Medienrat nimmt unter Vorsitz von Nathalie Wappler seine Arbeit auf
Heute, 14. April 2026, hat sich der auf Grundlage des Medienstaatsvertrags im Dezember 2025 neu geschaffene Medienrat konstituiert. Das unabhängige Gremium befasst sich mit der Qualität und der Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Medienangebots in Deutschland. Nathalie Wappler, die scheidende Direktorin des Schweizer Fernsehens SRF, wurde einvernehmlich zur Vorsitzenden des Medienrates und Jeanette Hofmann, Politikwissenschaftlerin und Professorin für Internetpolitik an der FU Berlin, zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
»Unsere Ambition und unser Auftrag ist es, die Transformation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch unabhängige Expertise und strategische Impulse zu begleiten, Debatten anzustossen und einen Beitrag zur Qualitätssicherung zu leisten«, erklärt die neue Vorsitzende des Medienrats.
Der Medienrat ergänzt die Aufsichtsgremien innerhalb der Rundfunkanstalten, deren Schwerpunkt auf der angebotsbezogenen Leistungsanalyse liegt. In seiner Funktion als übergeordnetes Bewertungs- und Beratungsgremium nimmt er die ARD, das ZDF und das DeutschlandRadio anstaltsübergreifend in den Blick, analysiert in einem Bericht die Auftragserfüllung und formuliert Impulse für dessen Weiterentwicklung. Dabei übernimmt der Medienrat keine regulatorische oder Aufsichtsfunktion, sondern versteht sich als analysierende, bewertende und empfehlende Instanz.
In den kommenden Wochen wird der Medienrat die notwendigen operativen Strukturen und Prozesse aufbauen und seine inhaltliche Arbeit aufnehmen. Die Geschäftsstellenleitung wird zeitnah ausgeschrieben und besetzt. Alle zwei Jahre legt das unabhängige Expertengremium einen Auftragsbericht vor, der wissenschaftlichen Standards und den Kriterien des Reformstaatsvertrags folgt.
Zu den Mitgliedern des Medienrates:
Das Beratungsgremium besteht aus insgesamt sechs unabhängigen Sachverständigen aus den Bereichen Medienwirtschaft, Medienmanagement, Kommunikationswissenschaft, Informations- und Rundfunktechnologie und Medienrecht:
- Vorsitzende des Medienrats Nathalie Wappler, Direktorin des Schweizer Radios und Fernsehens (SRF) (bis Ende April 2026)
- stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. Jeanette Hofmann, Politikwissenschaftlerin und Professorin für Internetpolitik an der FU Berlin
- Prof. Dr. Anne Bartsch, Professorin für Empirische Kommunikations- und Medienforschung an der Universität Leipzig
- Prof. Dr. Boris Alexander Kühnle, Rektor der Hochschule der Medien Stuttgart
- Peter Müller, Bundesverfassungsrichter a.D. und Ministerpräsident a. D.
- Prof. Dr. Annika Sehl, Inhaberin des Lehrstuhls für Journalistik mit dem Schwerpunkt Medienstrukturen und Gesellschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
Hintergrund:
Der Medienrat ist mit dem Reformstaatsvertrag zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Kontrollinstanz geschaffen worden. Das unabhängige Gremium wird künftig regelmäßig die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags durch ARD, ZDF und Deutschlandradio bewerten und Impulse für die Weiterentwicklung und Qualität des Angebots geben. Die Geschäftsstelle wird an der Bauhaus-Universität Weimar angesiedelt.
Mit der Aufnahme der Arbeit setzt der Medienrat einen wichtigen Baustein der Rundfunkreform um und stärkt Transparenz, Qualität und Zukunftsfähigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Für weitere Informationen und Anfragen:
Marina Glaser, Ansprechpartnerin Medienrat a.i.
medienrat[at]uni-weimar.de
+49 (0) 36 43 / 58 11 16
