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Erstellt: 03. März 2026

Weimarer Stadtgespräch, 17.05.2026

Volkshaus Weimar – Kulturquartier Erfurt
Kulturzentren als „Dritte Orte“
Les centres culturels comme « tiers-lieux »
18.30-21.00, Atrium, Weimar

Was haben Kulturzentren mit sogenannten „Dritten Orten“ zu tun?
Dieser Frage widmet sich das Weimarer Stadtgespräch am 17. Mai 2026 im Atrium in Weimar.

Quel lien existe-t-il entre les centres culturels et ce que l’on appelle les « tiers-lieux » ? C’est à cette question que se consacrent les „Dialogues urbains de Weimar“ le 17 mai 2026 dans l’Atrium de Weimar.

In der Stadt- und Kulturforschung bezeichnet der Begriff der „Dritten Orte“ soziale Treffpunkte jenseits von Wohnung (erster Ort) und Arbeitsplatz (zweiter Ort). Sie gelten als offene, niedrigschwellige Räume, die Begegnung, Austausch und Teilhabe ermöglichen und damit eine zentrale Rolle für gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Aushandlungsprozesse und nachhaltige Stadtentwicklung spielen.

Im Mittelpunkt des Abends stehen zwei (ehemalige) Kulturstandorte in Thüringen – das Kulturquartier Erfurt und das Volkshaus Weimar –, die unter die Linse der ‚Dritten Orte‘ genommen werden und deren Potenzial als solche diskutiert wird.

Der Abend beginnt um 18.30 Uhr mit einer filmischen Einstimmung. Gezeigt werden drei Kurzfilme von Studierenden aus Weimar, die sich künstlerisch mit dem Volkshaus auseinandersetzen. In Zusammenarbeit mit einem französischen Fotografen und Filmemacher entstehen persönliche Zeugnisse von Bewohnerinnen und Bewohnern, die das Volkshaus in früheren Jahren besuchten, ebenso wie experimentelle Klangarbeiten, die den Ort auf neue Weise erfahrbar machen.

Anschließend stellt ein Vorstandsmitglied des Kulturquartiers Erfurt die Entwicklung dieses besonderen Kulturprojekts in der Landeshauptstadt vor und diskutiert dessen Anspruch, als offener Ort für unterschiedliche soziale Gruppen zu wirken. 

Den wissenschaftlichen Input gibt Prof. Heidi Sinning, Projektleiterin des Forschungsprojekts „Dritte Orte zur Stärkung der Nachhaltigkeit und Demokratie“. Anhand von Beispielen aus Bibliotheken und Stadtteilzentren in Thüringen zeigt sie, wie „Dritte Orte“ soziale Infrastruktur stärken.

Den Abschluss des Podiums bildet der Architekt Luc Schuitten, der aus seiner internationalen Praxis zu Begegnungsorten berichtet. Er hinterfragt dominante Planungs- und Eigentumslogiken, macht Ausschlussmechanismen im öffentlichen Raum sichtbar und eröffnet einen utopischen Horizont für Zugänglichkeit und soziale Gerechtigkeit in Architektur und Stadtentwicklung.

Die Moderation übernehmen Hélène Dal Farra, Fremdsprachendozentin, sowie Yann Colonna, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IfEU und Experte für Zwischennutzung und Leerstandmelder. Beide führen zweisprachig durch den Abend und begleiten die Diskussion auf Deutsch und Französisch.

Ab 20.15 Uhr klingt der Abend in gemütlicher Atmosphäre aus.

Podiumsgäste:

  • Prof. Heidi Sinning (angefragt), FH Erfurt
  • N. N., Kulturquartier Erfurt
  • Luc Schuitten, Atelier dÁrchitecture Schuiten sprl
  • Hélène Dal Farra und Yann Colonna, Bauhaus-Universität Weimar, Moderation

Die Veranstaltung findet in deutscher und französischer Sprache statt.
In Kooperation mit dem Sprachenzentrum der Bauhaus-Universität Weimar, dem IfEU sowie der Fakultät Medien.

Der Eintritt ist frei.