Das Archiv der Moderne ist in die aktuelle Forschungsinstitution Bauhaus-Universität Weimar eingebettet, so öffnet sich das Depot als Ort des stillen Bewahrens, indem seine Sachzeugnisse Gegenstand von Ausstellungen, Forschungen und Tagungen werden.

Aktuelle und bisherige Ausstellungen und Veranstaltungen:

»Ernst Neufert – Leben und Werk des Architekten / Einblicke in das Privatarchiv«

Eine Doppelausstellung

Zusammen mit dem Fachgebiet Theorie und Geschichte der Architektur der Technische Universität Darmstadt zeigte das Archiv der Moderne und die Professur Theorie und Geschichte der modernen Architektur der Bauhaus-Universität Weimar in einer Doppelausstellung die wichtigsten Stationen des renommierten Architekten und international anerkannten Autors der Bauentwurfslehre, Ernst Neufert. Die umfangreiche Tafelausstellung aus Darmstadt, die nach Nürnberg und Dessau nun auch in Weimar Station nahm, wurde durch eine Präsentation aus dem Archiv ergänzt, die sich auf den Zeitraum von 1900 bis 1945 beschränkte, der sich ja in besonderer Weise auf Weimar bezieht.
Damit kehrte Neufert an seinen ersten Wirkungsort zurück. In Freyburg a.d. Unstrut aufgewachsen, nahm Neufert 1915 an der Großherzoglich Sächsischen Baugewerkenschule zu Weimar unter Paul Klopfer ein Studium auf, das er 1918 erfolgreich als „Techniker“ abschloss. Darauf folgten die Ausbildung am Staatlichen Bauhaus Weimar, Neufert war der erste Architekturstudent am Bauhaus, und eine praktische Tätigkeit im Privatatelier von Walter Gropius, dem er auch nach Dessau folgte. 1926 wurde er wieder nach Weimar gerufen, um eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst anzunehmen. Als Leiter der Architekturabteilung und stellvertretender Direktor leitete er zusammen mit Otto Bartning das „aktive Bauatelier“. Aus dieser Zusammenarbeit gingen die ersten Bauten hervor, für die Neufert als Architekt verantwortlich zeichnete: das Studentenhaus und das Abbeanum in Jena.
1930 musste Bartning auf Weisung des Thüringischen Volksbildungsministers Frick - des ersten Ministers der NSDAP - alle Lehrende entlassen. Daraufhin begann Neufert in seinem Haus in Gelmeroda, das er 1929 als Holzskelett-Versuchshaus errichtet hatte, seine Tätigkeit als freier Architekt. Seinen eigentlichen Durchbruch erfuhr er mit der Herausgabe der Bauentwurfslehre 1936, einem Standardwerk für Normung und Bauplanung, das 2012 in der 40. Neuauflage erschien und bisher in 19 Sprachen übersetzt wurde.
1942 wurde Neufert von Albert Speer zum Reichsbeauftragten für Normenfragen berufen. Ab 1944 war er im Arbeitsstab für die Wiederaufbauplanung bombenzerstörter Städte für den Bereich Normung zuständig. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitet er als freier Mitarbeiter in der Abteilung »Bauforschung - Entwicklung und Normung« der Organisation Todt an der Fortschreibung der DIN-Normen, die den Wiederaufbau in Deutschland nach Kriegsende maßgeblich begleiteten sollten.
1946, an die Hochschule in Darmstadt berufen, prägte er dort das Profil der Architekturfakultät und wurde zu einem der renommiertesten Industriebauarchitekten der BRD. Seine wohl bekanntesten Bauten sind die Anlagen für die Eternit AG, die Schott-Werke, die Dyckerhoff AG und das Großversandhaus Quelle in Nürnberg.

2. April 2014 (Eröffnung) | 2. April bis 4. Mai 2014

Hauptgebäude Bauhaus-Universität Weimar | Geschwister-Scholl-Straße 8 | 99423 Weimar

»Christian Schädlich – 90. Schülerarbeiten 1947–1952«

Einzelausstellung

Der Architekturtheoretiker Christian Schädlich, Emeritus und zugleich Absolvent der Weimarer Hochschule übergab seine sämtlichen Studienarbeiten als Konvolut dem Archiv der Moderne. An diesem einzigartigen Bestand lässt sich die Architektenausbildung der frühen DDR-Zeit nahezu lückenlos erzählen.

Anlässlich des 90. Geburtstages von Christian Schädlich (geb. 15. Juni 1922 in Reumtengrün) zeigten das Archiv der Moderne und die Professur Theorie und Geschichte der modernen Architektur nun erstmals seine Studienarbeiten aus der Zeit von 1947 bis 1952.

Christian Schädlich gehörte 1946 zu den ersten Studenten der neugegründeten Staatlichen Hochschule für Baukunst und bildende Künste. Von seiner feierlichen Immatrikulation blieb ihm vor allem die Erwartung des Direktors Hermann Henselmann in Erinnerung: »dass wir als junge Menschen nicht davon ausgehen, bereits ein fertiges, abgeschlossenes Urteil zu besitzen, sondern bereit seien, im Studium Neues aufzunehmen und unser Urteilsvermögen ständig weiter auszubilden.« (ders.: Mein Architekturstudium in Weimar, unveröffentlichtes Typoskript).

Das achtsemestrige Studium endete mit dem Diplom. Nach dem vierten Semester fand die Vordiplomprüfung statt, danach durfte man sich cand. ing. nennen. In der Ausbildung bemühte sich die Weimarer Hochschule um ein eigenes Profil, in Anknüpfung an ihre künstlerische Tradition. Es fand nahezu eine Neubesetzung des wissenschaftlichen Personals statt. Darunter waren vier Dozenten, die am Bauhaus studiert hatten: Hanns Hoffmann-Lederer, Peter Keler, Gustav Hassenpflug und Rudolf Ortner. Einige der damaligen Dozenten, wie Curt Siegel (Statik) und Walter Hämer (Gebäudelehre) gingen schon bald in die Bundesrepublik und avancierten dort zu den bedeutendsten Vertretern modernen Bauens und moderner Ingenieurbaukunst der Nachkriegszeit.

24. Mai 2012 (Eröffnung) | 25. Mai – 20. Juni 2012

Hauptgebäude Bauhaus-Universität Weimar | Geschwister-Scholl-Straße 8 | 99423 Weimar

»ZUR Bauhaus-Universität Weimar 1860–2010«

Jubiläumsausstellung

Am 1. Oktober 2010 feierte die Bauhaus-Universität Weimar das 150-jährige Jubiläum der Hochschule. An diesem Tag vor 150 Jahren wurde die Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar gegründet. Dieses Datum markiere den Beginn einer wechselvollen, teils großartigen 150-jährigen Geschichte der Weimarer Hochschule, so Prof. Gerd Zimmermann (damaliger Rektor der Bauhaus-Universität Weimar) zur Bedeutung des Jubiläums: »Es war der erste Schritt hin zur heutigen Bauhaus-Universität Weimar, die in dieser Tradition steht.«
 
Als Bildatlas optisch-synchron angelegt wurde auf 150 Wandtafeln mit teilweise bisher unveröffentlichten Fotografien und ausführlichen Erläuterungen der Weg bis zur heutigen Bauhaus-Universität Weimar nachvollziehbar aufgezeigt. Angestrebt war die gleichwertige Behandlung aller Entwicklungsetappen, die in Ausschnitten eines vielfach offenen Forschungsfeld aufzeigen.
 
Kuratiert wurde die Ausstellung von Dr. phil. Christiane Wolf (Archiv der Moderne) und Dr. Dipl.-Ing. Norbert Korrek (Professur Theorie und Geschichte der modernen Architektur). Die Gestaltung der Ausstellung realisierte das Bauhaus.TransferzentrumDESIGN (Ausstellungsdesign: Gregor Sauer).
 
1. Okt. 2010 (Eröffnung) | 2. Okt. 2010 bis 5. Dez. 2010

Hauptgebäude Bauhaus-Universität Weimar | Geschwister-Scholl-Straße 8 | 99423 Weimar

»Auszug – Burkhard Grashorn«

Einzelausstellung

Zentrales Ausstellungsstück war das begehbare Großmodell »Die Künste tragen die Stadt« des Architekten Burkhard Grashorn. Die Arbeit besteht aus acht auf der Spitze stehenden Pyramidensäulen von jeweils drei Metern Höhe. Oben tragen die Säulen eine Platte, was wie ein auf den Kopf gestelltes Modell wirkt. Die Pyramiden zeigen Zeichnungen namhafter Autoren unterschiedlicher Kunstgattungen zum Thema Stadt und Peripherie. Ebenfalls ausgestellt war ein Teil eines früheren Großmodells: Mit dem »Turm der Utopien« kritisierte Grashorn 1980 auf der 1. Architektur-Biennale in Venedig die damalige städtebauliche Planungspraxis. Des Weiteren wurden Wettbewerbsbeiträge gezeigt: ein »Denkmal für die ermordeten Juden Europas« in Berlin, den Parc de la Vilette in Paris und der Entwurf für eine »Himmlische Stadt« im Spreebogen von Berlin.
 
Grashorn gehört einer Nachkriegsgeneration von Architekten an, die sich von einem utopischen und kritischen Denkansatz leiten ließen, um Ideen für eine neue Baukunst zu entwickeln. 1997 wurde Burkhard Grashorn an die Bauhaus-Universität Weimar berufen. Er beeinflusste die Architekturlehre mit seiner utopisch-entwerferischen Herangehensweise nachhaltig. In seinen Konzepten bot er Lösungen für aktuelle Fragen der Architektur an, die unverkennbar in der historischen Tradition der Idealstadtentwürfe stehen. Die Ausstellung wurde anlässlich des Ausscheidens von Professor Grashorn aus dem Universitätsdienst konzipiert.
 
4. Juni 2009 (Eröffnung) | 5. bis 16. Juni 2009

Hauptgebäude Bauhaus-Universität Weimar | Geschwister-Scholl-Straße 8 | 99423 Weimar

»Versuchshaus 10 x 10 m – 80 Jahre Neufert-Haus Gelmeroda«

Dauerausstellung


Architekturhistorische, biografische und topografische Aspekte bilden die drei Ebenen der Ausstellung. Somit basiert die Präsentation sowohl auf den Lebensdaten des ehemaligen Bauhausschülers Ernst Neufert als auch auf der Baugeschichte seines privaten Wohnhauses sowie der Erkundung des Ortes an sich. In nur sechs Wochen Bauzeit wurde das Wohnhaus Ernst Neufert 1929 nach amerikanischem Vorbild in Holzbauweise errichtet. Das Gebäude steht für eine rationalisierte Baumethode sowie einer zugrundeliegenden universalen Maßordnung im Raster von 10 x 10 Metern. Somit kann der Bau gleichsam programmatisch für die von Neufert später verfasste Bauentwurfslehre – ein architektonisches Standardwerk für Normung und Bauplanung – gesehen werden. Das Buch erschien erstmals 1936, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und hat, in stets aktualisierter Auflage, seine Gültigkeit bis heute nicht verloren.

Entlang eines Steges durch das Grundstück können die Besucher an einzelnen Stationen mit Proportions- und Maßverhältnissen in der Architektur räumlich experimentieren und an Text- und Bildtafeln mehr über die eingangs erwähnten Aspekte zu Architekt und Gebäude – Biografie, Architekturgeschichte und Topografie – erfahren. Ein Selbstversorgergarten wurde im Frühling 2009 nach alten Plänen von Ernst Neufert wieder angelegt. Die ursprüngliche Idee, einige Quadratmeter Land »durch neuen Gartenbau« zu bewirtschaften, um davon eine Familie ernähren zu können, geht auf Leberecht Migge und sein Buch »Jedermann Selbstversorger!« (Jena 1918) zurück.


Konzeptionelle und wissenschaftliche Mitarbeit an der Ausstellung der Neufert-Stiftung Köln und des BauhausTransferzentrumDESIGN.
 
27. Juni 2009 (Eröffnung)
 
Neufert-Haus | Rudolstädter Straße 7 | 99428 Weimar-Gelmeroda

»Otto Haesler – Ein Architekt der Moderne«

Im Haus am Horn, einem Versuchshaus für den Siedlungsbau der Weimarer Bauhauszeit, wurden Arbeiten des Architekten Otto Haesler (1880-1962) zum Auftakt des 90. Bauhausjubiläums 2009 gezeigt. Ausgestellt wurden Entwürfe und Pläne der Volksschule in Celle sowie von Siedlungsprojekten für die Stadt Celle, die Haesler als Mitbegründer der Moderne auszeichnen und weltbekannt machten.
 
»Otto Haesler ist der bedeutendste Siedlungsarchitekt in Deutschland, vielleicht in der Welt, seit Deutschland andere Nationen in der Lösung der Siedlungsprobleme weit überholt hat«, schrieb Philip Johnson 1932 im Ausstellungskatalog der ersten amerikanischen Großausstellung zur modernen Architektur »International Style« (Museums of Modern Art, New York). Johnson beschreibt Haesler weiter als: »Architekt mit bestimmten Ideen für ein gesellschaftlich richtiges gesundes Wohnen. Er ist weder ein sozialer Idealist, noch allein ein erfahrener Baumeister. Sein Erfolg beruht auf der Verbindung dieser beiden Eigenschaften. Darüber hinaus hat Haesler einen guten Blick für das Ästhetische der neuzeitlichen Baukunst.« (ebd.)

Durch die wegweisenden Bauten Haeslers wurde die niedersächsische Stadt Celle Mitte der 1920er Jahre zu einem vorbildlichen Zentrum des Neuen Bauens. Speziell für den Wohnungsbau kann Haesler als Impulsgeber des modernen Siedlungsbaus gewertet werden. Er galt bereits damals als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Bauens. Für die Weimarer Hochschule wurde er daher als Nachfolge von Otto Bartning und für das Bauhaus in Dessau als Nachfolge von Hannes Meyer gehandelt. Seinen erneuten Ruf, die Leitung der Hochschule für Baukunst in Weimar in den frühen 1950er Jahren zu übernehmen, sagte er aus Altergründen ab.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar, der Otto Haesler Stiftung Celle und dem Haesler-Archiv im Stadtarchiv Celle.

5. Feb. bis 5. März 2009
 
Haus am Horn | Am Horn 61 | 99425 Weimar

»Räumliche Planung in Theorie und Praxis«

Kolloquium

Im Oktober 1969 wurde im Zuge der 3. Hochschulreform der DDR die Sektion Gebietsplanung und Städtebau in Weimar gegründet, deren erster Leiter Prof. Dr.-Ing. Joachim Bach war. Auf der Grundlage eines kooperativen Studiengangs wurden die Studierenden in den Fachrichtungen Städtebau, Regional-, Stadt- und Dorfplanung, Stadttechnik, Verkehrsplanung, Landschaftsplanung und Soziologie ausgebildet.

Der 80. Geburtstag des Gründungsdekans Joachim Bach (geb. 1928 in Breslau) gab den Anlass, an die Vielseitigkeit der Ausbildung an der ehemaligen Hochschule für Architektur und Bauwesen (HAB) Weimar zu erinnern sowie eine Plattform des Austausches anzubieten. So berichteten auf dem Kolloquium »Räumliche Planung in Theorie und Praxis« Absolventen aus ihrem heutigen Berufsfeld, in Anknüpfung an ihre damalige Ausbildung an der HAB Weimar .
 
17. und 18. Juli 2008
 
Bauhaus-Universität Weimar | Hörsaal C | Marienstraße 13c | 99423 Weimar

»Anita Bach – Bauen und Lehren an der Hochschule für Architektur und Bauwesen«

Einzelausstellung
 
Die Mensa am Park, ein Bau aus der DDR-Zeit, ist seit November 1982 in Betrieb. Die Planung und Projektierung des Gebäudes nahm zuvor zehn Jahre in Anspruch. Die Leitung dieser Bauaufgabe der Hochschule übernahm die Weimarer Professorin und Architektin Anita Bach (geb. 1928).

Zugleich zum 25-jährigen Bestehen der Mensa am Park und zum 80. Geburtstag von Anita Bach, würdigte eine Ausstellung im kleinen Speisesaal die Entwürfe der Architektin. Sie war als Leiterin der Projektierungsabteilung zudem für den Entwurf und Bau des Studentenwohnheims am Jakobplan (1972) verantwortlich.

Die Mensa am Park zeichnen großzügige Fensterfronten aus, die die Essensräume zum Park an der Ilm hin öffnen. Aufgrund seiner Qualitäten erhielt der Bau 1983 den Architekturpreis des Bezirks Erfurt. Eine Fotoausstellung im Mensafoyer dokumentierte im Rahmen der Ausstellung die Bauphase zwischen 1979 und 1982.
 
Die Arbeiten aus vier Jahrzehnten, die unter der Mitarbeit und Leitung von Anita Bach entstanden sind, zeigen deutlich das Spannungsverhältnis zwischen intellektuellem Anspruch, kreativem Gestaltungswillen und gebauter Wirklichkeit, in dem sich die Architektin bewegte. Damit spiegelte die Ausstellung exemplarisch sowohl die Hochschulgeschichte als auch den Architekturdiskurs der DDR von den Fünfzigern bis in die späten siebziger Jahre wider.
 
12. Nov. 2007 (Eröffnung) | 13. bis 28. Nov. 2007
 
Mensa am Park | Kleiner Speisesaal | Marienstraße 15b | 99423 Weimar

Bruno Flierl - Würdigung eines unabhängigen Denkers in Architektur und Gesellschaft – Texte & Fotografien aus Weimar und Berlin

Buchpräsentation

Bruno Flierl: Würdigung eines unabhängigen Denkers in Architektur und Gesellschaft, hrsg. vom Archiv der Moderne, Weimar, Universitätsverlag, 2007
 
Mit dem ersten Band seiner neuen Schriftenreihe würdigt das Archiv der Moderne den renommierten Architekturtheoretiker Bruno Flierl. Das Buch enthält Festreden, die anlässlich der Archivgründung des »Archiv Bruno Flierl« in Weimar und Berlin gehalten wurden. In der Sammlung werden die niedergeschriebenen Gedanken, Schriften und Skizzen von Bruno Flierl als Dokumente deutscher Zeit- und Architekturgeschichte veröffentlicht.

Für das Archiv Bruno Flierl kooperierte das Archiv der Moderne der Bauhaus-Universität Weimar mit der Wissenschaftlichen Sammlung des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner sowie dem Universitätsarchiv der Universität der Künste Berlin.
 
Bruno Flierl studierte Architektur an der Hochschule für Bildende Künste Berlin und an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar. In seiner Tätigkeit an der Bauakademie der DDR, als Chefredakteur der Zeitschrift »Deutsche Architektur« und Dozent an der Humboldt-Universität Berlin schaltete er sich stets kritisch in den Architekturdiskurs der DDR ein. Von 1984 an ist er bis heute auf dem Gebiet von Theorie und Geschichte der Architektur und Stadtentwicklung tätig.

5. November 2007

»2000 FF Neues Bauen in Weimar«

Wanderausstellung
 
Zumeist nimmt man die Stadt, in der man lebt und arbeitet, am wenigsten deutlich wahr und die vor Ort entstandenen Bauten bleiben einem unbekannter als ferne Meisterwerke und allenthalben in Zeitschriften besprochene, herausragende architektonische Beispiele.
 
Vierundzwanzig Einzeltafeln sind das Ergebnis eines studentischen Seminars an der Fakultät Architektur. In einem gemeinsamen Seminar zwischen Archiv der Moderne und dem Lehrgebiet Architekturgeschichte haben Studierende im Sommersemester 2006 aktuelle Weimarer Bauprojekte ausgewählt und diese öffentlich vorgestellt. Die Projekte, die zwischen 2000 und 2006 realisiert wurden, können drei Kategorien zugeordnet werden: öffentliche Bauten, Wohnbauten und Sanierung/Umnutzung. Einzig Industriebauten waren nicht vertreten.

Die Studierenden nahmen in direktem Austausch mit den Architekten und Planern jeweils Analysen am konkreten Objekt vor. Die Herausforderung der Studierenden bestand darin, die Arbeitsergebnisse gekürzt in Form von Text und Bild wiederzugeben, um sie in die vorgegebene Gestaltung der Ausstellungstafeln einzupassen und somit auf die engen Vorgaben eines Ausstellungsrasters zu reagieren. Ziel der Ausstellung war es, einen Beitrag im öffentlichen Diskurs zur regionalen Baukultur zu leisten.

16. Nov. bis 8. Dez. 2006
 
Bauhaus-Universität Weimar | Limona | gläsernes Dachgeschoss | Steubenstr. 8 | 99423 Weimar

University of California | Berkeley (USA) | 16. bis 3. Februar 2007
 
University College Dublin (UCD) | Foyer | Dublin (Irland) | April/Mai 2008 


Vorträge im Rahmen der Ausstellung:
 
AFF architekten, Berlin – »Das kleine Haus« | 30. Nov. 2006 | 19.00 Uhr

Osterwold+Schmidt, Weimar – »Querschnitt durch ein Büro« | 6. Dez. 2006 | 19.00 Uhr

»Turm, Block & Scheibe – Das Archiv Bruno Flierl«

Ausstellung

Ganz im Zeichen des Architekten und Denkers Bruno Flierl stand am 13. Oktober 2006 der Oberlichtsaal. Der renommierte Architekturtheoretiker Bruno Flierl hatte sich anlässlich seines 80. Geburtstags entschlossen, seine niedergeschriebenen Gedanken, Schriften und Skizzen in einem Archiv für die Nachwelt zu erhalten. Die Dokumente deutscher Zeit- und Architekturgeschichte wurden auf Wunsch des Bestandsbildners auf drei Archivstandorte verteilt, die seine drei Wirkungsstätten Westberlin, Ostberlin und Weimar repräsentieren: das Archiv der Moderne an der Bauhaus-Universität Weimar, das Archiv des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung Erkner und das Archiv der Universität der Künste Berlin.

Die Archive bildeten einen gemeinsamen Bestand. Diese Zusammenarbeit zwischen den Archiven ist ein Novum innerhalb deutscher Architektursammlungen. Zum Festakt am 13. Oktober kamen die Leiter der drei kooperierenden Archive zusammen, um das »Bruno Flierl Archiv« gemeinsam zu begründen.

Flierl hatte sein Studium der Architektur an der Hochschule für Bildende Künste Berlin und an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar absolviert. In seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauakademie der DDR, als Chefredakteur der Zeitschrift »Deutsche Architektur« und Dozent an der Humboldt-Universität zu Berlin schaltete er sich stets kritisch in den Architekturdiskurs der DDR ein. Von 1984 an forschte er auf dem Gebiet von Theorie und Geschichte der Architektur und Stadtentwicklung. Seit dem Ende der DDR bezieht er bis heute Stellung zu stadtplanerischen Problemen im Prozess der Ost-Westvereinigung Berlins.

Mit der Bauhaus-Universität Weimar verbinden ihn vor allem die Bauhauskolloquien und seine in den 1980er Jahren im „Kasseturm “ gehaltenen Vorträge zur weltweiten Hochhausentwicklung. Das Wissen zu diesem Thema erwarb er auf Studienreisen in die bedeutendsten Hochhausstädte Europas, Amerikas und Asiens.
(Auszug aus »bogen« Heft 4/2006, S.12)
 
13. Okt. 2006 (Festveranstaltung) | 14. Okt. bis 3. Nov. 2006
 
Hauptgebäude Bauhaus-Universität Weimar | Geschwister-Scholl-Straße 8 | 99423 Weimar

»Weimar 1945 – Visionen des Wiederaufbaus«

Einzelausstellung
 
Mit Werken aus der Weimarer Phase des Architekten Leopold Wiel der Jahre 1945 bis 1951 erinnerte das Archiv der Moderne zum Tag der Archive an die Zeiten des Wiederaufbaus der Stadt Weimar und würdigte zugleich den Verdienst von Leopold Weil zu seinem neunzigstem Geburtstag.

Leopold Wiel (geb. 1916) hatte in der Vorkriegszeit die Staatliche Hochschule für Baukunst, bildende Künste und Handwerk in Weimar absolviert. Nach dem Kriegsdienst kehrte er 1945 nach Weimar zurück und gründete hier gemeinsam mit Friedrich Schwertfeger ein eigenes Architekturbüro. Die ersten Arbeiten der beiden Architekten konzentrierten sich auf die Wiederherstellung des durch die Bombenangriffe vom 9. Februar 1945 zerstörten Marktplatzes. Im Frühjahr begannen sie auf eigene Initiative die Bauaufnahme der zerstörten Hofapotheke und setzten sich für deren Rekonstruktion ein. Hinzu kamen Entwürfe für die Wiederherstellung des Kaufhauses Kröger, des Cranachhauses und weiterer Bauten am Markt. 1948 erhielten Wiel und Schwertfeger den Auftrag für einen umfassenden Neubau der Stadtwerke Weimar.
 
Wiel wurde 1948 von Hermann Henselmann als Dozent für Werklehre und Bauaufnahme an die neu gegründete Staatliche Hochschule für Baukunst und bildende Künste berufen. Gleichzeitig arbeitete er weiterhin als freier Architekt in Weimar. Die Liebe zum Detail und eine Perfektion der zeichnerischen Umsetzung mit dem Anspruch, Gestaltvision und Werkausführung auf beeindruckenden Schaublättern zu verschmelzen, zeichnen seine hochwertigen Arbeiten aus.

Sowohl in Weimar als auch in Dresden, wo Wiel 1951 eine Professur für Werklehre erhielt, setzte er sich kontinuierlich für den Erhalt und die Wiederherstellung von den Stadtraum prägender historischer Bausubstanz ein. Somit leistete er einen wesentlichen Beitrag, dass die Bedeutung historischer Bauten auch in der DDR nicht in Vergessenheit geriet, selbst wenn eine Wiederherstellung, wie im Falle der Weimarer Hofapotheke, erst später erfolgte.
 
17. Mai 2006 (Eröffnung) | 18. Mai bis 18. Juni 2006
 
Hauptgebäude Bauhaus-Universität Weimar | Geschwister-Scholl-Straße 8 | 99423 Weimar

»50 Jahre Rektoratsverfassung 1954 bis 2004 und 100 Jahre Otto Englberger 1905 bis 2005«

Ausstellung

Die Ausstellung zeigte ausgewählte Werke und Leitlinien der Hochschulentwicklung während der frühen DDR-Zeit an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar.

Otto Englberger (1905-1977) war 1954 erster Rektor der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar und von 1951 bis 1971 Leiter des Lehrstuhls Wohn- und Gesellschaftsbauten. Englberger war als Rektor und Wissenschaftler darum bemüht, zwischen den Anforderungen politischer Wirklichkeit und der Utopie eines sozialistischen Stadtumbaus, eine auf realistischen Lösungsansätzen basierende Architektur zu vertreten.

2. Nov. 2005 (Eröffnung) | 3. Nov. bis 4. Dez. 2005
 
Hauptgebäude Bauhaus-Universität Weimar | Geschwister-Scholl-Straße 8 | 99423 Weimar

»Bauaufmaß und Rekonstruktion – Wiederaufbau des Deutschen Nationaltheaters in Weimar«

Ausstellung
 
Zur Museumsnacht 2008 präsentierten sich alle Archive Weimars unter dem gemeinsamen Thema »Vom Weimarischen Hoftheater zum Deutschen Nationaltheater (DNT)«. Das Archiv der Moderne zeigte in diesem Kontext Arbeiten aus dem Sammlungsbestand »Bauaufnahme«. Der 2006 von der Professur Bauaufnahme und Denkmalpflege an das Archiv übergebene Bestand umfasst ca. 800 von Studierenden bearbeitete Projekte aus der Zeit von 1954 bis 2008. Die Aufnahme historischer Gebäude ist seit 1948 integraler Bestandteil der Architektenausbildung in Weimar. In Bild und Text wurde außerdem die Beteiligung der damaligen Hochschule für Baukunst und bildende Künste am Wiederaufbau des DNT dargestellt. An der Wiederherstellung des in großen Teilen zerstörten Theaters waren sowohl Professoren der Bildenden Kunst als auch der Baukunst beteiligt, so der Architekturprofessor Werner Harting, der Grafiker Bruno Quass und der Bildhauer Hermann Kirchberger.
 
17. Mai 2008
 
Hauptgebäude Bauhaus-Universität Weimar | Geschwister-Scholl-Straße 8 | 99423 Weimar

Die Archivalien werden präsentabel zum Sprechen gebracht und regen dazu an, die eigene Geschichte wahrzunehmen. 

Ausgehend von den Beständen des Archivs werden Ausstellungen kuratiert. Das Archiv arbeitet intensiv mit den Fakultäten zusammen, ist Gründungsmitglied des Bauhaus-Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung und kooperiert mit anderen kulturellen und wissenschaftlichen Institutionen. Eine der Hauptaufgaben des Archivs ist die zentrale Registratur. Somit ist das Archiv der Moderne die zuständige Stelle an der Bauhaus-Universität Weimar, welche den Schriftverkehr, die Arbeitsunterlagen und die Lehrmaterialen, auch von emeritierten Professorinnen und Professoren oder aufgelösten Lehrstühlen und Forschungseinrichtungen, zur langfristigen Aufbewahrung übernimmt. Die stetig fortschreitende Universitätsgeschichte wird folglich aktuell dokumentiert.