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Erstellt: 06. Mai 2026

Wondwossen Taddesse Gedamu verteidigt erfolgreich seine Doktorarbeit

Jährlich sterben laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 1,2 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen, über 50 Millionen erleiden Verletzungen. Obwohl sie nur einen geringen Anteil am globalen Fahrzeugbestand haben, müssen Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen 92 Prozent der Getöteten verzeichnen. Trotz eines weltweiten Rückgangs der Verkehrstoten gehört Äthiopien zu einem jener Länder mit einer Zunahme von Todesfällen. In seiner Promotion untersuchte Wondwossen Taddesse Gedamu darum die Verkehrssicherheit in Addis Abeba und identifizierte Faktoren in Bezug auf Straßen, Verkehr und Landnutzung, die die Schwere von Unfällen beeinflussen.

Addis Abeba, die Hauptstadt und größte Stadt Äthiopiens, spielt eine zentrale Rolle im politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben des Landes. Mit einer Bevölkerung von über fünf Millionen verschärft die Land-Stadt-Migration die Herausforderungen der urbanen Mobilität und Verkehrssicherheit. Allein 2022 verzeichnete Addis Abeba 403 Verkehrstote – nahezu zehnmal mehr als Berlin und viermal mehr als London. Als Fokusgebiet lieferte Addis Abeba wichtige Daten zu Unfallzahlen und- schwerpunkten.

Die effektive Identifizierung von Unfallschwerpunkten ermöglicht es Straßenbehörden und Verkehrsüberwachungsstellen, wirksame Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Traditionelle Methoden der Schwerpunktidentifizierung, die auf Unfallhäufigkeit und -rate basieren, weisen statistische Verzerrungen auf, bieten keinen räumlichen Erkenntnisgewinn und berücksichtigen die genauen Unfallorte nicht. Demgegenüber bietet die Analyse räumlicher Muster die Möglichkeit, die Beziehung zwischen Unfall-Schweregraden zu erforschen und festzustellen, ob Unfallereignisse nach Schweregrad einem Zufallsmuster folgen oder räumliche Abhängigkeiten aufweisen, sowie Hochrisikostandorte (Hotspots) mithilfe der Network Kernel Density Estimation-Methode zu identifizieren. Wondwossen Taddesse Gedamu entwickelte in seiner Arbeit einen methodischen Rahmen zur Erweiterung der Kernel-Dichte-Schätzung (KDE) für eine objektivere Identifizierung und Priorisierung von Unfallschwerpunkten. Wondwossen Taddesse Gedamu untersuchte, wie sich die Muster der Unfallschwere zwischen städtischen und peripheren Gebieten unterscheiden, und hob dabei die Notwendigkeit hervor, bei der Sicherheitsanalyse über die traditionelle Unterscheidung zwischen Stadt und Land hinauszugehen. 

Wondwossen verteidigte seine Doktorarbeit mit dem Titel "Spatial Pattern Analysis and Modeling of Road Traffic Crashes" am 29. April 2026 unter der Betreuung von Prof. Uwe Plank-Wiedenbeck (Verkehrssystemplanung, Bauhaus-Universität Weimar) und Dr. Bikila Teklu (Addis Ababa University, AAiT). Wir gratulieren Wondwossen zu seiner hervorragenden Leistung und wünschen ihm alles Gute für seinen weiteren akademischen und beruflichen Weg!

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