Die Realität des Imaginären

10. Internationales Bauhaus-Kolloquium

Weimar 19.-22. April 2007

Das Bauhaus-Kolloquium ist eine seit 1976 regelmäßig stattfindende, internationale Konferenz, die sich in theoretischer, philosophischer wie auch historischer Vertiefung den jeweils aktuellen Fragestellungen der Architektur widmet. Ausgelöst durch die Debatten um die Medienfassaden, augmented reality und ubiquitous design wird das 10. Internationale Bauhaus-Kolloquium 2007 »Die Realität des Imaginären – Architektur und das digitale Bild« thematisieren.

Schon seit einiger Zeit erschüttert die neue Realität der digitalen Welten die Architektur. Stetig, und mehr denn je, bilden diese die Welt nach ihrem Maß. Mit der Verschiebung von der Dominanz der Zeichen zur Dominanz der Bilder schien es Anfang der 90er Jahre noch so, als ob die räumliche Visionskraft gänzlich in die Imaginationsräume der digitalen Medien ausgelagert würde. Man glaubte an eine späte Erfüllung des postmodernen Postulats vom Ende der Architektur. Heute lassen sich jedoch die digitalen Bildverfahren nicht mehr so einfach auf die Rolle eines materielosen, ephemeren Mediums reduzieren. Vielmehr beobachten wir eine zunehmende Liquidisierung der Grenze zwischen der digitalen Bilder-und der materialen Objektwelt. Tatsächlich kann heute nichts darüber hinwegtäuschen, dass die digitalen Bilder keineswegs einen autonomen Bereich darstellen. Die digitalen Bilderverfahren interpretieren die Welt nicht nur neu, sondern greifen aktiv in ihre materiale und räumliche, d.h. in ihre architektonische Konstitution ein. Vor dem Hintergrund, dass die Architektur – mit Skizze, Grund-und Aufriss – immer schon vom Bild her gedacht war, scheinen gerade heute die bildhaft-digitalen und die architektonisch-materialen Welten füreinander durchlässig zu werden. Im Zusammenhang mit dem digital turn stellt das Bauhaus-Kolloquium die Frage nach dem Grenzgängertum der Architektur, nach der Wechselwirkung zwischen den räumlich architektonischen und den digitalen Bilderwelten.

 

Mit diesem Call for Papers bitten wir junge Wissenschaftler und Doktoranden um Bewerbungen. In vier Workshops werden die gleichen Themenstellungen wie in den Plenarveranstaltungen behandelt:

 

 

Bitte senden Sie eine Kurzfassung Ihres Beitrags (maximal 300 Worte) unter Angabe des relevanten Workshops und einen kurzen Lebenslauf an: bauhaus-kolloquium[at]uni-weimar.de

Der Einsendeschluss ist der 12. Januar 2007.

Folgende Referenten werden im Plenum erwartet:

Gerd de Bruyn

Mario Carpo

Liz Diller (t.b.c.)

Kurt W. Forster

Eduard Führ

Arie D. Graafland

Stephan Günzel

K. Michael Hays

Osamu Ishiyama

Arata Isozaki (t.b.c.)

Annemarie Jaeggi

Kari Juhani Jormakka

Derrick de Kerckhove

Sylvia Lavin (t.b.c.)

Liane Lefaivre

Harry Francis Mallgrave

Marco De Michelis

W.J.T. Mitchell (t.b.c.)

Kaichiro Morikawa

Klaus Jan Philipp

Andreas Ruby

Ullrich Schwarz

Martin Seel

Karl Sierek

Jun Tanaka

Alexander Tzonis (t.b.c.)

Roemer van Toorn

Philipp Ursprung

Anthony Vidler

Lambert Wiesing

Marc Wigley (t.b.c.)

Frank R. Werner

Albena Yaneva (t.b.c.)

Gerd Zimmerman

Organisatoren

Das Bauhaus-Kolloquium wird von der Professur für Theorie und Geschichte der modernen Architektur organisiert.

Bitte schreiben Sie an bauhaus-kolloquium[at]uni-weimar.de

Prof. Dr. Gerd Zimmermann
Prof. Dr. Kari Jormakka (Vertretungsprofessor)

Dr. Norbert Korrek
Dipl.-Ing. Olaf Pfeifer M. A.
Dipl.-Ing. Kristian Faschingeder