Seit dem 3. Oktober widmet sich das Bauhaus-Museum Weimar in einer Sonderausstellung dem Schaffen zweier Weggefährtinnen der Avantgarde, deren künstlerischer Weg in Weimar beginnt. Beide Künstlerinnen, Magda Langenstraß-Uhlig (1888 – 1965) und Ella Bergmann-Michel (1895 – 1971), verbringen entscheidende Jahre ihrer Ausbildung an der Großherzoglich Sächsischen Hochschule für Bildende Künste in Weimar, beide sind später zeitweilig am Bauhaus eingeschrieben.
Magda Langenstraß-Uhlig zeichnet während des Ersten Weltkrieges in verschiedenen Lazaretten, in denen ihr Mann als Arzt tätig ist. Nach dem Krieg hält sie engen Kontakt zur Galerie »Der Sturm« in Berlin, stellt dort zusammen mit Kurt Schwitters aus, und studiert später als alleinerziehende Mutter von 1924 bis 1926 am Bauhaus in Weimar und in Dessau. Hatte sie zuerst expressionistisch gearbeitet, beschäftigt sie sich später vor allem mit abstrakter Kunst.
Beeinflusst von Dadaismus, Futurismus und Surrealismus wie auch vom Bauhaus entwickelt sich Ella Bergmann-Michel ab den 1930er-Jahren zu einer sozial engagierten Filmemacherin. Neben eindrucksvollen Bildcollagen sind von ihr fünf dokumentarische Filme überliefert, die im Umfeld des »Neuen Frankfurt« entstehen. Die vielversprechenden Karrieren beider Künstlerinnen erfahren einen Bruch in den Jahren 1932/33, als ihre künstlerische Arbeit verboten oder als »entartet« diffamiert wird. Beide versuchen später, wieder an ihre früheren Errungenschaften anzuschließen und ihr Werk weiter zu entwickeln. Erst seit den 1970er-Jahren wird das Oeuvre von Magda Langenstraß-Uhlig und Ella Bergmann-Michel nach und nach wiederentdeckt und einem breiteren Publikum vorgestellt.
Noch bis zum 4. Januar zeigt die Ausstellung ca. 40 Werke von Magda Langenstraß-Uhlig und Ella Bergmann-Michel in verschiedenen Medien, darunter Film, Fotografie, Malerei, Grafik und Collage.
Als Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung »Weggefährtinnen der Moderne« findet am 16. Dezember 2020, um 18:00 Uhr, eine Podiumsdiskussion zum Thema »Bauhaus-Frauen – Eine ›Klasse für sich‹?« statt. Neben Lehrenden und Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar nehmen auch Prof. Nathalie Singer, Professur für Experimentelles Radio und ehemalige Vizepräsidentin, sowie Tina Meinhardt, Zentrale Gleichstellungsbeauftragte, an der Diskussion teil.
Der Eintritt zur Podiumsdiskussion ist frei.
»Weggefährtinnen der Moderne: Magda Langenstraß-Uhlig und Ella Bergmann-Michel«
3. Oktober 2020 bis 4. Januar 2021
Bauhaus-Museum Weimar
Stéphane-Hessel-Platz 1 | 99423 Weimar
Mo, Mi – So 9.30 – 18 Uhr
»Bauhaus-Frauen — Eine ›Klasse für sich‹?«
Podiumsdiskussion mit Lehrenden, Mitarbeitenden und Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar
16. Dezember | 18 Uhr | Bauhaus-Museum Weimar, UG
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