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Erstellt: 02. September 2024

Studierende lernen praktisch mit Roboterarmen umzugehen: Fellowship für »RoboTec« eingeworben

Prof. Jan Willmann und Jun.-Prof. Lars Abrahamczyk haben sich mit ihrem Projekt »Robotic Tectonics – Roboterbasierte Lehr- und Lernumgebung für automatisierte Bauprozesse« (RoboTec) erfolgreich um eines von neun Fellowships des Stifterverbands und des Thüringer Wirtschaftsministeriums beworben. Rund 50.000 Euro stehen nun für ein interdisziplinäres Lehrformat zur Verfügung, das den Studierenden den Umgang mit Roboterarmen praktisch beibringen soll. Bereits mehrfach profitierte die Bauhaus-Universität Weimar von den Förderungen für Innovationen in der Digitalen Hochschullehre Thüringen, um neue Lehrvorhaben zu entwickeln.

Die Förderung soll es ermöglichen, zukunftsweisende Technologien noch stärker in die Lehre zu integrieren. Aktuell entwickelt Jan Willmann, Professor für Designtheorie und Designforschung an der Fakultät Kunst und Gestaltung, gemeinsam mit Lars Abrahamczyk, Juniorprofessor für Komplexe Tragwerke an der Fakultät Bau und Umwelt, ein neues Lehrmodul, das die Studierenden an die praktische Arbeit mit Roboterarmen heranführt. Die angehenden Ingenieur*innen, Architekt*innen und Designer*innen erwerben grundlegende Kenntnisse in der Konzeption, Gestaltung und Implementierung robotischer Interaktion und Manipulation. Anhand eigener Experimente lernen sie, wie robotische Materialisierungsprozesse (bspw. das Fügen von Bauteilen) gestaltet und neuartige Objekte und Strukturen realisiert werden können. Dabei verzahnen sie Daten und Material sowie Entwurf und Ausführung unmittelbar miteinander. 

Baufertigung und Design verbunden durch Schlüsseltechnologie Robotik

»Deutschland steht im internationalen Vergleich im Bereich Robotik zwar gut da, was ›klassische‹ Robotikthemen wie Fertigung und Automation angeht, aber in Themenfeldern kreativer Anwendungen, Mensch-Maschine-Interaktion und Künstliche Intelligenz sind Schwächen erkennbar«, erläutert Prof. Willmann. »Ein weiteres zentrales Handlungsfeld ist der Bausektor«, ergänzt Jun.-Prof. Abrahamczyk. »Die Potenziale tatsächlich ›smarter‹ und insbesondere flexibel einsetzbarer Robotersysteme sind im Baubereich oftmals ungenutzt und deren Potentiale noch unzureichend vermittelt. Hier möchten wir ansetzen.«

Die beiden Professoren möchten die Studierenden schon jetzt darauf vorbereiten, robotische Prozesse, Systeme und Automationslösungen aktiv mitzugestalten, da sie eine Vielzahl von Sektoren, Anwendungen und insbesondere die Baubranche betreffen werden. Die Bauhaus-Universität Weimar verfügt über einen Laborbereich mit einem robotischen System. Die Professur Designtheorie und Designforschung legt einen besonderen internationalen Fokus auf kreative Robotik. Auch die Professur Komplexe Tragwerke arbeitet in diesem Bereich. Sie untersucht und erprobt robotische Bauprozesse, um Bauteile von z. B. Brückentragwerken effizient und präzise zu verbinden. 

In der Lehre sollen diese beiden Bereiche nun miteinander verwoben werden: entwicklungs- und forschungsgetrieben werden Studierende unterschiedlicher Fachbereiche für das Thema interessiert und an den sich ständig verändernden Stand der Forschung herangeführt. Mithilfe der Förderung wird an der Bauhaus-Universität Weimar im Wintersemester 2024/2025 ein neues, fachübergreifendes Lehr- und Lernformat für robotische Anwendungen im Gestaltungs- und Baubereich konzipiert, das Design- und Ingenieurwissenschaft unmittelbar zusammenzuführen wird.

https://vimeo.com/883189794

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Bisherige Förderungen durch Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre:

2023
»Strategien für Nicht-Maschinen« – Prof. Ursula Damm (Fakultät Kunst und Gestaltung), Prof. Dr. Henning Schmidgen (Fakultät Medien), Prof. Dr. Frank Eckardt (Fakultät Architektur und Urbanistik); »IrreguLab – Transdisziplinäres und interfakultatives Lehrlabor für das digitale Entwerfen und Herstellen mit unregelmäßigen Materialien« – Jun.-Prof. Dr. Thomas Pearce (Fakultät Kunst und Gestaltung), M.Sc. Lukas Kirschnick (Fakultät Architektur und Urbanistik), Prof. Dr. Jan Willmann (Fakultät Kunst und Gestaltung); »Leerraum oder was braucht es zum Lernen? – Ko-kreative Gestaltung von fluiden Lehr-/Lernräumen« (Team der Universitätsentwicklung)

2022
»Kompetenzen digitaler Wissenschaftskommunikation – zwischen wissenschaftspropädeutischer und mediengestalterischer Expertise« – Prof. Andrea Dreyer (Fakultät Kunst und Gestaltung); »Teaching Virtual Reality in Virtual Reality – Immersives Lehren, Lernen und Prüfen von virtueller Realität in virtueller Realität« – Prof. Dr. Bernd Fröhlich (Fakultät Medien)

2021
»Lernorte der Augmentierten Umwelt (LernArUmwelt)« – Dr.-Ing. Heinrich Söbke (Fakultät Bau und Umwelt)

2020
»Der Einsatz eines textbasierten Chatbots im Projektmodul ›Angewandte empirische Forschung‹« – Jonas Steffl (Fakultät Medien)

2018
»Flipped-Classroom-Modell zur Individualisierung und Flexibilisierung der Lehre im Projektmodul Angewandte empirische Forschung« – Prof. Jutta Emes (Fakultät Medien)

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