LYDIA MÜLLER & CORNELIA MÜNDELEIN (Potsdam) // Ausrichtung zur Möglichkeit. Raum, Zeit und Form in Integrität mit sich und der Gruppe erfahrbar werden lassen. Ein praktischer Workshop zum Zusammenspiel von Körper, Raum und Ausdruck

SESSION II

Lydia Müller und Cornelia Mündelein studierten gemeinsam an einer einzigartigen Fakultät der Hochschule für Bildende Künste Arnheim (NL) Tanz und Choreographie. Mit zahlreichen, namenhaften Gastdozent*innen, welche in der Tradition des Black Mountain Colleges stehen und unter anderem mit Anni und Josef Albers zusammenarbeiteten, kehrten auch die Einflüsse des Bauhauses in Weimar (1919- 1925) aus den USA „zurück“ nach Europa. Das Bauhaus, welches unserer Universität ihren Namen verleiht, ist dabei nur einer der Resonanzachsen, welche die beiden Künstler*innen ins virtuelle Weimar verschlug. Weiterhin ist es der Begriff der Resonanz selbst, welcher ihre berufliche Praxis anregt und sie fasziniert. Müller und Mündelein beschreiben Resonanz als ein „Dazwischen“. Resonanz liegt nicht in der einen oder der anderen Entität. Sie liegt weder im „Ich“, noch im „Du“, sondern zwischen beiden. In ihrem performativen Workshop werden Resonanzbeziehungen erfahrbar. Die Teilnehmer*innen traten in vielfältige Beziehungen: Zu sich selbst, zu anderen Kursteilnehmern und zu ihrer nicht-menschlichen Umwelt. Die bewusste Wahrnehmung des Selbst, des Anderen, der Dinge und des Raumes führte zu einer Reaktion in Form einer Transformation. Das „in Beziehung treten“ geschah in experimenteller, spielerischer Weise: Es wurde unter Tische gekrabbelt, durch den Raum gerannt und anschließend in Selbstarbeit reflektiert. Dabei entstand eine Fusion aus analoger Erfahrung am eigenen Körper und dem intersubjektiven Austausch, der über digitale Medien ermöglicht wurde. Achtsamkeit und das Bewusstwerden waren weitere Schlüsselbegriffe des Workshops. Wer achtsam und bewusst durch die Welt geht, dessen (Welt-)Beziehungen intensivieren sich. Müller und Mündelein ergänzen: Wenn „niemand weiß was passieren wird, dann ist Resonanz möglich“. Das Unvorhersehbare der Improvisation ist ein performatives Kommunikationsmittel mit Potential. Gemäß dem Motto: „Es geht ums Wir, nicht ums Ich. Ich in Beziehung zu anderen.“ 

Ausschnitte aus dem Workshop:

  1. „Jede Begegnung hat Wert. Jeder Ausdruck der Begegnung hat Wert.“
  2. „Welche Bewegung verlangt euer Körper? Wonach hat er Hunger?“
  3. „Raum neu betreten. Raum neu erfahren.“
  4. „Lasst euch von eurer Intuition leiten.“
  5. „Making time and giving it away.“
  6. „Improvisation als Resonanz“
  7. „Raum schafft Bedingungen. Raum ermöglicht. Raum begrenzt.“
  8. „Niemand weiß was passieren wird, da ist Resonanz möglich.“
  9. „Es geht ums Wir, nicht ums Ich. Ich in Beziehung zu anderen.“ 


Ein Bericht von Miriam Claudia Dietl