangs mit dem Medium auf und loten in Installationen, Ausstellungen, Workshops und Performances die sozialen, symbolischen und materiellen Übertragungs- und Sendungsräume aus.

Radioraum – bezogen sowohl auf den symbolischen Raum kultureller Produktion (z.B. einen Radiosender), als auch auf die unsichtbaren, aber sehr präsenten Räume dynamischer, elektromagnetischer Interaktionen – steht im 21. Jahrhundert am Rande größerer Veränderungen: Die Abschaltung von AM-, LW- und Lokalradio-Frequenzen bedeutet auch sich leerende öffentliche Orte und ausklingende Radiosendungen. Der Dystopie einer klanglosen UKW-Welt steht aber die Utopie einer radiophonen Kulturlandschaft gegenüber: Schon jetzt gibt es zahlreiche Ideen und Projekte von Bürgerinnen und Bürgern, Studierenden, Künstlerinnen und Künstlern, um die ›postindustriellen Lücken des Radiofrequenzbandes‹ wieder erklingen zu lassen.

Die sich dabei äußernden Ansätze, Konzepte und Visionen künstlerischer Praxis im Radioraum werden am 27. und 28. Oktober theoretisch hinterfragt: In fünf Panels eröffnet die zweitägige Konferenz »Radio Space is the Place« einen Gesprächsraum für künstlerische, gesellschaftliche, organisatorische und technische Fragen des Mediums, für die in absehbarer Zeit Antworten gefunden werden müssen: Welche Möglichkeiten bieten die immer umfangreicher werdenden Radio- und Radiokunstpraktiken, die unmittelbar genutzt werden können? Was sind die Eigenheiten dieses Arbeitens über verschiedene Frequenzbereiche hinweg? Welche Herausforderungen bergen sie?

An fünf offenen Tischen werden die Künstlerinnen, Wissenschafthistoriker, Medienphilosophen und Techniker alternative Radiopraktiken diskutieren sowie nach den politischen und poetischen Dimensionen fragen, die Radiokunst als unabhängige Kultur zwischen den Kanälen einnehmen kann.

»Radiophonic Cultures – Sonic Environments and Archives in Hybrid Media Systems« ist ein internationales Forschungsprojekt, das seit September 2015 durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit insgesamt 1,23 Mio. Euro gefördert wird. Prof. Dr. Bernhard Siegert, Professur Geschichte und Theorie der Kulturtechniken (Fakultät Medien), und Prof. Nathalie Singer, Professur Experimentelles Radio (Fakultät Kunst und Gestaltung), beteiligen sich am Projekt.

Radio Space is the Place


Do, 27. Oktober | 09:30 – 09:45 | Hallischer Saal | in englischer Sprache
Begrüßung und Grußworte

Do, 27. Oktober | 09:30 – 10:30 | Hallischer Saal | in englischer Sprache

Keynote Lecture von Neil Verma: “A Juggler on the Moon”

Do, 27. Oktober | 10:45 – 13:00 | Hallischer Saal | in englischer Sprache

Panel 1: Radiophone Kollektivitäten der Zukunft
mit Meredith Kooi, Diana McCarty, Michael Goddard, Philipp Hochleichter, Marcus Gammel (Moderator)
 
Do, 27. Oktober | 14:00 – 16:00 | Hallischer Saal | in englischer Sprache
Panel 2: Alternative Radiopraktiken und ihre Auswirkungen
mit Irena Pivka, Brane Zorman, Udo Noll, Anna Ramos, Roberto Paci Dalò, Sally Ann McIntyre (Response), Elisabeth Zimmermann (Moderatorin)

Do, 27. Oktober | 16:15 – 17:30 | Hallischer Saal | in englischer Sprache
Panel 3: Schalt ein, bleib ungestimmt: Von der Politik und Poetik des Funk-Raumes
mit Anna Friz, Sarah Washington, Bernhard Siegert, Gregory Whitehead

Fr, 28. Oktober | 09:30 – 11:30 | Stadtmuseum Halle | in deutscher Sprache
Workshop: Das Radiostudio als Experimentallabor
mit Ralf Wendt, Günter Heß, Ulrich Gerhardt

Fr, 28. Oktober | 12:00 – 14:15 | Hallischer Saal | in englischer Sprache
Panel 4: Das Radiostudio als Experimentallabor
mit Prof. Dr. Ute Holl, Patrick Bergel, Daniel Gilfillan, Sally Ann McIntyre (Response), Golo Föllmer (Moderator)

Fr, 28. Oktober | 15:15 – 17:30 | Hallischer Saal | in englischer Sprache
Panel 5: Radiokunstarchive und künstlerische Archivpraxis
mit Anne Thurmann-Jajes, Nathalie Singer, Michael Seemann, Wolfgang Hagen, Gaby Hartel (Response), Reni Hofmüller (Response), Andreas Feddersen (Moderator)

Stand vom 19.10.16, Änderungen vorbehalten

Orte:
Hallischer Saal der Uni Halle
Uniring 5
06108 Halle

Stadtmuseum Halle
Große Märkerstraße 10
06108 Halle

5 Panels (Englisch) | 1 Workshop (Deutsch) | Eintritt: frei
Anmeldung bis Freitag, 21. Oktober 2016 unter info@radiorevolten.net
» Live hören auf UKW 99,3 MHz und per Webstream
» Nachhören auf www.radiorevolten.net

Kuratiert von:
Anna Friz, Universität von Kalifornien, Santa Cruz
Elisabeth Zimmermann, ORF Kunstradio
Nathalie Singer, Bauhaus-Universität Weimar

Koordiniert von:
Andreas Feddersen und Jan Philip Müller im Rahmen des SNF Sinergia-Forschungs-Projektes »Radiophonic Cultures – Sonic Environments and Archives in Hybrid Media Systems«

Eine Veranstaltung von Corax e.V. – Initiative für Freies Radio im Rahmen des Radio Revolten Festivals in Zusammenarbeit mit der Professur Experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar und dem SNF Sinergia Projekt »Radiophonic Cultures«, mit freundlicher Unterstützung der Stadt Halle (Saale) und dem Institut für Sprechwissenschaft der Uni Halle.


Hier der Reader der RadioRevolten als download

09.07.2016 - Kassiert - Ausstellung des Experimentellen Radios

Kassiert

»Verstaubt«, »geheim« oder gar »rückständig« – so zumindest wäre noch vor einiger Zeit die unmittelbare Assoziation zum Begriff »Archiv« gewesen. Doch das war gestern. Inmitten des digitalen Wandels erfahren Archive eine radikale Frischzellenkur und werden zum Objekt der Begierde und intensiven Beschäftigung quer durch die Disziplinen.

Grund genug für 15 Studierende an der Professur Experimentelles Radio von Nathalie Singer, sich ein Semester lang auf eine Expedition in die Welt der Informations- und Wissensspeicher zu begeben, um an eigenen Ideen eines lebendigen Radiokunstarchivs zu arbeiten. Geforscht wurde in staubigen Archiven voller Wachs- und Schellackplatten als auch an Algorithmen und Metadaten.

Herausgekommen sind interaktive Raum-Klang-Installationen und Versuchsanordnungen, die ihre Probanden und Hörer auf eine klangarchäologische Forschungsreise an drei Orte sowie in den bauhaus.fm-Äther entsenden.

ARCHIVE(S)

Was passiert, wenn man alle Wahrnehmungen sammelt, festhält und speichert? Erinnert man sich an einzelne oder verschwinden sie ins Unbewusste? Was würde passieren, wenn Freuds Wunderblock als Mittel benutzt würde, Eindrücke sichtbar, hörbar und spürbar zu machen? Archive(s) ist eine audiovisuelle Installation von Stepan Boldt und Tania Palamkote. Die Arbeit besteht aus einem Kubus, in welchem durch Interaktion selektierte Aufnahmen aus dem Pfeffer-Korpus des Archivs für gesprochenes Deutsch gehört, gesehen, gespeichert und neu kombiniert werden können. Die Künstler setzen sich mit Focaults sowie Derridas Archivtheorien auseinander und liefern ihre eigene digitale Interpretation von Sigmund Freuds Notiz über den Wunderblock. Archive in ihrer Rolle als Träger von Erinnerung, Wissenskonstruktion und Macht werden in Archive(s) spielerisch hinterfragt.

Do: 17.00-20.00 Uhr
Fr- Sa: 11.00-14.00 Uhr u. 15.00-18.00 Uhr
So: 12.00-16.00 Uhr
Dachgeschoss LIMONA

Projektgruppe: Stepan Boldt, Tania Palamkote
Basierend auf Material von: Institut für Deutsche Sprache

K.A.A.L.

steht für Klang Archäologie Algorithmus und ist während der summaery 2016 im Digital Bauhaus Lab beheimatet. Die interaktive Raum-Klang-Installation geht der Frage nach, inwieweit sich innerhalb eines Radiokunst-Archivs eine kulturwissenschaftliche und technikgeschichtliche Semiotik erkennen lässt. Der Proband wird hierzu auf eine klangarchäologische Forschungsreise entsandt. In einer Versuchsanordnung fördert er, ausgelöst durch seine Bewegung im Raum, vereinzelt Stücke aus dem rauschenden Äther radiophon-historischer Dokumente zu Tage. k.a.a.l. ist eine dynamische Raum-Klangeinheit – ein archäologischer Imperativ für seine Besucher. Die Auswertung seiner Tätigkeit erfolgt anhand empirischer Datenerhebung.

Fr: 09:15 - 12:30 Uhr
Digital Bauhaus Lab

Projektgruppe: Timo Buhl, Janine Müller, Tim Pathe, Severin Schenkel, Markus Westphal
Mitwirkende: Martin Hirsch, Jörg Krempien, Michael Markert, Ben Vossler
Basierend auf Material von: Archiv der Radiokunst EXPA
www.uni-weimar.de/expa
(gefördert vom Kreativfonds der BUW)

FUTURE ARCHIVE LAB

Future Archive versuchen mit ihrem Projekt einen Beitrag zum aktuell viel diskutierten Umgang mit Archiven zu leisten. Die partizipative Installation Future Archive Lab soll durch ihre Haptik den Besuchern einen räumlichen Zugang zu sonst schwer zu überblickenden digitalen Archiven ermöglichen.
Sie können dekontextualisierte Produktionen aus dem Klangkunst - Archiv Sonosphere.org hören und ihre Eindrücke währenddessen assoziativ visuell und textlich beschreiben. Anschließend werden diese Assoziationen in ein zunächst analoges, später virtuelles Speichersystem integriert. So wird das Klangkunst-Archiv über die Summaery 2016 durch die Teilnehmer mit Metadaten angereichert. Angelehnt an Michel Foucaults und Wolfgang Ernsts Gedanken und Theorien zum Archiv werden im Future Archive Lab dynamische Ansätze für ein Archiv der Zukunft erprobt.

Do-So: 12:00-17.00 Uhr
Freifläche 3:
zwischen kl. Van-de-Velde-
Bau u. Campus Office

Projektgruppe: Maike A. Effenberg, Jakob Wulfert, Philipp Bräuner
Mitwirkende: Jason Langheim
Basierend auf Material von: sonosphere.org
(gefördert vom Kreativfonds der BUW)

DAS ARCHIV IST TOT

Das Hörstück Das Archiv ist tot spielt mit dem Gedanken der Vergänglichkeit in einer Institution, die sich als Symbol für die Ewigkeit versteht. Ein Archivar erlebt den kompletten Kontrollverlust über sein Archiv. Das Archivwesen tritt in den Hungerstreik, verweigert sich der Fütterung und sein heißgeliebtes Archiv beginnt ein Eigenleben zu entwickeln. Ohne sein Zutun vergeben sich Akten selbstständig Kategorien und Nummern, Bücher sortieren sich eigenhändig um. Der Archivar fühlt seine Autorität schwinden und Entschließt sich zu einem entscheidenden Schritt: Er wird selbst zum Saboteur seiner eigenen Sache und beerdigt sein Archiv.

Hörbar am
Montag, 10. Oktober 2016
auf bauhaus.fm (106,6 ukw)

Projektgruppe: Grit Lieder, Patrick Beyer, Florian Fueger, Konrad Behr, Simone Halder

 

Lehrende:
Prof. Nathalie Singer, Astrid Drechsler, Andreas Feddersen

Basierend auf Material von: sonosphere.org, Archiv der Radiokunst EXPA (www.uni-weimar.de/expa) – gefördert vom Kreativfonds der BUW

Kassiert-Sondersendung live auf bauhaus.fm (106,6 ukw) am Mo, 11. Juli von 21 – 23 Uhr

07.07.2016 - 48h bauhaus.fm im SoSe2016

Radiomarathon: bauhaus.fm geht wieder 48 Stunden auf Sendung

Unhörbar und trotzdem nicht unerhört – ab Montag, 11. Juli 2016, 19 Uhr, kapern die Studierenden mit ihrem Flagschiff bauhaus.fm wieder die Radio-Frequenz 106,6 MHz sowie den Live-Stream. 48 Stunden lang werden die Hörerinnen und Hörer in eine Klangwelt voller farbenfroher Audioexperimente ent- und verführt.

Sowohl musikalisch, als auch thematisch ist alles möglich. Die Stunden sind deswegen unbeschreiblich und unhörbar. Zwischen bunt, laut, leise, schrill, abenteuerlich, gediegen, romantisch, zaghaft und mutig werden die Stunden mit und von den Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar gestaltet.

Die Hörspiele, Musiksendungen, Magazine, Lehrmodulpräsentationen und Radiogespräche werden aber nicht unerhört bleiben. Geräuschvoll und mit viel leisem Lärm lädt bauhaus.fm jedes Ohr zu 48 Stunden voller unhörbarem Gut ein.

Weitere Informationen und das volle Programm der Sendung finden Sie unter: https://www.uni-weimar.de/projekte/bauhaus-fm/48h-sendung-juli-2016/

18.05.2016 - Neues aus dem Lehrstuhl

Neues aus dem Lehrstuhl

Wir freuen uns bekannt zu geben, dass das experimentelle Radio der Bauhaus-Universität wieder im In- und Ausland Beachtung gefunden hat.

Gleich zwei Stücke aus eigener Produktion gewannen den renommierten SZLABBESZ der Berginger Hörspieltage, die vom 13. bis 17. Mai 2016 in Niederösterreich stattfanden.
Die Stücke Born to Work von Stefanie Heim und Tuna von Christoph Höfferl waren unter den Ausgezeichneten.

Noch bis 22. Juni 2016 ist das Stück Das hat doch keine Zukunft (oder doch?) von Konrad Behr in Hildesheim zu hören. Die Ausstellung NEUE AGENDA? STADTTEILFORUM IDEE 01239 ALS FALLSTUDIE FÜR DEN KUNSTVEREIN HILDESHEIM zeigt verschieden künstlerische Arbeiten darüber, wie wir leben können und wollen.

ORT: Kehrwiederturm, Am Kehrwieder 2, 31134 Hildesheim
ÖFFNUNGSZEITEN: Mi. 18-20h, Sa. 14-18h, So. 14-18h

Desweiteren lief am 18. Mai lief das Stück Das Ich als Ich von Elena Zieser und Maria A. Schmidt im Schweizer Rundfunk SRF2.

Jeweils am letzten Sonntag im Monat in der Zeit von 18 bis 19 Uhr sendet das unabhängige Radio aus Leipzig - detektorFM - aktuelle studentische Produktionen zur besten Sendezeit:

29. Mai
Vivien Schütz: Schön
Mara May: Schön
Claire Dorweiler & Christopher Marx: Csardas

26. Juni
Konrad Behr: Der Flachrührer
Ludwig Müller: Bitte keine heiße Asche einfüllen

31. Juli
Sebastian Esposito: Ich bin Paul

25. September
Claudius Spelten: Towords a poetry of scale

30. Oktober
Konrad Behr: Das hat doch keine Zukunft (oder doch?)

27. November
Florian Füger: Söhnke Sofar, Seite A und Seite B

18.04.2016 - Das 7. Berliner Hörspielfestival...

Das 7. Berliner Hörspielfestival...

... und wieder ist das Experimentelle Radio dabei!

Auch beim diesjährigen Berliner Hörspielfestival ist das experimentelle Radio mit zwei seiner Studenten vertreten. Das Festival wird am Freitag den 22. April 2016 um 18:30 Uhr mit dem Hörspiel Born to work der Masterstudentin Stefanie Heim eröffnet. Eine künstlerische Auseinandersetzung über Monotonie und Fremdbestimmung in Arbeitsprozessen, nach den eigenen Erlebnissen der Autorin in einer surrealen Lagerwelt.
Am Sonntag dann drücken wir Maria Antonia Schmidt die Daumen für ihren Wettbewerbsbeitrag Zurück - ein Miniaturhörspiel.

Hier der Link zur Seite des Veranstalters für alle notwendigen Informationen: http://berliner-hoerspielfestival.de/

Darüber hinaus freuen wir uns auch über die vergangen Ausstrahlungen studentischer Werke im öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Von Tristan Vostry die Stücke Wolken, Wind und Wetterwarte - vom Ende einer Epoche (MDR/RBB) und Der Tod des Archivars (HR2 Kultur)und von Rafael Jové das Feature Kein Mensch sagt mehr Beat - Warum ich wegen einer alten Schallplatte extra nach Bonn gefahren bin (RBB)

 

 

21.02.2016 - Christina Baron gewinnt Schweizer Hörspielpreis

Christina Baron gewinnt Schweizer Hörspielpreis

Christina Baron

Wir freuen uns sehr bekannt zu geben, dass die Bauhaus Produktion Nordlichter - ein Hörspiel in Mono(tonie) der ehemaligen Studentin Christina Baron beim Schweizerischen SonOhr Hörspielfestival den Jury-Preis für die beste fiktionale Arbeit gewonnen hat.

Über das Hörspiel
Eines Tages, von einem Moment auf den nächsten, findet sich Christina Baron in einer menschenleeren Welt wieder. Alles scheint wie immer: der Wind in den Bäumen, die Vögel, ein Hund in der Ferne. Aber sonst ist es still, viel zu still, keine Menschenseele weit und breit. Statt in Panik zu geraten, richtet sich die Protagonistin im Radiostudio der Universität ein und strahlt eine Sendung aus: „Hier sendet Christina Baron. Ich befinde mich in der Marienstraße 5 in Weimar. Wenn Sie mich hören, geben Sie mir ein Zeichen....“ Vielleicht ist da draußen noch jemand, dem es ähnlich geht? Die Tage und Wochen verstreichen und die Radiosendung wird zunächst zur Routine, dann zu einem Tagebuch, zu einem Gesprächspartner in einer scheinbar ausweglosen Situation.. Doch wie lange kann man senden, ohne etwas zu empfangen?

Nordlichter ist ein Stück über die Einsamkeit des Senders und die Sehnsucht danach, gehört zu werden.

Il potere della narrazione è il potere di portare chi legge o ascolta (o guarda) per un lasso di tempo nel mondo della finzione e vivere l'esperienza dei personaggi.
Il lavoro di Christina Baron ha saputo fare questo. Ha saputo raccontare di un possibile mondo futuro PESANTE - attraverso ciò che Italo Calvino chiama - la Leggerezza. Nella sua solitudine – senza entrare in alcuna inutile finzione e con pochissimi oggetti – ci ha portati tutti nella condizione di essere lasciati da soli – per 50 minuti – davanti al mondo e all'esistenza.
Bellissimo lavoro. Brave. (Laudatio Jury-Mitglied Alan Alpenfelt)

http://sonohr.ch/

http://www.hoerbaron.ch/

06.01.2016 - Zwei Stipendiaten für die Akademie der Künste

Zwei Stipendiaten aus Weimar bei der Akademie der Künste in Berlin

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Das neue Jahr beginnt für zwei (Ex)Studierende des experimentellen Radios der Bauhaus-Universität Weimar mit einer besonders guten Nachricht. Masterstudentin Elene Zieser und Alumni Rafael Jové erhalten in diesem Jahr das Berlin-Stipendium der Akademie der Künste.

Damit bekommen sie die beiden ausgeschriebenen Plätze in der Sektion Film- und Medienkunst, die von einer Fachjury, bestehend aus Hermann Bohlen, Ulrich Gerhardt und Oliver Sturm, vergeben wurden. Die Junge Akademie erfüllt damit ihren Anspruch zur „Förderung junger Künstler, deren Schaffen außergewöhnliche künstlerische Ansätze erkennen lässt“.
Das Stipendium beinhaltet einen mietfreien Aufenthalt in einem der von der Akademie gestellten Ateliers, 5.000 Euro für die Arbeit am eigenen Projekt und weitere 3.000 Euro als Produktions- und Präsentationsmittel.

Das Berlin-Stipendium beginnt mit dem PLENUM der neuen Stipendiaten im Rahmen der Mitglieder-Versammlung im Mai und endet als AGORA ARTES (Abschluss-Präsentation der Stipendiaten) im Mai 2017.

Wir wünschen viel Erfolg und frohes Schaffen in Berlin!

24.09.2015 - Schweizerischer Nationalfonds fördert interdisziplinäres Forschungsprojekt zu "Radiophonic Cultures"

Schweizerischer Nationalfonds fördert interdisziplinäres Forschungsprojekt zu "Radiophonic Cultures"

24. September 2015

Radiophonic Cultures – Sonic Environments and Archives in Hybrid Media Systems –  so der Titel eines internationalen Forschungsprojekts, das seit September 2015 durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit insgesamt 1,23 Mio. Euro gefördert wird.

Das am Seminar für Medienwissenschaften der Universität Basel angesiedelte Kooperationsprojekt widmet sich für drei Jahre gemeinsam mit Musikwissenschaftlern, Kulturwissenschaftlern und Vertretern experimenteller Sound- und Radiopraxis dem Feld der Radiophonie. Erklärtes Ziel ist eine umfassende und interdisziplinäre Betrachtung der Radiophonic Cultures, die vor dem Hintergrund des medienbedingten Wandels klanglicher Umgebungen als Kulturtechnik untersucht werden.

An der Professur Experimentelles Radio selbst wird zu Audioarchiven als Experimental-Laboratorien geforscht. Szenarien einer kreativen Audioarchiv-Nutzung sollen in verschiedenen Kontexten erprobt werden: in sowohl universitären Forschungs- und Produktionsumgebungen für Radiokünstler und Wissenschaftler als auch musealen Ausstellungseinsätzen.
Wichtige Ressource und Basis für die interdisziplinären Forschergruppen sind die mit Mitteln des Kreativfonds der Bauhaus-Universität Weimar aufgebauten Archive der Radiokunst, Sonosphere.org und das EXPA. Mit seinen 9.000 Werken aus der Radiokunst dient es hierbei als Grundlage für die Recherchen der Beteiligten im internationalen Projekt und für die eigene künstlerische Forschung.

Projektpartner sind Prof. Dr. Ute Holl (Seminar für Medienwissenschaft, Universität Basel), Prof. Dr. Matthias Schmidt (Musikwissenschaftliches Seminar, Universität Basel), Prof. Erik Oña (Leiter des elektronischen Studios, Musikakademie Basel/FHNW), Prof. Dr. Bernhard Siegert (Geschichte und Theorie der Kulturtechniken an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar, Direktor des Internationalen Kollegs für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie, IKKM) und Prof. Nathalie Singer (Experimentelles Radio, an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar).

28.07.2015 - Das experimentelle Radio im Radio

Das Experimentelle Radio kommt im Radio

28. Juli 2015

Auch im letzten Semester haben die Studierenden des Experimentellen Radios an der Fakultät Medien wieder zahlreiche hörenswerte Stücke produziert. Einige von ihnen werden in der zweiten Jahreshälfte deutschlandweit im Radio ausgestrahlt - eine Programmübersicht.

DetektorFM sendet wieder ausgewählte Hörspiele, Klangcollagen und Features, die von Studierenden des Experimentellen Radios produziert wurden. An jedem jeweils letzten Sonntag im Monat gibt es die Gelegenheit, die Stücke aus Weimar im Sendeformat »Freistunde« zwischen 18 und 19 Uhr zu hören, sowie Hintergrundinformationen und Rezensionen dazu online nachzulesen.

Sendetermine bei DetektorFM im Überblick:

30. August 2015: »Anatol + Meltdown = Fallout« von Anatol Kempker / »Kontrollzentrum« von Esther Kronberg und Schorsch Kamerun
27. September 2015: »Untitled« von Marcus Glahn
29. November: »Das Ich als Ich« von Maria Antonia Schmidt & Elena Zieser

Sendetermine bei DeutschlandradioKultur:

10. August 2015, 0:05Uhr: »Das ich als ich« von Elena Zieser und Maria Antonia Schmidt
7. Dezember 2015: »Nordlichter« von Christina Baron

27.04.2015 - Das Schweigen der Tiere

Das Schweigen der Tiere

Das Radio-Feature Das Schweigen der Tiere ist die Masterarbeit von Maximilian Netter und wird am Sonntag den 2. Mai 2015 um 9:04 Uhr gleichzeitig bei RBB Kultur und MDR Figaro gesendet.

"Vielleicht ist unsere Zeit vorbei, lass die Haie oder die Kakerlaken übernehmen.", sagt Kapitän Kirk in der Serie Raumschiff Enterprise bereits 1967.

Seither ist es nicht besser geworden. Die Spur der Zerstörung, die der Mensch auf diesem Planeten hinterlässt, ist nicht mehr zu übersehen. Bei einigen unserer Artgenossen rüttelt das am Selbstbild. Sie suchen in dem, was sie Natur nennen, eine Alternative zur zerstörerischen Zivilisation und beginnen mit Tieren zu sprechen, um sich bei ihnen Rat zu holen.

Link zur Seite des RBB:
http://www.kulturradio.de/programm/sendungen/150502/feature_0904.html

27.04.2015 - Das experimentelle Radio beim 19. Prix Marulic

Das experimentelle Radio beim 19. Prix Marulic

Zwischen dem 9.5 - 15.5. 2015 findet auf einer malerischen kroatischen Insel südlich von Split ein Festival für internationales Feature und Hörspiel statt, in dessen Rahmen zum 19. Mal der Prix Marulic vergeben wird. Unter den Wettbewerbsteilnehmern befindet sich auch eine Gemeinschaftsproduktion von Studierenden des experimentellen Radios und des RBB. "Nachtgeflüster" von Robert Sonntag/Anna Wegricht/Elena Zieser/Maria Antonia Schmidt/Simone Müller/Tania Palamkote

link zur Homepage des Preises:
http://www.hrt.hr/prix-marulic-2015-en/

22.04.2015 - Das experimentelle Radio beim 6. Berliner Hörspielfestival

Das 7. Berliner Hörspielfestival...

... und wieder ist das Experimentelle Radio dabei!

Auch beim diesjährigen Berliner Hörspielfestival ist das experimentelle Radio durch zwei seienr Studenten vertreten. Das Festival wird am Freitag den 22. April 2016 um 18:30 Uhr mit dem Hörspiel Born to work der Masterstudentin Stefanie Heim eröffnet. Eine künstlerische Auseinandersetzung über Monotonie und Fremdbestimmung in Arbeitsprozessen, nach den eigenen Erlebnissen der Autorin in einer surrealen Lagerwelt.
Am Sonntag dann drücken wir Maria Antonia Schmidt die Daumen für ihren Wettbewerbsbeitrag Zurück - ein Miniaturhörspiel.

hier der link zur Seite des Veranstalters für alle notwendigen Informationen:http://berliner-hoerspielfestival.de/

Darüber hinaus freuen wir uns auch über die vergangen Ausstrahlungen studentischer Werke im öffentlich-rechtlichen Rundfunk:

Von Tristan Vostry die Stücke Wolken, Wind und Wetterwarte - vom Ende einer Epoche (MDR/RBB) und Der Tod des Archivars (HR2 Kultur)
und von Rafael Jové das Feature Kein Mensch sagt mehr Beat -
Warum ich wegen einer alten Schallplatte extra nach Bonn gefahren bin
(RBB)

 

 

17.12.2014 - Nachtgeflüster in der Gemäldegalerie

Nachtgeflüster in der Gemäldegalerie

Studierende des experimentellen Radios produzieren Kurzhörspiele bei Kulturradio (RBB)

Tür zu, Licht aus, Schichtbeginn. Ich bin Nachtwächter der Gemäldegalerie Berlin. Wie das so ist? Einsam und langweilig – das denken jedenfalls die meisten Leute. Ich kann nur sagen … kennen Sie den Spruch ein Bild sagt mehr als tausend Worte? Das stimmt wirklich. Was Die reden können ist unfassbar. Glauben Sie nicht? Na dann hören Sie mal ganz genau hin…


Mit diesen Worten beginnen die fünf Kurzhörspiele, die im Sommersemester 2014 im Projekt Hörspielwerkstatt unter Leitung von Professorin Nathalie Singer von Studierenden der Bauhaus Universität geschrieben und nun unter der Regie von Maria Antonia Schmidt und Nathalie Singer in den Studios des RBB in Berlin produziert wurden.


Ziel der Produktion ist der Versuch im klassischen Audioguide der Gemäldegalerie eine neue Seite zu verankern, bei der die Betrachter eine weitere – akustische – Dimension beim Betrachten von Bildern erhalten.


Robert Sonntag, Anna Wegricht, Elena Zieser, Maria Antonia Schmidt, Simone Müller, Tania Palamkote und Fabian Hapich brachten fünf Bilder von Rembrandt, de la Tour und Cranach d. Ä. zum Klingen. Unter den Titeln Der Narzisst, Die Schwangere, Die Borderlinerin, Die Zynikerin und Die Bodenständige kommen die Protagonisten der Bilder zu Wort. Sie streiten, lamentieren und klagen über die Schwierigkeiten des Zusammenlebens an den Wänden der Gemäldegalerie.


Sendetermine sind der 23., 24., 29., 30. und 31. Dezember jeweils im 9:45 Uhr auf Kulturradio. Die Stücke könne zudem sieben Tage in der Mediathek des RBB nachgehört werden. Gleichzeitig können die Fotos der fünf Gemälde in dieser Zeit auf der Internetseite von Kulturradio angesehen werden. http://www.kulturradio.de/programm/hoerspiel

28.05.2014 - bauhaus.fm sendet wieder 48 Stunden

bauhaus.fm sendet wieder 48 Stunden

Neueste Sendungen aus der wunderbaren Welt des Lehrstuhls für Experimentelles Radio vom 7.Juli, 19 Uhr bis 9.Juli, 19 Uhr auf bauhaus.FM

Studierende und Lehrende der Professur Experimentelles Radio geben sich wieder für 48 Stunden die Sende-Klinke in die Hand und schöpfen aus den Vollen: brandneue Produktionen, exquisite Musikprogramme und bunte Radioformate berichten über Aktionen und Projekte an der Professur und widmen sich aktuellen Veranstaltungs-Highlights, wie dem Kooperationspartner Leipziger Hörspielsommer, der summaery an der Bauhaus-Universität und dem Kunstfest Weimar.

Einige Programm-Höhepunkte

Montag, 7. Juli

  • 19 - 22 Uhr Live-Lesung: Das Experimentelle Radio hat in Kooperation mit dem Leipziger Hörspielsommer in diesem Jahr einen Manuskript- Kurzhörspielwettbewerb ausgelobt. In unserer Sendung werden die besten 10 Manuskripte in einer inszenierten Live-Lesung präsentiert. Premiere!
  • 22 - 23 Uhr Radiokunst-Werkstatt I: Studierende des Kurses senden ihre neuesten Produktionen

Dienstag, 8. Juli

  • 0 - 6 Uhr Female Rap: Von Missy Elliott bis hin zu Speech Debelle - Anna Wegricht widmet ihre Sendung all den Frauen, die mit feiner Wortakrobatik zunehmend das "male area" HipHop umzingeln.
  • 10 - 11 Uhr Kunstfest Weimar: Christian Holtzhauer berichtete unlängst in der Presse, dass er als neuer Leiter des Festivals die "ganze Stadt zum Brummen" bringen möchte. Im Gespräch mit Prof. Nathalie Singer erklärt er, wie das gelingen soll und stellt sein Programm und Konzept vor.
  • 12 - 13 Uhr summaery-Report I: Ein erster Bericht über die Jahresschau der Bauhaus-Universität Weimar.

Mittwoch, 9. Juli

  • 0 - 5 Uhr Nachtstrecke: Mit Gästen, Performances und jeder Menge Musik sendet sich der Künstler und Musiker Tommy Neuwirth für uns durch die Nacht.
  • 5 - 6 Uhr Live-Konzert: Martin Kohlstedt bedient als Musiker unfassbar versiert und facettenreich das Keyboard und die Klaviertastatur. Wir übertragen sein Spiel, das von goldener Melancholie bis zum heftigsten Groove reicht, live vom Wohnzimmerkonzert aus der Windmühlenstrasse.
  • 13 - 14 Uhr Radiokunst-Werkstatt II: Studierende des Kurses senden ihre neuesten Produktionen
  • 14 - 15 Uhr summaery-Report II: Der zweite Bericht über die Jahresschau der Bauhaus-Universität Weimar.
  • 18 - 19 Uhr Ausblick in Häppchen: Das Experimentellen Radio blickt auf das nächste Semester. Gäste: Nathalie Singer, Marion Czogalla und Martin Hirsch. Diese Sendung wird live bewirtet von Laura Santarelli alias 'Die Häppchen-Dame'.

Das vollständige Programm ist ab dem 4. 7. 2014 zu finden auf www.bauhaus.fm

BauhausFM sendet 48 Stunden 7.Juli, 19 Uhr bis 9.Juli, 19 Uhr auf BauhausFM auf 106,6 MHz oder im Livestream auf www.bauhaus.fm

Kontakt: info@bauhaus.fm, www.facebook.com/bauhausfm.weimar

26.05.2014 - Rumpel die Pumpel: Grenzen des Spiels am Stereopunkt

Rumpel di Pumpel: Grenzen des Spiels am Stereopunkt

Ein Radiogespräch mit der Hörspielregisseurin Judith Lorentz

Bei der Aufnahmearbeit zu einem Hörspieltext kann sich ein Schauspieler, eine Schauspielerin eigentlich nur auf die Leistung der eigenen Stimme verlassen.
Mimik, Gestik – das alles ist vor dem blinden Mikro und dem augenlosen Ton für die Katz'...oder ?

Hörspielregisseurin Judith Lorentz, der die Kritik einen „souveränen Sinn für Rhythmus und Zwischentöne“ bescheinigt, sieht das anders: das Spiel vor dem Mikro gewinnt an Lebendigkeit, wenn Mimik, Gestik und Bewegung zum gezielten Einsatz kommen dürfen, wenn dem Körpereinsatz während der Aufnahmen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Im Radiogespräch stellt Lorentz ihren eigenen Regie-Ansatz vor, spricht über ihre besondere Technik und erwähnt natürlich auch die Fallstricke und Gefahren, mit denen man bei dieser Arbeitsweise rechnen muss. 

Viele Produktionen von Judith Lorentz befinden sich bereits im Archiv des Lehrstuhls „Experimentelles Radio“. Das stetig anwachsende EXPA bietet bislang bis zu 5000 Hörstücke aus den Bereichen Hörspiel, Feature und Klangkunst.

Judith Lorentz

wurde in Berlin geboren, studierte Germanistik und Hispanistik ebendort, sowie in Freiburg i. Br., Madrid und Buenos Aires. Bereits während ihres Studiums war sie Regieassistentin bei Deutschlandradio Kultur und danach von 2003 bis 2005 Volontärin für Hörspielregie beim Südwestrundfunk.

Auszeichnungen (eine Auswahl):

  • 2009. Deutscher Hörbuchpreis für Der Krieg der Knöpfe nach Louis Pergaud
  • 2011. Zonser Hörspielpreis für Ick bin nu mal Friseuse von Laila Stieler
  • 2012. Deutscher Hörspielpreis der ARD für Alfred C. - Aus dem Leben eines Getreidehändlers von Hermann Bohlen

Termin: Dienstag, 3. Juni, 19.00 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, Steubenstr. 6a, Weimar

01.05.2014 - Räume im Hörspiel

Räume im Hörspiel

Ein Radiogespräch mit dem Hörspielregisseur und Autor Alexander Schuhmacher.

Wie in beinahe jeder Geschichte befinden sich auch die Protagonisten eines Hörspiels selten an ein und der selben Stelle. Sie bewegen sich durch die Geschichte, umanderen Charakteren an unterschiedlichen Orten zu begegnen. Die Wechsel von Orten und Situationen sorgen für Erlebnisse, die die Geschichte vorantreiben. Eine für das Hörspiel äußerst wichtige Entscheidung dabei ist, wie die unterschiedlichen Orte, Räume und Situationen jeweils klingen sollen: naturalistisch, theatral, experimentell, psychedelisch...? 

Es ist vor allem die Aufgabe des Regisseurs, gemäß seiner Klangvorstellung die radiophone Umsetzung anzuleiten.

Hörspielregisseur und Autor Alexander Schuhmacher, der seit knapp zwanzig JahrenHörspiele produziert und erfolgreich seine Vision des Sounds umsetzt, erzählt im Radiogespräch von seiner Herangehensweise bei der Inszenierung von Räumen im Hörspiel. Schuhmacher, dessen Produktionen bereits mit etlichen Preisen ausgezeichnet wurden (u.a. Gold- & Platinschallplatte für «Der Alchimist» von Paolo Coelho, 1997), ist bekannt für seine Fähigkeit, Sound, Sprache und Musik auf besondere Weise miteinander zu verweben – eine Fähigkeit, die auch in seiner Lehrzeit als Assistent des legendären Hörspielregisseurs Heinz von Cramer gefördert wurde. Viele Produktionen von Alexander Schuhmacher befinden sich bereits im Archiv des Lehrstuhls „Experimentelles Radio“. Das stetig anwachsende EXPA bietet bislang bis zu 5000 Hörstücke aus den Bereichen Hörspiel, Feature und Klangkunst.

Alexander Schuhmacher

wurde 1965 in  Heidelberg geboren. Er studierte Politik und Geschichte in Stuttgart. Seine Karriere als Hörspielregisseur startete, nachdem er vier Jahre dem berühmten Heinz von Cramer assistierte. «Hommage an John Coltrane» (SDR 1994) war das erste selbstverfasste Hörspiel. Seitdem hatAlexander Schuhmacher zahlreiche Preise für seine Hörspiele und seine Regiearbeit bekommen, darunter 2003 den Civis-Preis, 2004 die Silver World Medal des New York Festivals, 2005 den Kurd-Laßwitz-Preis, mehrere Auszeichnungen zum Hörspiel des Monats und 2008 zum Hörbuch des Jahres.Die erste Hörbuchveröffentlichung einer seiner Hörspielbearbeitungen («Der Alchimist» von Paolo Coelho) wurde 2005 mit der Goldenen CD und 2009 mit der Platin CD für über 250.00 verkaufte Exemplare ausgezeichnet.Alexander Schuhmacher lebt als freier Hörspielautor und -regisseur in Berlin.

Zeit: am Dienstag, 6. Mai 2014 um 19:00 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, Steubenstr. 6a, Weimar

31.03.2014 - Hörkunst Labor: Neue Stücke vom Experimentellen Radio beim Internetradio detektorFM

Hörkunst Labor: Neue Stücke vom „Experimentellen Radio“ beim Internetradio DetektorFM

DetektorFM sendet wieder ausgewählte Hörspiele, Klangcollagen und Features, die von Studierenden des „Experimentellen Radios“ produziert wurden. An jedem jeweils letzten Sonntag im Monat gibt es die Gelegenheit, die Stücke aus Weimar im Sendeformat „Hörkunst Labor“ zwischen 18 und 19 Uhr zu hören, sowie Hintergrundinformationen und Rezensionen dazu online nachzulesen.

Auftakt macht pünktlich zu Beginn des Sommersemesters am Sonntag, 30.3.2014 die außergewöhnliche, rhythmisch mitreissende Klangcollage „Tours Détour Réattu“ von Anatol Kempker. Geräusche, Atmos und Sprachfetzen, die der Autor mit seinem Aufnahmegerät im und um das französische Museum Réattu herum angelte, verdichtete Kempker zum Crossover zwischen Soundart, Hip-Hop und Geschichte. 

Bei den danach folgenden Terminen reichen die Themen vom Zirkusalltag oder von der Vorhaut Jesus Christus bis hin zu alternden Männern und trietzenden Grundschullehrerinnen; sie widmen sich dem schillernden Glück des kleinen Moments und der Geschichte musizierender Gefängnisinsassen.

Sendetermine im Überblick

  • 30.03. Tours Détour Réattu. Eine Klangcollage von Anatol Kempker 
  • 27.04. Momolo – Ein Feature über den Jenaer Kinder- und Jugendzirkus Momolo von metaboman 
  • 25.05. Sancto Praeputium oder das kleine Unbehagen. Ein Feature von Christina Baron 
  • 29.06. Alter Mann an der Brücke. Ein Hörspiel nach einer Kurzgeschichte von Ernest Hemingway von metaboman
  • 27.07. Nachts. Ein Hörspiel von Sarah Mund 
  • 31.08. Steine im Ranzen. Chronologie einer Schulzeit in 90ern. Ein Feature von Ronny Ristok
  • 26.10. Wer nichts wagt, kommt nicht nach Waldheim oder Wer einmal aus dem Blechnapf frisst. Ein Feature von Andreas Möckel 

22.01.2014 - 48h Stunden zum Wintersemester 2013/14

48h Stunden zum Wintersemester 2013/14

Jede Menge LIVE- Sendungen aus der wunderbaren Welt des Experimentellen Radios vom 27. Januar, 19 Uhr bis 29. Januar, 19 Uhr auf BauhausFM

Ab Montag ist es wieder soweit: Studierende und Lehrende der Professur 'Experimentelles Radio' der Bauhaus Universität Weimar geben sich mit einem ausgefeilten 48h-Programm ein großes On-Air-Stell-Dich-ein. ‚Live-Aktion‘ und die Bereitschaft zum Fehler machen bilden in diesem Jahr die zentralen konzeptuellen Angelpunkte im Sendeprogramm. So wie in der Sendung „Kurz & Schmutzig“ (27.1., 20 Uhr), in der Christina Barons 3-Minüter vorgestellt werden, deren Produktionsweise immer einem ausgelosten, anwachsenden Regelwerk unterliegt und damit unüberwindbare Produktionshürden irgendwann in Aussicht gestellt werden. Auch der LIVE-Workshop „In einem fort ein Wort“ (29.1, 16 Uhr) setzt voll auf Risiko, in dem ausgesuchte Teilnehmer unvorbereitet, aber unter Zeitdruck kreative Wortgebilde erschaffen müssen oder daran scheitern und damit auf dem besten Weg zum nächsten Fortschritt sind. Neben der Übertragung einer Live-Lesung aus echten Tagebüchern aus dem Laden (28.1, 20 Uhr) folgen außerdem die Übertragung des Live-Konzerts der Band „Paint the Clouds“ (28.1., 22 Uhr) mit alternative folk aus der M18 und viele andere Live-Experimente.

Einige Programm-Höhepunkte

Montag, 27. Januar

  • 19 – 20 Uhr Im Zusammenschnitt: Ein Semester-Rückblick mit Lehrenden der Professur 'Experimentelles Radio', u.a. mit Prof. Nathalie Singer 20 – 23 Uhr
  • Kurz& Schmutzig. Christina Baron spielt ihre 3-Minüter, Stephan Dorn präsentiert Musikstücke, die alle fehlerhaft grandios sind

Dienstag, 28. Januar

  • 00 – 04 Uhr Die einzigartige „ZEIT IST FÜRSORGE“ – Show mit dem weltweiten Netzwerk für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Musik, Improvisation und Moderation von und mit Tommy Neuwirth
  • 16 – 17 Uhr Ein Magazin zum Struktur- und Entwicklungsplan (StEP) an der Bauhaus-Universität Weimar
  • 18 – 20 Uhr Live-Sharing: mutige Tagebuchschreiber und -schreiberinnen lesen Tagebucheinträge, die eigentlich nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Live übertragen aus dem LADEN, Trierer Str. 5
  • 22 – 23 Uhr Live aus der M 18: Konzert und Talk mit der Band „Paint the Clouds“. Alternative Folk vom Feinsten
  • 23 - 07 Uhr Freerotation - freies Drehen am Plattenteller. Die moderierte Musiksendung am nächtlichen Produzentenstammtisch mit Deer und Gästen

Mittwoch, 29. Januar

  • 15 – 16 Uhr SENSORIUM – Der Live-Mitschnitt eines Hörspiels über die Träume der Schausteller von Dominique Wollniok
  • 16 – 17 Uhr Live-Workshop „In einem fort ein Wort“.
  • 17 – 19 Uhr Live aus der B11: Die fehlerhafte Abflusssendung: Eine kleine Roadshow, quer durch die Workshop-Landschaft zum Thema 'Fehler machen und Improvisation'. Präsentiert werden u.a. die Produktionen, die zusammen mit den Musikern Schorsch Kamerun, Pigor, Hannes Waldschütz und Immo Wischhusen erarbeitet wurden.

Das vollständige Programm ist ab dem 24. Januar 2014 zu finden auf bauhaus.fm

bauhausFM sendet 48 Stunden

von 27. Januar, 19:00 Uhr bis 29. Januar, 19:00 Uhr auf 106,6 MHz oder im Livestream auf bauhaus.fm

Kontakt: info[at]bauhaus.fm / facebook.com/bauhausfm.weimar / bauhausfm.tumblr.com

 

 

 

11.12.2013 - AUSSCHREIBUNG des 1. Manuskript-Kurzhörspielwettbewerbs des Hörspielsommer e.V. und der Professur für Experimentelles Radio, Bauhaus-Universität Weimar

AUSSCHREIBUNG des 1. Manuskript-Kurzhörspielwettbewerbs des Hörspielsommer e.V. und der Professur für Experimentelles Radio, Bauhaus-Universität Weimar

Ab 2014 wird das Programm des Festivals Leipziger Hörspielsommer alle zwei Jahre durch die Auszeichnung von Texten für Hörspiel und anderen Formen kreativen Schreibens für das Medium Radio erweitert.

Der Wettbewerb richtet sich an AutorInnen, die noch nicht professionell künstlerisch für das Radio schreiben. Es gibt weder eine Altersbegrenzung noch ein vorgeschriebenes Thema. Eingereicht werden können für Hörspiel und andere radiokünstlerische Produktionen geschriebene Texte aller Art im Umfang von bis zu zwei Seiten. Unter den eingereichten Manuskripten wird in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Experimentelles Radio eine Vorauswahl getroffen. Diese Texte werden anschließend von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar inszeniert und produziert. Die fertigen Hörstücke werden auf dem Hörspielsommer 2015 öffentlich präsentiert und schließlich durch eine Jury in den zwei Kategorien Text und Regie ausgezeichnet.

Einsendeschluss ist der 1. April 2014. Teilnahmeformulare und weitere Informationen gibt es auf hoerspielsommer.de/wettbewerbe

27.11.2013 - Alles Stimmen oder was? Zum Hören von Hörspielen

Alles Stimmen oder was? Zum Hören von Hörspielen

Ein Radiogespräch mit dem Theaterwissenschaftler Vito Pinto am 3. Dezember 2013

Die Stimme ist für das Hörspiel ein zentrales und vielschichtiges Element. Wie Stimmen in Hörspielen inszeniert, wie darüber Räumlichkeit und Zeitlichkeit generiert werden, ist – neben einer zu erzählenden Geschichte – von großer Bedeutung für die Wahrnehmung und Wirkung radiophoner Arbeiten. Die Rede von vermeintlich 'körperlosen Stimmen' erweist sich dabei als obsolet.

Dies wird Vito Pinto in seinem Vortrag in unserer Reihe „Radiogespräche“ beleuchten. Im Zentrum steht die Frage, welche Arten des Hörens möglich sind – und welche unterschiedlichen Zugangsweisen zum Hörspiel sich durch sie jeweils eröffnen. Fluchtlinie der Ausführungen werden die Produktionen des Hörspielmachers Paul Plamper sein.

Vito Pinto

studierte Theaterwissenschaft und Romanistik an der FU Berlin, promovierte 2011 im Fach Theaterwissenschaft im Rahmen des Sonderforschungsbereichs ›Kulturen des Performativen‹ und arbeitet derzeit als freier Lektor, Dramaturg und Dozent in Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Theorie und Ästhetik der Stimme, des Gegenwartstheaters, des Hörspiels sowie die Geschichte und Ästhetik des Musikvideos.

Zu seinen Publikationen zählen unter anderem seine Monographien »Stimmen auf der Spur. Zur technischen Realisierung der Stimme in Theater, Hörspiel und Film« (Bielefeld 2012) sowie »(Selbst-)Inszenierungen als gesellschaftliche Provokation. Tabubruch und Transgression bei Marilyn Manson« (Berlin 2006). Hinzu kommt der Sammelband »Stimm-Welten: Philosophische, medientheoretische und ästhetische Perspektiven« (Bielefeld 2008), gemeinsam herausgegeben mit Doris Kolesch und Jenny Schrödl. Neben Publikationen zur Stimme und Stimmlichkeit im Theater sowie zum Hörspiel ist aktuell ein Beitrag über die Selbstinszenierungsstrategie der Sängerin Lana del Rey (»Geboren, um zu sterben – Das Phänomen Lana del Rey«, Graz 2013) in Vorbereitung (Bielefeld 2014).

Vito Pinto hat das diesjährige Berliner Hörspielfestival der freien Szene im Theaterdiscounter Berlin ausgerichtet. Aktuell gibt er im Rahmen seiner Lehrtätigkeit am Institut für Theaterwissenschaft der FU Berlin ein Master-Seminar zum Thema »Theatrale Klangräume«, in dem es nicht nur um klangliche Theater-Räume im herkömmlichen Sinne geht, sondern bspw. auch um Audio-Walks im öffentlichen Raum sowie um akustische Alltagswahrnehmung.

Zeit: Dienstag, 3. Dezember 2013 um 19:00 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

13.11.2013 - AUDIO VISIONEN - AUDIO VISIONS

AUDIO VISIONEN - AUDIO VISIONS

Akustische Räume in Zeiten hybrider Medienkonstellationen
Acoustic Spaces in Times of Hybrid Media Dispositions

Internationale Tagung der Professur Experimentelles Radio
International Conference at the Chair for Experimental Radio

Akustische Räume sind heute von einer noch nie dagewesenen Vielfalt bestimmt, zugleich jedoch durch diese Vielfalt der Gestaltungs- und Rezeptionsmöglichgkeiten einer Vielzahl von Veränderungen unterworfen, die auf der internationalen wissenschaftlichen Tagung "AUDIO VISIONEN" diskutiert werden sollen.

Radioforscher aus Zypern und Medienwissenschaftler aus der Schweiz werden Einblicke in ihre aktuellen Forschungsprojekte geben und dabei über die Wandelbarkeit des Begriffs der Radiophonie, die Spezifik elektroakustischer Hör- und Klangräume oder auch über die identitätsstiftende Bedeutung des Klangs am Beispiel urbaner Orte sprechen.

Auf der Tagung werden akustische Räume auf drei Ebenen untersucht: als Produkt hybrider Konstellationen, als geografische Orte, die sich im Rahmen des Medienwandels immer stärker verlagern oder neu definieren und als virtuelle Plattformen mit der Fragestellung, wie akustische Erzählungen besser kontextualisiert, kuratiert und im Internet vernetzt werden können.

22.-24. November 2013

öffentlicher Teil/open to public: Samstag, 23. November, 9:30 - 19:30 Uhr

Teilnahme begrenzt. Anmeldung unter: bauhaus[at]email.de
Participation is limited. Register at: bauhaus[at]email.de

Tagungssprache: Englisch
Conference Language: English

Ort/Location:

Glaskasten der Limona, Steubenstraße 8

Mit/With: 

  • Yiannis Christidis (Limassol, Zypern)
  • Angeliki Gazi (Limassol, Zypern)
  • Ute Holl (Basel)
  • Ania Maruschat (Basel)
  • Robin Minard (Weimar)
  • Jan Philip Müller (Berlin)
  • Nathalie Singer (Weimar)
  • Johanna Steindorf (Köln)

Programm/Schedule:

AudioVisionen-Flyer.pdf
AudioVisionen-Abstract.pdf

29.10.2013 - Von Profis lernen: die Workshop-Reihe zu Improvisation und Live-Performance

Von Profis lernen: die Workshop-Reihe zu Improvisation und Live-Performance

Im Rahmen des Projektmoduls „Radiokunst einmal Live oder das Radio darf auch mal wieder Fehler machen“ bietet die Professur Experimentelles Radio im Wintersemester 13/14 diverse Workshops an, um bei Radio- und Audiokünstlern einen Einblick in konkrete Schaffensprozesse für Live-Peformances zu bekommen, mitzumachen und um nicht zuletzt von ihnen zu lernen.

Auftakt in der Workshop-Reihe mit dem Schwerpunkt auf Live-Ereignissen und Improvisation ist am 1.11.2013 (Freitag) ein Arbeitstreffen mit dem Musiker und Medienkünstler Hannes Waldschütz. Unter dem Titel „LÄUFT PRIMA. Hard- und Softwareinstrumente gemeinsam auf der Bühne“ vermittelt Waldschütz, wie ein Live-Gig mit elektronischer Musik und unterschiedlichsten Schnittstellen zu unterschiedlichsten Geräten, Instrumenten und Programmen reibungslos und 'in sync' funktioniert

Waldschütz, der Mitglied der Elektronik-Quartetts „Pentatones“ ist, kann dabei die jahrelang gesammelten Erfahrungen aus dem Ärmel schütteln, die ihm seine eigenen Live-Auftritte bescherten. Er wird zeigen, wie man Samples, Beats und Co. im Griff behält, ohne den Drive der Performance abzuwürgen.

Nur vier Tage später, am 5.11.2013 (Dienstag) nimmt der Sänger, Theater- und Hörspielmacher Schorsch Kamerun das Heft in die Hand, um nichts geringeres als

ein Protestlied mit den Studierenden zu erarbeiten, aufzunehmen und zu performen. Der Titel des Workshops „Raus auf den Platz zu den anderen - Das fragmentierte Subjekt wird musizierend nach und nach wieder zum gemeinsamen Ganzen“ darf also durchaus wörtlich genommen werden.

Und wie schreibt man ein Chanson? Wie kommt der Text zustande, wie die Musik?

Von wem könnte man das besser lernen als von Pigor. Der Kabarettist und Liedermacher produziert seit 2007 monatlich intelligente, witzige und zeitkritische Chansons für den SWR2. Er lädt ein, mit ihm zusammen an den nächsten Chanson-Titeln für sein Radioprogramm zu arbeiten. Und weil das nicht mal eben so mit einer Sitzung getan ist, gibt es für das „Chanson des Monats“ zwei Workshop-Termine : jeweils dienstags am 19.11 und am 17.12.2013.

Instrument kaputt? Text verloren? Pre-Sets flippen aus? Kein Problem! Vertrau auf dein 'Impro-Visier'! Genau zu diesem Zweck gibt uns am 10.12.2013 (Dienstag) der Ober-Freestyler und Hip-Hop-Künstler Flowin Immo die Ehre und weiht uns ein in die Geheimnisse der Improvisation. Im Workshop „Das Impro-Visier: Verliere die Angst vor dem Nichts“ zeigt Immo Techniken und Strategien, um uns mit dem Unvorbereiteten, dem Unvorhersehbaren oder dem absoluten Nichts auf der Live-Bühne zu befreunden und mit ihm spielerisch 'per Du' zu sein.

29.10.2013 - Ein Schritt im Glück, Zwei Schritte in Panik

Ein Schritt im Glück, zwei Schritte in Panik - Wie bringt man das heutige Überkomplexe in verständliche Form?

Ein Radiogespräch mit dem Sänger, Theater- und Hörspielmacher Schorsch Kamerun.

Umgeben von unzähligen, oft widerstreitenden Expertenmeinungen und -analysen fällt es heutzutage zunehmend schwer, sich eine eigene Meinung zu einem bestimmten Thema zu bilden oder gar zu äußern. Alles kann immer anders sein, nie ist sicher, dass alle Facetten und Hintergründe eines Themas tatsächlich erfasst wurden. Und weil niemand am Ende mit seinem Standpunkt als naiv oder blöd dastehen möchte, wird häufig geschwiegen, kaum Partei ergriffen oder gehandelt. Dabei wissen wir oftmals genau, wenn Dinge ungut laufen, wenn z.B. Entscheidungen in Politik und Wirtschaft getroffen werden, die uns sinnlos oder auch (moralisch) falsch erscheinen.

Es braucht eine Technik oder Strategie die hilft, sich eine Meinung zu bilden, diese zu äußern und zu verbreiten.

Eine mögliche Strategie stellt Schorsch Kamerun vor. Kamerun, dessen Arbeiten – gleich ob in der Musik, dem Theater oder dem Hörspiel - immer den Fragen nach politischer Macht und Ohnmacht, Anpassung und Widerstand, Recht und Unrecht nachgehen, hat einen Weg gefunden, in einer komplizierten Zeit politisch unbequeme Standpunkte zu thematisieren und Diskussionen anzuregen. Im „Radiogespräch“ erklärt er, wie man für eine künstlerische Produktion das Überkomplexe in eine verständliche Form bringt.

Schorsch Kamerun

lebt in Hamburg, Mitbetreiber des „Golden Pudel Club“ und wurde bekannt als Sänger der Punkband „Goldene Zitronen“. Seit 2000 arbeitet er auch erfolgreich als Theatermacher. Darüber hinaus schreibt und produziert er auch Hörspiele. Für seine WDR-Produktion „Ein Menschenbild, das in seiner Summe null ergibt“ erhielt er 2007 den Hörspielpreis der Kriegsblinden.

Zeit: Montag, 4. November 2013 um 19:00 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

Live-Übertragung auf BauhausFM: 106,6 MHz oder im Stream auf www.bauhaus.fm

23.10.2013 - Das Experimentelle Radio im Hörkunst Labor von detektor.fm

Das Experimentelle Radio im Hörkunst Labor von detektor.fm

Hörspiele von Studierenden des Lehrstuhls Experimentelles Radio bekommen einen festen Sendeplatz im Programm des Leipziger Internetradios detektor.fm. 

Der junge Radiosender Detektor.fm bietet seit Ende 2009 ein vielfältiges Programm aus den Bereichen Kultur, Musik, Politik und Wirtschaft und setzt neue Akzente in der Qualität des Internetradios, indem es Platz für neue Formate schafft. Die Jury des Grimme Instituts verlieh detektor.fm für so viel Engagement 2012 den Deutschen Radiopreis.

Im neuen Format “Hörkunst Labor” lief bereits Ende September das Stück „MPC & ME“ (Radio Edit) von Rafael Jové. Und es wird weitergehen: Jeden letzten Sonntag im Monat sendet und rezensiert detektor.fm studentische Arbeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei zunächst Produktionen aus Weimar. Weitere Informationen sowie ein Interview zu „MPC & ME“ finden sich hier.

Der nächste Termin steht am 27. Oktober ins Haus. Diesmal werden zwei sehr unterschiedliche Hörspiele im Programm des Hörkunst Labors präsentiert.

Das 14-minütige Hörspiel „Während Du Gehst“ (Regie: Frederik Burghardt , Buch: Henriette Vásárhelyi) begleitet den seit 15 Jahren an einem immer wieder nachwachsenden Hirntumor leidenden Bo während seiner letzten Wochen.

“Rohstoff Eins” basiert auf Jörg Fausers Roman “Rohstoff” und wurde 2009 mit dem Prix Découvèrte Pierre Schaeffer des Festivals Prix Phonurgia ausgezeichnet. Diese ursprünglich als Surround-Hörspiel produzierte Neuinterpretation von Sebastian Peter (Buch & Komposition) und Denis Kacs (Buch & Regie) spielt im Istanbul der späten 60er-Jahre und erzählt die Geschichte des opiumsüchtigen Autors Harry Gelb.

www.detektor.fm

09.07.2013 - Bauhaus.fm sendet wieder 48 Stunden am Stück

Bauhaus.fm sendet wieder 48 Stunden am Stück

Ab Donnerstag den 11. Juli, 19.00 Uhr bis Samstag den 13. Juli, 19.00 Uhr sendet bauhaus.fm ein durchgängiges Programm von, über und neben der Summaery der Bauhaus-Universität Weimar. 

Am Donnerstag um 19.00 Uhr ist offizieller Beginn und es geht los mit einem einstündigen Zusammenschnitt der interessantesten, lustigsten und traurigsten Momente des letzten Semesters.

Danach übertragen wir live die Eröffnung der Summaery aus dem Innenhof der Mensa und hoffen, dass das Programm der dortigen DJs und Musiker auch ein würdiger Auftakt zu den restlichen etwa 43 Stunden Programm sind.

Ab Mitternacht stellt das Dramaturgie Projekt die Features und Hörspiele aus den letzten zwei Semestern vor: von Knast-Bands, Aufarbeitungen traumatischer DDR-Schulzeiten (Ronny sucht seine nun alte Lehrerin auf, die ihn damals mit Schulheft-Eintragungen gequält hatte) und einer Hymne an die verstorben geglaubte Schallplatte. Von der klassischen Hörspielproduktionen bis zur experimentellen Hemingway-Adaptionen ist alles dabei. Die Autoren, fast alle Musiker und DJ's werden die Stücke mit einem Platten-Battle begleiten, dass bis in die frühen Morgenstunden geht („Junge, dynamische DJs spielen sich bis 7.00 Uhr Schallplatten vor“).

Freitag Morgen von 7.00 bis 9.00 Uhr präsentieren dann die Studierenden von Andreas Feddersen ihre Semesterarbeiten unter dem Titel „Von orgiastischen Freuden und öffentlichem Masturbieren - Die Show“. Inspiration für den Kurs war unter anderem Slavoj Žižek, der einst verlauten lies: ‚Für mich ist Shopping wie öffentliches Masturbieren‘. Ally Mc Beal dagegen sieht genau darin das wahre Glück. Klar ist, unser Alltag ist auf dem besten Wege bald vollends durchdrungen zu sein von Werbung – es sei denn wir verkriechen uns bei den Mashco-Piros im peruanischen Manú-Nationalpark. Kein Tag mehr, an dem wir nicht schon bei der Frühstücksstulle mit einem „Kauf-Drei-Zahl-Zwei“-Kaufanreiz konfrontiert werden. Zwecklos sich diesem System zu entziehen oder wollen wir unsere Nikes gleich in die Tonne werfen? Philippe Pareno schlägt die „Ästhetik der Allianz“ vor – eine Methode, innerhalb des Systems auf konstruktive Art und Weise dagegen anzugehen. Genau das haben die Teilnehmer des Fach-/Werkmoduls getan, allerdings auf höchst unterschiedliche Weise. In der Sendung werden sie darüber berichten, warum tiefgekühlte Puppenbeine, abstrakte Schmerzentgrenzungen oder ein Klo, das zwischen Hightech und Naturillusion oszilliert, ihre Antworten auf eine Welt sind, in der das Second Life längst zum First Life mutiert ist.

Anschließen sind wir back im First Life (oder doch nicht?) - jedenfalls stellt Thibaud Roth aus der „bauhaus.fm Kultur“ - Redaktion die nicht ganz unbedeutende Frage: Was macht der Après-Ski eigentlich in der schneefreien Zeit? Dazu hat er sich Max Seidla eingeladen, einen fränkischer Künstler von dem man sagt, er besäße Charme, Charisma und Chuzpe. Eine Stunde Kultur-Gespräch mit gesellschaftlich relevanten First-Life-Themen hört ihr also von 9.00 bis 10.00 Uhr.

Ab 10.00 Uhr geben wir dann für erstmal ab zu unserem Lokalreporter Rafael Jové, der aus dem schönen München von der Tagung „Limits of Control“ berichtet.

Kurz unterborchen wird der Tagungs-Marathon durch ein Sendung mit dem interessanten Titel „Mittagspause, dafür gibt es Dramaturgie Stunde 3“. Wir schließen einfach mal daraus, dass die Tagungsteilnehmer jetzt ihr Mittagsmahl einnehmen und wir dafür eine Stunde lang weitere Spitzenproduktionen aus dem Dramaturgie-Projekt zu hören bekommen. Jipppie!

Wenn um 21.00 Uhr der Kontrollverlust dann endlich bestätigt ist und wir uns alle der ständigen Unsicherheit angefreundet haben, kommt die „Ponyhof GmbH“ um die Ecke um das Ganze nochmal frisch aufzukochen und uns verfeinert mit einer Prise Zukunftsangst erneut einzuflösen. Denn der Streichelzoo namens Universität ist wichtig und richtig, denn schließlich soll der kreativen Entfaltung eines jeden zarten Pflänzchens ja nichts im Wege stehen. Doch wir alle wissen auch: die Schonzeit ist irgendwann vorbei und das Leben nach dem Studium hat damit ungefähr so viel gemeinsam wie die Grünkernfrikadelle mit dem Hacksteak. Ein Semester lang hat sich den Teilnehmern des Projektmoduls die Berufswelt von ihrer ganz realen Seite gezeigt. Sie alle haben sich bei der „Ponyhof GmbH“ unter dem unerbittlichen Regiment von Nathalie Singer und Andreas Feddersen einem klar geordneten System unterworfen: Assessment Center, Pünktlichkeit, Loyalität, Teamgeist, Briefing- und Debriefing, künstlerische Just-In-Time-Produktionen und Kreativität auf Knopfdruck waren die obersten Maximen. Was dabei herausgekommen ist und inwiefern die Teilnehmer jetzt alle für die Welt der freien, festen und fest-freien Arbeitsverhätnisse gewappnet sind, darüber werden sie in der Sendung berichten und dabei natürlich einen Einblick in ihre - wider Erwarten - noch unvollendeten Produktionen geben, die fast ausnahmslos von Übergängen in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen handeln. Wir freuen uns auf ängstlich schlotternde Studierende, die bei jedem Knacken unter den Tisch kriechen.

Wie gut, dass anschließen Laura Santarelli zur Stelle ist um unsere verschreckten Seelen mit einem selbstgemachten „Mitternachtssnack“ zu verwöhnen.

Anschließen gibts eine Weltpremiere. Das Feature „Intimes “von Julia Vorkefeld erlebt seine Ursendung. Warum das so spät läuft und was das überhaupt soll, erfahrt ihr um 1.00 Uhr in der Nacht von Freitag auf Samstag.

Ab 2.00 Uhr macht sich dann mal wieder unser allseits beliebter Langweiler Tommy Neuwirth im Studio breit und präsentiert euch neueste Früchte seines garnichtmal so drögen Projekts „Das weltweite Netzwerk für ein Bedingungsloses Grundeinkommen“. Drei Stunden hat er für euch geplant mit den schönen Titeln „Zeit vergeht so langsam“„Zeit ist Geld“und „Zeit ist Liebe“.

Anschließend gibts Sunshine mitten in der Nacht und damit werden hoffentlich auch die letzten Sorgenfalten aus dem Gesicht gebügelt. Denn: „Reggae ist europäisch!“ So haben sich zumindest NCL'S's (aka Nico'las) erste Begegnungen mit diesem in seiner positiven Tiefe einzigartigen Genre angefühlt. Erst ein paar Jahre später fügte er seiner europalastigen ‚Plattensammlung‘ die ‚original ‘jamaikanischen Titel, die er längst schon von den diversen Tanzveranstaltung kannte, hinzu. Es folgten Einflüsse von Jungle, Dubstep und Hiphop, die das Repertoire nahezu zum explodieren bringen. Entstanden ist ein ein bunter Mix aus ‚Big Tunes‘ von gestern und heute, die sich gerne an ihre Brüder des alten Kontinents reihen und gemeinsam für eine gerechtere Welt und gegen Homophobie kämpfen, und von 2.00 bis 8.00 Uhrauf bauhaus.fm zu hören sind. Wem hier nicht die Happyness in den Schuhen juckelt und die Vibes den Gehörgang zentrifugieren, dem können wir auch nicht mehr helfen.

Nach Sonnenaufgang gehts weiter mit dem Thibaud Roth-Morning-Special, jetzt unter dem Titel „Spätes Früh-Stück“ um 8.00 Uhr. Hier begleiten Thibaud Roth und seine Gäste die samstäglichen Frühaufsteher mit Musik und Tanz in den Morgen.

Um 9.00 Uhr hat Tania Palamkote zwei Jungs von der Band „Space for Monks“ aus Mainz zu Gast. Die hatten letztens einen Auftritt im Konservatorium Mainz und sind gar nicht so schlecht. So richtig berühmt oder so sind die aber auch nicht.Vielleichtändert sich das ja mit dieser Sendung. Es werden sowohl Songs gespielt,n sind als auch ein Interview geführt und Livemusik mit Gitarre und Saxophon gibts auch.

Ab 10.00 Uhr bespielen Thibaud Roth und Yannic Hannebohn mit Ironie und Schalk das unlängst verlassene Plateau der abgedrehten Urbanität. Die Mannschaft - begleitet von einem Gast - erkundet mit Freude und Rehaugen die ungeschminkten Themen des Tages und das kulturelle Leben Uptown Weimars. Auf maroden Planken, jenseits der klassischen Bühne - „The Other Side“. Wir sind gespannt, übrigens auch beim folgenden Programmpunkt ab 11.00 Uhr:

„W - Eine Stadt sucht ein Mikro“ ist ein interaktives Radio-Hörspiel von Alexander Pospischil und Ludwig Berger. In dieser einmaligen Aktion schicken die beiden euch im Stadtraum Weimars auf die Suche nach einem versteckten Mikrofon. Mit einem mobilen Radioempfänger im Ohr könnt ihr euch langsam an den Ort herantasten. Habt ihr den spezifische Klangort der Stadt wiedererkannt, können selbst erzeugte Geräusche Aufschluss über die eigene Entfernung zum Mikrofon geben. Jeder kann teilnehmen und es besteht die Möglichkeit, einen tragbaren Radioempfänger sowie Signalinstrumente auszuleihen. Abholen kann man diese im Raum 002 der Marienstraße 7b. Weitere Infos dazu findet ihr auf stadtsuchtmikro.blogspot.de. Wenn das Mikro am Samstag um 13.00 Uhr dann hoffentlich gefunden ist, können wir mit dem restlichen Programm fortfahren:

Tina Kunath und Katharina Auberger sprechen mit ihren Studiogästen über die Herausforderung und Themen ihrer wissenschaftlicher Arbeiten in „Meine Wissenschaft - mein Everest“.

Anschließend versammel sich die Studierenden des Kurses „Recherchieren oder Klappe halten“ im Studio und berichten über ihre Recherchen. Denn am Anfang einer journalistischen Arbeit steht die Materialbeschaffung. Wer nicht recherchiert, bleibt an der Oberfläche und wird nicht in die Tiefe gehen können und das herausfinden, was noch nicht gesagt wurde. Die 12 Teilnehmer des Kurses haben unter der Anleitung von Henry Bernhard und Andreas Feddersen tief gegraben in den Untiefen lokaler Verstrickungen und Geflechte. Mit ihren Recherchen haben sie Dinge aufgedeckt, die aufzeigen, dass es hinter den geputzten Fassaden der Kulturstadt mächtig bröckelt und brodelt. Insgesamt fünnf Recherche-Ergebnisse werden in der Sendung vorgestellt und diskutiert.

Ab 16.00 Uhr sprechen in der Sendung „System Hans“ Nathalie Singer, Dr. Thomas Röske (Leiter der Sammlung Prinzhorn), Ulf Köhler (Redakteur MDR-Feature) und Cornelia Altmann (Psychaterin und Therapeutin) und Rafael Jové über dessen Abschlussarbeit, seine moralischen Bedenken, das Ausstellen der ‚Kunst von Verrückten‘ und die (notwendigen?) Grenzüberschreitungen der Kunst.

Und schließlich in der allerletzten Stunde der 48 Stunden, nämlich von 18.00 - 19.00 Uhr am abend des 13.7. freuen wir uns euch eine Sendung präsentieren zu können, die uns sehr am Herzen liegt. Eine Sendung, die für ein Ende und einen Neuanfang steht. Wir wissen: Sechs Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Andreas und Mario haben zusammen sogar 12 Jahre an der Professur Experimentelles Radio verbracht und dabei zum Teil zwei Studenten-Generationen erlebt. Ein prall gefüllter Erfahrungsschatz, für den eine Stunde eigentlich viel zu kurz ist. Deshalb lassen Mario und Andreas lieber andere resümieren und werden selbst ein letztes Mal in ihre Dozentenrolle schlüpfen, um die Resümees über sich selbst mit gewohnter Direktheit und Härte zu beurteilen. Mit dieser letzten Stunde verabschieden wir uns von zwei prächtigen Dozenten und sie sich von uns mit ihrer DIE-GROSSE-ANDREAS-UND-TANTE-MARIO-ABSCHIEDS-SHOW-OHNE-MARTIN-ABER-MIT-CHRISTOPH-UND-THIBAUD

Und das war dann bauhaus.fm für das Sommersemester 2013. Weiter gehts erst wieder Ende Oktober.

04.06.2013 - Tagung: Digitale Sinneskulturen des Radios

Tagung: Digitale Sinneskulturen des Radios

Veranstaltet vom Masterstudiengang OnlineRadio, Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg mit Breitband, Deutschlandradio Kultur und der Professur Experimentelles Radio, Bauhaus-Universität Weimar

Hörfunk und Audiowelten zielen auf unsere Sinne. Das Ohr adressieren sie mit ausgeklügelten Methoden, und schon lange arbeiten sie daran, mehr als nur unseren Hörsinn zu erreichen. Zwei volle Tage widmet sich die Tagung »Digitale Sinneskulturen des Radios« der Sinnlichkeit des Radiohörens - mit Vorträgen, Workshops, Installationen und Performances.

Die Professur Experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar wird auf der Tagung mit einer Weltneuheit aufwarten können, die durch ihre Einfachheit und schlichte Eleganz besticht: Die Rede ist von der Multimediakarre, einem vierrädrigen, selbstfahrenden Gefährt samt amtlicher Beschallungsanlage, die alle derzeit gängigen seh- und hörbaren Formate in Premium-Qualität präsentiert.

 

Nathalie Singer, Inhaberin der Professur, wird in einer Lecture-Performance »Meditation to Go – Audio to Stay« am Samstag, 22. Juni, um 20 Uhr aufzeigen, dass das Bedürfnis nach dem „ganz Anderen“ immer mehrheitsfähiger wird und dies anhand hörbarer Produktions-Ergebnisse an ihrer Professur belegen. Projekte, in denen sich ihre Studierenden freiwillig einer radikalen Entschleunigungskur mit temporärer Medienaskese unterzogen haben, gingen dem zuvor. Als lebenden Beweis hat sie Gerade-Noch-Student Thommy Neuwirth alias »The Basic Income Earth Network« mit im Gepäck, der die Bedeutung der Langeweile für sich entdeckt hat und ein ganzes Musikalbum zum Thema produziert hat. »I can’t get no Satisfaction« wirkt in seiner Live-Fassung wie Chris de Burgh mit einer Extraportion Valium. Bei so viel medialer Tempodrosselung liegt es nahe, dass die großen Fragen unseres Seins immer häufiger im Fokus der studentischen Audio-Produktionen stehen.

Ihren glanzvollen Auftritt bei Schnittchen und Hackepeter erhält die Multimediakarre dann noch zum Abschluss des Tages ab 21 Uhr, wo sie ihre Wolf-im-Schafspelz-Qualitäten bestens unter Beweis stellen kann: DJ Marlow & Skoluda werden für den guten Musikgeschmack mit Perlen der Tanz- und Unterhaltungsmusik antreten und jeden tanzenden Schlipsindianer persönlich begrüßen.

Kuratiert von Golo Föllmer, Masterstudiengang OnlineRadio, Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg mit Jana Wuttke, Breitband, Deutschlandradio Kultur und Nathalie Singer, Experimentelles Radio, Bauhaus-Universität Weimar

Gäste: Tim Pritlove, Jakob Krameritsch (AT), Golo Föllmer, Michael Kreil, Nathalie Singer, Jason Loviglio (USA), Tiziano Bonini (IT), Lance Dann (UK), Christian Bollert, Guy van Belle (BE), Marcus Engert, Jana Wuttke, Julia Tieke, Emanuelle Madan (CA), Anna Friz (CA) u.v.a.

Digitale Sinneskulturen des Radios findet vom 21.- 22. Juni 2013 im Studio P4, Saal 3 und 4,  Nalepastrasse 18-50, 12459 Berlin, statt.

Weiterführende Informationen und das Programm gibt es unter www.onlineradiomaster/radiosinne und www.radiosinne.mixxt.com.    

28.05.2013 - Die unsichtbare Reise. Mit Klängen Geschichten erzählen

Die unsichtbare Reise. Mit Klängen Geschichten erzählen

Heute Abend werden wir den argentinischen Klangkünstler Joaquin Cófreces zu Gast haben. Er bezeichnet sich selbst als „Sound storyteller“ und arbeitetet im Bereich von Radiokunst, Feature, Hörspiel, Soundscape und Installation. Im Kontext des Hörkino-Semesterthemas „Reisen“ wird er seine international preisgekrönten Stücke vorstellen.

Joaquin Cófreces

wurde 1975 in Buenos Aires geboren und lebt in Ushuaia (Feuerland). Als Autodidakt und „intuitiver Journalist“ begreift er das Radio als Experimentierfeld und Klang als globale, emotionale Sprache zum Erzählen von Geschichten.

Termin und Ort:

Di, 28.5.2013, 18:30 Uhr, SeaM Werkstattstudio (Coudraystr. 13a, R011), Eintritt frei.

Eine gemeinsame Veranstaltung des „Hörkinos“ des Studios für elektroakustische Musik (SeaM) an der HfM Weimar und der „Radiogespräche“ der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

30.04.2013 - Wie ein Erdbeben beginnen und dann langsam steigern.

Wie ein Erdbeben beginnen und dann langsam steigern. Auch im Feature ist aller Anfang schwer

Radiogespräch mit dem Autor und Regisseur Henry Bernhard

Ums gleich vorweg zu nehmen: es gibt sie nicht – die Bedienungsanleitung, um ein Feature zu machen, das von der ersten bis zur letzten Sekunde seine Hörer fesselt. Aber es gibt diesen Erdbebensatz, den Hollywood-Filmmogul Samuel Goldwyn einem Regisseur mal um die Ohren gehauen hat und den Journalisten-Legende Henri Nannen daraufhin als Leitlinie für den Journalismus übernahm. Und es gibt so etwas wie gewisse Zutaten, die beim Schreiben und Produzieren eines Features nicht fehlen sollten. Henry Bernhard hat sie sich als Autor in über 50 eigenen Features erarbeitet und wird bei seinem Radiogespräch darüber berichten. Ob beim grenzüberschreitenden „Skat unterm Stacheldraht. Ein kleiner Grenzverkehr im Vogtland“ (DLF 2007) oder „Wir dachten, die erschießen uns alle. Die Wende im Stasi-Knast Bautzen II“ (MDR 2009) – nicht selten sind es deutsch-deutsche Geschichten, die er erzählt.

Henry Bernhard

wurde 1969 geboren und wuchs in Weimar auf. In Göttingen studierte er Politik, Publizistik, VWL und Völkerrecht. Seit 1990 arbeitet er für das Radio, 1994 produzierte er sein erstes Feature. Seitdem hat er als freier Autor für die öffentlich-rechtlichen Wortprogramme der ARD (wie MDR Figaro, NDR Info, RBB radio*kultur, SWR 2, Deutschlandfunk, WDR 5, Deutschlandradio Kultur und SR 2) Features, Dokumentationen und Hintergrundberichte geschrieben, bei etwa 60 Features Regie geführt und einige Fernseh-Dokumentationen gedreht. Bernhards Schwerpunkt liegt auf historischen Themen – Geschichten aus dem geteilten Deutschland und aus dem „Dritten Reich“, von gescheiterten Kommunisten und zurückgekehrten Juden, von Überlebenden und Verlierern der Geschichte. Dafür erhielt er mehrere Preise und Nominierungen zum Prix Europa und zum Prix Italia – zuletzt für „Die Lienzer Kosaken. Eine Tragödie am Ende des Krieges“ (MDR/ORF 2011). 

Termin und Ort

Dienstag, 14. Mai 2013 um 19:00 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

30.04.2013 - Akustische Kreativität - Sonic Media

Akustische Kreativität - Sonic Media

SoundScape SoundDesign AudioVisuelle Komposition - Radiogespräch mit Hans-Ulrich Werner

Mit Professor Hans-Ulrich Werner begrüßt das „Experimentelle Radio“ zum Beginn des Sommersemesters 2013 einen der vielseitigsten Klangdesigner und Klangforscher Deutschlands. Im Rahmen der Reihe „Radiogespräche“ wird Werner Einblick in seine künstlerische Arbeit geben, die immer auch künstlerisches Forschen ist. Sein Antrieb ist eine Synthese zu schaffen, die verschiedenste Disziplinen miteinander verbindet und die in ihrer intermedialen Vereinigung die Methoden des Hörens verändert. Akustische Kreativität, so seine allgemeine These, ist die Multiplikation vieler akustischer Materialien, Zeiten und Räume, in denen Klangkulturen entstehen und auch vergehen.

Seit mehreren Jahrzehnten arbeitet der 1954 geborene H-U Werner in unterschiedlichen, künstlerischen Genres: Ob als Sound-Designer für Radio und Fernsehen, Klangregisseur, Hör-Autor oder Komponist von Soundscapes: stets sind seine Arbeiten auf große Resonanz gestoßen.

Seine Suchhaltung hat auch –biografisch bedingte- Momente der persönlichen Synthese: durch seine praktische Erfahrungen als Techniker und Toningenieur oder seinen Hintergrund als Musikwissenschaftler in der Vertiefung von Musik- und Medienwissenschaft als Dialog von Sound, Technologie und HörUmwelt.

Zu seinem Vortrag beim „Radiogespräch“ wird Hans-Ulrich Werner Auszüge aus seinem umfangreichen Werk präsentieren und so ungewöhnliche Einblicke in seine künstlerischen Kompositionen gewähren, die u.a. für das Studio Akustische Kunst beim WDR sowie die Goethe-Institute in Madrid, Montevideo, Chicago, Vancouver und Stockholm entstanden sind.

Hans-Ulrich Werner

Werner, Hans-Ulrich (HUW), Prof. Dr., Professor für Audioproduktion, Sound Design und Medien an der Hochschule Offenburg. Studien als Ton- und Bildingenieur, sowie in Publizistik, Psychologie, Musikwissenschaft, Medienpädagogik. Berufserfahrung in den Bereichen Film, Radio und TV, Studios für Klangdesign im WDR. HörTexte Medienproduktion Universität Siegen und Soundscapes an der Universität Kassel.

An seiner Hochschul-Professur in Offenburg lehrt er Audioproduktion und Sound Design sowie Akustische Kommunikation/Sound Studies, AudioVisuelle Komposition und Performance.

Termin und Ort:  7. Mai 2013 um 19 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a

20.02.2013 - Von unaufhaltsamen Siegeszügen und Perspektiven auf ein neues Hinhören

Von unaufhaltsamen Siegeszügen und Perspektiven auf ein neues Hinhören

Die Zukunft des Radios kann sehr unterschiedliche Facetten haben und wirft man einen Blick auf jüngste sowie bevorstehende Aktivitäten rund ums Experimentelle Radio, wird offenkundig, dass diese mit einer stetig wachsenden Öffentlichkeit diskutiert wird und dass das Experimentelle Radio hierbei vorne mitmischt:

Der unaufhaltsame Siegeszug des Hörspiels „Das Radio ist nicht Sibirien“ von Rafael Jové wird vorläufig seinen Höhepunkt in einer Live-Aufführung in der altehrwürdigen Akademie der Künste in Berlin erreichen, wenn es am 8. März live gesprochen von Bernd Moss (Schauspieler am Deutschen Theater Berlin) samt Brechtscher Hörerbeteiligung im RBB über den Äther geht. Im besten Falle wird jene Figur des Tacheles redenden Hagen Pollaschek für ähnlich bare Münze gehalten wie Orson Wells „Krieg der Welten“ als es 1938 gesendet wurde und von New York bis nach New Jersey die Bevölkerung in Panik versetzte – mit dem kleinen Unterschied, dass wir es im Falle von „Das Radio ist nicht Sibirien“ nicht mit einer Invasion von Außerirdischen, sondern einer unmissverständlichen Abrechnung über das vielerorts dauerberieselnde Kulturradio zutun haben. „Radio Zukunft – Tage der Audiokunst“ heißt passenderweise auch der Kontext, in dem es aufgeführt wird: Vier Tage Radio-Zukunft in der Akademie der Künste sind wissenschaftliches Symposium und Künstlerwerkstatt, mit Live-Performances und Audio-Lounge und vor allen Dingen eine Bestandsaufnahme des Umbruchs, in dem sich die akustischen Erzählformen derzeit befinden.

Der vierte Symposiums-Tag (kuratiert und organisiert von der Hans-Flesch-Gesellschaft sowie der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) wird ganz im Zeichen der Schnittmuster der Wirklichkeit stehen.

Moderiert von Andreas Feddersen, künstlerischer Mitarbeiter am Experimentellen Radio, werden Techniken der Weltwahrnehmung in Wissenschaft und Kunst im Mittelpunkt stehen.

Wie vergangenes Hören heute vorstellbar ist und wie der Versuch aussieht bzw. aussah, Grenzen auszuloten, über sie hinaus zu denken -  dies alles soll mit sowohl künstlerisch produzierenden als auch wissenschaftlich analysierenden Gästen diskutiert werden.

Ähnlich medienreflexiv ging es für Nathalie Singer, Professorin am Experimentellen Radio, Anfang Februar auch bei ihren Präsentationen auf der Berliner Transmediale sowie dem sonOhr Hörfestival im Kunstmuseum Bern zu. Ihr Vortrag, ein Plädoyer für das Experiment im Radio, stieß bei den Festivalteilnehmern, größtenteils aus der freien Hörspielszene, auf großes Wohlwollen. Das sonOhr Hörfestival begreift sich als Plattform für Diskussionen und zur Präsentation von Hörspielen, Radio-Reportagen und -Features abseits des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Berner Zeitung berichtete über das Festival und den Vortrag.

Und wie wäre es um die Zukunft des Radios bestellt, wenn Produktionen, die am Experimentellen Radio entstanden sind, nicht auch außerhalb der Sender eine Daseinsberechtigung hätten? Das Stück »Großvaters Haus – oder ein Winkel der Welt«, eine O-Ton-Collage über Erinnerungen an Häuser von Großeltern von Maria Antonia Schmidt und Elena Zieser wurde nicht nur zum internationalen Prix Pierre Schaeffer nominiert und vom SWR ausgestrahlt, sondern ist noch bis zum 22. März in der Ausstellung „YEA – Young Erfurt Artists“ im Kunsthaus Erfurt samt großelterlichem Mobiliar zu erleben. Das Kunsthaus Erfurt in der Michaelisstr. 34 engagiert sich seit seiner Gründung für die Förderung junger, zeitgenössischer Kunst.

So sehr sich das Radio und ganz besonders die akustische Kunst in ihrer bisher dramatischsten Umbruchsphase befinden mag -  egal, welche Erzählungen konstruiert, welche Inhalte inszeniert und welche Erzählweise sich im technologischen Wandel konstituiert – das Experimentelle Radio in Weimar mit seinen Produktionen, seinen Studierenden und Mitarbeitern liefert hierfür Perspektiven auf ein neues Hinhören und einen sehr lebendigen Ort der Diskussion.

Weiterführende Informationen und Programm zu „Radio Zukunft – Tage der Audiokunst“: www.adk.de

27.01.2013 - bauhaus.fm sendet wieder 48 Stunden

bauhaus.fm sendet wieder 48 Stunden

Auf dem Programm steht Witziges und Nichtwitziges. Ernstgemeintes und Gutgemeintes, Gehauchtes und Rausposauntes. Um nur einige Highlights zu nennen:

Martin Melcher und Wieland Mikolajczyk erfreuen gleich am Montag Abend ab 21 Uhr mit handgemachter Musik die Jungs- und Mädchenherzen in ihrer moderierten Musiksendung "Handmade". Und weil die Nacht die Freundin vieler schlafloser emotionaler Musikliebhaber ist, bringt Chantalle in ihrer Schmusestunde ab Mitternacht drei weitere Stunden feinselektierte Funde aus House, Boogie, Disco bis hin zu brasilianischem Jazz. Wer dann immer noch kein Auge zutut, lauscht Nils Lauterbach plus special Guest De:pot beim Live-Electronic-Set bis in die frühen Morgenstunden.

Auch der Frühaufsteher ab sechs muss nicht einsam mit seiner Kaffeetasse in der kühlen Küche sitzen. Bei Work-It-Out und Emsens Good-Morning! FunkSoulHouseBreaks werden Winterdepressionen und das Kopfleid des gestrigen Kuck-zu-tief-ins-Glas nahezu besser vertrieben, als es das Konterbier je vermochte. Gefasst kann man dann in eine Stunde "Fantastic Woman" mit Sarah Brunner und Marie Wohlfahrt gehen (ob auch in Zeitlupe galoppierende Pferde bei Sonnenaufgang eine Rolle spielen werden?)

Ab um zehn beim zweiten Frühstück ist der Durchschnittsbürger bereit für eine tiefere Auseinandersetzung mit den Mysterien des Lebens von Feuerländischen Ziegenhäuten-Trommlern bis Baumärkte-eröffnenden alternden Rockstars. Bei vier Stunden "Feature Yourself" stellen die fortgeschrittenen Medienkünstler und Künstlerinnen der Bauhaus-Universität Weimar unter Professorin Nathalie Singer ihre Produktionen des letzten Semesters vor. Auch der Nachmittag gesellt sich unter die süße Last des Wortes, wenn Mareike Schönborn, Tania Palamkote und David Groher über Knastseelsorge und Schüler in Buchenwald berichten und der Frage "Was wär der Mensch" nachgehen. Mehrere Espressi lassen sich von 15 bis 17 Uhr während der großen Andreas-und-Martin-Show stürzen, damit man gut koffeiniert ins Pentatones-Konzert live im Gaswerk gehen kann, das BauhausFM am 20. Januar mitgeschnitten hat. Die Jungs von Extended Play präsentieren obendrein ein Interview mit der Band. Raus aus de Kartoffeln rinn inne Kartoffeln: Ab 19 Uhr wird live gejammed mit So Frei Arsch Frei Jazz (As Free Ass Free Jazz).

Für den Abend auf BauhausFM darf man sich getrost Nerven aus Drahtseilen heranzüchten, denn von 20 bis 22 Uhr wird mit Juliane Fischer und Melissa Harms um die Streitkultur gestritten und von 22 bis 24 Uhr mit Marie Wohlfahrt und Tino Schult protestiert. Die Sendung Protestnoten! befasst sich mit Attac, der Privatisierung des Wassers und der Geschichte des Punkrock.

Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch dagegen bietet ein trippy live-Sound-Geschizzle vom Master of Fieldrecordings Maximilian Netter, der mit uns in den Harz verreist und dort im Schnee regenbogenfarbige Blumenmandalas züchtet. Fünf weitere Stunden von 2 bis 7 Uhr in der Früh hören wir The Basic Earth Income Network bei der Auftürmung seiner fragilen Soundgebilde: "The Art of Boredom.

Der Mittwoch morgen bringt einen bunten Blumenstrauß gutgelaunter Radiojuroren beim Good-Morning-Rock'n'Roll ab 7 Uhr. Gegen 9 Uhr demonstriert Erfolgstrainer Andreas Feddersen an seinen Probanden, dass Erfolg kein Zufall ist. Nach einem Live-Set von Flø werden viele Mädchen in ihren Küchen weinen, wenn ebendieser den Hahn für die italienisch-französische Kochsendung "Risotto au vin – Le coq est mort" schlachtet. Die appetitliche Anregungen für den Mittagstisch mit Laura Santarelli und Florian Froger gibt es von 12 bis 14 Uhr zu hören. Die Bettschwere nach der Völlerei lässt sich bei Sylvie Wolframs und Robert Sonntags "Poetry Salat" gut in den Ohrensessel hinabgesunken bei einem Gläschen Pastis überdauern. Nach zwei Stunden Poetry Reden, Lesen und Slammen wird man seine Gehirnwindungen um 16 Uhr bei Marie Wohlfarths und Tino Schults "NO GO"-Sendung gewiss wieder an der Garderobe abgeben können, denn die besten Hits der 70er, 80er und von heute laufen nicht nur woanders.

Wie gewonnen so zerronnen, so verknotet die Professur Experimentelles Radio an der Bauhaus Universität mit Professorin Nathalie Singer und Andreas Feddersen die Wurstzipfel an Anfang und Ende der 48-Stunden-Wurst. Man darf gespannt sein auf den einen oder anderen Ausblick auf die Würste, die da noch kommen mögen.

 

BauhausFM sendet 48 Stunden
28.01. 19:00 Uhr – 30.01. 19:00 Uhr
auf 106,6 MHz oder www.bauhaus.fm 

Hörerbriefe bitte an info[at]bauhaus.fm
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30.11.2012 - Geht's auch ohne Sex und Tod?

Geht’s auch ohne Sex und Tod? - Warum es in Michael Lisseks Features (fast) immer genau darum geht

Featureautor und Regisseur Michael Lissek weiß wie er Aufmerksamkeit erregen kann, doch das allein wäre ihm zu billig. Zum Radiogespräch nach Weimar kommt er, weil er nicht nur leidenschaftlich gerne selber Features macht, sondern auch ganz vorzüglich über sie sprechen und diskutieren kann. Und das, obwohl er ganz offen zugibt, nicht den blassesten Schimmer zu haben wie er sein rohes Material anordnen soll, bevor er nicht am Mischpult oder zumindest beim Schneiden seiner Töne sitzt.

Dass er es dann doch ganz gut versteht sein eigenwilliges Material in eine gebändigte Form zu bringen, belegen knapp 30 Features, die er für so ziemlich alle deutschsprachigen Featureredaktionen in den vergangenen 13 Jahren produziert hat – Nominierungen für den Prix Europa, Prix Italia, Prix Marulic inklusive. Und um Sex und Tod dreht sich bei ihm tatsächlich einiges: Was Lissek dabei jedoch interessiert, ist nicht das Breittreten eines vermeintlichen Tabuthemas, sondern vielmehr die Einsamkeit, Verlorenheit und Endlichkeit der Spezies Mensch wie sie nicht deutlicher auf den Punkt gebracht werden könnte als beispielsweise in „Die Traurigkeit der Körper“ – einer Milieustudie über Swingerclubs und deren Spielregeln des sexuellen Betriebs. Doch auch polnische Spargelstecher können großes erzählerisches Potenzial haben, denn Lissek beherrscht sie - die theatrale Aufmerksamkeitsherstellungstechnik oder auch Dramaturgie genannt: das Komponieren mit Geräusch- und Sprachpartikeln, mit Ton- und Sprachhöhen, mit Rhythmen – und ihre vertikale Schichtung.

Das alles soll Thema seines Radiogesprächs sein. Natürlich wird er auch genügend Beispiele im Gepäck haben, um seinen Begriff von Erzählung zu illustrieren: Erzählung, die Räume eröffnet und offen lässt, die Dinge und Geschehnisse zwar nennt, aber niemals definiert. Erzählung, die über sich hinaus weist auf ein Anderes,  Weiteres. Aber Lissek hält es lieber etwas bescheidener, in dem er über sich sagt:  „Ich erfinde nicht, ich finde. Ich erzähle nicht, ich lasse erzählen. Ich bin nicht der, der vorschreibt, ich bin der, der abschreibt.“

„Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

Termin und Ort: Dienstag, 4. Dezember 2012 um 19:00 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

26.11.2012 - Erster Preis für Hörspiel von Medienstudenten bei den ARD Hörspieltagen

Erster Preis für Hörspiel von Medienstudenten bei den ARD Hörspieltagen

Tristan Vostry und Christian Udo Eichner nehmen den Preis entgegen

„Ins Wasser“ gewinnt im Wettbewerb „Premiere im Netz“ 

Tristan Vostry und Christian Udo Eichner gewinnen die Premiere im Netz 2012, eine von fünf Auszeichnungen bei den ARD Hörspieltagen. Ihr Stück über Krankheit, Sterben und Tod überzeugt die Jury des ARD Wettbewerbs, die sich aus ARD-/Deutschlandradio-Hörspieldramaturgen, Mitarbeitern des Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) und der Hochschule für Gestaltung (HfG) zusammensetzte. Das Stück ist an der Professur Experimentelles Radio bei Prof. Nathalie Singer im Studiengang Medienkunst/Mediengestaltung entstanden. Das Stück wurde bereits beim Leipziger Hörspielsommer als bestes Kurzhörspiel prämiert.

In der Begründung der ARD-Jury heißt es: "Couragiert und mit viel Feingefühl behandelt "Ins Wasser" Themen, die wohl nie an Relevanz verlieren: Nach der Angst vor dem Tod und der Sehnsucht nach dem Ende. Ein todkranker Mann wird in seinen letzten Stunden begleitet, die von aufflammender Lebenslust, tiefer Traurigkeit, Schuldgefühlen und Apathie geprägt sind. An den Schnittpunkten seiner stets wechselnden Stimmungen entspinnt sich ein vielstimmiger innerer Monolog, der zwischen nüchternen Darstellungen seiner Krankheit und poetischen Beschreibungen der eigenen Wahrnehmungen oszilliert. Sein ganzes Leben lang hatte er Staudämme konstruiert, das Wasser begrenzt, schließlich findet er sein Ende, indem er selbst "ins Wasser" geht und sich dem nicht zu bändigenden Meer überlässt. Diese überaus gelungene Erzählung bettet Tristan Vostry – der für die Regie verantwortlich ist – in ein fein austariertes, dichtes Sounddesign und in Akkordeon-Kompositionen ein, so dass der wechselhafte Weg des Protagonisten in all seinen Facetten ganz nah an den Hörer heranrückt."

Das künstlerisch-fiktionale Hörspiel, dessen Protagonist vom Schauspieler Thomas Thieme ("Das Leben der Anderen") gesprochen wurde, setzt sich auf sensible und reflektierende Weise mit dem Themenkomplex Krankheit, Sterben und Tod auseinander. Es verwandelt den Bereich des Wassers, des Meeres und besonders die Tiefen jenseits der Wasseroberfläche in ein metaphorisch-abstraktes Klangbild, einen vielschichtigen und assoziativen akustischen Raum, durch den sich der Mensch bewegt, bis sich seine Gedanken, seine Sprache, und schließlich seine ganze Existenz in ihm auflösen.

Das Hörspiel erzählt, größtenteils durch inneren Monolog, die Geschichte eines schwer an Lungenkrebs erkrankten Staudamm-Konstrukteurs. Er hat sein ganzes Leben damit verbracht, Dämme und Mauern zu erbauen, um die Naturgewalt des Wassers zu bekämpfen, zu bändigen und zu kontrollieren.

Autoren: Christian Udo Eichner und Tristan Vostry
Regie: Tristan Vostry
Mitwirkende: Thomas Thieme, Zoé Hutmacher, Otto Hernandez
Bass-Komposition und Interpretation/ Einspielung: Frederik Esser
Akkordeon (Komposition und Einspielung): Klemen Leben
Sounddesign: Maximilian Werkhausen
Tonaufnahmen: Hyun-Jea Lee

Weitere Informationen zum Hörspiel sowie die Möglichkeit zum Download gibt es unter http://web.ard.de/radio/hoerspieltage/2012/#.


12.11.2012 - Material, das angeordnet werden will: Erzählstrategien im Feature - früher und heute

Material, das angeordnet werden will: Erzählstrategien im Feature - früher und heute

Ein Feature besteht, bevor es ein solches wird, zunächst einmal aus einer Menge Material. Material, das mit all seinen O-Tönen und Geräuschen angeordnet werden will. Ab hier beginnt die eigentliche Arbeit. Und ab hier kommt Renate Jurzik ins Spiel. Am 20. November ist sie Gast in der Vortragsreihe Radiogespräche und wird darüber berichten, wie sich die Erzählstrategien beim Feature im Laufe der Zeit verändert haben. Renate Jurzik verhilft seit nunmehr 26 Jahren Autoren dazu, Manuskripte zu sendefertigen Stücken werden zu lassen. Zunächst als langjährige Redakteurin beim Sender Freies Berlin/Rundfunk Berlin Brandenburg in der Hörspiel- und Featurereabteilung und seit drei Jahren als Leiterin der Redaktion Künstlerisches Wort im kulturradio des rbb. Jedes Material ist verschieden und verlangt deshalb ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Jurzik versucht mit den Autoren immer wieder etwas zu probieren, das bisher „unerhört“ war. Gerade diese Freiheit und Offenheit ist es, die sie am Feature reizt: in der Themenwahl, in der Erzählstrategie und der akustischen Gestaltung. „Feature-Machen ist vom ersten Moment an Radio. Es ist Radio in all seinen Möglichkeiten und es ist alles erlaubt außer schlechten Tönen“ sagt sie selbst über dieses formal grenzenlose Genre.

Ein Radiogespräch über den Unterschied zwischen einem guten Thema und einer guten Geschichte, über den schmalen Grat vom eigenen Stil zur bloßen Masche und über das spielerische Vergnügen im Umgang mit dem Material.

Renate Jurzik

Bevor Renate Jurzik zum Rundfunk ging, studierte sie Soziologie, Vergleichende Literaturwissenschaft und Religionswissenschaft. Sie promovierte mit „„Der Stoff des Lachens –- Drei Studien über Komik‟“ an der Freien Universität Berlin und arbeitete anschließend als wissenschaftliche Assistentin am Soziologischen Institut der FU. 

Termin und Ort: Dienstag, 20. November 2012 um 19:00 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

06.11.2012 - Helmut Kopetzky: „Ich‟

Helmut Kopetzky: "Ich"

Ein Radiogespräch mit dem schlichten Titel „Ich“ zu versehen, könnte darauf deuten, dass Feature- und Buchautor Helmut Kopetzky nach Weimar kommt, um über sich zu sprechen. Diese Vermutung liegt schon deshalb nahe, weil seine Features hin und wieder von seiner Biographie handeln oder so persönlich und zugleich berührend erzählt sind, dass sie nur von ihm stammen können. Und tatsächlich: Die Formen der Subjektivität im Dokumentarradio sind es, die Helmut Kopetzky seit geraumer Zeit beschäftigen und die auch Gegenstand seines Radiogesprächs sein sollen. Gespickt mit Erfahrungsberichten und Hörbeispielen aus fast 40 Jahren Autorendasein, wird der Altmeister des Features am Dienstag, den 13. November im Glaskasten der Limona zu erleben sein.

Kopetzky, 1940 geboren, ist einer der wenigen, die es wagen, das selbstbewusste Ich im Radiodokumentarischen einzusetzen. Er tut dies ohne dabei jemals eitel oder gar überheblich zu klingen. Vielleicht auch deshalb, weil seine persönliche Biographie so ergreifend ist, dass er es einfach nur geschickt zu nutzen weiß, sich an dem zu bedienen, was persönlicher und spannender nicht sein kann: das eigene Leben und das Leben an sich. Und vielleicht auch, weil sehr viel Wahrheit in seinen eigenen Worten steckt: „Ein gutes Feature wird von einer Autorenpersönlichkeit mit klaren Standpunkten getragen“.

Kopetzky ist unbeirrbar seinen ganz eigenen Weg gegangen. Nach vierjähriger Festanstellung als Redakteur beim SFB schmiss er hin und zog es vor, als freier Autor nur noch die eigenen Stücke zu produzieren. Und dies in Personalunion: als Autor, Regisseur und Produzent im eigenen Studio.

In seinen inzwischen über 100 Features hat er stets Themen angepackt, die Zeugnis seiner sehr persönlichen Haltung und seines Engagements sind: vom Nahost-Konflikt über den Nationalsozialismus bis hin zur Wiedervereinigung oder islamischem Fundamentalismus. Mit seinem Spürsinn für brennende Themen begeistert er nicht nur seine Hörer - Kopetzkys Anliegen ist es immer gewesen, seine Erfahrungen und sein Wissen an junge Autoren weiterzugeben. Als weltweit reisender Featurelehrer und immer wieder als Autor, der über seine Arbeit auf hohem Niveau schreibt. Seine neueste Publikation „Radiojahre – vom linearen Zeitalter in die vernetzte Welt“ bietet er gar vor Erscheinen der gedruckten Ausgabe zum Gratisdownload auf seiner Website an.

1999 und 2002 erhielt Kopetzky den renommierten Prix Europa sowie 2008 den Axel-Eggebrecht-Preis für sein Lebenswerk. Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Featureautoren.

Ein Radiogespräch über das Erzählen von Geschichten, die „für die kurze Ewigkeit“ bestimmt sind (Kopetzky). Ein Radiogespräch, das neben zahlreichen Beispielen und Erfahrungsberichten der Vergangenheit einen Blick in die Zukunft des Mediums wirft und dabei ein Plädoyer für die Rolle des Autors in Zeiten des „User Generated Content“ liefert.

„Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar. 

Termin und Ort: Dienstag, 13. November 2012 um 19:00 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

26.07.2012 - Zwei Hörspiele von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar beim Leipziger Hörspielsommer ausgezeichnet

Zwei Hörspiele von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar beim Leipziger Hörspielsommer ausgezeichnet

Für das beste Kurzhörspiel ausgezeichnet: Regisseur und Mediengestaltungsstudent Tristan Vostry bei der Preisverleihung in Leipzig.

Gleich zwei Hörspiele der Weimarer Medienkunst/Mediengestaltung wurden beim 10. Leipziger Hörspielsommer von der Jury prämiert. Im internationalen Wettbewerb gewann »Ins Wasser« von Tristan Vostry und Christian Udo Eichner den Preis für das beste Kurzhörspiel. Das Stück »Großvaters Haus – oder ein Winkel der Welt« von Maria Antonia Schmidt und Elena Zieser erhielt eine lobende Erwähnung.

137 Arbeiten wurden für den Audio-Wettbewerb eingereicht. Aus 20 nominierten Hörstücken zeichnete die Jury am Sonntag, 22. Juli 2012, die besten drei aus. Das an der Professur für Experimentelles Radio entstandene Hörspiel »Ins Wasser« konnte sich die Auszeichnung für das beste Kurzhörspiel sichern und wird demnächst in einer Sondersendung von MDR Figaro ausgestrahlt. Die Jury lobte vor allem die feinsinnige Dramaturgie und die vollwertige Inszenierung des Klangbildes »Wasser«.

Das Stück von Mediengestaltungs-Student Tristan Vostry, der die Regie übernahm, und dem ehemaligen Studenten Christian Udo Eichner erzählt die Geschichte eines schwer an Lungenkrebs erkrankten Staudamm-Konstrukteurs, der seinen letzten Weg in den Weiten des Meeres sucht. Der Protagonist schwimmt immer weiter in das offene Gewässer hinaus und lässt sich in den Bann des Wassers ziehen. Für das Hörspiel konnten der Schauspieler Thomas Thieme (»Das Leben der Anderen«) und die Schauspielerin Zoé Hutmacher als Sprechende gewonnen werden.

Ebenfalls am Experimentellen Radio entstand das Hörspiel »Grossvaters Haus - oder ein Winkel der Welt« von Maria Antonia Schmidt und Elena Zieser, das lobend erwähnt wurde. Von der Liebe zum Detail und der einfachen und klaren Idee der O-Ton-Collage über Erinnerungen an Häuser von Großeltern waren die Juroren begeistert.

Während des Festivals luden außerdem Weimarer Studierende zum akustischen Rundgang rund um den Richard-Wagner-Hain ein. Dabei stellte das Experimentelle Radio auf zwei unterschiedlichen Routen die spannendsten studentischen Hörspielarbeiten vor. Ein Begleitmobil sorgte auf den Spaziergängen für die passende auditive Untermalung und hielt einige Überraschungen während des einstündigen Parcours bereit. Die »Multimedia-Karre« wurde von dem Produktdesign-Studenten Christof Gumpelt entworfen und durch den Kreativfonds der Bauhaus-Universität Weimar gefördert.

Weitere Informationen zum Leipziger Hörspielsommer gibt es unter www.hoerspielsommer.de.

26.07.2012 - Jury vergibt Preis der Medienkunst/Mediengestaltung 2012 und Filmförderpreis des Bauhaus Film-Instituts

Jury vergibt Preis der Medienkunst/Mediengestaltung 2012 und Filmförderpreis des Bauhaus Film-Instituts

v.l.n.r.: Duc Ngo Ngoc, Michaela Honauer, Robert Sawallisch, Maike Mia Höhne, Clemens Beier, Dr. Renate Jurzik, Andrea Augsten, Anke Trojan, Katrin Steiger, Sylvia Rohr, Claudia Laade (Merkur Bank)

Am Samstagabend, 14. Juli 2012, 20 Uhr, hat die Jury für den Preis der Medienkunst/Mediengestaltung 2012 im ehemaligen Offizierskasino in der Albrecht-Dürer-Straße 2 ihre Urteile für die beste Abschluss- bzw. Projektarbeit sowie die beste entstehende Filmarbeit im Studiengang Medienkunst/Mediengestaltung verkündet.

Insgesamt waren zwölf studentische Arbeiten von sechs Professuren des Studiengangs »Medienkunst/Mediengestaltung« nominiert. Die Merkur Bank hat hierfür Preisgelder in Höhe von 2.750 Euro gestiftet.

Der mit 750 Euro dotierte erste Preis ging an Katrin Steiger für ihre performative Installation »Salon A.-Lincoln-Str. 7«, die als Master-Arbeit an der Professur Moden und öffentliche Erscheinungsbilder bei Prof. Christine Hill entstanden ist. Das Projekt hat die literarischen Salons des 19. Jahrhunderts sowie den Weimarer Musenhof von Herzogin Anna‐Amalia wieder aufleben lassen. Die Salonière, Katrin Steiger, lud in ihrem Salon monatlich zu zwei verschiedenen Veranstaltungen: einem höchstexklusiven Salonabend und einer französischen Filmvorführung.

Die Jury entschied sich außerdem, zwei zweite Preise, die mit jeweils 500 Euro dotiert sind, zu vergeben. Anke Trojan erhielt für ihre Master-Arbeit, den Dokumentarfilm »Das Haus der weißen Väter« einen Preis. Der Film beschäftigt sich mit Mitgliedern eines afrikanischen Missionsorden in einem katholischen Altersheim und zeichnet die Erinnerungen an das verschwundene Afrika am Ende eines Lebens nach. Den anderen zweiten Preis erhielt das Radiofeature »Stadtfunk Leipzig« von Sylvia Rohr. Gespickt mit Sternstunden alter Sendungen des Leipziger Stadtfunks stellt das Feature Aufgaben und Macher vor, gibt Einblicke in die Hintergründe und beleuchtet den europaweit einzigartigen Stadtfunk aus verschiedenen Blickwinkeln.

Eine lobende Erwähnung erhielt die Master-Arbeit »KinectA —- A Tracking Application via Kinect Sensor for Media Art and Design« von Michaela Honauer, die von Prof. Dr. Jens Geelhaar betreut wurde.

Außerdem wurde seitens des Bauhaus Film-Instituts (BFI), Department Filmgestaltung, der Filmförderpreis vergeben, der studentischen Produktionen und Abschlussarbeiten zugutekommen soll, die noch nicht fertig gestellt wurden. Die Preis-Jury bestand hier aus dem Direktorium des Film-Instituts: Prof. Lorenz Engell und Prof. Wolfgang Kissel. Prämiert wurden mit insgesamt 1.000 Euro zwei geplante Filmprojekte. Der Dokumentarfilm »Same Same But Different« von Duc Ngo Ngoc und Clemens Beier will das Leben vietnamesischer Immigranten beleuchten. Wie gestaltet sich das Leben vietnamesischer Immigranten in verschiedenen Ländern Europas? Was fühlen sie, was vermissen sie?
Das Projekt »Begehbare Postkarten in 360°« von Robert Sawallisch fokussiert auf eine interaktive Fulldome-Projektion. In der 360°-Kuppelprojektion können Besucherinnen und Besucher Postkartenmotive auswählen und visuell und auditiv durchwandern.

In der Jury saßen in diesem Jahr die Kommunikationsdesignerin Andrea Augsten von Triad Berlin, die Kuratorin der Berlinale Kurzfilmsektion Maike Mia Höhne und Dr. Renate Jurzik, Leiterin Künstlerisches Wort/Feature beim rbb Kulturradio. 

17.07.2012 - Eine Karre, viele Klänge

Eine Karre, viele Klänge

Ein Prototyp der Multimediakarre mit Fahrscheinautomat

Die Professur „Experimentelles Radio“ präsentiert mit „Stop! Motion“ eine Design-Weltpremiere beim 10. Leipziger Hörspielsommer.

Zum Jubiläum des renommierten Leipziger Hörspielsommers reist die Professur „Experimentelles Radio“ vom 18. bis zum 21. Juli nach Leipzig, um sich und ihre Arbeiten zu präsentieren – und sie kommt nicht allein: Als Weltpremiere werden die Weimarer ihre „Multimedia-Karre“ erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Dabei handelt es sich um ein vom Produktdesign-Studenten Christof Grumpelt entworfenes und durch den Kreativfonds der Bauhaus-Universität Weimar gefördertes, motorisiertes Gefährt, welches auf den ersten Blick nur aussieht wie ein eleganter, schwarzer Kasten auf Rädern. Bei genauerem Hinsehen zeigt die Multimedia-Karre aber, dass sie viel mehr ist als eine Design-Kiste mit Motor: Plattenspieler, Boxen, CD-Player und Mischpult machen es möglich, die ausklappbare Karre an jedem Ort für eine Aufführung zu nutzen: auf der grünen Wiese, an einer befahrenen Straße, überall eben da, wo man nicht mit einem Klangerlebnis rechnen würde.

Zur Premiere in Leipzig hat sich die Professur eine besondere Art der Hörspielpräsentation ausgedacht: Im Rahmen eines akustischen Rundgangs um das Hörspielsommer-Festivalgelände werden die spannendsten, studentischen Arbeiten vorgestellt. „Stop! Motion.“, so der Titel des Hörspielparcours, der jeweils nachmittags und abends zwei Spaziergänge ermöglichen wird, bei denen sich die Zuhörer einen Stuhl schnappen, der Multimedia-Karre folgen – und an ungewöhnlichen Orten ebenso ungewöhnliche Hörspiele genießen können. Das alles beim 10. Leipziger Hörspielsommer – aber garantiert „handmade“ aus Weimar.

09.07.2012 - 48h Sendung Sommersemester 2012

48h Sendung Sommersemester 2012

Klanghölzer, Triangel und Flöte bei Melanzane alla Parmigiana auf Spitzbergen 

So oder so ähnlich liest man den Sendeplan für die 48h-Sendung von BauhausFM. Studenten und Dozenten der Medienkunst und einigen anderen Studiengängen präsentieren sich wieder zum Semesterende in akustischer Form. 
Da Weimar ein paar zugezogene DJs beherbergt, die ab und an mal auf studentischen Partys spielen, liegt es nahe den SPUs (Schallplattenunterhalter) eine weitere Aufführ-Möglichkeit im Radio zu bieten. Ob das auch wirklich immer mit der Schallplatte passiert, kann man selbst nachhören in den Abendstunden mit Marcus Glahn, Rafael Jové aka Skoluda und Marlow.

Keine DJane aber dafür hochbegabt im gehauchten Moderieren, läd Chantalle zur Chmusestunde von 0 bis 3 Uhr am Dienstag mit House, Boogie und Soul-Musik ein. 
Musik zum Mitmachen – klingt wie ein lustiger Nachmittag mit Klanghölzern, Triangel und Flöte. Stimmt, aber nur fast. Die Instrumente gibt es Online – verstärkt, synthetisiert, per Mausklick zum Takt gebracht und in das Studio von BahausFM geschickt. Die Anleitung zum Mitjammen via NetPd, einem online-Tool basierend auf Pure Data, geben Max Neupert, Tommy Neuwirth und Clemens Wegener am Montag ab 20 Uhr.

Auch zum Mitmachen, aber mit realem Werkzeug verspricht die italienische Kochsendungmit Laura Santarelli. Auf der Karte steht „Melanzane alla Parmigiana“ und damit am Dienstag ab 12 Uhr mitgekocht werden kann, gibt es die Zutatenliste schon vorab auf www.bauhausfm.tumblr.com.

Spitzbergen – ein verlassener Ort mit russischem Hotel, ein paar hungrigen Eisbären und einem Segelschiff am Hafen von Käpt'n Lembke. Das sind die Vorstellung von Sandra Leidecker und Dominique Wollniok, wenn sie sich an die Erzählungen von Alexander Lembke erinnern. Der ehemaliger Foto-Dozent hat sich seit einigen Tagen wieder auf Abenteuerfahrt gen Spitzbergen begeben und wird BauhausFM in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ein Live-Interview von seinem aktuellen Forschungsstandort 78° 13" N, 15° 38" O geben. 

Manipulieren, Meditieren, Mischen, Mastern und München 
Während des Sommersemesters 2012 hat sich die Professur für Experimentelles Radio, nicht nur um technische Fähigkeiten im Mischen von Hörspielen oder dicken Beats bemüht, sondern auch um Körper und Geist ihrer Studenten. Der Kurs „die Verhexung des Geistes" befasst sich mit der Manipulation des Entscheidungsverhaltens durch Sprache. In der Zeit von 11 bis 12 Uhr am Dienstag Vormittag erklären sie u.a. den Anbrüllautomaten von Daniel Winterberg und sprechen über die Prominenz, die sich im TV über Manipulation äußert. 

„Jetzt! Achtsamkeit!“ fordert das Projekt von Professorin Nathalie Singer und Andreas Feddersen. Wie man die Kunst erlernt langsam und konzentriet zu arbeiten, wird am Dienstag von 19 bis 21 Uhr Thema auf BauhausFM sein. In diesen zwei Stunden enthalten: ein Interview über das Buch „Prokrastination“, Ausschnitte einer Schweige-Party, Achtsamkeitsmeditationen und das Herstellen von Slowfood. 

Hohe Erwartungen stehen vor der Studiotür, wenn sich dahinter ein kleiner Mann mit Hut und eine Gruppe aus vorwiegend jungen Männern mit ebensolchen Kopfbedeckungen befinden und sich schon der Bass durch das Schlüsselloch presst. „Am Ende sollte es doch nur gut klingen. Von der richtigen Mischung“ ist der Name des Mix- und Mastering Kurses von Mario Weise nach dem der/die gemeine Medienkunst-StudentIn seid anbeginn der eigenen Musikfrickelei gelechzt hat. Ab Montag 22 Uhr gibt es die rausgeputzen Ergebnisse in bester Qualität zu hören – vorrausgesetzt die „richtigen“ Lautsprecher sind vorhanden. 

Sound ist das Eine, Inhalt das vielleicht Wichtigere, wenn es um Hörspiele geht. In der Sendung „Kurz und gut“ stellen Martin Becker und seine Studenten ihre Bearbeitungen der Siegermanuskripte des Westfälischen Kurzhörspiel-Awards „Shortcuts“ 2012 vor, die man am Mittwoch 16 bis 18 Uhr hören kann. Wissenswertes über Glück, den freien Willen und japanische Kultur erfährt man bei den Bachelor-Hörstücken von Julia Waack, Janina Bahlmann und Stefanie Heim, die BauhausFM am Dienstag von 15 bis 17 Uhr und am Mittwoch von 14 bis 15 Uhr sendet. 

Bleibt unserer Idee treu! BauhausFM.

48h-Sendung vom 9.–11. Juli 2012 ab 19 Uhr 
BauhausFM auf 106,6 Mhz in Weimar 
Livestream auf bauhaus.fm
 

14.06.2012 - Wie klingt das Radio von morgen?

Wie klingt das Radio von morgen?

Das „Experimentelle Radio“ präsentiert sich mit Werken aus den Bereichen Klangkunst, Installation und Hörspiel beim diesjährigen Festival »SURROUNDED« in den Münchener Einsteinhallen.

Klang auf neue Art erlebbar machen – das ist das Anliegen der internationalen Künstler, Komponisten und Studenten, die vom 15. bis 22. Juni bei »SURROUNDED« zu Gast sein werden.

Besonderer Gast ist die Professur für „Experimentelles Radio“, die sich intensiv mit der Theorie und Praxis neuer Audio- und Radioformate beschäftigt. Das Spektrum reicht von einer auditiv begehbaren Landschaft in Dominique Wollnioks Installation »Drachenschwanz« über das experimentelle Radioformat »The friendliest place in München«, bei dem das studentische Radio bauhaus.fm vier Stunden lang live aus dem Münchener Untergrund senden wird, bis zur unverblümten Kritik am austauschbar gewordenen Formatradio durch Rafael Jovés Feature »Das Radio ist nicht Sibirien«. Mit großem Interesse wurde das Feature bereits von Sendern wie WDR3, SWR2, Radio Bremen und dem ORF ausgestrahlt. „Zum Hit geworden ist es vor allem wegen seiner Genauigkeit in der Parodie. Und weil es außerdem die Konsequenzen der hohlen Marketingphrasen in Form und Inhalt hörbar macht“, schreibt der Hörspielkritiker Jochen Meißner in der Funkkorrespondenz über Jovés Feature.

Jovés Arbeit wird außerdem Anlass zu einer Diskussion über Gegenwart und Zukunft des Kulturradios geben: Auf dem Podium suchen Radiomacher aus Bayern und Thüringen nach Alternativen für ein „besseres“ Kulturradio. Außerdem zeigt das „Experimentelle Radio“, dass die Nacht nicht nur zum Schlafen da ist: Präsentiert werden neue Formate für die nächtlichen Sendestrecken im Radio. Hörspiel und Feature verbinden sich mit Liveperformance, DJ Culture, Hip-Hop und Clubkultur – Improvisation und Experiment inklusive. Das interdisziplinär angelegte Projekt »Signalraum« bietet den Künstlern und Musikern nicht nur ein Präsentationsforum, sondern zugleich auch eine außergewöhnliche und stimmungsvolle Location in den Gewölbekellern der Einstein-Hallen.

Ort:
Kulturzentrum Einstein
Einsteinstraße 42
81675 München

Weitere Informationen zum Programm der Signalraum-Aktionstage gibt es unter www.signalraum.de

11.06.2012 - Mix- und Mastering Workshop mit Lynn Petrin

Mix- und Mastering Workshop mit Lynn Petrin

Ein Roughmix ist schnell gemacht. Von einer amtlichen Mischung ist er aber meist noch meilenweit entfernt. Der Mix- und Mastering Engeneer Lynn Petrin (Ebony Cuts Studio Hamburg) gibt am Dienstag, 12.  Juni ab 17 h einen fundierten Überblick über die Anfertigung professioneller Abmischungen und Masterings. Auch die Möglichkeiten der Audio-Restauration (Vinyl- und Samplerestauration) werden an praktischen Beispielen vermittelt.

Dieser Workshop ist eigentlich eine Pflichtveranstaltung für alle Musiker, Hörspiel-, Feature- und Filmemacher, die einen Einblick ins Mastering bekommen wollen und natürlich auch an alle, die Mixe erstellen und diese dann extern mastern lassen wollen. Wie sollte der Mix vorbereitet sein, was sollte man tun oder besser sein lassen um dem Masteriningenieur einen Mix zu liefern, mit dem er optimal arbeiten kann? Die einzelnen Schritte beim Mastern werden erläutert und anschließend live im studio 1 durchgeführt: Lautheit vs. Dynamic, analoge Wärme vs. digitale Präzision, Mastering für mp3.

Auch Fragen zu eigenen Tracks oder Arbeiten sind sehr willkommen! Beispiele können sehr gern mitgebracht werden (Format: auf USB-Stick / wav oder  aif / 44,1khz oder 48khz / 16bit oder 24 bit)

Geklärt werden soll natürlich auch die allesentscheidende Frage:  „Wann ist mein Mix so fertig, dass ich ihn besser nicht mehr anfasse?”

Ein Workshop im Rahmen der „Radiogespräche” der Professur Experimentelles Radio.

Termin und Ort: Dienstag, 12. Juni um 17 Uhr im studio 1 (Medienhaus), Steubenstraße 6a



23.04.2012 - Empathie und Mitgefühl - und wie man sie kultivieren kann

Empathie und Mitgefühl –und wie man sie kultivieren kann

Prof. Dr. Tania Singer, Direktorin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Abteilung für Soziale Neurowissenschaften

Warum haben wir das Gefühl denselben Schmerz zu erleben, wenn wir jemand beobachten, der gerade seinen Kopf an einer Türkante stößt? Warum leiden wir mit, wenn wir vom Schicksal eines unterdrückten Volks hören? Grund hierfür ist die Empathie, die Fähigkeit uns in die Gedanken und Gefühle anderer Lebewesen einzufühlen und diese nachzuempfinden – eine der grundlegendsten menschlichen Eigenschaften.

Doch warum haben wir manchmal mehr oder weniger Empathie? Ist dieses Einfühlen vielleicht sogar trainierbar? Fragen, denen die Neuropsychologin Tania Singer auf der Spur ist und damit in einem ganz jungen Feld der Wissenschaft, den Kognitions- und Neurowissenschaften, tätig ist. Was in den Köpfen ihrer Probanden vorgeht, muss sie aus Daten des Kernspintomografen schließen, doch stellt sie ebenso die Meditation auf den Prüfstand und schlägt damit Brücken zwischen der objektiven Wissenschaft und spirituellen Praktiken, die lange Zeit von der Wissenschaft wenig Beachtung fanden. Dabei arbeitet sie u.a. mit buddhistischen Mönchen wie Matthieu Ricard zusammen, um die Gehirnaktivitäten unter unterschiedlichen Bewusstseinszuständen während der Meditation zu erforschen – „Empathieexperten, die sich extrem schnell in starke Gefühlszustände hineinversetzen können“, wie Tania Singer selbst sagt. Nun untersucht sie, ob diese Techniken auch mit Personen trainierbar sind, die noch nie etwas von Meditation gehört haben oder gar dem Begriff Meditation ablehnend gegenüberstehen.

Zuvor hatte sie in Zürich in einem ebenso jungen Feld der Wissenschaft geforscht und auch hier ganz neue Brücken geschlagen: Am Institut für Empirische Wirtschaftsforschung hat sie als Neuroöknomin untersucht, was das ökonomische Handeln von Menschen bestimmt. Gemeinsam mit Ökonomen, Philosophen und Psychologen baute sie dort das Zentrum für soziale und neuronale Systeme auf. Singer untersuchte dort u.a., wann fair und kooperativ bzw. wann unfair und egoistisch gehandelt wird. Für derlei Untersuchungen ließ sie ihre Probanden auch mal Pac-Man um Geld spielen. Singer ist -im Gegensatz zum vielbeschworenen nur an seinen eigenen Nutzen denkenden „Homo oeconomicus“- davon überzeugt, dass unser Hirn auf Zusammenarbeit programmiert ist und dass wir mehr kooperieren als egoistisch handeln.

Dabei beschreibt sie nicht nur, sie hat die Vision zu verändern und scheut sich dabei nicht vor großen Fragen wie „Was sind die Bedingungen für Altruismus oder bedingungslose Liebe? Wie funktionieren Angst und Stress und wie können wir diese reduzieren? Momentan leitet sie in Leipzig eine Langzeitstudie, wie sich Mitgefühl trainieren und Stress reduzieren lässt.

In ihrem Vortrag wird Tania Singer Einblicke in die überraschenden Ergebnisse ihrer Forschungen geben und zeigen, welche Einflüsse sie auf unser Zusammenleben in Zukunft haben können.

Tania Singer

ist eine weltbekannte und renommierte Expertin auf dem Gebiet der Empathieforschung. Nach dem Erhalt ihrer Doktorwürde von der Freien Universität in Berlin und der Otto-Hahn-Medaille im Jahr 2000 setzte sie ihre Arbeit am Max-Planck-Institut in Berlin fort. Im Anschluss arbeitete sie am Wellcome Trust Centre for Neuroimaging in London, UK, bevor sie 2007 als Assistenzprofessorin an die Universität Zürich in die Schweiz zog. Seit 2010 ist sie Direktorin der Abteilung Soziale Neurowissenschaft am Max Planck Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und stellte ihre Forschungsarbeit, neben internationalen Konferenzen, auch mehrmals auf dem World Econemic Forum (WEF) in Davos vor.

Der Vortrag ist eine Veranstaltung der studentischen Initiative „Horizonte“ in Kooperation mit der Professur Experimentelles Radio (Vortragsreihe Radiogespräche).

Termin und Ort: Dienstag, 8. Mai 2012 um 19 Uhr im Audimax, Steubenstraße 6

27.01.2012 - Das Experimentelle Radio der Bauhaus-Universität Weimar sendet wieder nonstop

Das Experimentelle Radio der Bauhaus-Universität Weimar sendet wieder nonstop

Von Montag bis Mittwoch präsentiert bauhaus.fm die 48-Stunden-Sendung

Von Montag, 30. Januar, 19 Uhr bis Mittwoch, 1. Februar 2012, 19 Uhr sendet bauhaus.fm rund um die Uhr die schönsten studentischen Arbeiten aus dem vergangenen Semester und präsentiert zahlreiche Highlights.

Mit einem ganz besonderen Gast eröffnet „Die Große Andreas und Martin Show mit Tante Mario und Thibaud“ den Radio-Marathon. Medien-Dekan Prof. Andreas Ziemann besucht das Sendestudio in der Marienstraße 5. Ausgangspunkt für eine experimentelle Versuchsanordnung, an der zehn Studierende mit unterschiedlichen Medien teilnehmen dürfen, ist der letzte Satz seines bisher unvollendeten Romans. Anschließend werden die Ergebnisse von Andreas Ziemann vorgetragen - frei nach Marshall McLuhans „Das Medium ist die Botschaft“.

In den verbleibenden 46 Stunden werden traditionell die schönsten Arbeiten des Semesters vorgestellt. Daneben gibt es zahlreiche Sonderformate. Wer sich beispielsweise nach ein wenig Nähe sehnt, kann in der Nacht von Montag zu Dienstag in „Chantalles Chmusestunde“ Anschluss finden. Verspielt und ein wenig düster geht es dagegen am Mittwoch, ab 0 Uhr, bei „Werwolf“ zu, das sich mit dem bekannten Rollenspiel-Klassiker beschäftigt. 

Ein weiteres Highlight bildet der Abschluss des Sende-Marathons mit einer besonderen Premiere. Am Mittwoch, ab 16 Uhr, sendet bauhaus.fm „Die Große Andreas und Martin Show mit Tante Mario“ erstmals mit zusätzlicher Verstärkung am DJ-Pult durch Rafael Jové live aus seinem Wohnzimmer. 

Bauhaus.fm ist im Äther auf 106.6 MHz, im Kabel auf 107.9 MHz und per Stream auf www.bauhaus.fm zu empfangen.

25.01.2012 - Im Hörspielpark, in Sibirien, im Radio

Im Hörspielpark, in Sibirien, im Radio

Das „Experimentelle Radio“ blickt zurück und nach vorn.

Natürlich hat die Professur „Experimentelles Radio“ ein Zuhause – am Ehesten im eigenen Studio, aus welchem nicht nur ein Mal wöchentlich während des Semesters die studentische Initiative „bauhaus.fm“ sendet, sondern in dem die Studierenden mit Unterstützung von Professorin Nathalie Singer und der künstlerischen Mitarbeiter Andreas Feddersen, Mario Weise und Martin Becker ihre Arbeiten umsetzen können. Und diese künstlerischen Arbeiten sind es, mit denen das „Experimentelle Radio“ an immer mehr Orte reist – von Sibirien bis in den Hörspielpark.

Viel ist passiert in den letzten Monaten, und viel wird in der kommenden Zeit passieren – ein kleiner Rück- und Ausblick:

Features und Hörspiele von Studierenden des „Experimentellen Radios“ sind in letzter Zeit mit Preisen ausgezeichnet oder in großem Rahmen präsentiert worden. Dazu gehören beispielsweise einige Stücke aus der Reihe „Sieben neueste Hörspiele“, ein Projekt, welches gemeinsam mit Studenten der Schauspielschule „Ernst Busch“ und dem Deutschen Literaturinstitut in Leipzig umgesetzt wurde. Die dramaturgische Beratung des Projekts übernahm Deutschlandradio Kultur – und dieser Sender war es dann auch, der mehreren studentischen Regiearbeiten einen Sendeplatz eingeräumt und sie zur Ursendung gebracht hat. Gesendet wurden die Hörspiele „Während du gehst“ (Autorin: Henriette Vásárhelyi, Regie: Frederik Burghardt) und „Blank“ (Autorin: Tina Ilse Gintrowski, Komposition und Regie: Elena Zieser).

Julia Vorkefeld, am Projekt beteiligt als Regisseurin des Stücks „31 mechanische Tiere“, präsentierte ihre Arbeit im Berliner Museum für Naturkunde – Motto des Abends war – eben die mechanische Tierwelt.

Viel Interesse gibt es seitens der öffentlich-rechtlichen Anstalten am „Experimentellen Radio“: Rafael Jové, Master-Student und leidenschaftlicher Radiomacher, wird mit seinem Stück „Das Radio ist nicht Sibirien“ im WDR und ORF zu hören sein, auch von weiteren Sendern gibt es an dem Hörspiel Interesse, in welchem ein Radiomoderator plötzlich Tacheles redet und das Sendeschema aus den Fugen bringt. Ebenfalls von Rafael Jové stammt das Feature „Kein Mensch sagt mehr Beat“, welches es in die erlesene Auswahl des von Paul Plamper initiierten „Hörspielparks“ geschafft hat – eine Plattform, welches es sich zum Ziel gemacht hat, das Gesamtwerk ausgewählter Hörspielmacher zugänglich zu machen und zu halten. Jovés Stück kann man beim „Hörspielpark“ downloaden oder als schön ausgestattete CD bestellen.

Auch Preise haben die Studierenden des „Experimentellen Radios“ gewonnen: Maria Antonia Schmidt belegte mit „Letztermomentaufnahme“ den ersten Platz beim „Hör.Spiel“-Wettbewerb der Fachhochschule St. Pölten – beim Leipziger Hörspielsommer erhielt sie eine lobende Erwähnung für ihr Hörspiel „Moordunkel“. Ebenfalls beim Leipziger Hörspielsommer ausgezeichnet wurde das Stück „Irgendwann kriegen wir euch alle“ von Christof Pilsl und Stefanie Heim welches nach einer Idee von Andreas Feddersen entstanden ist. Und ganz aktuell sind zwei Arbeiten des „Experimentellen Radios“ nominiert für den „Prix Pierre Schaeffer“ im Rahmen des renommierten „Prix Phonurgia Nova“: „Großvaters Haus“, ein Feature von Maria Antonia Schmidt und Elena Zieser – und das Hörspiel „Blank“, bei welchem ebenfalls Elena Zieser Regie und Komposition übernommen hat.

Zu einer etablierten und beliebten Veranstaltungsreihe sind die „Radiogespräche“ geworden, bei denen erfahrene Rundfunkmacher und Experten gemeinsam mit den Dozenten und Studierenden des „Experimentellen Radios“ diskutieren:

Im Dezember war Ulf Köhler, Leiter der Feature-Abteilung beim Mitteldeutschen Rundfunk, zu einem „Radiogespräch“ im Glaskasten der Limona und sprach über die Zukunft, die Veränderungen, die Chancen des künstlerischen Radiofeatures. Anfang Januar gastierte David Eicher in Weimar, Geschäftsführer der Firma „webguerillas“, die sich sehr erfolgreich mit alternativen Werbeformen beschäftigt – dieses „Radiogespräch“ war eine Kooperation mit dem Studiengang Medienmanagement. Schließlich stattete Alfred Behrens dem „Experimentellen Radio“ einen Besuch ab – zahlreiche Filme und über 50 Hörspiele gehören zu seinem umfangreichen Werk, welches der mit vielen Preisen ausgezeichnete Behrens unter dem Titel „Ich könnte von einer Kindheit am Radio sprechen“ vorstellte.

Zum Ende des Jahres 2011 gab es in Weimar die Eröffnungsveranstaltung zu einem Mammutprojekt mit internationalen Partnern: Im feierlichen Rahmen wurde „Sonosphere“ eröffnet, eine Internetplattform für akustische Kunst und eine deutsch-französische Kooperation, an der das „Experimentelle Radio“ beteiligt ist. Die Ergebnisse der langen Vorbereitungszeit sind unter www.sonosphere.org zu finden.

Kurzum, ob auf der Insel, in Sibirien, in Westfalen oder im Hörspielstudio – das „Experimentelle Radio“ bleibt weiterhin viel unterwegs – und fühlt sich an immer mehr Orten heimisch.


05.01.2012 - Ich könnte von einer Kindheit am Radio sprechen

Ich könnte von einer Kindheit am Radio sprechen

Radiogespräch mit Alfred Behrens, Hörspiel- und Filmemacher

Mit Professor Alfred Behrens begrüßt das „Experimentelle Radio“ zum Jahresanfang einen der renommiertesten Hörspielmacher Deutschlands. Im Rahmen der Reihe „Radiogespräche“ wird Alfred Behrens am 10. Januar Einblicke in seine künstlerische Arbeit geben – ausgehend vom programmatischen Titel seines Vortrags: „Ich könnte von einer Kindheit am Radio sprechen“.

Seit mehreren Jahrzehnten arbeitet der 1944 in Hamburg geborene Behrens in unterschiedlichen, künstlerischen Genres: Ob als Schriftsteller, Drehbuchautor, Filme- oder Hörspielmacher – seine Arbeiten sind stets auf große Resonanz gestoßen. Neben dem Adolf-Grimme-Preis für seinen Film „Familienkino“ hat Alfred Behrens bereits 1974 den „Hörspielpreis der Kriegsblinden“ für sein Stück „Das große Identifikationsspiel“ erhalten – und wurde 2007 mit dem Günter-Eich-Preis für sein Lebenswerk im Bereich Hörspiel ausgezeichnet. Sein umfangreiches Film- und Hörspielwissen gibt Alfred Behrens auch an angehende Kunstschaffende weiter: Neben seiner Tätigkeit als Professor an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in Potsdam war er ebenfalls mehrmals Gastdozent am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

Zu seinem Vortrag beim „Radiogespräch“ wird Alfred Behrens filmische und akustische Auszüge aus seinem umfangreichen Werk präsentieren und so ungewöhnliche Einblicke in seine künstlerische Produktion gewähren: Neben den Auszügen aus seinen vielfach ausgezeichneten Hörspielen wird er auch Teile seines Filmschaffens vorstellen, darunter beispielsweise jüngere Arbeiten wie „Das Spiel ohne Ball – ein Film für meinen Bruder“ (2004), eine sehr eindrückliche und persönliche Annäherung. Ebenfalls mitbringen wird Behrens  Auszüge aus der „Schatten des Körpers des Kameramanns“ - eine Filmarbeit, die gerade noch entsteht – um so nicht zuletzt vielleicht auch einen Bogen von der Kindheit vor dem Radio bis zur Gegenwart hinter der Kamera zu spannen.

„Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

Termin und Ort: Dienstag, 10.01.2012, 19h, Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8 (Hintereingang).