Sommersemester 2022

Bachelor Vorlesung

Architekturgeschichte II – Von der Gotik bis zur Schwelle der Moderne

Thomas Cole, Architect’s Dream (1840)

Die Vorlesung bildet den zweiten Teil eines zweisemestrigen Zyklus zur Geschichte der Architektur von den Anfängen bis zur Gegenwart. Die Vorlesung des Wintersemesters beginnt mit allgemeinen Überlegungen zum Sinn und zur Bedeutung der Architekturgeschichte für das Studium der Architektur, setzt dann chronologisch mit den Anfängen der Baukunst ein und bietet einen Überblick von der Antike bis ins Spätmittelalter. Ziel ist es, einen Kanon an Bauten zu vermitteln, die ArchitektInnen kennen müssen und zugleich einen Einblick in die wichtigsten geschichtlichen Entwicklungen von Konstruktion und formaler Gestaltung sowie der Baugattungen zu geben, aber auch mit den verschiedenen methodischen Ansätzen und Betrachtungsweisen der Architekturgeschichtsforschung und -historiographie bekannt zu machen.


Literatur:

  • Benevolo, Leonardo: Die Geschichte der Stadt, Frankfurt a.M. 1983.
  • dtv-Atlas zur Baukunst, 2. Bde., 12. Aufl., München 2002.
  • Koch, Wilfried: Baustilkunde. Das große Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart, 27. Aufl., München 2006.
  • Koepf, Hans / Binding, Günther: Bilderwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar, Stuttgart 2005.
  • Kostof, Spiro: Geschichte der Architektur, 3 Bde., Stuttgart 1992.
  • Pevsner, Nikolaus: Funktion und Form. Die Geschichte der Bauwerke des Westens, Hamburg 1998 (A History of Building Types, 1976).
  • Pevsner, Nikolaus / Fleming, John / Honour, Hugh: Lexikon der Weltarchitektur, 3. Aufl. Hamburg 1992 (2000 als CD-ROM).
  • Seidl, Ernst (Hg.): Lexikon der Bautypen. Funktionen und Formen der Architektur, Stuttgart 2006.

 

Zielgruppe: BA Architektur, BA Urbanistik

Lehrende: Prof. Dr. phil Hans-Rudolf Meier, Dipl.-Ing. Kirsten Angermann

Leistungsnachweis:
- Prüfung für BA Architektur: Architekturgeschichte I, Teile 1 und 2 Ende SS 2022
- Testat für BA Urbanistik

Leistungspunkte: 3 + 3 ECTS (für Teile 1 und 2)

Termin: montags, 13.30 Uhr - 15.00 Uhr

Bachelor Seminar

Einführung in die Denkmalpflege

Einführung in die Denkmalpflege

Foto: C. Bieber (2020)

Das Bauen im Bestand nimmt gegenüber dem Planen „auf der grünen Wiese” ein immer größer werdendes Feld im Beruf von Architekt:innen ein. Die Arbeit am Denkmal stellt darüber hinaus noch einmal besondere Anforderungen an das architektonische Konzept und an den Umgang mit der historischen Substanz, der auf etablierten Theorien und anerkannten Praktiken der Denkmalpflege basiert. 

Aufbauend auf einem Einblick in die Geschichte und Theorie der Denkmalpflege soll das Seminar in die Herangehensweise von Architekt:innen an ein Denkmal in einzelnen Übungsschritten zu Baubeschreibung, bauhistorischer Analyse, Bauaufnahme und denkmalpflegerischer Bewertung einführen.

Nachdem wir in den letzten beiden Jahren aufgrund der pandemischen Lage nicht um eine (fast) ausschließlich digitale „Einführung in die Denkmalpflege“ umhingekommen sind, möchten wir in diesem Sommersemester in Kooperation mit den lokalen Denkmalbehörden und dem Kirchenkreis Südharz wieder Vor-Ort-Termine ermöglichen und stärker die denkmalpflegerische Praxis vermitteln.

 

Zielgruppe: B. Sc. Architektur

Teilnehmer*innen: max. 20

Lehrende: Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier, Dipl.-Ing. Kirsten Angermann, Christine Dörner M. Sc.

Leistungspunkte: 2 SWS/ 3ECTS

Termine: Wöchentlich mittwochs 09:15 bis 10:45 Uhr (nicht am 25.5.), zusätzl. Blocktermine nach Vereinbarung

Start: 6.4.2022 - 29.06.22

Stadt als Denkmal

Stadt als Denkmal

Stadtplanung und moderne Denkmalpflege sind Disziplinen, die sich beide vor gut hundert Jahren institutionell etabliert haben, beide im Gefolge des zuvor nie gekannten raschen Wandels der Städte. Mit der Krise der Moderne, die nicht zuletzt eine Krise der modernen Stadtplanung war, entstand um 1970 die städtebauliche Denkmalpflege, die seither wesentlicher Faktor und Korrektiv der Stadtentwicklung ist. Das Bemühen, die Stadt und bedeutende Bauten, die für sie konstitutiv erscheinen, zu bewahren, reicht freilich weit vor die Moderne zurück. In einem ersten als Vorlesung konzipierten Teil der Lehrveranstaltung wird ein Überblick geboten über die Geschichte des bewahrenden Umgangs mit Stadt von den Schutzbestimmungen für römische Städte bis zu aktuellen Diskussionen um „Urban Heritage“. Daran anschließend wird im Seminarteil gemeinsam ein Überblick über die wichtigsten Texte, die sich direkt oder indirekt mit dem Thema befassen – von Camillo Sitte (1889) über Kevin Lynch (1960), Alexander Mitscherlich (1964) und Aldo Rossi (1966) bis zum New Urbanism - erarbeitet. 

Literatur 

  • Achim Hubel: Denkmalpflege. Geschichte, Themen, Aufgaben. Eine Einführung, Stuttgart 2006.
  • Leo Schmidt: Einführung in die Denkmalpflege, Darmstadt 2008

Eine ausführliche Literaturliste wird zu Beginn der Lehrveranstaltung ausgegeben. 

Zielgruppe: BA Urbanistik, 2. FS

Lehrende: Prof. Dr. phil Hans-Rudolf Meier, Leo Bockelmann M. Sc.

Leistungspunkte: 3 ECTS

Leistungsnachweis: Referat, Poster und regelmäßige Teilnahme

Termin: Dienstags 13:30 - 15:00 (1. Gruppe) und 15:15 - 16:45 (2. Gruppe)

Entwurf

Messeakademie 2022: Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau.Umbau.Neubau

Benötigt ein zusätzliches Ausstellungsgebäude: Schloss Senftenberg. Foto: Norbert Kaiser, Festungsanlage Senftenberg (02-2), CC BY-SA 3.0

Der alle zwei Jahre stattfindende studentische Wettbewerb der Denkmalmesse Leipzig im Rahmen der „Messeakademie“ findet in diesem Jahr wieder unter dem Motto „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau.Umbau.Neubau“ statt. Zur Bearbeitung als Entwurf bietet die Professur zwei der vier als Wettbewerbsstandorte ausgegebenen Aufgaben an:

1. Schloss Senftenberg

Burg, Schloss, Festung und Museum. In seiner über 700-jährigen Geschichte war das Schloss Senftenberg von Wandlungen betroffen, die eindrücklich das Gesicht der heutigen Anlage prägen. Die zitadellenförmige Festung mit Erdwällen und das Schloss stammen aus dem 16. Jahrhundert; sie wurde im 17. Jahrhundert um die prägnanten Eckbastionen erweitert. Nun soll dem Ensemble mit einem denkmalgerechten Ausstellungsbau im Innenhof eine neue Zeitschicht hinzugefügt werden.

Exposé zum Standort: Schloss Senftenberg


2. Altenburger Schlosspark

Gegenstand der Entwurfsaufgabe in Thüringen sind die Flächen der Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten Remisen vom herzoglichen Marstall und die Ruine des Schönhauses im Altenburger Schlosspark. Es wird nach geeigneten und umsetzbaren Konzepten für ein neues Depot- und Werkstattgebäude für das Lindenau-Museum auf der Fläche der Remise und für die „Rekonstruktion“ des Schönhauses, des „Lusthauses im Wäldchen”, welches ab 1730 entstanden und ab 1955 abgetragen worden ist, gesucht.

Exposé zum Standort: Schlosspark Altenburg

 

An beiden Standorten stellt sich die Entwurfsaufgabe, einen zeitgemäßen Neubau im Umfeld von Baudenkmalen zu platzieren und damit eine denkmalgerechte Addition in einem sich über Jahrhunderte entwickelten historischen Ensemble vorzuschlagen. Neben der gestalterischen Nachhaltigkeit ist aufgrund der real anstehenden Aufgaben und unter Berücksichtigung der Anliegen der Aktuer:innen und Partner:innen vor Ort auch die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit zu bedenken.

Die Bedeutung des Weiterbauens im Kontext von Denkmalen soll während des Semesters und auf einer Exkursion zu beispielhaften Ergänzungen historischer Ensembles diskutiert werden. Sie schließt in der Exkursionswoche an die von der Messeakademie organisierten Exkursionen zu den einzelnen Standorten an.

Der Zeitplan des Wettbewerbs ist auf das Sommersemester abgestimmt. Die (fakultative) Einreichung der Entwürfe zum Wettbewerb endet am 31. August 2022. Die Preisträger:innen werden am 25. November 2022 im Rahmen der Messe »denkmal 2022« in Leipzig prämiert.

Weitere Informationen: https://www.denkmal-leipzig.de/de/erleben/programm/messeakademie/

 

 

Als Begleitseminar wird vorgeschlagen:

»Zu einer Theorie des Umbaus«, 4 SWS, Professur Theorie und Geschichte der modernen Architektur, Prof. Dr. Jasper Cepl

 

Zielgruppe: M.Sc. Architektur, B.Sc. Architektur (5. FS und höher)

Lehrende: Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier, Dipl.-Ing. Kirsten Angermann, Christine Dörner M.Sc.

Leistungspunkte: 8 SWS /12 ETCS

Leistungsnachweis: Teilnahme an der Exkursion, Abgabe einer Analyse und eines Entwurfs

Termine: Donnerstags, Start: 7.4.2022

 

 

Exkursion

Sicilia – Ancora una volta!

Während des Wintersemesters 2019/2020 bereiteten wir im Rahmen des Seminars „Sizilien – Drei Jahrtausende Baukultur transkulturell“ eine Exkursion nach Sizilien vor. Schwerpunkte dieser Reise durch die vielfältigen Zeitschichten und Zeugnisse der mediterranen Kulturen auf der Insel sollten Palermo mit hauptsächlich normannischen und barocken Bauten, Agrigent als ehemals griechische Kolonie und Gibellina Nuova als Neustadt, in der sich nach dem Erdbeben von 1968 Künstler und Architekten aus aller Welt an der Neugründung beteiligten, sein. Die Exkursion war ab dem 19. März 2020 geplant, wenige Tage zuvor mussten wir sie aufgrund des ersten Corona-Lockdowns absagen.

Nun wollen wir „Noch einmal Sizilien“ wagen und spielen mit dem Titel der Exkursion nicht nur auf unseren erneuten Versuch an, sondern auch auf den Umgang mit den baulichen Überlieferungen auf Sizilien, ihre zigfachen Neuerfindungen, Überlagerungen, Um- und Weiternutzungen.

Wir greifen auf die Vorarbeiten aus 2019/20 zurück und verzichten diesmal auf ein vorbereitendes Seminar. Die Referate zu den einzelnen Objekten sollen stattdessen direkt vor Ort stattfinden.

Die Kosten für die Exkursion (Übernachtungen/Eintritte/Buscharter) werden voraussichtlich zwischen 200 und 300 Euro betragen, zuzüglich der Kosten für die individuell organisierte Anreise.

Bitte beachten: für Auslandsexkursionen gilt seitens der Universität die 2G-Regel. Teilnehmende müssen vollständig geimpft oder genesen sein.

Bei der Vergabe der Exkursionsplätze werden die Studierenden aus dem ersten Exkursionsversuch im März 2020 Vorrang haben. 

Bitte kommen Sie auf jeden Fall zu unserem ersten – und einzigen – Vorbereitungstermin am 11. April, damit wir die Anzahl interessierter Teilnehmer:innen einschätzen und die Möglichkeiten einer Teilnahme erörtern können. Auch die Studienleistung auf der Exkursion wird vorgestellt und Aufgaben verteilt. 

 

Zielgruppe: M.Sc. Architektur und Urbanistik, B.Sc. Architektur und Urbanisitk (5. FS und höher)

Teilnehmer*innen: max. 20

Leistungspunkte: 2 SWS/3 ETCS

Lehrende: Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier, Dipl.-Ing. Kirsten Angermann, Christine Dörner M.Sc.

Leistungsnachweis: Teilnahme an der Exkursion, Referat zu einem Objekt vor Ort

Termine: Vorbereitungstreffen: 11.4.2022, 15:30–17:00 Uhr, Hörsaal A

!neu! Exkursionszeitraum: 6 bis 7 Tage Ende Juni, voraussichtlich 25. Juni bis 1. Juli

Thesis-Themen

Blauhaus Erdmannsdorf (Augustusburg)

Das Blauhaus an der Zschopau: Zustand nach Abriss der umliegenden Spinnerei-Gebäude. Foto: auf weiter flur e.V.

Augustusburg ist eine Kleinstadt im Landkreis Mittelsachsen im unteren Mittelerzgebirge. Etwa 18 Kilometer östlich von Chemnitz liegt der Ort idyllisch unterhalb des ortsbildprägenden gleichnamigen Schlosses zwischen den Tälern der Flöha und der Zschopau. Die Ursprünge des heutigen Ortsteils Erdmannsdorf sind eng mit der ebenfalls gleichnamigen Burg Erdmannsdorf (ab 1150, Umbau zum heutigen Schloss ab 1843) verknüpft. Die Lage am Ufer der Zschopau begünstigte ab dem 16. Jahrhundert die Entstehung erster Mühlen. Dies war Grundlage für die ab 1820 eingerichteten Spinnmühlen: Insgesamt vier Spinnereien, eine Bleicherei und eine Färberei veränderten in den kommenden Jahren die gesellschaftliche Struktur des rasch wachsenden Erdmannsdorf und begründeten seine insgesamt 170-jährige industrielle Spinnereiindustrie. Seit 1911 sind Augustusburg und Erdmannsdorf durch eine Drahtseilbahn von hauptsächlich touristischer Bedeutung verbunden. Mit einem vorläufigen Höhepunkt zu Zeiten des FDBG-Feriendienstes ist der Tourismus noch heute wichtigster Wirtschaftszweig der Stadt.

Trotz Unterschutzstellung der unmittelbar nach der Wende stillgelegten ehemaligen Baumwollspinnerei als Denkmal (aufgrund ihrer bau-, industrie- und ortsgeschichtlichen Bedeutung) bekam die Stadt den Abriss großer Teile der Anlage genehmigt, der zwischen 2001 und 2017 sukzessive vollzogen wurde. Einzig das Blauhaus, 1837 eines der ersten Fabrikgebäude in Sachsen und ältester Teil der Baumwollspinnerei, ist heute noch erhalten – wenn auch nicht mehr in seinem ursprünglichen Funktionszusammenhang. Der Rest der Fläche am südlichen Ortsrand von Erdmannsdorf und in unmittelbarer Nähe zum Schloss wurde „renaturiert“.

Kürzlich hat die Stadt Augustusburg den ortsansässigen gemeinnützigen Verein „auf weiter flur e.V.“ mit der initialen Projektentwicklung für das im Überflutungsgebiet der Zschopau liegende viergeschossige Blauhaus betraut, der sich wiederum an unsere Professur gewandt hat. Im Fokus der Vereinstätigkeit steht die Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens und Zusammenhalts durch Partizipation der Bürger:innen an kulturellen Projekten, der Verein betreibt zudem das Festspielhaus „Lehngericht“ am Marktplatz in Augustusburg. Mit der vorgesehenen Nutzung als „Europäisches Textilforschungszentrum für Designer:innen, Künstler:innen und Wissen­schaftler:innen“ (‚Smart Textile Hub‘) soll an die reiche Textiltradition im Erzgebirge angeknüpft und das ortsbildprägende Industriegebäude erhalten werden. Die geplante Nutzung des Blauhauses steht in Zusammenhang sowohl mit der geplanten Regionalstrategie der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 als auch mit der erfolgreichen Neupositionierung der regionalen Textilbranche nach den mit der Wiedervereinigung verbundenen wirtschaftlichen Umbrüchen.

Bei einer Tiefe von 14,7 m und einer Länge von ca. 29,3 m ist das viergeschossige Gebäude (plus Dach- und Spitzboden im Krüppelwalmdach) mit einer Regelgeschossfläche von ca. 350 qm durch umlaufende „Lochfenster“ belichtet. Einzige Gliederung der Geschosse (mit Ausnahme eines bauzeitlichen Treppenhauses sowie des DDR-zeitlichen Fahrstuhls) sind zwei innenliegende Stützenreihen (im EG massiv, darüber gusseisern), ein daraufliegender hölzerner Längsbalken stützt die sichtbaren Holzbalkendecken. (Ein Rundflug um und ins Gebäude findet sich hier: https://vimeo.com/437646290/3d929f6232.) Aufgrund der Lage des Gebäudes im unmittelbaren Überflutungsgebiet der Zschopau erfordert die denkmalgerechte Nachnutzung des Blauhauses einen sensiblen gestalterischen, aber auch kreativen Umgang insbesondere mit dem Erdgeschoss und seiner Umgebung. Eine lokale Einbettung des Projekts (und damit auch der Thesisarbeiten) ist dabei von besonderer Bedeutung für das Gelingen der Entwicklung des ehemaligen Blauhauses; die Bearbeiter:innen sind daher vom Verein „auf weiter flur e.V.“ herzlich nach Augustusburg eingeladen (Unterkunft und Reisekosten können voraussichtlich übernommen werden).

Aufgabe für die Thesis:

Bauhistorische Analyse des Blauhauses und denkmalpflegerische Bewertung des Bestandes. Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes sowie eines Raumprogramms für das Gebäude auf Basis des Nutzungskonzepts für ein „Smart Textile Hub“, denkmalgerechter Entwurf.

Plätze:

bis zu 3 Bearbeiter:innen Bachelor Architektur, für Bearbeiter:innen wird die (erfolgte) Teilnahme am Seminar „Einführung in die Denkmalpflege“ empfohlen.

Ansprechperson für weiterführende Informationen und Fragen zum Thema: Christine Dörner, christine.doerner[at]uni-weimar.de

Messeakademie 2022: Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau.Umbau.Neubau

Benötigt ein zusätzliches Ausstellungsgebäude: Schloss Senftenberg. Foto: Norbert Kaiser, Festungsanlage Senftenberg (02-2), CC BY-SA 3.0

Der alle zwei Jahre stattfindende studentische Wettbewerb der Denkmalmesse Leipzig im Rahmen der „Messeakademie“ findet in diesem Jahr wieder unter dem Motto „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau.Umbau.Neubau“ statt.

Die Professur bietet die Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten zu den vier im Wettbewerb ausgelobten Standorten und Entwurfsaufgaben an:

  • Schloss Senftenberg in Brandenburg. Entwurf eines Ausstellungsneubaus
  • Schloss Schnaditz bei Bad Düben in Sachsen. Nutzungskonzepte und Ergänzungsneubauten auf dem ehemaligen Wirtschaftshof
  • Schlosspark Altenburg. Neubau Depot- und Werkstattgebäude sowie „Rekonstruktion“ des Schönhauses
  • Schachtanlage Paul II. im ehemaligen Zeitz-Weißenfelser Braunkohlerevier in Sachsen-Anhalt. Konzepte für Sicherung und Nachnutzung der Bausubstanz und zur Vermittlung

Weitere Informationen zum Wettbewerb und zu den Standorten:
 https://www.denkmal-leipzig.de/de/erleben/programm/messeakademie/

Flyer: https://www.denkmal-leipzig.de/files/denkmal/media/erleben/messeakademie/denkmal-2022-messeakademie-flyer-dsd-web.pdf

Exposées zu den Standorten:

Seitens der Messeakademie wird in der letzten Aprilwoche eine Exkursion zu den Standorten angeboten.Die (fakultative) Einreichung der Entwürfe zum Wettbewerb endet am 31. August 2022. Die Preisträger:innen werden am 25. November 2022 im Rahmen der Messe »denkmal 2022« in Leipzig prämiert.

Aufgabe für die Thesis:
Je nach Standort Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes bzw. eines Entwurfs nach baugeschichtlicher Analyse und denkmalpflegerischer Bewertung

Plätze: bis zu 4 Bearbeiter:innen Master Architekturbis zu 2 Bearbeiter:innen Bachelor Architektur

Für Bearbeiter:innen im Bachelor wird die (erfolgte) Teilnahme am Seminar „Einführung in die Denkmalpflege“ empfohlen.

Ein Aufzug im Welterbe? Ein Konzept zur barrierefreien Erschließung des Markplatzes von Baden-Baden

Weltweit haben seit dem 19. Jh. Städte in Hanglagen Standseil- oder Zahnradbahnen und Aufzüge errichtet, damit Fußgänger die Höhenunterschiede rasch und effizient überwinden können; bekannt sind etwa die Schrägaufzüge in der chilenischen Hafenstadt Valparaiso, die zum Weltkulturerbe zählen, die Seilbahnen in Dresden, die Zahnradbahn Sassi-Superga in Turin oder die Polybahn in Zürich. Nun will auch die Stadt Baden-Baden, die seit vergangenem Jahr zum UNESCO-Weltkulturerbe Great Spas of Europe zählt, im historischen Stadtzentrum den beschwerlichen Zugang vom Tal der Os zum Marktplatz, Stiftskirche und Rathaus mit einer Aufzugsanlage erschließen. Ob sich dafür eine welterbetaugliche bauliche Lösung findet, ist zu prüfen, denn faktisch kommen nur zwei Stellen beidseits des historischen Friedrichbads für eine solche Anlage in Frage. Der ganze Bereich ist denkmalgeschützt mit architektonisch prägnanten Nachbarbauten und im Kernbereich der Welterbezone. Welche Aufzugsart ist an diesem städtebaulich sensiblen Ort möglich und wie könnten dafür zu errichtende Anlagen und Bauten gestaltet werden? Für Antworten auf diese sowohl technisch wie gestalterisch architektonisch herausfordernde Aufgabe interessiert sich die Stadtverwaltung Baden-Baden (Baubürgermeister und Stadtplanungsamt), welche die Aufgabenstellung angeregt und Unterstützung bei der Bearbeitung zugesichert hat. 

Die Thesis ist auch kombiniert mit einem stadthistorischen bzw. technikgeschichtlichen wissenschaftlichen Teil zu solchen markanten Anlagen des innerstädtischen ÖVs denkbar.

Ansprechperson für weiterführende Informationen und Fragen zum Thema: Hans-Rudolf Meier, hans-rudolf.meier@uni-weimar.de

Zielgruppe: Bachelor oder Master, max. 2 Bearbeiter*innen