Stadt- und Regionalforschung

Neue Formen der Gentrifizierung?! - Gentrifizierungskonzepte aus einer lateinamerikanischen Perspektive


Christian Kirschenmann

Gentrifizierungsprozesse, also die die Verdrängung von einkommensschwachen Bevölkerungsgrup-pen durch den Zuzug von einkommensstarken, sind seit vielen Jahrzehnten im ‚globalen Norden‘ zu beobachten. Doch handelt es sich dabei um ein rein ‚nördliches‘ Phänomen? In der Forschung wurde dies lange Zeit angenommen, doch sind ähnliche Entwicklungsprozesse seit über zwei Jahrzehnten auch im ‚globalen Süden‘, zum Beispiel Lateinamerika, zu beobachten.

Bei der Analyse dieser Prozesse in lateinamerikanischen Stadträumen wurde meist auf bisherige Forschungen aus einer euro-/anglozentrische Perspektive zurückgegriffen. Doch sind in diesen stadt-räumlichen Veränderungen Eigenarten lateinamerikanischer Städte vorhanden, die in der Forschung bisher noch nicht genug Berücksichtigung fanden.

Aus diesem Grund konzentriert sich das vorliegende Forschungsprojekt auf die Dezentrierung bishe-riger und die Formulierung neuer Gentrifizierungskonzepte. Ausgehend von den postkolonialen Stu-dien wird in diesem Kontext unter dem Dezentrierung die Betrachtung sozialräumlicher Transformati-onsprozesse aus einer Perspektive der lateinamerikanischen Stadträume verstanden. Ziel dabei ist es, den vorhandenen spezifischen Charakteristika innerhalb der Prozesse Rechnung zu tragen und somit eine Wissensproduktion aus dem ‚globalen Süden‘ heraus ermöglichen zu können.

Zentral ist hierbei der Gedanke, dass durch die Berücksichtigung von Zeit und Raum die bisherigen Gentrifizierungskonzepte besser und präziser gemacht werden können und somit ein Mehrwert für die internationale Forschungsgemeinde entsteht.

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts wird das Stadtviertel San Telmo in Buenos Aires stehen.