Wechselwirkungen zwischen Kunst und Gesellschaft
Am Donnerstag, dem 23. November 2006, 19 Uhr, wird im Neuen Museum in Weimar der Marion-Ermer-Preis 2006 verliehen. Unter den insgesamt vier Preisträgern sind auch zwei Absolventinnen der Bauhaus-Universität Weimar, Peggy Meinfelder und Christiane Haase.
Der mit jeweils 5.000 Euro dotierte Preis würdigt das bisherige Schaffen der vier ausgezeichneten Künstler. Laut der Marion-Ermer-Stiftung, die den Preis jährlich unter Künstlern aus den neuen Bundesländern vergibt, sind die Arbeiten der vier Künstler in sich konsistent und spiegeln die jeweilige Position konsequent umgesetzt wider. Alle vier Künstler beschäftigen sich in ihren Werken mit Wechselwirkungen zwischen Kunst und Gesellschaft.
So setzt sich Christiane Haase, die ihr Studium der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität im Jahr 2003 abgeschlossen hat, in ihren Objekten und Zeichnungen mit dem Thema „Das Eigene und das Fremde“ auseinander. Mit ihren farbenfrohen Objekten, die meist organisch anmutende Strukturen und Formen haben, möchte sie den Betrachter durch unterschiedliche Assoziationen irritieren und dazu auffordern, bekannte Erklärungsmuster zu hinterfragen. Die Gefühlskala des Schauenden kann dabei von ungewohnt, befremdlich bis hin zu unheimlich reichen. Gleichzeitig regen ihre Installationen zu einer spielerischen, unvoreingenommenen Rezeption von Kunst an.
Peggy Meinfelder, seit 2005 Absolventin der Bauhaus-Universität Weimar in der Freien Kunst, verknüpft in ihrem Projekt „Westmark“ ihre eigene Biografie mit den Ereignissen der Wendezeit. Über Monate hinweg sammelte und archivierte die Thüringerin Gegenstände, die DDR-Bürger im Herbst 1989 von ihrem Begrüßungsgeld in Höhe von 100 DM erworben hatten. Zusammen mit Kommentaren ihrer Besitzer erzählen die Kassettenrekorder, Konzertkarten, Jeanshosen und anderen alltäglichen und nicht-alltäglichen Dinge viel über die individuellen Wünsche, Sehnsüchte und Einstellungen der Ostdeutschen in dieser Zeit.
Ausgezeichnet werden weiterhin Grit Hachmeister aus der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und die Gruppe Famed aus Leipzig.
Seit 2001 vergibt die Marion-Ermer-Stiftung jährlich den Marion-Ermer-Preis. Der Preis richtet sich ausschließlich an junge bildende Künstlerinnen und Künstler aus den neuen Bundesländern. Prämiert werden Malerei, Grafiken, Zeichnungen, Foto- und Videokunst bzw. skulpturale und installative Arbeiten. Die Stiftung kooperiert dabei mit verschiedenen Kunsthochschulen und -institutionen in den neuen Bundesländern. Nach 2004 wird der Preis in diesem Jahr erneut von der Klassik Stiftung Weimar in Zusammenarbeit mit der Bauhaus-Universität Weimar ausgerichtet. Die Ausstellung mit den Arbeiten der Preisträger wird vom 24. November 2006 bis zum 7. Januar 2007 in den Räumen des Neuen Museums Weimar gezeigt.
Weitere Informationen:
www.marion-ermer-stiftung.de
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