Denkmaltopographie Taschkent

Erforschung der Denkmale in der usbekischen Hauptstadt Taschkent

Die VolkswagenStiftung unterstützt mit 200.000 Euro ein Weiterbildungsprojekt für Absolventinnen und Absolventen des binationalen Masterstudiengangs Bauerhaltung und Denkmalpflege. Die Stiftung hatte bereits von 2012 bis 2015 den Aufbau des Usbekisch-Deutschen Zentrums für Architektur und Bauwesen gefördert.

Ab Herbst 2017 beschäftigen sich fünf usbekische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über einen Zeitraum von zwei Jahren mit der Bewertung und der innovativen Vermittlung der Baudenkmale in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. aktuelle Bilder
Von Bedeutung für die Untersuchung und denkmaltopografische Erfassung des Baubestandes sind  Erfahrungen mit den Denkmaltopografien der Bundesrepublik sowie neuere Formen der webbasierten Architektur- und Denkmalvermittlung, wie sie in Ansätzen im usbekisch-deutschen Masterstudiengang erprobt wurden.
Zunächst müssen der Kenntnis- und Methodenstand aktualisiert und die Zeugnisse der unterschiedlichen Zeitschichten bewertet und dokumentiert werden. Anhand exemplarischer Bauten werden die methodischen Grundlagen vertieft. Anschließend werden der ins Mittelalter zurückreichende traditionelle Baubestand, die Gebäude der Kolonialzeit und der frühen Sowjetunion, aber auch die sehr prägnanten Zeugnisse der nach dem Erdbeben von 1966 entstandenen Stadt der Sowjetmoderne untersucht und denkmaltopografisch erfasst.
Das Projektteam unter Leitung der Professoren Thomas Will (TU Dresden) und Dr. Hans-Rudolf Meier (Bauhaus-Universität Weimar) sowie des Wiss. Koordinators Dipl.-Ing. Jens Jordan wird von einem binationalen Fachbeirat begleitet. Temporär ergänzen Praktikanten und Studierende der Architekturhochschulen in Taschkent und Samarkand das Kernteam. Die Mitwirkung steht auch deutschen Student/innen offen, die einen Einblick in denkmalkundliche Methoden und Verfahren in diesem herausfordernden und dynamischen Kontext erhalten möchten.

Abb. 1: Zeugnis einer wechselhaften Geschichte – Apsis einer griechisch-orthodoxen Kirche (19. Jhd.), später integriert in die zaristische Kadettenanstalt, seit Sowjetzeiten Teil eines Krankenhauses.
Abb. 2: Experimenteller Wohnungsbau von 1974 in Anlehnung an Ideen Le Corbusiers. Schädigen die zahlreichen Aneignungen durch die Bewohner das bedeutende Architekturzeugnis oder sind sie Ausdruck von dessen Erfolg?
Die Mitarbeiter*innen, der Beirat und die Projektleiter anläßlich der Beiratsitzung vom 31. März 2018 in Taschkent