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Die Europäische Stadt – Das Projekt Marseille Der Begriff der Europäischen Stadt wird durch die zum Teil sehr polemisch geführte Auseinandersetzung der Vorgängergeneration mit einer städtebaulichen Vorstellung der Stadt des 19 Jahrhunderts verknüpft. Eine Blockrandbebauung, die klare Straßenräume definiert; eine Architektur, die mit Dach, durchgehenden Traufhöhen und einem ablesbaren Erdgeschoss operiert. Wir wollen wir uns weniger mit einem nostalgischen Bild der Europäischen Stadt, sondern mehr mit ihrer Idee im Sinne eines Wertekanons auseinandersetzen. Wir wollen am Lehrstuhl den öffentlichen Raum untersuchen. Wir widmen uns der Grenze zwischen Architektur und Stadt, zwischen Haus und Stadtraum, zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit. Dabei interessiert uns, neben der baulichen Ausformulierungen als Schwellen, Mauern, Türen und Fenster, immer auch die soziale Auswirkung auf den öffentlichen Stadtraum. Dabei gibt es keine Vorfestlegungen. Die Architektur des 19.Jahrhunderts, gehört für uns genauso wie die Architektur der Moderne und der Postmoderne zum wesentliche Gedanken- und Kulturgut Europas. Jede der Stilepochen hat auf Ihre Weise versucht, die Idee der Europäischen Stadt, einer Gesellschaft freier Bürger weiter zu entwickeln. Mit dem Projekt Marseille starten wir eine Entwurfs- und Seminarreihe, die sich mit verschiedenen europäischen Städten auseinandersetzt. Dabei werden grundlegende Elemente der Stadt, wie in diesem Fall der Wohnungsbau untersucht. Marseille wurde als Stadt ausgewählt, da Sie sich wie kaum eine andere Stadt eignet, die Geschichte des Massenwohnungsbaus im 20. Jahrhundert exemplarisch zu untersuchen und zur Diskussion zu stellen.