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Abbildung des Kunstwerkes: Sebastian Hertrich, »Megalomania I«, 2011, Leiterplatinen von ausrangierten elektronischen Geräten, © Sebastian Hertrich
Sebastian Hertrich, »Megalomania I«, 2011, Leiterplatinen von ausrangierten elektronischen Geräten, © Sebastian Hertrich
Der Preisträger Sebastian Hertrich im Gespräch mit Prof. Liz Bachhuber, Ulla und Eberhard Jung sowie Prof. Dr. Wolfgang Holler (v.l.n.r).
Sebastian Hertrich im Interview mit einer Mitarbeiterin und einem Mitarbeiter der Klassik Stiftung Weimar.
Erstellt: 12. Dezember 2014

Stiftung Ulla und Eberhard Jung prämiert Sebastian Hertrich für seine Arbeit »Megalomania I«

Der Preisträger der Stiftung Ulla und Eberhard Jung 2014 ist Sebastian Hertrich mit seiner Arbeit »Megalomania I« (Modell, Leiterplatinen, 2011). Der Vorschlag stammt von Prof. Liz Bachhuber (Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Gestaltung). Bereits zum vierten Mal fördert die Stiftung Jung damit einen jungen Bildenden Künstler der Bauhaus-Universität Weimar. Das für die Klassik Stiftung Weimar angekaufte Werk »Megalomania I« wird Teil der Sammlung des Neuen Museums.

»Megalomania I« ist ein architektonisches Modell (im Maßstab 1:1666) der »Großen Halle«, auch »Ruhmeshalle« oder »Halle des Volkes« genannt, einem Architekturprojekt Adolf Hitlers und Albert Speers, dessen Bau 1939 begonnen, 1942 jedoch wieder eingestellt wurde. Als Ausgangsmaterial für die Realisierung seines Modellnachbaus nutzt Sebastian Hertrich recycelte Leiterplatinen. Hertrich verbindet so die Auseinandersetzung mit dem ›Größenwahn‹ des Dritten Reiches, manifestiert in Speers Entwurf der »Großen Halle«, und den Aspekt einer zunehmenden Digitalisierung, Kontrolle und Überwachung der heutigen Gesellschaft. Gleichermaßen steht das Speichermedium Platine für ein Archiv der Erinnerung. In ihrem Gutachten lobt Prof. Bachhuber die »handwerkliche Präzision« Sebastian Hertrichs und hebt die »Komplexität seiner Arbeit« hervor, »die Form, Material und Inhalt, Geschichte und Gegenwart auf verblüffende Weise zusammenführt.«

Sebastian Hertrich wurde 1985 in Halle/Saale geboren. Nach seiner Ausbildung zum Holzbildhauer an der Staatlichen Berufsfachschule Oberammergau begann er 2008 sein Studium der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar. Er war bisher an Ausstellungen unter anderem in Leipzig, im Neuen Museum Weimar, im Thüringer Landtag in Erfurt und in Annemasse/Frankreich beteiligt.

Zweck der unselbstständigen Stiftung Ulla und Eberhard Jung ist die Förderung der Bildenden Kunst. Die Förderung erfolgt durch die Klassik Stiftung Weimar, insbesondere durch Auslobung von Preisen, Durchführung von Ausstellungen und Veranstaltungen und die Vergabe von Stipendien. Für den von der Stiftung Ulla und Eberhard Jung ausgelobten Preis nominiert die Bauhaus-Universität Weimar jährlich bis zu fünf Arbeiten.

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