Individuell – kooperativ – hybrid

Im Projekt »Lernraum.Bauhaus« sammeln und erproben wir didaktisch-technologische Strategien zum interdisziplinären Einsatz in allen Fächern der Bauhaus-Universität Weimar. Wir wollen Möglichkeiten aufzeigen, wie hybride Lernräume zukünftig gestaltet und genutzt werden können, indem wir vorhandene funktionierende Lösungen identifizieren und eigene prototypische Lösungen für Experimente mit unterschiedlichen Nutzungsszenarien entwickeln. Unser Ziel ist, Inspiration und Unterstützung bei der Umsetzung digitaler Lehrstrategien zu bieten und gemeinsam mit Lehrenden und Studierenden Lernen und Lehren weiterzudenken.

Mit dem »hybriden Lernatelier« und dem »eStudio« sollen Musterräume für innovative Lern- und Lehrsettings und professionelle Medienproduktion geschaffen werden. Ausgehend von prototypischen Umsetzungsprojekten (»Lernen am Objekt«, »Virtuelle Exkursion«, »Urban Design Hackathon«) wird der Transfer in alle Fächerkulturen und Studiengänge der Universität angestrebt. Dabei sind Lernende und Lehrende eingeladen, ihre technologischen, ästhetischen und didaktischen Anforderungen in dieses fachübergreifende Vorhaben einzubeziehen. Das Vorhaben wird durch das eLearning-Labor, das Rechenzentrum SCC und Lehrende aus den vier Fakultäten der Universität unterstützt.

Hybrides Lernatelier

Das Potential hybriden Lernens, des gleichzeitigen Begegnens und Agierens, des kollaborativen Lernens und Arbeitens in realen und virtuellen Lernräumen, soll erschlossen werden. Unser Ziel ist es, im hybriden Lernatelier hybride Lehr- und Lernsituationen prototypisch zu inszenieren und zu erproben sowie technologische Lösungen hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit, Bedienbarkeit und Nutzungsfreundlichkeit sowie ihrer didaktisch-methodischen Potenziale zu testen. Besonders berücksichtigt werden dabei auch ästhetische und atmosphärische Aspekte des Raumes als wesentliche Faktoren der Nutzungserfahrung des Lernateliers. Der Prototyp dient als Ausgangspunkt für die Übertragung auf weitere Lernräume der Universität und zur iterativen Weiterentwicklung des Konzepts hybrider Lernräume.

eStudio

Das »eStudio« soll als offener Begegnungsraum für Lernende und Lehrende den Austausch befördern, ein Ausprobieren und das Produzieren von Medien und Materialien ermöglichen. Dazu werden aktuelle technische Werkzeuge für die Bedürfnisse einer auf Online- und hybride Lehre ausgerichteten Medienproduktion bereitgestellt. Flexible Aufbauvarianten für Lehrende und Studierende sollen eigene Produktionen geeignet unterstützen. Unser Ziel ist eine Plattform zur Entwicklung und zum Austausch von Best-Practice-Lösungen im Sinne eines Maker Space für Lerntechnologien, Methoden und Anwendungen.

Lernen am Objekt

Das Lernen am Objekt ist in vielen Fächern der Bauhaus-Universität Weimar ein wichtiger Bestandteil des Studiums. In Werkstätten, Ateliers und Arbeitsräumen und während Exkursionen entwickeln die Studierenden in der Auseinandersetzung mit konkreten Objekten fachliche und überfachliche Kompetenzen. Dabei werden die Objekte im Realen oder im Virtuellen bereitgestellt, in einigen Fällen auch zwischen diesen beiden Sphären transformiert – durch digitale Modellierung, Augmented Reality, Scans, 3D-Druck.

Im Rahmen des Teilvorhabens »Lernen am Objekt« werden zehn Einzelprojekte umgesetzt, die Objekte an der Schnittstelle zwischen realem und virtuellem Raum experimentell erweitern und abbilden, um sie in virtuelle und hybride Lernumgebungen zu integrieren. Bei der Auswahl der Vorhaben wird eine Beteiligung aller Studienrichtungen berücksichtigt. Im Ergebnis sollen vielfältige Formen und Ausprägungen der Objekte und ebenso vielfältige Annäherungen an diese Objekte ermöglicht werden. Die gewünschte hohe Bandbreite an Objekten und die entstehende Vielfalt an Lern- und Lehrszenarien schafft damit viele Anknüpfungspunkte für die Lehrenden der Bauhaus-Universität Weimar. Im Jahr 2022 werden folgende fünf Mitwirkende eigene Konzepte entwickeln und umsetzen:

  • Film- und Medienwissenschaft (Simon Frisch): Makiko Nishikaze
  • Fotografie (Prof. Dr. Birgit Wudtke): Margarita Validvieso Beltrán
  • Kunst und ihre Didaktik (Prof. Dr. Andrea Dreyer): Sandra Rücker
  • Strukturmechanik (PD Dr.-Ing. Volkmar Zabel): Theresa Paskert
  • Theorie und Geschichte der modernen Architektur (Prof. Dr.-Ing. Jasper Cepl, Dr. Ulrike Kuch): Louis Oehler

Pilotvorhaben

Die Erschließung von Wissen und der Erwerb von Kompetenzen sollen zukünftig deutlich besser als bisher in virtuellen Lernräumen möglich sein. Schwerpunkte bilden Zugänglichkeit, Kooperation und Interaktivität. Die Umsetzung wird mit verschiedenen Pilotprojekten vorangebracht. Es ist eine Implementierung der Lösungen für die gesamte Universität geplant.

Virtuelle Exkursion: 360°-Modelle können, eingesetzt als virtuelle Exkursionen, zu nachhaltigen Lernerfahrungen führen. Ausgehend vom Anwendungsgebiet der Umweltingenieurwissenschaft wird der Einsatz von 360°-Modellen als virtuelle Exkursionen erprobt und auf andere Anwendungsgebiete erweitert. Zu klären sind Fragen zur Unterstützung der Studierenden bei der Auswahl aus verfügbaren Exkursionen, zur Einbettung in didaktische Szenarien sowie zur Lernzielkontrolle und Leistungsanerkennung. Erste frei verfügbare 360°-Modelle sind unter www.360-degree.education abrufbar. Weitere Informationen zum Pilotvorhaben finden sich >>> hier

Urban Design Hackathon: Der Urban Design Hackathon ist ein 24-stündiger Online-Workshop für internationale Studierende mehrerer europäischer Universitäten. In gemischten Teams entwickeln die Studierenden Ideen für die nachhaltige Stadtgestaltung. Das Online-Städtebaustudio bietet eine einzigartige Gelegenheit für das gemeinschaftliche Lernen und Entwerfen mit verschiedenen digitalen Werkzeugen. Der Urban Design Hackathon ist eine Fallstudie für eine Online-Zusammenarbeit, die auf andere Anwendungsgebiete erweitert werden kann. >>> zur Website