Talks@eTeach

Innovativ, kooperativ, gefördert: Talk@eTeach am 19. Januar 2023, 13-14 Uhr mit Prof. Döbel von der Dualen Hochschule Gera-Eisenach und Geförderter eines Kooperativen Impulsprojektes

Medienbereicherte Lehr-,Lern- und Prüfungsformate kooperativ weiterentwickeln und dafür Fördergelder aus dem eTeach-Netzwerk erhalten - wie kann das gut funktionieren? Wie gestaltet sich der Weg von der Antragsidee über die Bewilligung bis hin zu Projektergebnissen? Was sind Learnings? Und überhaupt - was sind spannende und förderfähige Themen? Im Impulsprojekt von Prof. Döbel wird die Digitalisierung dazu genutzt, um den Lernfortschritt von Studierenden zu ermitteln. Dazu werden vorlesungsbegleitende Aufgaben generiert und die Antworten der Studierenden möglichst automatisiert ausgewertet. Im Talk werden die Planungen und Umsetzungen zu diesem Vorhaben vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert. Außerdem geht es um das Format der Kooperativen Impulsprojekte und die damit verbundenen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen.

eLab Veranstaltungen

Anmeldung zum Talks@eTeach (kostenfreie Teilnahme)

Das war der Talk am 22. September, 13 bis 14 Uhr zum Thema Game Based Learning

Mit den Worten "Um gleich mal zu spoilern: Ich werde nichts über Game Based Learning erzählen." begann Amir Madany Mamlouk, Privatdozent am Institut für Neuro- und Bioinformatik an der Universität zu Lübeck, seinen Input bei Talks@eTeach. Seiner Aussage folgte ein spannender Input in der er voller Begeisterung von Weiterentwicklung seiner Vorlesung " Einführung in die Bioinformatik“ in eine positiv-bestärkende Lernerfahrung berichtete. Anstatt auf der klassischen summativen Leistungserfassung zu bestehen, passte er den Ablauf der Vorlesung so an, dass die Studierenden im Laufe der Vorlesungszeit Erfahrungspunkte sammeln können, aus denen sich dann die Abschlussnote ableitet und damit ein Bestehen auch ohne Klausur ermöglicht. Die die Vorlesung begleitenden Übungen können in einem Moodle-Raum absolviert werden. Besonders motivierend fanden die Studierenden bei dieser neuen Art zu Lernen die Möglichkeit, durch selbstbestimmtes Entscheiden schnell zu ersten Erfolgen gelangen zu können. Klare Regeln, ein transparentes Belohnungssystem sowie kontinuierlich ansteigender Schwierigkeitsgrad, vor allem aber die Planbarkeit des Studienerfolges begeisterten viele der etwa 600 Studierenden, die in den letzten 5 Jahren an dem transformierten Modul teilgenommen haben. Die Folien zum Input können >>> hier heruntergeladen werden.

Das sind die vergangenen Talks 2021/2022

7. Juli 2022

Mit dem Titel „Es gibt kein richtiges Ausruhen im falschen.“ eröffnete Amrei Bahr die These, dass Ausruhen oft nur als individuelle Eigenverantwortung betrachtet wird aber eigentlich zum Zwecke der Selbstoptimierung in unserem Arbeitskontext missbraucht wird. Institutionelle und strukturelle Probleme und Missstände in der akademischen Arbeitswelt erfordern eine überhöhte Anpassung der und des Einzelnen an Leistungsanforderungen, -erwartungen und -druck. Als Juniorprofessorin und Buchautorin bleibt ihr jedoch leider selbst zu wenig Zeit für das Ausruhen. Der Austausch zu dem Thema, das Bewusstmachen dieses Missverhältnisses aus individueller und struktureller Verantwortung sind wichtige Impulse auf dem Weg (zurück) zum Ausruhen des Ausruhens Willen. Die Inputfolien zum Austausch vom 7. Juli können >>> hier heruntergeladen werden.

12. Mai 2022

Studierende dafür zu sensibilisieren, die Perspektive der Nutzer:innen von Räumen einzunehmen, ist ein wichtiges Lernziel bei Vertr.-Prof. Dr. Sven Scheider von der Bauhaus-Universität in Weimar. Mit dem Projekt OpenVREVAL (gefördert vom TMWWDG) hat er ein Virtual Reality basiertes Werkzeug zur nutzerzentrierten Bewertung von Gebäudeentwürfen entwickelt und wendet es in seiner Lehre an. Seine Studierenden untersuchen mit diesem Werkzeug, wie Nutzer:innen sich in ihren Gebäudeentwürfen bewegen und orientieren können; wie die Räume auf sie wirken und ob sie für bestimmte Nutzungen geeignet sind. Im Talks@eTeach am 12. Mai mit dem Titel Virtual Reality basierte Nutzerstudien in der Architekturausbildung präsentierte Vertr.-Prof. Dr. Sven Scheider das Lehrkonzept und seine Erfahrungen rund um den Einsatz von VR-basierten Nutzerstudien in der Lehre. Die Präsentationsfolien zum Input stehen >>> hier zum Download bereit.

10. März 2022

Umgedrehter Unterricht ist der deutsche Ausdruck für die Lehrmethode „inverted classroom“. Diese Methode wird in vielen Fächern der hochschulischen Lehre angewendet, didaktisch analysiert und diskutiert. Unser Talks-Termin am 10. März 2022 befasste sich mit dieser Entwicklung: Professor Christian Spannagel ist Professor für Mathematik und Mathematikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Außerdem hat er das Amt des Prorektors für Forschung, Transfer und Digitalisierung inne. Seine Arbeitsgebiete umfassen neben Mathematik- und Informatikdidaktik auch das computerunterstützte Lernen und Lehren. Er ist mit zahlreichen Preise für seine innovativen Lehrkonzepte ausgezeichnet worden. Seit jeher ist ihm transparente und öffentlichkeitswirksame Forschung und Lehre ein Anliegen, weshalb beispielsweise viele seiner Vorlesung bei YouTube veröffentlicht sind. In seinem Impuls berichtete er über seinen reichen Erfahrungsschatz rund um und mit der Methode des „inverted classrooms“.

Zusammenfassung zum Impuls:

Der Impuls begann mit einer überraschenden Aussage: "Inverted/Flipped hat nichts mit online-Lehre oder Videolernen zu tun! Das funktioniert auch analog" und ist eine Methode von vielen. Das besondere am Inverted Classroom ist, dass diese Präsenz als wertvolle, gemeinsame Lernzeit zur sozialen Interaktion in den Mittelpunkt stellt. Generell ist die Methode so strukturiert, dass die Studierenden sich mit diversen Materialien (Erklärvideos, Texte, Aufgaben) vorbereiten. Wenn sie dann an der Hochschule im Hörsaal sind, werden die Fragen besprochen und Probleme behandelt. Der/die Lehrende wechselt die Rolle bildlich gesprochen vom alleinunterhaltenden Musiker zum Dirigenten des Studierenden-„Orchesters“.

Wie wird ein Inverted Classroom geplant? 

  • "Von Hinten nach vorne“: Geplante Stunden, Grundstruktur, Alternativen überlegen. Aufschreiben. Aufgabe, was dann… Planung. Zeitschätzung.
  • Zum „Design Researcher“ werden: eigene Lehre beforschen!
  • Nur IC, wenn ausreichend fachlichen Kenntnisse. Sonst auch klassische Formate eine Möglichkeit. 

Wichtige Tipps zum Ablauf eines Inverted Classroom Konzepts:

  • Aufgaben jede Woche, auf Verbindlichkeit hinweisen
  • An Vorbereitung erinnern! bspw. Erinnerungsmails versenden
  • Nicht wiederholen oder zusammenfassen in der nächsten Sitzung. denn dann bereitet sich niemand mehr vor - Konsequent bleiben!
  • Studierende aktivieren und ihre Motivation/ihre Themen und Interessen herauskitzeln und dort ansetzen

Wie lassen sich Studierende motivieren?

  • Wenn sie sich als autonom wahrnehmen – Daher immer mehr Texte zur Auswahl! Wahlfreiheit ist wichtig (nicht überall, echte Wahl!) Aus unterschiedlicher Perspektive.
  • Extrinsisch: Soziale Einbindung wichtig: man ist nicht alleine… Ich komme nicht mit, Gruppe, gegenseitig, unterstützt sich.
  • Intrinsisch: Kompetenzerleben, leistbare Herausforderung: Nicht zu leicht und nicht zu schwer. Heterogen: Verschiedene Schwierigkeitsstufen. Natürliche Differenzierung = möglichst offene und auch komplexe Aufgaben
  • Wofür braucht man das? Inhaltliches Interesse für das Fach, Instruktionsqualität, Handlungsvielfalt.
  • Blumenstrauß an Methoden, kein deterministisches, sondern stochastisches System: Je mehr Möglichkeiten, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass gut gelernt wird
  • Ziel und Voraussetzung: Selbstbestimmtes Lernen. Kann mit der Methode frühzeitig eingeübt werden. Muss daher auch eingefordert werden

Verwendete Methoden und Kommunikation mit den Studierenden

  • Immer wieder die Methode erklären. Sprechstunden, Foren, eLearning, Unterstützung für diejenigen, die nicht damit zurechtkommen.
  • Viel im Hörsaal über ThinkPairShare und Murmelrunden. Begleiten, Ideen einsammeln. An die Tafel. Neue Frage. Häufige Wechsel zwischen Methoden
  • Daher: Regeln etablieren für Kommunikation/ zur Ruhe kommen. Z.B. Klangstab oder anderes Signal. Rituale rahmen wertvolle Präsenzzeit (spart Nerven und Zeit…)
  • „Aktives Plenum“: Studierender vorne, Einer moderiert. Letzte Reihe. Mit bis zu 250 Studierenden möglich. Feedback am Anfang nach 4 bis 5 Sitzungen. Ins Gespräch kommen mit Studierenden: Begründen, warum man das so macht. Besser als Fragebogen.
  • Flexibel bleiben bei Methodenwahl und Zeiteinteilung, evtl. anpassen. Uhr umstellen.

Nachteile der Methode

  • Auseinanderklaffende Schere: Schlechte Studierende kommen nicht mit, die Guten werden besser.  
  • Aufwändig Methode: in der Vorbereitung und Umsetzung sowie Anpassung an Studierende
  • Differenzierung als Herausforderung. Heterogene Studierende: Soziaökonomische Hintergrund, Lernstrategien

Zum Weiterklicken: >>>Vortrag: Mathematikvorlesung auf den Kopf gestellt sowie: >>> Flipped Classroom: Ist ja Quatsch, dieselben Sachen wieder zu erzählen

Vortragsfolien des Talks@eTeach-Impulses werden auf Anfrage versandt:
Bitte melden Sie sich bei iren.schulz@uni-wemar.de

Hybridsetting am 10.03.22 | Fotos eTeach-Netzwerk

27. Januar 2022

Professor:innen, die neu an eine Hochschule oder Universität berufen werden, stehen vor einer Vielzahl neuer Herausforderungen. Dazu gehören aktuell und (davon ist auszugehen) auch zukünftig Kompetenzen und Erfahrung in der Gestaltung und Durchführung von online und hybriden Lehrveranstaltungen. Vor diesem Hintergrund befassten wir uns im Januartalk mit dem Zusammenspiel von Neuberufenen und Digitalisierung. Als Impulsgebenden konnten wir Professor Michael Garkisch von der Fachhochschule Erfurt gewinnen. Er ist seit einem Jahr Professor und begann seine Lehre mitten in der Corona-Pandemie. Er berichte davon, was es für ihn hieß, während der Pandemie berufen worden zu sein und die eigenen Lehrveranstaltungen von Beginn an digital zu konzipieren und durchzuführen:

  • Ausgangslage: die Höhe der Lehrverpflichtung(en) ist nicht zu unterschätzen
  • Aufbau des moodle-Kurses: Einführung, 1. Selbstlernphase, Zwischenreflexion, 2. Selbstlernphase, Repititorium, Abschluss, Klausurvorbereitung
  • Aufbau Selbstlerneinheit: Lernziele, Wissenslandkarte, Inhalte - tlw. als Vodcast mit Untertiteln, „Call to action“: Quizze, Padlet, Kreuzworträtsel, Forums-Fragen
  • Ablauf: Lektionen erst nach und nach freischalten
  • Bearbeitungszeitraum: klar definieren
  • Lernen: Studierenden auf Augenhöhe begegnen und informelles Lernen ermöglichen
  • Prüfungen: semesterbegleitend über Moodle anbieten oder über Badges, wenn möglich
  • Lehren und Forschen: an Publikationsmöglichkeit denken, Thüringer-LLVO lässt Freiräume für „Experimente“ oder durch Projekte
  • Arbeitsaufwand: Entwicklung, Betreuung und Nachbereitung deutlich höher daher konkrete Planungen wichtig
  • die asynchrone Lehre hilft weniger (Be-)Lehrer und mehr Lern-Coach zu sein
  • sieht ein zukünftiges Berufsfeld des „Learning Designers“

Hybridsetting am 27.01.22 | Fotos eTeach-Netzwerk

11. November 2021

Der Talk zum Thema Hybride Lehrveranstaltungen am 11. November 2021 fand tatsächlich auch in einem hybriden Setting statt. Denn nach einer langen Zeit der Onlineformate im Rahmen von Lehrveranstaltungen an unseren Hochschulen, nimmt der Bedarf an hybriden Formaten zu. Die Fragen drehten sich um technische Ausstattung, didaktisch-methodischer Aufbereitung sowie damit verbundenen Vor- und Nachteilen für Lehrende und Lernende. Diese und weitere Fragen wurden praxisnah aufgegriffen und diskutiert sowie ein hybrides Raumkonzept installiert und präsentiert. Impulsgeber:innen waren:

Lana Iwanjek: Jun.-Professorin am Lehrstuhl Didaktik der Physik, TU Dresden.
Impuls: Interaktive Formate in hybriden Lehr-Lern Settings. >>> zur Präsentation

Zaryab Chaudhry: Fachstelle „Werkzeuge & Schnittstellen“ im eTeach-Netzwerk Thüringen. Impuls: Streaming 101. Ein Blick in die hybriden Setup für Vorlesungen >>> zur Präsentation

Hybridsetting am 11.11.21 | Fotos von Matthias Eckert

16. September 2021

Der nächste Talk fand im September zum Themenschwerpunkt "Formative Prüfungsformate" statt.

Uwe Cämmerer-Seibel: Fachstelle Formate & Methoden im eTeach-Netzwerk Thüringen mit dem Impuls "Kapiert? - Einsatz formativer ePrüfungen aus mediendidaktischer Sicht"

  • Grundfrage: Wie wirkungsvoll sind formative Tests/Assessments in digitalisierten Lehr-/Lernformaten und wie lassen sich diese in der Praxis anwenden?
  • Antwort: Das Sich-selbst-prüfen während des Lernens (vergleiche etwa das Vokabellernen mit Karten oder Apps) ist eine gut belegte und effektive Lernstrategie. Insbesondere in digitalisierten Formaten lässt es sich variabel einsetzen und hat viele Vorteile:
  • Der Lernstand sowie Missverständnisse und typische Fehler können einfach erhoben werden
  • Die Tests sind flexibel einsetzbar, lassen ausführliches Feedback zu und erhöhen bei richtiger Anwendung die Motivation der Studierenden.
  • Als Nachteile sind zu nennen: Noch geringe Verbreitung unter Studierenden und erhöhter Aufwand auf Seite der Lehrenden.
  • Als Beispiel werden zwei online-Bachelor-Module vorgestellt. Eine Kombination aus Online-Vorlesung, Online-Seminar und einem LMS in moodle.
  • Wichtig ist die Vereinbarung der Methode selbst als Lernziel im ersten Seminar, die frühzeitige Ankündigung und Verzahnung der Tests mit den Online-Lehreinheiten.
  • Die Aufteilung, Reihenfolge und Schwierigkeiten der Tests sollten nach Blooms erweiterter Lerntaxonomie geplant und umgesetzt werden.
  • Als Beispiele für Formate werden für BigBlutButton verschiedene Audience Response-Formate und Gruppenarbeiten vorgestellt.
  • Für das LMS in moodle praktische Beispiele zur Umsetzung in unterschiedlichen Testformaten gegeben.

Dr. Petra Lepetit: eTeach-Kontaktstelle an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena mit dem Impuls "Ist das prüfungsrelevant?" - Lehre und Prüfen durch Constructive Alignment aufeinander abstimmen" 

  • Grundfrage: Wie lassen sich Ziele und Erwartungen von Lehrenden und Studierenden in Einklang bringen?
  • Antwort: Durch Constructive Alignment - die Prüfungsgestaltung sollte mit den Lernergebnissen zusammenpassen und die Lehr-Lern-Aktivtäten darauf abgestimmt werden:
  • Dabei sind sowohl die Lernergebnisse oder "Learning Outcomes" als auch die erwarteten Prüfungsleistungen möglichst transparent zu kommunizieren.
  • Zusätzlich bietet sich an, diese nach einem Niveaustufenmodell einzusortieren
  • Zunächst werden in diesem Prozess die Lernergebnisse nach der SMART-Methode in der Was-Womit-Wozu-Struktur formuliert. 
  • Dann die Inhalte auf Basis dieser Lernziele festgelegt.
  • Schließlich werden sowohl die Prüfungs- als auch die Lernmethoden angepasst an das jeweilige Lernlevel ausgewählt.
  • Als Beispiel wird ein Python-Grundlagen-Kurs aus der Lehrveranstaltung Informatik vorgestellt, inklusive eines Tests zur Selbsteinschätzung der Studierenden.
  • >>> Download der Vortragsfolien als pdf

22. Juli 2021

Von folgenden Fragen geleitet, fand am 22. Juli der erste Talks@eTeach-Austausch zum Thema Alternative Prüfungsformate statt: Welche Formate für Online-Prüfungen haben Sie ausprobiert und was war zielführend und was nicht? Wie müssen Fragen in open book Klausuren formuliert werden, damit das Fachwissen der Studierenden aber auch ihre Kompetenzen in Bezug auf die Anwendung und Analyse des Gelernten geprüft werden können? Um allen, die beim Talk nicht dabei sein konnten, die Möglichkeit zu geben, die Beiträge der Impulsgeber:innen nachzulesen, finden Sie hier eine Sammlung vorgestellter Praxisbeispiele:

Prof. Dr. Ulrike Garscha, Universität Greifswald: "Digitale Prüfungen - Fluch oder Chance? Erfahrungen im Fach Pharmazie"

  • Grundfrage: Haben Vorteile und Chancen digitaler Prüfungen in der Praxisanwendung bestand
  • Antwort: Ja! Grundlegend bieten digitale Prüfungen die große Chance, Lehre nachhaltig zu verändern und Anwendungswissen zu prüfen! Aber:
  • Technik: oft heterogen und schwierig, darf nicht zum Nachteil der Studierenden werden, daher: SOPs und Probeklausuren
  • Leistungsnachweis: nicht immer kompatibel mit Staatsexamen, weil da Fakten gefordert, hohe Fehlerquote Aufbau und Durchführung: Variable Zufallsauswahl aus Fragenpool (MC und Variationen) mit hoher Fragendichte und Zeitdruck, Hiwi-Telefon-Support, Videoüberwacht, mit SEB
  • Korrektur: Automatisch in Moodle, tlw. noch schwierig mit z.B. griechischen Buchstaben, Formeln, 3D-Strukturen, chemische Strukturen, Kaskaden
  • Fazit Lehrende: Sehr hoher Aufwand in Vorbereitung und Auswertung, >50 Überwachung nicht möglich, rechtliche Fragen offen, Nutzung Fragepool langfristig gut, ebenso Reports/Statistiken, insbesondere für Eingangs- und Selbstlernklausuren, gute Zusammenarbeit mit den Studierenden, universitäre Lehrkonzepte müssen neu gedacht werden („Was und wie wollen wir in Zukunft lehren“), dieser Veränderungsprozess soll mit den Studierenden gemeinsam begangen werden
  • Fazit Studierende: Probeklausur essentiell, tlw. technische Probleme, hoher Zeitdruck, Klausurinhalte viel schwerer
  • >>> Download der Vortragsfolien als PDF

Dr. Sascha Schneider, Technische Universität Chemnitz: "Kann ich Anwendungswissen online prüfen? Praktische Erfahrungen zu einer digitalen Open-Book-Klausuren im Rahmen eines Statistikseminars"

  • Voraussetzungen: Master-Kurs, 42 Studierende, heterogen bzgl. Vorwissen
  • Ziele: Statistik-Kenntnisse direkt in gängiger Software anwenden können. 100% turn: analog -> digital und Theorie->Praxis
  • Kursaufbau: Wiederholung, Analyseformen mit Übungen (mit Software), freies Üben, Probeklausur, Open-Book-Klausur Vorbereitung Klausur: Personalisierung von Datensätzen, Erstellung von Aufgaben und Infoblatt, Festlegung Prüfungszeit, Passwortvergabe, Einrichtung Prüfungsraum (TUCExam) Aufbau und Durchführung: Take-Home-Klausur, Speedtest vorab, 30' Vorbereitungszeit, 90' Bearbeitung, 6 Aufgaben von leicht nach schwer, mit Software, hoher Anwendungsteil, Hiwi-Telefon-Support
  • Fazit Lehrende: Sehr hoher Aufwand in Vorbereitung und Auswertung, kaum Möglichkeit zu Betrügen, aber rechtlich nicht verankert (Freiversuch), Vielfalt der Abfrageformate gut
  • Fazit Studierende: Probeklausur essentiell, keine technischen Probleme, alle im Zeitrahmen geschafft, guter Schnitt, fair, hoher Anwendungsteil
  • >>> Download der Vortragsfolien als PDF

Was ist Talks@eTeach?

Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe heißt: Lehrende profitieren vom Austausch untereinander. Talks@eTeach bietet Raum für Impulse aus der Lehrpraxis, Erfahrungsaustausch und Vernetzung. Das Format soll dabei unterstützen, Erfahrungen der Hochschullehrenden zu berufsbezogene Themen miteinander zu teilen und voneinander zu lernen. 

Online und kurzweilig: Talks@eTeach ist ein Online-Format, das alle zwei Monate stattfindet. Jeweils von 13 bis 14 Uhr werden Praxisbeispiels aus der hochschulischen Lehre von einer/m Hochschullehrenden vorgestellt, dem ein Austausch über gelungene Entwicklungen, Hürden, Grenzen und manchmal auch gescheiterten Vorhaben mit den Teilnehmenden folgt.

Unser Antrieb: Das eTeach-Netzwerk fördert die hochschulübergreifende Zusammenarbeit und nimmt sich den Fragen und Herausforderungen der digitalen Transformation der Hochschullehre gemeinsam mit den Lehrenden der Thüringer Hochschulen an. Mit Talks@eTeach öffnen wir Erfahrungsräume, indem wir fachliche Expertise als „Beispiele guter Praxis“ bekannt machen und hochschulübergreifend diskutieren und einordnen. Wir laden Sie herzlich ein, (gern auch spontan) teilzunehmen und den Dialog mitzugestalten!