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Erstellt: 02. Juni 2006

Von Geisterkonstruktionen bis Bio-Art

Die Fakultät Medien lädt ein zu Gastvorträgen der Professur Geschichte und Theorie Künstlicher Welten

Die Professur Geschichte und Theorie Künstlicher Welten an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar lädt im Juni zu zwei Gastvorträgen ein. Am 6. Juni 2006 spricht der Theaterwissenschaftler Alexander Firyn, Berlin, zu „Geisterkonstruktionen in Dramaturgie und Mathematik um 1900“. In seinem Vortrag thematisiert Firyn die Theorien von Gordon Craig und Georg Cantor. Craig nimmt in der jüngeren Geschichte des Theaters eine ebenso exponierte Stellung ein, wie Cantor in der jüngeren Geschichte der Mathematik. Craig entwickelte die maßgeblichen Techniken, Stilmittel und ästhetischen Theorien, auf denen das Theater nach ihm bis hin zum heutigen Kinofilm aufbaut. Cantor, der die endlichen Zahlen aus der Mathematik vertreibt, um stattdessen mit unendlichen Mengen zu operieren, entwickelt die Techniken, die alle Mathematik in Maschinen prozessierbar macht. Im Zentrum beider Theorien steht aber eine Frage, die beide Wissenschaftler nicht beantworten konnten: Wie lassen sich die Geister in Shakespeares Dramen inszenieren? Wie aus dieser Frage zwei Theorien entstehen konnten, die gemeinsam alle kulturellen Bereiche des 20. Jahrhunderts beeinflusst haben, wird Gegenstand des Gastvortrags von Alexander Fyrin sein.

Am 20. Juni 2006 spricht der Kurator, Autor und Künstler Jens Hauser, Paris, zu „Bio-Art und Bio-Politik“. Im Zentrum seines Vortrags steht die künstlerische Auseinandersetzung mit biotechnologischen Methoden. Ob Transgenese, Gewebekultur, Homotransplantation, Neurophysiologie oder Synthese künstlich erzeugter DNA-Sequenzen – sie sind nicht mehr nur Thema, sondern auch Werkzeuge für Künstler. Es entsteht eine re-materialisierte Kunst der Transformation, die Biomaterial auf Kleinstebene manipuliert. In der so genannten „Bio-Kunst“ entstehen Satelliten-Körper und Körperfragmente, welche Artengrenzen hinterfragen und eine neue Sichtweise jenseits der Tradition westlicher Kunst hervorrufen. In dem Vortrag wird aufgezeigt, dass Kunst, die biotechnologische Verfahren als Ausdrucks-Medium nutzt, primär keine Abbild-Funktion mehr haben will. Der Betrachter soll zwischen dem symbolischen Raum der Kunst und dem durch authentische, organische Präsenz suggerierten „richtigen Leben“ unterscheiden und umschalten.

Beide Vorträge finden von 17.00 bis 19.00 Uhr in der Haußknechtstraße 7, Raum 3, in Weimar statt. Die Vortragsreihe wird organisiert von Vertretungsprofessorin Dr. Martina Leeker, Professur Geschichte und Theorie Künstlicher Welten.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen Dana Horch, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fakultät Medien, telefonisch unter 0 36 43/ 58 37 06 oder per E-Mail unter dana.horch[at]medien.uni-weimar.de zur Verfügung.

Kontakt
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