30 Jahre UNESCO-Welterbe: Zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft
Mit einem Festakt am 7. Juni 2026 im Maurice-Halbwachs-Auditorium hat die Bauhaus-Universität Weimar gemeinsam mit der Klassik Stiftung Weimar, der Stiftung Bauhaus Dessau, der Deutschen UNESCO-Kommission, dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie der Stadt Weimar das 30-jährige Jubiläum der UNESCO-Welterbestätten des Bauhauses begangen.
»Wenn wir heute auf 30 Jahre UNESCO-Welterbestatus der Bauhaus-Stätten zurückblicken, dann feiern wir nicht nur eine Auszeichnung. Wir feiern eine Geschichte des Bewahrens, Erforschens und Weiterentwickelns« sagte Prof. Peter Benz in seiner Begrüßungsrede.
Der Präsident betonte: Dass die Bauhaus-Stätten heute in außergewöhnlicher Qualität erhalten sind, sei das Ergebnis jahrzehntelanger gemeinsamer Anstrengungen zahlreicher Akteur*innen aus Wissenschaft, Denkmalpflege, Politik und Gesellschaft. Doch: Für die Bauhaus-Universität Weimar bedeutet Welterbe nicht allein den Erhalt historischer Architektur. Vielmehr wird das Bauhaus-Erbe täglich neu genutzt, erforscht und weitergedacht.
Bauhaus-Idee weiterführen
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand daher auch die Frage, wie kulturelles Erbe lebendig bleibt. Die Bauhaus-Universität Weimar verstehe ihre Aufgabe nicht darin, das historische Bauhaus zu reproduzieren. Vielmehr gehe es darum, dessen Grundgedanken unter den Bedingungen der Gegenwart weiterzuführen.
Offenheit, Experimentierfreude, Interdisziplinarität und gesellschaftliche Relevanz seien auch heute zentrale Leitideen von Forschung, Lehre und künstlerischer Praxis an der Universität. Damit werde das Bauhaus nicht als abgeschlossenes Kapitel der Geschichte verstanden, sondern als lebendiger Impuls für aktuelle Herausforderungen.
Bildergalerie: Bauhaus-Universität Weimar, Fotos: Dana Höftmann
Welterbe zwischen Verantwortung, Studienalltag und Tourismus
Einen besonderen Blick auf die Herausforderungen und Chancen des UNESCO-Welterbestatus eröffnete der Festvortrag von Prof. Daniela Spiegel. Dabei rückte sie unter anderem die Frage in den Mittelpunkt, was es bedeutet, wenn Welterbe nicht nur besichtigt, sondern täglich gelebt wird.
Anders als viele UNESCO-Stätten weltweit sind die Weimarer Bauhaus-Gebäude keine reinen Museumsorte. Sie werden bis heute von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden genutzt. Lehre findet dort statt, wo einst die Bauhäusler*innen lernten und arbeiteten.
Diese besondere Situation bringe auch Spannungen mit sich. Angesichts zahlreicher Besuchergruppen, die sich für die Bauhaus-Stätten interessieren, fühlten sich Studierende gelegentlich selbst wie Teil einer Sehenswürdigkeit. Aus dieser Erfahrung heraus entstand vor einigen Jahren der studentisch organisierte »Bauhaus-Spaziergang«. Die Führungen ermöglichen Gästen bis heute einen authentischen Einblick in die Geschichte und Gegenwart des Campus.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass der Welterbestatus nicht nur Chancen, sondern auch Verantwortung mit sich bringt. Die Erhaltung der historischen Gebäude erfordert kontinuierliche Investitionen in Pflege, Sanierung und Instandhaltung. Die langfristige Sicherung des baulichen Erbes bleibt damit eine zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre.














