Stadtlogistik

PODIUMSDISKUSSION

Das Konzept der „just transition“ tauchte Anfang der 1990er Jahre unter amerikanischen Gewerkschaftern auf. Sie setzen ihn defensiv ein, um Arbeiter*innen in der fossilen Brennstoffindustrie vor den Auswirkungen der Klimapolitik auf ihre Arbeitsplätze und ihre Renten zu schützen. Wie jedoch mehrere umweltwissenschaftliche Studien gezeigt haben, standen Arbeiter*innen oder sozial schwache Bevölkerungsgruppen, deren Gesundheit und soziale Bindungen besonders den industriellen und gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind, oft an vorderster Front bei der Durchsetzung der ersten Umweltgesetze. Ein Beispiel dafür ist in Frankreich das Asbestverbot.

Stellt die aktuelle ökologische, soziale und geopolitische Krisensituation eine Chance für eine just transition?

Ausgehend von der Beschaffungspolitik der Bauhaus Universität Weimar möchten wir bei einer Podiumsdiskussion mit lokalen Gewerkschaftern, und Vertretern des Hochschulmanagement diese Frage anregen.

Wie kann die Universität ihre Beschaffungsprozesse umweltverträglicher gestalten? Welche Strategien und Partnerschaften mit lokalen Bürgerinitiativen, Vereinen, Gewerkschaften und lokalen Unternehmen entwickeln, kann sie entwickeln, um zur sozio-ökologischen Umgestaltung von industriellen und logistischen Arbeitsorganisationen und Infrastrukturen beizutragen? Welche Alternativen gibt es, um die Anpassungen an den Klimawandel mit der Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu verbinden?

Ort: Institut für europäische Urbanistik / Belvederer Allee 5 - 99425 Weimar

Termin: 28.4.2026 / 17:30 Uhr

Gäste: Prof. Cécile Cuny, Universität Strassburg
Frank Günther, ver.di Thüringen
Julia Langhammer, DGB Hessen-Thüringen

Moderation: M. Sc. Tanja Potežica, Dr. Elodie Vittu, Bauhaus-Universität Weimar

Stadtlogistik: Waren in Bewegung in Weimar und Thüringen

Die Logistik, die sich mit der Organisation des Verkehrs und der Handhabung von Fertigwaren von ihren Produktionsstätten bis zu ihren Verbrauchsstätten befasst, ist eine Infrastruktur der Globalisierung, die sich seit den 1980er Jahren in allen Industrieländern als eigenständiger Wirtschaftszweig herausgebildet hat. Sie hat sich in der Nähe der Verkehrsinfrastruktur (Containerhäfen, Frachtflughäfen, multimodale Plattformen, Autobahnen, Wasserstraßen) und am Rande der großen Ballungsräume am Meisten entwickelt.

Dennoch hat Logistik die Stadtzentren nicht verlassen: Geschäfte, Büros und Privatpersonen - durch den Aufschwung des Online-Handels und des Plattformkapitalismus - erzeugen eine wachsende Nachfrage nach Logistik, die durch die jüngste Gesundheitskrise noch verstärkt wurde. Diese Industrie muss aber an dichten städtischen Kontexten angepasst werden, wo die öffentliche Politik gleichzeitig versucht, CO2-Emissionen, visuelle und akustische Verschmutzung oder Verkehrsstaus zu begrenzen. Die "Stadtlogistik" bietet somit eine Reihe von Immobilien- und Mobilitätslösungen, die auf diese Herausforderungen abzielen, doch die Tätigkeiten, die sie umfasst (Umschlag und Auslieferung von kleinen Paketen), gehen auch mit Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen am Rande des Rechts einher.

 

Diskussionsrunde: Akteure, Politik und Skalen der logistischen Abläufe an der Bauhaus-Universität Weimar

Institut für Europäische Urbanistik
Donnerstag 7. Dezember 2023
17 Uhr – 20 Uhr
BUWeimar – Hauptgebäude – Oberlicht-Saal
elodie.vittu[at]uni-weimar.de und cecile.cuny[at]uni-weimar.de

Die Logistik ist an allen unseren täglichen Aktivitäten beteiligt und der Betrieb einer Universität stützt sich auf eine logistische Infrastruktur, die in Eigenregie durchgeführt oder an spezialisierte Dienstleister vergeben wird. Dieser erste Teil des Programms wird die Akteure, die Politik und die Skalen vorstellen, in die die logistischen Ströme eingebettet sind, die die Bauhaus-Universität Weimar mit anderen Räumen in der Stadt, ihrem Umland oder im Land Thüringen verbinden.

Programm
Grußwort von Dr. Ulrike Kuch, Vizepräsidentin für gesellschaftliche Transformation, Bauhaus-Universität Weimar
Jun. Prof. Dr.-Ing. Daniela Zupan, Direktorin des Instituts für Europäische Urbanistik, Bauhaus-Universität Weimar

- Dr. Cécile Cuny, Der fehlende Link: die logistischen Ströme von der BUW sichtbar machen

- Bachelor Urbanistik (unter der Leitung von Tanja Potezica), Planungsprojekt „Autos Pullover Sockelleisten: Perspektiven für Räume der materiellen Produktion in Thüringen“

- Diskussionsrunde mit:
Frau Tina Morgenroth, Stadtratsmitglied der Fraktion Mehrwertstadt Erfurt und Koordinatorin der Anlauf- und Beratungsstelle "Faire Mobilität in Thüringen" 

Herr Frank Günther, Gewerkschaftssekretär Fachbereich Postdienste, Spedition, Kurier-, Express-, Paketdienste und Logistik, Ver.di Thüringen 

German-French perspectives on urban logistics

Institut für Europäische Urbanistik
Friday 8th December 2023
9 am – 3:30 pm
Ifeu, room 007
elodie.vittu[at]uni-weimar.de und cecile.cuny[at]uni-weimar.de

This scientific workshop will present a state of the art on urban logistics in Germany and France, based on two perspectives : an urban planning approach will look at how logistics places are produced in cities, and the different urban and architectural forms associated with their development; a sociological approach will examine the impacts of this activity on work, labour markets and the professional and residential mobility of workers in cities.

Programm

9:30 am           Greeting by Elodie Vittu (BUW) and Cécile Cuny (BUW)

9:45 11:30 am   Logistical geographies: logistical development and metropolisation

Moderation by Grischa Bertram (Bauhaus University Weimar)

Adeline Heitz (CNAM University): Dualisation of logistics and the future of intermediate logistics in the Paris metropolitan area

Nora Mareï (French National Centre for Scientific Research): Logistical metropolises in transition: Brussels - Paris - Casablanca - Nouakchott

Nicolas Raimbault (Nantes University): New blue-collar jobs, new blue-collar neighbourhoods ? A comparison between Paris and Vancouver

Tanja Potezica (Bauhaus University Weimar): Labour and spatial planning: a socio-economic perspective on the Erfurter Kreuz

11:30 am1 pm Lunch

13 pm                Rationalising flows: the city as place of casual work

Moderation by Sandra Huning (Bauhaus University Weimar)

Claire Burban (Nantes University): The spatial dimension of the work of platform delivery workers: Comparing the use of algorithms for the management of delivery workforce in Nantes and Marseille.

Moritz Altenried (Humboldt University Berlin): Urban Logistics: Platforms, Labour, Mobility.

Cécile Cuny (Bauhaus University Weimar): Housing policies as part of labour categorisation: the example of three logistics companies in Paris, Frankfurt/Main and Kassel

3 – 3:30 pm          Conclusions