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NEB.Spring School – Grey energy matters

Grey Energy Matters!

Welcher Wert steckt in unserer gebauten Umwelt? Und wie können wir auf diese Ressource zugreifen? Welche Rolle spielen Architekt:innen, Planer:innen und Ingenieur:innen dabei das aufzuwerten, was heute leersteht und in Vergessenheit gerät, es wieder in Nutzung zu bringen und es so vor dem Abriss zu bewahren?

Dieser internationale und interdisziplinäre Kurs beschäftigt sich mit leerstehenden Gebäuden als Ressource für die nachhaltige Transformation des Bauwesens. Wir nehmen diese sowohl aus technischer Perspektive in den Blick, als auch als gebautes Erbe mit sozialem Einfluss.

Zunächst legen wir die theoretischen Fundamente hinsichtlich der Grauen Energie, die in diesen Gebäuden steckt, wie zirkuläre Herstellungsweisen in die Bauproduktion eingeführt werden können und wie diese Gebäude soziale Netze und das Erbe der Industrielandschaft prägen. Daraufhin werden diese Fragen an einem konkreten Objekt diskutiert. Der Getreidespeicher in Oßmannstedt bei Weimar ist unsere Fallstudie. Er wurde in der NS-Zeit zur Nahrungsmittelversorgung im Krieg errichtet und bis in die 1070er Jahre genutzt. Seit 1990 verfällt das Gelände und wurde erst vor einigen Jahren wiederentdeckt. Der Speicher selbst ist eine massive Stahlbetonkonstruktion und als solche sperrig in der Wiedernutzung. Andererseits kann er auch als Träger lokaler Erinnerung und als Landmarke angesehen werden. Als solche dient er auch als Identitätsträger für Anwohnende genau wie für Besucher:innen und Vorbeifahrende.

Der Kurs hat zum Ziel Wissen sowohl hinsichtlich der technischen als auch der sozialen Aspekte der Bauwerkserhaltung und -entwicklung zu vermitteln. Die Studierenden lernen Schlüsselkonzepte und -methoden der Quantifizierung gebundener Energie. Daneben verweisen wir auf Gesichtspunkte kultureller Prozesse und Aushandlung von Erbe genau wie architektonischen Ansätzen hin zu einem bestandssensiblen Umbauen von leerstehenden Gebäuden im ländlichen Raum.

Beteiligte Personen:
Die Lehrveranstaltung wird von Jannik Noeske
(Professur Raumplanung und Raumforschung) und Fridtjof Florian Dossin (Graduiertenkolleg Identität und Erbe) sowie Kollegen der Urban Heritage Abteilung der UACEG (Sofia, Bulgarien) im Rahmen der Sping School 2024 in Weimar durchgeführt.

Gäste:
Leon Dirksen und Mirko Haselroth (Institut für Graue Energie e.V.).

Kontakt:

Jannik Noeske (Professur Raumplanung und Raumforschung): jannik.noeske[at]uni-weimar.de