Globale Medien – urbane Bilder

10. Internationales Bauhaus-Kolloquium • Weimar 2007

Call for Papers

Workshop 3

Prof. Dr. Kurt W. Forster (Yale University)
Assistentin Mag. Arch. Eva Maria Froschauer

Räume und Bilder sind stets in gesellschaftliche Zusammenhänge eingebettet, generieren sich aus diesen und tragen ihrerseits zur Konstitution von Gesellschaft bei. Diese Prozesse lassen sich als historische Prozesse verstehen, die sich in der Stadt verdichten. In jüngster Zeit ist zu beobachten, wie einerseits durch die allumfassende, globale Medialisierung und die Urbanisierung der Gesellschaften andererseits das Zusammenspiel räumlicher und bildlicher Phänomene sich enorm beschleunigt. Über ihre Wiedererkennungsfunktion hinaus zeigen dabei die urbanen Bilder (als Emblem, Ikone, Straßenbild, Ensemble, Schema, Raster, Planungsprogramm, etc.) die Tendenz, sind in den globalen Mediensystemen zu eigenen globalen Erkenntnis-und Interpretationsmodellen zu verselbständigen. Was bedeutet es dann, wenn heute nur noch jene Bilder von Urbanität vermittelbar sind, die sich dem Regime der neuen Internet-Kommunikation und ihren Sende-und Lesecodes unterwerfen? Der Workshop widmet sich daher der Frage nach den Transformationsprozessen der Realität des Urbanen in den medialisierten Bilder und ihre Migrationsprozesse im Netz der weltweiten Kommunikationssysteme.

Die grenzenlosen, digitalen Reproduktionsverfahren rufen nach einer kritischen Hinterfragung der Genese, Proliferation und Funktion der medienvermittelten stereotypen, urbanen Bilder (z.B. Eiffelturm in Paris, Kolosseum in Rom, Tiananmen Platz in Peking). Sie tragen ja sowohl zur ununterscheidbaren Vereinheitlichung und Homogenisierung der globalen Standards bei, wie umgekehrt gleichzeitig auch zur Steigerung der Qualität der Städte. Ironischerweise sind es gleichzeitig die universalen Gesetze der Medien,  d.h. die medialen, heterogenen Bilderstöme, die in Konkurrenz zu den statischen Vorstellungen von Urbanität (Piazza Navona, Times Square, Piccadilly Circus, etc.) treten und sich selbst als Orte für die verdrängten urbanen Bilder (z.B. Panzer in Bagdad, Brücke von Mostar, 9/11 etc.) anbieten.

Wie funktionieren die zu beobachtenden Annäherungs-und Synchronisierungsprozesse zwischen den realen urbanen Situationen und ihrer medialen Präsenz? Von welcher Natur ist letztendlich die Wandlung der modernen (Bauhaus) zur post-modernen, globalen Bilderpraxis? Was bedeutet es, wenn heute einige Architekten als global players aufstiegen und dabei nicht wenige Städte zu bloßen Empfängern ihrer medialisierten Bilderpraxis machen?

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: eva.froschauer[at]archit.uni-weimar.de