Weimarer Stadtgespräch, 17.05.2026

Kulturzentren als „Dritte Orte“
Les centres culturels comme « tiers-lieux »
18.30-21.00, Atrium, Weimar

Was haben Kulturzentren mit sogenannten „Dritten Orten“ zu tun?
Dieser Frage widmet sich das Weimarer Stadtgespräch am 17. Mai 2026 im Atrium in Weimar.

Quel lien existe-t-il entre les centres culturels et ce que l’on appelle les « tiers-lieux » ? C’est à cette question que se consacrent les „Dialogues urbains de Weimar“ le 17 mai 2026 dans l’Atrium de Weimar.

In der Stadt- und Kulturforschung bezeichnet der Begriff der „Dritten Orte“ soziale Treffpunkte jenseits von Wohnung (erster Ort) und Arbeitsplatz (zweiter Ort). Sie gelten als offene, niedrigschwellige Räume, die Begegnung, Austausch und Teilhabe ermöglichen und damit eine zentrale Rolle für gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Aushandlungsprozesse und nachhaltige Stadtentwicklung spielen.

Im Mittelpunkt des Abends stehen zwei (ehemalige) Kulturstandorte in Thüringen – die Sendehalle und das Volkshaus Weimar –, die unter die Linse der ‚Dritten Orte‘ genommen werden und deren Potenzial als solche diskutiert wird.

Der Abend beginnt um 18.30 Uhr mit einer filmischen Einstimmung. Gezeigt werden drei Kurzfilme von Studierenden aus Weimar und Amiens, die sich künstlerisch mit verschiedenen dritten Orten in Weimar auseinandersetzen. In Zusammenarbeit mit einem französischen Fotografen und Filmemacher entstehen persönliche Zeugnisse von Bewohnerinnen und Bewohnern, ebenso wie experimentelle Klangarbeiten, die diese Ort auf neue Weise erfahrbar machen.

Der Einstieg in die Diskussion liefert Karen Büchner von der Stadt Weimar, mit der Perspektive des Denkmalschutzes. Verantwortlich für die Generalsanierung des Theaters Weimars hat Frau Büchner eine vertiefte Perspektive zu „dritte Orte“, wie das Volkshaus. Anschließend stellt Martin Kranz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Sendehalle Weimar, die Entwicklung dieses besonderen Kulturprojekts vor und diskutiert dessen Anspruch, als offener Ort für unterschiedliche Nutzungen zu wirken. 

Mit der Zukunftsort-Gruppe „Obermühle Steudnitz“ werden Erfahrungen beim Aufbau eines Zukunftsortes und insbesondere die gemeinschaftlichen Prozesse, die diesen getragen haben, erläutert und mitgeteilt. Gerade die Frage, wie Orte durch kollektives Engagement entstehen, gestaltet und langfristig belebt werden können, steht im Zentrum unseres Stadtgesprächs.

Den Abschluss bildet der Architekt Luc Schuitten, der aus seiner internationalen Praxis zu Begegnungsorten berichtet. Er hinterfragt dominante Planungs- und Eigentumslogiken, macht Ausschlussmechanismen im öffentlichen Raum sichtbar und eröffnet einen utopischen Horizont für Zugänglichkeit und soziale Gerechtigkeit in Architektur und Stadtentwicklung.

Die Moderation übernimmt das Kollektiv „Stadtverwicklung“, sowie Yann Colonna, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IfEU und Experte für Zwischennutzung und Leerstandmelder. Die Diskussion findet auf Deutsch und Französisch statt. Es werden kleine Gesprächsgruppen organisiert.

Ab 20.15 Uhr klingt der Abend in gemütlicher Atmosphäre aus.

Podiumsgäste:

  • Karen Büchner, Untere Denkmalschutzbehörde Weimar

  • Martin Kranz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Sendehalle Weimar

  • Luc Schuiten, Atelier d’Architecture Schuiten sprl

  • Zukunftsort „Obermühle Steudnitz“

  • Stadtverwicklung und Yann Colonna, Bauhaus-Universität Weimar, Moderation

Die Veranstaltung findet in deutscher und französischer Sprache statt.
In Kooperation mit dem Sprachenzentrum der Bauhaus-Universität Weimar, dem IfEU sowie der Fakultät Medien.

Der Eintritt ist frei.