Radiogespräche Archiv

23.01.2018 - Jochen Meißner

AKUSTISCHE SPIEGEL – ÜBER HÖRSPIELKRITIK

Ein Radiogespräch mit dem Hörspielkritiker Jochen Meißner

Schon wieder ist ein Semester fast rum, aber ohne ein weiteres hochkarätiges Radiogespräch wollen wir uns nicht verabschieden. Daher haben wir die große Freude am Dienstag den 23. Januar um 19 Uhr wieder in den Glaskasten der Limona zu einem Radiogespräch mit dem Hörspielkritiker Jochen Meißner zu laden. Wenn einer über Hörspiele reden kann, dann er!

Auf die Frage eines Reporters ob sie beim Fotoshooting zu einem Kalender nackt gewesen sei, antwortete Marilyn Monroe: „It’s not true I had nothing on – I had the radio on”. Ein Satz aus dem der Hörspielautor Eran Schaerf eine ganze Medientheorie zum Thema „Coverage” destillieren kann, denn „Coverage” kann im Englischen sowohl Bedeckung als auch Aufdeckung bedeuten.

Manchmal braucht es Destillationsapparate, manchmal Dekonstruktionsbestecke, manchmal hermeneutische Zirkel um ein Hörspiel zu analysieren und zu interpretieren. Während das Hörspiel in der öffentlichen Wahrnehmung immer mehr verschwimmt, wie die Stimme von Alvin Lucier, die 1969 in seinem Aufnahme- und Wiedergaberaum verschwunden ist, geht es der Hörspielkritik darum die Wahrnehmung zu schärfen. Wenn Hörspiel Kampf ist, wie der Hörspieltheoretiker Friedrich Knilli behauptet, dann ist Hörspielkritik Notwehr. Und nichts stellt man sich lieber als einer ordentlichen ästhetischen Herausforderung. Dabei passiert es allzu oft, dass man Texte, die man lesen möchte, selber schreiben muss. Meist werden das die besseren Texte. Dennoch sollte man sich ab und zu die Frage stellen: Was mache ich hier eigentlich?

Warum nicht bei einem Radiogespräch?

Jochen Meißner, schreibt für den Fachdienst „Funkkorrespondenz“ (2015 umbenannt in „Medienkorrespondenz“) über das Hörspiel und das Radio. Für seine Arbeit wurde er 2014 mit einer Besonderen Ehrung des Bert-Donnepp-Preises für Medienpublizistik ausgezeichnet. Von 2006 bis 2010 war er künstlerischer Leiter des Hörspielsymposions an der Eider am Nordkolleg Rendsburg. In seinen Radiofeatures beschäftigt er sich mit historischen und systematischen Längs- und Querschnitten durch die Gattung Hörspiel, porträtiert Autoren und beschäftigt sich mit Schriften, Dingen und Datenspuren, sowie mit Krisen, Kriegen und Katastrophen. Seit 2008 ist er Mitveranstalter des „Berliner Hörspielfestivals – Das Festival des freien Hörspiels“. Im Lauf der Zeit gehörte er verschiedenen Hörspieljurys an, unter anderem der des Hörspielpreises der Kriegsblinden, des Deutschen Kinderhörspielpreises, des Hörspielpreises der ARD, des Deutschen Hörbuchpreis und der zum Hörspiel des Monats/des Jahres.

Siehe auch http://hoerspielkritik.de

Termin: Dienstag, 23. Januar 2018, 19 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8

07.11.2017 - FALKNER

DIE FORMULIERUNG VON UTOPIEN

(c) Mounir Zerouati

Ein Radiogespräch mit der Schriftstellerin, Dramatikerin und Hörspielregisseurin FALKNER

Am Dienstag den 7. November 2017 um 19Uhr eröffnet die österreichische Dramatikerin FALKNER die Radiogespräche im Wintersemester. FALKNER ist derzeit als Gast an der Professur des experimentellen Radios und bestreitet mit „Fleischgewordenes Wort“ und „Der Gestus des Manifestierenden“ zwei Lehrveranstaltungen. Im Radiogespräch bietet sie Einblicke in ihr Schaffen.

Der Gestus von FALKNERs Texten war von Anfang an einer, der über alle Gattungs- und Genregrenzen hinweg eine Ausdrucksform sucht, die Text mit performativen, theatralisch-deklamatorischen Mitteln inszeniert. Dieser Text ist immer Partitur, egal welches Medium, welche Bühne er nutzt, die Inszenierung ist ihm eingeschrieben.

FALKNER deklariert ihre Arbeiten, egal in welchem Medium, als Manifeste. Ein Gesamtwerk, das sie Stück für Stück, Nummer für Nummer entwickelt, festhält und fortschreibt, eine Welt- und Sehnsuchtsformel in mittlerweile 52 Teilen. So spürbar in ihren Texten Gewalt wird, so spürbar ist darin die Sehnsucht. Der revolutionäre Impetus des Manifestierenden ist die Formulierung einer Utopie als Vorstellung von etwas das fehlt …
FALKNER macht in ihren Hörspielen dieses „fehlt“ zum Thema.

Schreiben als ein todernstes hochpolitisches Unterfangen, als das Pflichtgebot Inhaltliche Schutzsituationen zu verlassen. Der Manifestierende ist der Nicht-Verstummende. Manifestieren heißt zu allererst, nicht verstummen, also sprechen.


FALKNER
Schriftstellerin, Dramatikerin und Hörspielregisseurin
Geboren als Michaela Falkner 1970 Österreich, arbeitet und lebt in Wien und Algier.
Promovierte in politischer Psychologie (zum Thema Verbale Konstrukte).
FALKNERs dramatische Texte und Hörspielproduktionen werden durch den Verlag Felix Bloch Erben vertreten.

Jüngste Hörspielarbeiten:
 
Manifest 51 / DER VOGEL, DER VOGEL

Hörspiel WDR3 (Text & Regie; US 19.01.2017)
 
Manifest 50 / DU DARFST MICH TÖTEN, WENN DU MICH LIEBST
Hörspiel hr2 (Text & Regie; US 16.11.2016)
Auszeichnet als „Hörspiel des Monats November 2016“ durch die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste
 
Manifest 49 / DRAUSSEN UNTER FREIEM HIMMEL
Hörspiel WDR3 (Text; US 05.12.2015)
Ausgezeichnet für die Beste Schauspielerische Leistung bei den „ARD Hörspieltagen 2016“
 
Manifest 44 / DER SCHWARZE TRAUERZUG, AMSEL, DROSSEL, FINK UND STAR, DER RABE, DER RABE, DER UHU, DER UHU
Hörspiel Ö1 (Text und Regie; US 13.05.2014)
2015 Ausgezeichnet mit dem „Ö1-Hörspielpreis der Kritik“

Termin: Dienstag, 7. November 2017, 19 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, 6. OG, Steubenstraße 8

23.05.2017 - Serotonin

TEXTUR DER WIRKLICHKEIT

Ein Radiogespräch mit Serotonin

Serotonin ist ein Botenstoff, der an den Synapsen die Erregung von einer Nervenzelle auf die nächste überträgt. Serotonin ist aber auch das Künstlerpaar Marie-Luise Goerke und Matthias Pusch, die mit ihren Stücken die Erregung aus dem Radio in unser Ohr übertragen. Und deshalb bittet das Experimentelle Radio Serotonin zu einem Radiogespräch, am Dienstag den 23. Mai 2017 um 19 Uhr, im Glaskasten der Limona.

Mit Textur der Wirklichkeit beschreiben Serotonin ihre künstlerische Haltung und ästhetische Vorgehensweise, wobei sie auf das Erzählende besonderen Wert legen.
Sie arbeiten in vielen verschiedenen Zusammenhängen akustisch - im Radio beim Hörspiel und Feature, in der Kunst mit Skulpturen und Sound, in der Literatur mit Romanen für Hörbücher (auch ihren eigenen): mal unterhaltend, mal informativ, mal künstlerisch: immer aber erzählend.
Neben einem Einblick in ihre Produktionen soll es in diesem Radiogespräch im Besonderen über ihre Arbeit im Museum gehen, zuletzt im Berliner Naturkundemuseum. Hier entwickelte Serotonin „fünf akustische Dioramen, mit denen die Künstler in drei Ausstellungsräumen subtil und produktiv die Forschungs- und Sammlungsgeschichte des Museums für Naturkunde kommentieren.“

Serotonin sind die Japanologin Marie-Luise Goerke und der Robotiker Matthias Pusch, die seit der Jahrtausendwende zahlreiche Hörspiele, Feature und akustische Produktionen für Radio, Verlage, Museen und Galerien produzierten. In ihren künstlerischen Arbeiten mischen sie stets das Fiktionale mit dem Faktischen und lassen in ihrem eigenen Studio aus eigenen oder fremden Texten verschiedenste Hörstücke entstehen.
Zuletzt veröffentlichten Serotonin das Hörspiel Dinge, die dringend geändert werden müssen (SWR, 2013) und das Feature Der Kapitän segelt nach Amazon (SWR, 2015), sowie den HörspielAudioguide für junge Jugendliche (Bildergalerie Potsdam Sanssouci, 2015/16) und 5 von 5 und alle 2 Minuten nochmal (Naturkundemuseum Berlin, 2016/17).

Siehe auch: www.serotonin-audio.de

Termin: Dienstag, 23. Mai 2017, 19 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, 6. OG, Steubenstraße 8

09.05.2017 - Prof. Dr. Dieter Daniels

SILENCE ON THE AIR

Ein Radiogespräch mit Dr. Dieter Daniels, Professor für Kunstgeschichte und Medientheorie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

Im ersten Radiogespräch des neuen Semesters, am Dienstag den 9. Mai um 19 Uhr im Glaskasten der Limona, geht es um die leisen Töne, beziehungsweise ihr völliges Ausbleiben, genannt Stille.
Ob in dem Hörspiel Dr. Murkes gesammeltes Schweigen von Heinrich Böll oder in der Radioerzählung Auf die Minute von Walter Benjamin, ob in John Cages Stück 4'33'' oder in dem Stück I silenzi parlano fra di loro des Futuristen Filippo Tommaso Marinetti, überall spielt die Abwesenheit von Tönen eine entscheidende Rolle.

Darüber soll es in diesem Radiogespräch gehen und über das Radiostück Sounds Like Silence, das Dieter Daniels zusammen mit Inke Arns 2012 für das Deutschlandradio Kultur produzierte: Stille wird angekündigt, sie wird aufgeführt, ausgestrahlt, aufgenommen, sie wird recycelt und sie schreibt sich in Medien und Körper ein. Die sechs Kapitel des Features enthalten erheiternde, skurrile, selten gehörte und erhellende Aufnahmen rund um die Stille. Mit John Cages Worten erweist sich auch im Radio: There is no such thing as silence.
Sounds like Silence. John Cage – 4'33" – Stille (2012) war auch eine von Dieter Daniels und Inke Arns kuratierte Ausstellung in der HMKV in Dortmund und bekam die AICA Auszeichnung Die besondere Ausstellung des Jahres.

Prof. Dr. Dieter Daniels ist Kunstwissenschaftler, Medientheoretiker und Ausstellungskurator mit den Themenschwerpunkten Mediengeschichte, Medienkunst, Relation von Kunst und Musik sowie Denkmal- und Erinnerungskultur. Er ist außerdem Autor und Herausgeber von Monografien zu Marcel Duchamp, George Brecht und John Cage. Zuletzt war Daniels Co-Kurator für die Ausstellung TeleGen — Kunst und Fernsehen im Kunstmuseum Bonn (1. Oktober 2015 – 17. Januar 2016) Zusammen mit Olaf Nicolai erscheint demnächst das Buch Readymade Century bei Spector Books.


Siehe auch: http://www.hgb-leipzig.de/daniels/


Termin: Dienstag, 9. Mai 2017, 19 Uhr

Ort: Glaskasten der Limona, 6. OG, Steubenstraße 8

13.12.2016 - Martina Müller-Wallraf

Hörspiel akut!

Ein Radiogespräch mit Martina Müller-Wallraf, Hörspieldramaturgin und Leiterin des Ressorts Hörspiel im WDR

Alle guten Dinge sind bekanntlich drei und so beschließt das experimentelle Radio den diesjährigen Radiogesprächsreigen mit einem weiteren Highlight für alle Hörspiel- und Radioenthusiasten.
Am 13. Dezember kommt die Hörspielchefin eines der wichtigsten und einflussreichsten Sender der ARD, dem WDR in Köln, nach Weimar zum Radiogespräch: um 19 Uhr in den Glaskasten der Limona.

„Anschluss halten, relevant sein und zwingend  - inhaltlich, wie formal und ästhetisch.
Nichts weniger sollten wir einer Kunstform abverlangen, die den Luxus eines massenmedialen
Verbreitungsweges genießt. Das Radio schenkt kostenfreien Eintritt in eine gewaltige Kunst-
und Inspirationshalle. Warum sollen wir diese Chance nicht nutzen und der Welt mit unserem
Gegenstand einen Spin geben?“
Wie diese Möglichkeit aussehen kann, besser wie sie sich anhören kann - darüber wird Müller-Wallraf in ihrem Radiogespräch sprechen.

Martina Müller-Wallraf absolvierte eine journalistische Ausbildung für Print, Radio und Fernsehen, war als Autorin, Redakteurin und Moderatorin tätig, bevor sie Ende der 90er Jahre Hörspieldramaturgin im WDR wurde. Sie entwickelte und betreut avancierte, vielfach ausgezeichnete Sendestrecken für Hörspiel und Radiokultur und arbeitet als Produzentin u.a. mit Künstlern wie Christoph Schlingensief, Schorsch Kamerun, Andreas Ammer und F.M. Einheit, Console, Paul Plamper oder Rimini Protokoll.

Termin: Dienstag, 13. Dezember 2016, 19 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8

30.11.2016 - Dr. Gaby Hartel

Hear and Gone? - Akustische Kunst, stationär im Raum

Ein Radiogespräch mit der Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin Dr. Gaby Hartel

Pünktlich zum Start des neuen Semesters beginnen am Dienstag den 1. November auch wieder die Radiogespräche des experimentellen Radios im Glaskasten der Limona.
Der Kunst- und Ausstellungsbetrieb beschäftigt sich seit über zehn Jahren wieder verstärkt mit dem schillernden Medium SOUND und versucht ihn jenseits von Musik, Konzertsälen und Clubs für sich zu nutzen und erlebbar zu machen. Zu diesem Thema wird Gaby Hartel an Hand eigener kuratorischer Arbeiten und der von Kollegen, einen Einblick in verschiedene Spielarten des Umgangs mit Raum, Design und Körper in Soundart und Soundshows geben.

Sie können beglücken, erschrecken und uns in unserem Selbst verankern. Sie fliegen uns an beim Gehen, Stehen, Tanzen, Liegen. Sie durchdringen unser Reden, unser Denken und Fühlen. Sie bergen und färben unser Gedächtnis. Sie sind agil und allgegenwärtig, zerrinnen zwischen den Händen und haben dennoch eine enorme Schlagkraft. Ihre Wirkungsmacht ist uns nicht selten unheimlich, denn sounds are as close to us as our thoughts (George Berkeley):  Und wie die Gedanken scheinen auch Geräusche und Töne geisterhaft zu agieren, es sind ort- und körperlose Kräfte.

Oder?

Dr. Gaby Hartel lebt als Kulturwissenschaftlerin, Kuratorin, Dozentin und Radioautorin in Berlin und London.
Ausstellungen, Radiosendungen, Veröffentlichungen, Symposien und Lehrtätigkeit zu Radioästhetik und Radioarchiven u. a. an: Neuer Berliner Kunstverein, Akademie der Künste Berlin, ZKM Karlsruhe, Kunstakademie Oslo (etwa: SOUNDS – Radio Kunst Neue Musik,  Aufbruch in den Äther, Radioraum im Rahmen von Phonorama. Eine Geschichte der Stimme als Medium).
Buchveröffentlichungen zum Thema:
Choroegraphie des Klangs. Zwischen Abstraktion und Erzählung (Hg. Mit Marie-Luise Goerke, Ekkehard Skoruppa, Hans Sarkowicz, 2015)
Sounds -Radio Kunst Neue Musik (Hrsg. mit Marius Babias, Frank Kaspar, Katrin Klingan, 2010)

Termin: Dienstag, 1. November 2016, 19 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstrasse 8

22.11.2016 - Ulrich Bassenge

Hier geht's um den Flow

Ein Radiogespräch mit dem Komponisten und Hörspielmacher Ulrich Bassenge

Bassenge nähert sich Texten - eigenen wie gefundenen - als Musiker an: kompositorisch wie improvisatorisch, in jedem Fall spielerisch. Denn Hörspiel ist für ihn in erster Linie Klang. In seinen Hörspielen untersucht er die vielfältigen Zusammenhänge von Schrift, Sprache, Musik und Nonverbalität.

Ein reicher Fundus ist für Bassenge potentielle Literatur, also alles, was ohne Absicht, Kunst zu produzieren, geschrieben wurde. Hierunter fällt die Trash-Ästhetik der Vergangenheit, vom Kolportageroman des 19. Jahrhunderts (Im Wald da sind die Räuber. Radio Mystery Soap, Regie: Johannes Mayr, DRS 2009; Hugo der Wolf, WDR 2014) bis zum Sexploitation-Film der Siebziger (Der Grausame, WDR 2011; Walk of Fame, Regie: Leonhard Koppelmann, WDR 2007). Solche Meta-Literatur findet Bassenge aber auch in Ausstellungskatalogen der Renaissance (musaeum tradescantianum, WDR 2013) oder in der Sprachproduktion Geisteskranker (Narrenspital, Regie: Johannes Mayr, SRF 2011).

Zusammen mit Bernhard Jugel kompilierte er Archivmaterial und entwickelte daraus einen ganz eigenen Sound der Vergangenheit. Ihr Dreiteiler schallarchiv (BR 2005) bediente sich aus den Rundfunkarchiven, sprechmaschinenfest (2005) erforschte die künstliche Sprache von der Sprechplatte bis zur Sprachsynthese.
2011 versammelte Bassenge vier Musiker für zwei Tage zu verbaler Improvisation in einem Probenraum. Aus dem rauen Sound gesprochener Sprache - weitab sprecherischer Hörspielkonvention - montierte er für den WDR die Komödie Bier auf dem Teppich. Ein Menschenexperiment.

In seinem Radiogespräch Hier geht’s um den Flow wird der Hörspielmacher an Hand eigener Stücke auf seine Verfahren eingehen und über die Inszenierung von Texten mit besonderem Augenmerk auf die Improvisation sprechen.

Ulrich Bassenge, in diesem Semester Lehrbeauftragter beim Experimentellen Radio, ist Hörspielmacher, Autor, Komponist, Musiker und Regisseur. Nach einem  Musikstudium am Richard-Strauss-Konservatorium in München spielte er Kontrabass, E-Bass, Hawaii-Gitarre, 5-String-Banjo und Orgel in diversen Bands. Mehrfach wurden seine Arbeiten zum Hörspiel des Monats der ARD gekürt und bei internationalen Preisen nominiert. Für die Nietzsche-Dramödie So fern vom Leben (Regie: Johannes Mayr, SRF 2014) erhielt Bassenge den 3. Platz beim Prix Marulić sowie Gold beim Grand Prix Nova. Derzeit arbeitet er mit Philip Stegers an Sirius FM. Expedition an den Bandtellerrand, einer großangelegten Hommage an das Studio für elektronische Musik, Köln.

Termin: Dienstag, 22. November 2016, 19 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstrasse 8

07.06.2016 - Colin Black

ANTIPODEAN RADIO ART

Ein Radiogespräch mit dem australischen Klangkünstler Dr. Colin Black

Am Dienstag den 7. Juni 2016 lädt das experimentelle Radio zu einem besonderen Radiogespräch in die Limona. Wir freuen uns sehr, den australischen Radiokünstler Dr. Colin Black auf seiner Deutschlandtour auch nach Weimar lotsen zu können. Er gibt Einblick in seine Arbeiten, aber auch in die australische Radiokunst. Wie steht es um die aktuelle australische Radiokunst? Wie hat sie sich entwickelt? Diese Fragen hat Black unter anderem während seines PhDs untersucht und ist damit ausgewiesener Kenner der Szene. Dr. Colin Black wird in seinem Radiogespräch Beispiele aus der Anfangszeit und die wichtigsten Meilensteine der Geschichte sowie eigene Arbeiten präsentieren.

Dr Colin Black
, international bekannter Komponist und Klangkünstler, gewann 2015 den New York Festival award for sound art, 2003 den Prix Italia für die beste Komposition und war jeweils 2010/2011 und 2015 in der Endrunde für die Nominierung des Prix Phonurgia Nova. Black wurde von vielen internationalen Sendern mit Stücken beauftragt, darunter Resonance104.4fm (London), Kunstradio (ORF) oder das New Adventures In Sound Art (Toronto). Black ist zudem Gründungsmitglied der Forschungsgruppe The International Radio Art (and Creative Audio for Trans-media).

www.colinblack.com.au

17.05.2016 - Antje Vowinckel

Der O-Turn. Abbiegungen aus der Sprechinszenierung

Zum zweiten Radiogespräch des experimentellen Radios im Sommersemester 2016 kommt am Dienstag den 17. Mai um 19 Uhr die Regisseurin und Klangkünstlerin Antje Vowinckel zu Besuch nach Weimar.

In ihrem Radiogespräch wird es im Besonderen um den original Ton im Radio gehen – den O-Ton.
Der O-Ton kommt aus dem Journalismus, wird aber auch in Theater, Musik und Installation immer beliebter. Dort stößt er auf andere Zeichensysteme und muss sich in der „Echtzeit“ des Stückes bewähren.
Im Radiogespräch wird Antje Vowinckel Beispiele von kreativen O-Ton-Settings und Sprachimprovisationen vorstellen. Wie kann man O-Töne „dirigieren“?  Welche Mikrofone eignen sich in welcher Situation? Und wie kann man sie mit Musik kombinieren?

Antje Vowinckel lebt als Radio- und Klangkünstlerin, Regisseurin und Musikperformerin in Berlin. Für ihre Arbeit wurde sie international ausgezeichnet. Sie produzierte zahlreiche Hörspiel-, Feature und Klangkunststücke für den SWR, DeutschlandRadio, WDR, HR,BR, RBB sowie unabhängige Produktionen. Ihr  Stück Call me yesterday wurde in 16 Ländern gesendet und vorgestellt.
Ein Schwerpunkt liegt auf musikalischen Kompositionen mit O-Ton in der Arbeit mit Sprachkursen, automatischem Sprechen und Dialektimitation. Daneben tritt sie mit Solo-Performances auf (Organ and Objects, Voice and Vinyl) und gründete die Performer-Composer-Gruppe xlr-female.  
Auftritte im Issue Project Room, New York, Festival Alicante, ZKM Karlsruhe, Sophiensäle Berlin u.a. Für ihre Werke erhielt sie den Prix Europa, den Plopp-Award, den Karl-Sczuka-Förderpreis, den ARD-Hörspielpreis (mit Falk Richter) sowie Auszeichnungen in Frankreich, Österreich, Spanien und Mexico. Mitglied im Errant Bodies Sound Art Space, Berlin.

www.antjevowinckel.de

03.05.2016 - Anouschka Trocker

RAUSCHEN, KNAKSEN. PAUSE

Am Dienstag den 3. Mai 2016 um 19 Uhr wird die Regisseurin Anouschka Trocker Gast beim Radiogespräch des experimentellen Radios sein.

An diesem Abend spricht sie über ihren Werdegang, ihre Herangehensweise, das Arbeiten mit Schauspielern, über Stimmen und Texte, über Sprachen und Musik, über Erzählstrukturen und die Stille, über das Hören und Hinhören, über das Aufnehmen und Sammeln von Atmos und Geräuschen, über die Charaktereigenschaften von Räumen und Sounds, über Klangteppiche und Texturen, über Störgeräusche, Fehler und Zufälle, über Intuition und den gefühlten Rhythmus:  
darüber was sie an der Kunstform HÖRSPIEL besonders interessiert.

Anouschka Trocker, geb. 1970 in Südtirol/Italien, lebt  seit 1989 in Berlin, Studium der Lateinamerikanistik und Romanistik an der FU Berlin, arbeitet seitdem mit Sound und Sprache in Film, Theater, und als Hörspielregiesseurin. Sie realisierte zahlreiche Inszenierungen als Autorenproduktion und für DeutschlandradioKultur, SR2 und das Kulturradio vom RBB. Für Primerus, dem Festival für frankophone Gegenwartsdramatik, realisiert sie seit 2012 jährlich das LiveHörspiel in der alten Feuerwache des Staatstheaters Saarbrücken. Fürs Theater arbeitet sie mit Adeline Rosenstein, Leyla Rabih und Jay Scheib in Deutschland, Belgien, Frankreich und den USA. Sie machte das  Sounddesign für  Filme von Sophie Watzlawick, Ronny Trocker und Carmen Trocker.  Sie ist Mitglied von xlr-female, einer Künstlergruppe, die musikalische Performances  realisiert, mit Auftritten in den Sophiensaelen Berlin und im Rahmen der Musikreihe KontraKlang im Heimathafen Neukölln.

27.01.2016 - Elisabeth Zimmermann

Kunstradio on air - on line - on site

Vom Netzwerk für Radiokunst Projekte und ihre Dokumentation  – zu Gast Elisabeth Zimmermann (ORF)

Als Teil der Conference on Radiophonic Archives lädt das experimentelle Radio der Bauhaus-Universität die Kulturmanagerin und Redakteurin des wöchentlichen Radiokunstprogramms Kunstradio - Radiokunst beim Österreichischen Rundfunk (ORF) Elisabeth Zimmermann zum  Radiogespräch am Mittwoch den 27. Januar um 19 Uhr in den Glaskasten der Limona.

1995 gründeten der Künstler Robert Adrian X und die Künstlergruppe x-space (Horst Hörtner, Martin Schitter, Gerfried Stocker) KUNSTRADIO ON LINE (http://kunstradio.at) als Plattform für Ankündigungen und zur Archivierung des wöchentlichen Programms; und als zusätzliche Website für Radiokunst.
1996 begann KUNSTRADIO ON LINE nicht nur die Projekte, die für das wöchentliche Programm gedacht waren (vor allem die wachsende Zahl von live-Projekten) zu streamen, sondern auch die gelegentlich sehr lang dauernden oder manchmal sogar unendlichen online-Elemente innovativer, komplexer und vernetzter Radiokunst. Kurz darauf wurde dieses Programm unter dem Namen „on air - on line - on site” zusammengefasst, um den Kontext der Projekte klar zu machen und das Umfeld in dem sie entstanden sind; darunter eine erstaunliche Anzahl an real und virtuell vernetzten Orten/Gruppen auf der ganzen Welt und der Teilnahme zahlreicher internationaler Künstler.
Der relativ leichte Zugang zu streaming Möglichkeiten veränderte die Art der Beiträge von performance-artigen zu Installationen hin.
Auch die Dokumentation dieser vernetzen Projekte war von Anfang an Teil des Konzeptes.

Elisabeth Zimmermann wird über einige dieser Projekte berichten.

02.06.2015 - Alessandro Bosetti

MONO, MULTI-MONO, POLY-MONO, MEGA-MONO

Zu Gast ist diesmal der italienische Komponist und Performance-Künstler Alessandro Bosetti. Er spricht über seine Arbeiten, in denen mit gesprochener Sprache und elektronischen Kompositionen die Grenzen zwischen Elektro-Akustik, schreiben mit Sound und Performance verwischen. Außerdem wird Bosetti an Hand eigener Stücke seine Theorie des Mono beschreiben.


Was ist Mono? Macht es Sinn darauf hinzuweisen, dass unser Mund in Mono spricht, während unsere Ohren Stereo empfangen? Wie anders war der Klang des monophonen Radios von früher? Was lässt sich mit Mono heute noch anstellen? Was kann man daraus lernen? Ist es eine Metapher für irgendetwas, ein Werkzeug, eine Beschränkung oder einfach nur Sinnlos in Zeiten von Surround-Sound, Multikanal und Wellenfeldsynthese?

Alessandro Bosetti, 1973 in Mailand geboren, ist Komponist, Performer und Klangkünstler, dessen Werk auf gesprochener Sprache, dem Ausnutzen von Missverständnissen, Übersetzungen und Interviews aufbaut. Derzeit lebt Bosetti in Marseille, wo er als artist in residence 2014 und 2015 am GMEM Centre National de Création Musicale arbeitet.

28.04.2015 - Martin Becker

Meine Väter, meine Flugangst und was die Liebe damit zu tun hat

Übers Erzählen im Radio - Ein Radiogespräch mit dem Autor Martin Becker

Woher kommt die erste Idee? Und warum ist ausgerechnet der Formzwang des Radios manchmal befreiender als das weiße Blatt eines zu schreibenden Romans? Wie fängt man an? In welchem Ton? Darf man lügen, wenn man es kann? Wo steht man selbst in der Geschichte, mittendrin in der Gluthitze Amerikas oder mit kühler Distanz ein Stück entfernt? Und was macht man, wenn die Karre vor die Wand zu fahren droht?

Anhand gundverschiedener Arbeiten eines Jahres entwirft Martin Becker seine Poetik des subjektiven Radioerzählens. Der Abend führt ins New York der Siebziger und in das tschechische Grenzland der Gegenwart, an das Grab der Väter und über die Wolken – vom Hörspiel „Väter haben sieben Leben“, das er im Kollektiv mit Schorsch Kamerun ausgedacht und produziert hat, über „Flugangst“, das die Panik als Grundzustand mit dem Versuch verknüpft, eine Generation zu verstehen.

Martin Becker, 1982 geboren, ist in Plettenberg aufgewachsen. Er ist freier Autor für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Literaturkritiker beim Deutschlandfunk und bei Deutschlandradio Kultur und berichtet in Features und Reportagen unter anderem aus Frankreich, Kanada und Brasilien. 2007 erschien sein mehrfach ausgezeichneter Erzählband "Ein schönes Leben“. Sein erster Roman "Der Rest der Nacht" erschien im Frühjahr 2014 im Luchterhand Literaturverlag. Martin Becker lebt und arbeitet mit seinem moldawischen Straßenhund in Leipzig. Letzte Hörfunkarbeiten (Auswahl): "Väter haben sieben Leben" (Hörspiel mit Schorsch Kamerun, WDR 2014), "Requiem für eine Stadt. Der Schriftsteller Hubert Selby und New York (Feature gemeinsam mit Tabea Soergel, NDR 2015).

20.01.2015 - Katrin Zipse

Radio Pomodoro - Radioserien von 5x5 bis 8x25

Ein Radiogespräch mit der SWR-Redakteurin Katrin Zipse

Zum letzten Mal in diesem Semester lädt das experimentelle Radio zu einem Radiogespräch in den Glaskasten der Limona. Am Dienstag den 20. Januar um 19 Uhr erklärt uns die SWR-Redakteurin Katrin Zipse die Pomodoro-Methode.

Kennen Sie die Pomodoro-Methode für effektives Arbeiten? Man stellt den Küchenwecker? zum Beispiel den, der aussieht wie eine knallrote Tomate - auf 25 Minuten und erledigt das, was getan werden muss, konzentriert und ohne Unterbrechung, bis der Wecker klingelt. Dann gibt es 5 Minuten Pause. Die 25 minütigen Arbeitsattacken gelten als äußerst effizient. 25 Minuten muss man übrigens auch joggen, um sich einen halben Liter Bier abzutrainieren. Und 25 Minuten sind der Mittelwert für einen optimalen Mittagsschlaf. Der Mensch, könnte man etwas gewagt schlussfolgern, funktioniert am besten in 25 Minuten-Einheiten. Das Radio womöglich auch. SWR2-Redakteurin Katrin Zipse, die seit vielen Jahren einen 25minütigen Hörspieltermin bei SWR2 betreut, macht die Probe aufs Exempel und stellt
einen besonders effektiven Pomodoro-Ableger vor: die Serie.

Katrin Zipse, geboren 1964 in Stuttgart, studierte Theaterwissenschaft und Germanistik an der FU Berlin und arbeitete mehrere Jahre als Dramaturgin an verschiedenen Theatern. Seit 1993 ist sie Redakteurin bei SWR2 und betreut den Hörspieltermin in SWR2 Tandem, einer Sendeleiste, die in Reportagen, Features, Gesprächen und Hörspielen von jeweils 25 Minuten Länge Geschichten erzählt, in denen die Schicksale von einzelnen Menschen im Mittelpunkt stehen. Sie schreibt außerdem Hörspiele, Features und Jugendbücher.

13.01.2015 - Marcus Gammel

SAG MIR WAS DU HÖRST, UND ICH SAG DIR WER DU BIST

Der Klangkunst-Redakteur Marcus Gammel im Radiogespräch

Auch in diesem Jahr lädt der Lehrstuhl Experimentelles Radio wieder zu einem Radiogespräch in den Glaskasten der Limona. Am kommenden Dienstag, den 13. Januar, wird der Hörspiel und Klangkunst Redakteur des Deutschlandradio Kultur Marcus Gammel zu Gast sein.

„Schnall Dich an für eine Rundreise zu den unbekannten Lebensformen zwischen Deinen Ohren.“ Unter diesem Motto wird Marcus Gammel anhand von Produktionen des Klangkunst-Sendeplatzes bei Deutschlandradio Kultur verschiedene Strategien zeigen, die das Hören ins Spiel bringen. Wir schlüpfen in die Haut eines Einzelhäftlings in Bautzen, erkunden den Leopard-Panzer, spielen eine Runde Minigolf und versuchen, den EFSF zu verstehen.

Das Radio ist bevölkert von außergewöhnlichen Figuren: Reporter, Tiere, Psychopathen, Zombies. Die Hauptrolle in den meisten Werken der Radiokunst spielt jedoch kein anderer als: DU. Jede Sendung spricht Dich direkt an, sie ruft Dich als Hörer_in ins Leben. Sie schafft eine Situation, in der Du eine konkrete Hörhaltung einnehmen wirst (oder mehrere). Dieses „Spiel im Hörspiel“ wird von vielen Radiokünstler_innen geschickt choreographiert. Ob Du mitspielen willst oder nicht – so lang Du eingeschaltet hast, stehst Du auf der Bühne.

Marcus Gammel wurde 1975 in Bremen und wuchs in Baden-Württemberg auf. Er studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Berlin mit Gastaufenthalten an der Sorbonne und der New York University. Über seine Arbeit als Musikjournalist kam er 1997 zum Rundfunk, wo er zunächst Jazz-Sendungen für SFB und Deutschlandfunk produzierte. Parallel schrieb er unter anderem für Reclams Jazzlexikon und die Berliner Philharmoniker. Als Regieassistent und Dramaturg betreute er Musiktheaterproduktionen von Georges Aperghis, Fatima Miranda, Mirella Weingarten, Daniel Kötter und der Performancegruppe GASTSTUBE°. Ab 2004 gestaltete er Klangkunst-Sendungen und Features für Deutschlandradio Kultur. Sein Hörstück „Europas Wahn“ erhielt 2005 den Prix Phonurgia Nova und 2008 den Prix Marulić. 2004 – 2006 war Marcus Gammel Lehrbeauftragter am musikwissenschaftlichen Seminar der TU Berlin. Seit 2009 ist er Redakteur für Hörspiel/Klangkunst bei Deutschlandradio Kultur. Seit 2014 koordiniert er die Ars Acustica Group der European Broadcasting Union.

16.12.2014 - Bas Böttcher

SCHREIBEN FÜR DIE SCHALLWELLE

Bas Böttcher zu Gast bei den Radiogesprächen

Zum letzten Mal in  diesem Jahr 2014 lädt das experimentelle Radio am kommenden Dienstag den 16. Dezember 2014 um 19 Uhr zu den Radiogesprächen in die Limona ein. Dieses Mal zu Gast der Poetry-Slammer und Schriftsteller Bas Böttcher.

Im Zentrum der Arbeit von Bas Böttcher steht das gesprochene Wort. Beeinflusst haben ihn dabei Spoken-Word-Poesie und Rap ebenso wie die vom Dichter Walter Höllerer herausgegebenen "Dokumente zur Poetik".  Im Radiogespräch wird er über die verschiedenen Formen seiner Kunst erzählen und  über den Einsatz verschiedener Medien in seinen Auftritten: Klang, Rhythmik und sprachliche Dynamik sind für ihn wesentliche Elemente, um Atmosphären und Stimmungen zu schaffen. Für Bas Böttcher gehören das Verfassen und das Präsentieren von Texten zusammen. Auf der Bühne arbeitet er mit Videoprojektionen und Musikprogrammen.

In der deutschsprachigen Gegenwartslyrik steht der Name Bas Böttcher seit Jahren exemplarisch für die lebendige Szene der Lesebühnen und Poetry Slams. Die Texte des jungen Dichters erscheinen bereits in wichtigen Anthologien (Der neue Conrady, Jahrbuch der Lyrik u.a.), die FAZ vergleicht ihn mit Jandl und Ringelnatz.

Bas Böttcher hat in Weimar am Bauhaus Medienentwicklung studiert und lebt seit 2000 in Berlin-Kreuzberg. Böttcher gilt als der erste deutsche Slam-Poet. Er gewann 1997 die ersten deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften. Durch seine Lyrik-Performances und durch seine digitale Poesie sorgt er seit den Neunziger Jahren für Aufsehen.

25.11.2014 - Jörg Lukas Matthaei

UMHERSCHWEIFENDE APPARATE & VERKAUFTE BESUCHER

von glücklichen fügungen (& ihrem gegenteil)

Jörg Lukas Matthaei zu Gast bei den Radiogesprächen

Das Experimentelle Radio lädt zur vierten Veranstaltung seiner Radiogespräche mit Jörg Lukas Matthaei, der gerade erst im August mit einer multimedialen Performance am Weimarer Kunstfest beteiligt war. Er wird uns hoffentlich drängende Fragen wie diese beantworten können: Was passiert mit einer Inszenierung, in der man übernachten kann? Wer hat die Inhalte generiert, wenn man zum Schluss alles aufisst? Und warum steckte im Hallenbad der Kopf des Komponisten in einem ausgehöhlten Teddybär?

Die ortsspezifischen Inszenierungen von Jörg Lukas Matthaei verbinden ausführliche Recherchen in der kollektiven Topographie einer Stadt mit speziellen Porträts ihrer Bewohner_innen. In ihren offenen Prozessen – sowohl in der Erarbeitung wie auch den Settings für die Besucher_innen – changieren die Rollen von Akteuren, Beobachter_innen und Macher_innen. Alles im urbanen Raum kann zur Spielzone werden, in der mediale Inputs die Möglichkeiten der Wahrnehmung und des eigenen Handelns auffächern.

Unter dem Label „matthaei & konsorten“ sind seit 2000 mehr als 40 Arbeiten vielfältiger Ausrichtungen entstanden: Von Inszenierungen für die Bühne, über Installationen & Diskursproduktionen bis hin zur Entwicklung neuer Formate für urbane Landschaften, welche seit einigen Jahren einen Schwerpunkt der Arbeit ausmachen, der fortwährend weiter entwickelt wird. Dementsprechend kann man Inszenierungen von matthaei & konsorten an allen Orten begegnen, welche auch im Leben ihrer Akteure oder Besucher vorkommen.

Jüngere Arbeiten: DIESSEITS VOM KULISSENPARK ein flüchtiges museum der abweichungen (Kunstfest Weimar 014), IM APPARAT DER KRIEGE eine simulation in nachbarschaften (Berlin 014 + Radiofassung für den rbb u.a.), IF I CAN’T DANCE (Wiener Festwochen 013)

www.matthaei-und-konsorten.de

Termin: Di., 25. November 2014, 19 Uhr

Ort: Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8

11.11.2014 - Pavlica Bajsić

EXPERIMENTAL (& GLORY) DAYS OF RADIO-ZAGREB

Pavlica Bajsić zu Gast bei den Radiogesprächen

In der dritten Runde der Radiogespräche des Experimentellen Radios wird es international. Die in Zagreb geborene Dramaturgin und Radiomacherin Pavlica Bajsić stellt uns das “dokumentarische Radio Drama” vor, ein freies Format des Radio Zagreb, das keiner Regel folgt, außer: „schreibe mit Klang“
Pavlica Bajsić wird von ihrem Vater erzählen, Zvonimir Bajsić (1925-1987), einem Pionier auf diesem Gebiet, aber auch von seinen Nachfolgern. An Hand einer Auswahl von fünf Stücken zeichnet sie den Weg von der Literatur, über field recordings bis wir am Ende wieder da ankommen wo alles begann: in der Stille.

“Beckett’s Krapp aus Das letzte Band schält und verspeist eine Banane. Nichts anderes passiert. Die Zuschauer sitzen einfach da und betrachten nichts anderes. Fünf Minuten, zehn, fünfzehn. Zeit um sich zu konzentrieren? In seine eigenen Tiefen zu reisen? Um das Lautlose der Dinge zu erleben, muss man ihnen ein identifizierbares Zeichen geben. Eine Banane. (...) Das Material des Radios ist die Stille, und seine Negation – das Hörbare.” (Zvonimir Bajsić)

Pavlica Bajsić Brazzoduro

(1973. Zagreb) ist freie Dramaturgin und Regisseurin im Theater und im Film, ihr Herz aber gehört dem Radio. Ihre Radio-Stücke wurden unter anderem in Kroatien, Australien, England, Deutschland, Österreich und der Schweiz gespielt, sowie auf zahlreichen Festivals (Prix Italia, Prix Europa u.a.)
Kürzlich gründete Pavlica Bajsić mit anderen die Künstlerplattform Mulitmedijalna Koliba und vereinigte endlich all ihre Interessen in dem experimentellen Projekt “radiophonic theater”. Das erste dieser radiophonen Bühnenprojekte war HOERSPIEL-little game to listen (and to watch), das 2013 in Zagreb Uraufführung feierte. Dabei geht es einerseits darum die Wände des Radio-Studios zu sprengen, als auch anderseits auf der Theaterbühne einen unsichtbaren neuen Partner zu etablieren – den Klang. Klang als Mittel des Ausdrucks, der Spannung, der Atmosphäre, der Emotion und als Motiv.

www.multimedijalnakoliba.hr

www.facebook.com/radiophonic.thaether

Dieses Radiogespräch wird auf Englisch gehalten werden.

Termin und Ort:

Dienstag, 11. November 2014, 19 Uhr im Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8

28.10.2014 - LIGNA

Die Gesten des Hörers – Künstlergruppe LIGNA

Auch in diesem Semester lädt das Experimentelle Radio wieder zur Vortragsreihe »Radiogespäche« in die Limona. Den Auftakt bildet am Dienstag, 28. Oktober 2014, 19 Uhr, die Künstlergruppe LIGNA. Im Gespräch geht es um die Situationen, in denen sich Hörerinnen und Hörer während des Medienkonsums befinden und die Entwicklung alternativer Modelle der Mediennutzung, wie das Radioballett.

In der Tradition der Radiotheorie, aber auch in der Radiokunst wird die Situation, in der das Programm des Radios empfangen wird, immer wieder und gerne ausgeblendet. Ist ja auch ein bisschen unheimlich … So lässt sich doch weder feststellen, wer gerade zuhört, noch was er oder sie tatsächlich währenddessen tut: wird geraucht (wie z.B. Adorno vermutet) oder werden Karotten geschnitten (wie mancher Sprecher fürchtet)? LIGNA haben sich in ihren Arbeiten mit der Unkontrollierbarkeit dieser Situation auseinandergesetzt und verschiedene Modelle einer anderen Mediennutzung, wie das Radioballett, vorgeschlagen.

Die Gruppe LIGNA

entwickelt zwischen Theater, Tanz, Installation und Performance neue Situationen, ermöglicht unwahrscheinliche Bewegungen, und erfindet die Rolle des Publikums neu. Mit ihren Modellen performativer Radionutzung intervenieren sie in den öffentlichen Raum und befragen seine Normen und Kontrolle. LIGNA besteht aus Ole Frahm, Michael Hüners und Torsten Michaelsen und existiert seit 1997. Zuletzt gaben Torsten Michaelsen und Ole Frahm mit Andreas Stuhlmann das Dossier "Radio" in der Zeitschrift Kultur und Gespenster (Nr. 14, 2013) heraus.

Termin und Ort:

28. Oktober 2014 um 19 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

Weitere Gäste in diesem Semester sind: Julia Tieke (4.11), Pavlica Bajsic (11.11), Jörg Lukas Matthaei (2.12.), Marcus Gammel (9.12.) und Bas Böttcher (16.12.)

03.06.2014 - Judith Lorentz

Rumpel di Pumpel: Grenzen des Spiels am Stereopunkt

Ein Radiogespräch mit der Hörspielregisseurin Judith Lorentz

Bei der Aufnahmearbeit zu einem Hörspieltext kann sich ein Schauspieler, eine Schauspielerin eigentlich nur auf die Leistung der eigenen Stimme verlassen.
Mimik, Gestik – das alles ist vor dem blinden Mikro und dem augenlosen Ton für die Katz'...oder ?

Hörspielregisseurin Judith Lorentz, der die Kritik einen „souveränen Sinn für Rhythmus und Zwischentöne“ bescheinigt, sieht das anders: das Spiel vor dem Mikro gewinnt an Lebendigkeit, wenn Mimik, Gestik und Bewegung zum gezielten Einsatz kommen dürfen, wenn dem Körpereinsatz während der Aufnahmen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Im Radiogespräch stellt Lorentz ihren eigenen Regie-Ansatz vor, spricht über ihre besondere Technik und erwähnt natürlich auch die Fallstricke und Gefahren, mit denen man bei dieser Arbeitsweise rechnen muss. 

Viele Produktionen von Judith Lorentz befinden sich bereits im Archiv des Lehrstuhls „Experimentelles Radio“. Das stetig anwachsende EXPA bietet bislang bis zu 5000 Hörstücke aus den Bereichen Hörspiel, Feature und Klangkunst.

Judith Lorentz

wurde in Berlin geboren, studierte Germanistik und Hispanistik ebendort, sowie in Freiburg i. Br., Madrid und Buenos Aires. Bereits während ihres Studiums war sie Regieassistentin bei Deutschlandradio Kultur und danach von 2003 bis 2005 Volontärin für Hörspielregie beim Südwestrundfunk.

Auszeichnungen (eine Auswahl):

  • 2009. Deutscher Hörbuchpreis für Der Krieg der Knöpfe nach Louis Pergaud
  • 2011. Zonser Hörspielpreis für Ick bin nu mal Friseuse von Laila Stieler
  • 2012. Deutscher Hörspielpreis der ARD für Alfred C. - Aus dem Leben eines Getreidehändlers von Hermann Bohlen

Termin: Dienstag, 3. Juni, 19.00 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, Steubenstr. 6a, Weimar

06.05.2014 - Alexander Schuhmacher

Räume im Hörspiel

Ein Radiogespräch mit dem Hörspielregisseur und Autor Alexander Schuhmacher.

Wie in beinahe jeder Geschichte befinden sich auch die Protagonisten eines Hörspiels selten an ein und der selben Stelle. Sie bewegen sich durch die Geschichte, umanderen Charakteren an unterschiedlichen Orten zu begegnen. Die Wechsel von Orten und Situationen sorgen für Erlebnisse, die die Geschichte vorantreiben. Eine für das Hörspiel äußerst wichtige Entscheidung dabei ist, wie die unterschiedlichen Orte, Räume und Situationen jeweils klingen sollen: naturalistisch, theatral, experimentell, psychedelisch...? 

Es ist vor allem die Aufgabe des Regisseurs, gemäß seiner Klangvorstellung die radiophone Umsetzung anzuleiten.

Hörspielregisseur und Autor Alexander Schuhmacher, der seit knapp zwanzig JahrenHörspiele produziert und erfolgreich seine Vision des Sounds umsetzt, erzählt im Radiogespräch von seiner Herangehensweise bei der Inszenierung von Räumen im Hörspiel. Schuhmacher, dessen Produktionen bereits mit etlichen Preisen ausgezeichnet wurden (u.a. Gold- & Platinschallplatte für «Der Alchimist» von Paolo Coelho, 1997), ist bekannt für seine Fähigkeit, Sound, Sprache und Musik auf besondere Weise miteinander zu verweben – eine Fähigkeit, die auch in seiner Lehrzeit als Assistent des legendären Hörspielregisseurs Heinz von Cramer gefördert wurde. Viele Produktionen von Alexander Schuhmacher befinden sich bereits im Archiv des Lehrstuhls „Experimentelles Radio“. Das stetig anwachsende EXPA bietet bislang bis zu 5000 Hörstücke aus den Bereichen Hörspiel, Feature und Klangkunst.

Alexander Schuhmacher

wurde 1965 in  Heidelberg geboren. Er studierte Politik und Geschichte in Stuttgart. Seine Karriere als Hörspielregisseur startete, nachdem er vier Jahre dem berühmten Heinz von Cramer assistierte. «Hommage an John Coltrane» (SDR 1994) war das erste selbstverfasste Hörspiel. Seitdem hatAlexander Schuhmacher zahlreiche Preise für seine Hörspiele und seine Regiearbeit bekommen, darunter 2003 den Civis-Preis, 2004 die Silver World Medal des New York Festivals, 2005 den Kurd-Laßwitz-Preis, mehrere Auszeichnungen zum Hörspiel des Monats und 2008 zum Hörbuch des Jahres.Die erste Hörbuchveröffentlichung einer seiner Hörspielbearbeitungen («Der Alchimist» von Paolo Coelho) wurde 2005 mit der Goldenen CD und 2009 mit der Platin CD für über 250.00 verkaufte Exemplare ausgezeichnet.Alexander Schuhmacher lebt als freier Hörspielautor und -regisseur in Berlin.

Zeit: am Dienstag, 6. Mai 2014 um 19:00 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, Steubenstr. 6a, Weimar

03.12.2013 - Vito Pinto

Alles Stimmen oder was? Zum Hören von Hörspielen

Ein Radiogespräch mit dem Theaterwissenschaftler Vito Pinto am 3. Dezember 2013

Die Stimme ist für das Hörspiel ein zentrales und vielschichtiges Element. Wie Stimmen in Hörspielen inszeniert, wie darüber Räumlichkeit und Zeitlichkeit generiert werden, ist – neben einer zu erzählenden Geschichte – von großer Bedeutung für die Wahrnehmung und Wirkung radiophoner Arbeiten. Die Rede von vermeintlich 'körperlosen Stimmen' erweist sich dabei als obsolet.

Dies wird Vito Pinto in seinem Vortrag in unserer Reihe „Radiogespräche“ beleuchten. Im Zentrum steht die Frage, welche Arten des Hörens möglich sind – und welche unterschiedlichen Zugangsweisen zum Hörspiel sich durch sie jeweils eröffnen. Fluchtlinie der Ausführungen werden die Produktionen des Hörspielmachers Paul Plamper sein.

Vito Pinto

studierte Theaterwissenschaft und Romanistik an der FU Berlin, promovierte 2011 im Fach Theaterwissenschaft im Rahmen des Sonderforschungsbereichs ›Kulturen des Performativen‹ und arbeitet derzeit als freier Lektor, Dramaturg und Dozent in Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Theorie und Ästhetik der Stimme, des Gegenwartstheaters, des Hörspiels sowie die Geschichte und Ästhetik des Musikvideos.

Zu seinen Publikationen zählen unter anderem seine Monographien »Stimmen auf der Spur. Zur technischen Realisierung der Stimme in Theater, Hörspiel und Film« (Bielefeld 2012) sowie »(Selbst-)Inszenierungen als gesellschaftliche Provokation. Tabubruch und Transgression bei Marilyn Manson« (Berlin 2006). Hinzu kommt der Sammelband »Stimm-Welten: Philosophische, medientheoretische und ästhetische Perspektiven« (Bielefeld 2008), gemeinsam herausgegeben mit Doris Kolesch und Jenny Schrödl. Neben Publikationen zur Stimme und Stimmlichkeit im Theater sowie zum Hörspiel ist aktuell ein Beitrag über die Selbstinszenierungsstrategie der Sängerin Lana del Rey (»Geboren, um zu sterben – Das Phänomen Lana del Rey«, Graz 2013) in Vorbereitung (Bielefeld 2014).

Vito Pinto hat das diesjährige Berliner Hörspielfestival der freien Szene im Theaterdiscounter Berlin ausgerichtet. Aktuell gibt er im Rahmen seiner Lehrtätigkeit am Institut für Theaterwissenschaft der FU Berlin ein Master-Seminar zum Thema »Theatrale Klangräume«, in dem es nicht nur um klangliche Theater-Räume im herkömmlichen Sinne geht, sondern bspw. auch um Audio-Walks im öffentlichen Raum sowie um akustische Alltagswahrnehmung.

Zeit: Dienstag, 3. Dezember 2013 um 19:00 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

04.11.2013 - Schorsch Kamerun

Ein Schritt im Glück, zwei Schritte in Panik - Wie bringt man das heutige Überkomplexe in verständliche Form?

Ein Radiogespräch mit dem Sänger, Theater- und Hörspielmacher Schorsch Kamerun.

Umgeben von unzähligen, oft widerstreitenden Expertenmeinungen und -analysen fällt es heutzutage zunehmend schwer, sich eine eigene Meinung zu einem bestimmten Thema zu bilden oder gar zu äußern. Alles kann immer anders sein, nie ist sicher, dass alle Facetten und Hintergründe eines Themas tatsächlich erfasst wurden. Und weil niemand am Ende mit seinem Standpunkt als naiv oder blöd dastehen möchte, wird häufig geschwiegen, kaum Partei ergriffen oder gehandelt. Dabei wissen wir oftmals genau, wenn Dinge ungut laufen, wenn z.B. Entscheidungen in Politik und Wirtschaft getroffen werden, die uns sinnlos oder auch (moralisch) falsch erscheinen.

Es braucht eine Technik oder Strategie die hilft, sich eine Meinung zu bilden, diese zu äußern und zu verbreiten.

Eine mögliche Strategie stellt Schorsch Kamerun vor. Kamerun, dessen Arbeiten – gleich ob in der Musik, dem Theater oder dem Hörspiel - immer den Fragen nach politischer Macht und Ohnmacht, Anpassung und Widerstand, Recht und Unrecht nachgehen, hat einen Weg gefunden, in einer komplizierten Zeit politisch unbequeme Standpunkte zu thematisieren und Diskussionen anzuregen. Im „Radiogespräch“ erklärt er, wie man für eine künstlerische Produktion das Überkomplexe in eine verständliche Form bringt.

Schorsch Kamerun

lebt in Hamburg, Mitbetreiber des „Golden Pudel Club“ und wurde bekannt als Sänger der Punkband „Goldene Zitronen“. Seit 2000 arbeitet er auch erfolgreich als Theatermacher. Darüber hinaus schreibt und produziert er auch Hörspiele. Für seine WDR-Produktion „Ein Menschenbild, das in seiner Summe null ergibt“ erhielt er 2007 den Hörspielpreis der Kriegsblinden.

Zeit: Montag, 4. November 2013 um 19:00 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

Live-Übertragung auf BauhausFM: 106,6 MHz oder im Stream auf www.bauhaus.fm

28.05.2013 - Joaquin Cófreces

Die unsichtbare Reise. Mit Klängen Geschichten erzählen

Heute Abend werden wir den argentinischen Klangkünstler Joaquin Cófreces zu Gast haben. Er bezeichnet sich selbst als „Sound storyteller“ und arbeitetet im Bereich von Radiokunst, Feature, Hörspiel, Soundscape und Installation. Im Kontext des Hörkino-Semesterthemas „Reisen“ wird er seine international preisgekrönten Stücke vorstellen.

Joaquin Cófreces

wurde 1975 in Buenos Aires geboren und lebt in Ushuaia (Feuerland). Als Autodidakt und „intuitiver Journalist“ begreift er das Radio als Experimentierfeld und Klang als globale, emotionale Sprache zum Erzählen von Geschichten.

Termin und Ort:

Di, 28.5.2013, 18:30 Uhr, SeaM Werkstattstudio (Coudraystr. 13a, R011), Eintritt frei.

Eine gemeinsame Veranstaltung des „Hörkinos“ des Studios für elektroakustische Musik (SeaM) an der HfM Weimar und der „Radiogespräche“ der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

14.05.2013 - Henry Bernhard

Wie ein Erdbeben beginnen und dann langsam steigern. Auch im Feature ist aller Anfang schwer

Radiogespräch mit dem Autor und Regisseur Henry Bernhard

Ums gleich vorweg zu nehmen: es gibt sie nicht – die Bedienungsanleitung, um ein Feature zu machen, das von der ersten bis zur letzten Sekunde seine Hörer fesselt. Aber es gibt diesen Erdbebensatz, den Hollywood-Filmmogul Samuel Goldwyn einem Regisseur mal um die Ohren gehauen hat und den Journalisten-Legende Henri Nannen daraufhin als Leitlinie für den Journalismus übernahm. Und es gibt so etwas wie gewisse Zutaten, die beim Schreiben und Produzieren eines Features nicht fehlen sollten. Henry Bernhard hat sie sich als Autor in über 50 eigenen Features erarbeitet und wird bei seinem Radiogespräch darüber berichten. Ob beim grenzüberschreitenden „Skat unterm Stacheldraht. Ein kleiner Grenzverkehr im Vogtland“ (DLF 2007) oder „Wir dachten, die erschießen uns alle. Die Wende im Stasi-Knast Bautzen II“ (MDR 2009) – nicht selten sind es deutsch-deutsche Geschichten, die er erzählt.

Henry Bernhard

wurde 1969 geboren und wuchs in Weimar auf. In Göttingen studierte er Politik, Publizistik, VWL und Völkerrecht. Seit 1990 arbeitet er für das Radio, 1994 produzierte er sein erstes Feature. Seitdem hat er als freier Autor für die öffentlich-rechtlichen Wortprogramme der ARD (wie MDR Figaro, NDR Info, RBB radio*kultur, SWR 2, Deutschlandfunk, WDR 5, Deutschlandradio Kultur und SR 2) Features, Dokumentationen und Hintergrundberichte geschrieben, bei etwa 60 Features Regie geführt und einige Fernseh-Dokumentationen gedreht. Bernhards Schwerpunkt liegt auf historischen Themen – Geschichten aus dem geteilten Deutschland und aus dem „Dritten Reich“, von gescheiterten Kommunisten und zurückgekehrten Juden, von Überlebenden und Verlierern der Geschichte. Dafür erhielt er mehrere Preise und Nominierungen zum Prix Europa und zum Prix Italia – zuletzt für „Die Lienzer Kosaken. Eine Tragödie am Ende des Krieges“ (MDR/ORF 2011). 

Termin und Ort

Dienstag, 14. Mai 2013 um 19:00 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

07.05.2013 - Hans-Ulrich Werner

Akustische Kreativität - Sonic Media

SoundScape SoundDesign AudioVisuelle Komposition - Radiogespräch mit Hans-Ulrich Werner

Mit Professor Hans-Ulrich Werner begrüßt das „Experimentelle Radio“ zum Beginn des Sommersemesters 2013 einen der vielseitigsten Klangdesigner und Klangforscher Deutschlands. Im Rahmen der Reihe „Radiogespräche“ wird Werner Einblick in seine künstlerische Arbeit geben, die immer auch künstlerisches Forschen ist. Sein Antrieb ist eine Synthese zu schaffen, die verschiedenste Disziplinen miteinander verbindet und die in ihrer intermedialen Vereinigung die Methoden des Hörens verändert. Akustische Kreativität, so seine allgemeine These, ist die Multiplikation vieler akustischer Materialien, Zeiten und Räume, in denen Klangkulturen entstehen und auch vergehen.

Seit mehreren Jahrzehnten arbeitet der 1954 geborene H-U Werner in unterschiedlichen, künstlerischen Genres: Ob als Sound-Designer für Radio und Fernsehen, Klangregisseur, Hör-Autor oder Komponist von Soundscapes: stets sind seine Arbeiten auf große Resonanz gestoßen.

Seine Suchhaltung hat auch –biografisch bedingte- Momente der persönlichen Synthese: durch seine praktische Erfahrungen als Techniker und Toningenieur oder seinen Hintergrund als Musikwissenschaftler in der Vertiefung von Musik- und Medienwissenschaft als Dialog von Sound, Technologie und HörUmwelt.

Zu seinem Vortrag beim „Radiogespräch“ wird Hans-Ulrich Werner Auszüge aus seinem umfangreichen Werk präsentieren und so ungewöhnliche Einblicke in seine künstlerischen Kompositionen gewähren, die u.a. für das Studio Akustische Kunst beim WDR sowie die Goethe-Institute in Madrid, Montevideo, Chicago, Vancouver und Stockholm entstanden sind.

Hans-Ulrich Werner

Werner, Hans-Ulrich (HUW), Prof. Dr., Professor für Audioproduktion, Sound Design und Medien an der Hochschule Offenburg. Studien als Ton- und Bildingenieur, sowie in Publizistik, Psychologie, Musikwissenschaft, Medienpädagogik. Berufserfahrung in den Bereichen Film, Radio und TV, Studios für Klangdesign im WDR. HörTexte Medienproduktion Universität Siegen und Soundscapes an der Universität Kassel.

An seiner Hochschul-Professur in Offenburg lehrt er Audioproduktion und Sound Design sowie Akustische Kommunikation/Sound Studies, AudioVisuelle Komposition und Performance.

Termin und Ort:  7. Mai 2013 um 19 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a

04.12.2012 - Michael Lissek

Geht’s auch ohne Sex und Tod? - Warum es in Michael Lisseks Features (fast) immer genau darum geht

Featureautor und Regisseur Michael Lissek weiß wie er Aufmerksamkeit erregen kann, doch das allein wäre ihm zu billig. Zum Radiogespräch nach Weimar kommt er, weil er nicht nur leidenschaftlich gerne selber Features macht, sondern auch ganz vorzüglich über sie sprechen und diskutieren kann. Und das, obwohl er ganz offen zugibt, nicht den blassesten Schimmer zu haben wie er sein rohes Material anordnen soll, bevor er nicht am Mischpult oder zumindest beim Schneiden seiner Töne sitzt.

Dass er es dann doch ganz gut versteht sein eigenwilliges Material in eine gebändigte Form zu bringen, belegen knapp 30 Features, die er für so ziemlich alle deutschsprachigen Featureredaktionen in den vergangenen 13 Jahren produziert hat – Nominierungen für den Prix Europa, Prix Italia, Prix Marulic inklusive. Und um Sex und Tod dreht sich bei ihm tatsächlich einiges: Was Lissek dabei jedoch interessiert, ist nicht das Breittreten eines vermeintlichen Tabuthemas, sondern vielmehr die Einsamkeit, Verlorenheit und Endlichkeit der Spezies Mensch wie sie nicht deutlicher auf den Punkt gebracht werden könnte als beispielsweise in „Die Traurigkeit der Körper“ – einer Milieustudie über Swingerclubs und deren Spielregeln des sexuellen Betriebs. Doch auch polnische Spargelstecher können großes erzählerisches Potenzial haben, denn Lissek beherrscht sie - die theatrale Aufmerksamkeitsherstellungstechnik oder auch Dramaturgie genannt: das Komponieren mit Geräusch- und Sprachpartikeln, mit Ton- und Sprachhöhen, mit Rhythmen – und ihre vertikale Schichtung.

Das alles soll Thema seines Radiogesprächs sein. Natürlich wird er auch genügend Beispiele im Gepäck haben, um seinen Begriff von Erzählung zu illustrieren: Erzählung, die Räume eröffnet und offen lässt, die Dinge und Geschehnisse zwar nennt, aber niemals definiert. Erzählung, die über sich hinaus weist auf ein Anderes,  Weiteres. Aber Lissek hält es lieber etwas bescheidener, in dem er über sich sagt:  „Ich erfinde nicht, ich finde. Ich erzähle nicht, ich lasse erzählen. Ich bin nicht der, der vorschreibt, ich bin der, der abschreibt.“

„Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

Termin und Ort: Dienstag, 4. Dezember 2012 um 19:00 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

27.11.2012 - Marianne Weil

Die Leute sagen einfach nicht, was ich hören will

Radiogespräch mit der Feature- und Hörspielautorin Marianne Weil.

In den Ton-Archiven schlummern abertausende Stunden Material mit unendlich vielen Stimmen von unendlich vielen verschiedenen Orten. Mitschnitte aus dem Gerichtssaal, Unterhaltungssendungen von drei Stunden, Politikerbesuche im Zoo, Reporter, Moderatoren, Politiker, Kabarettisten, Kommentatoren, Leute auf der Straße und und und. Diese Töne sind faszinierend oder langweilig, fremd oder vertraut, prägnant oder diffus. Wer damit etwas anfangen will, muss ganz rabiat vorgehen und zuerst die Oberfläche zerstören. Etwas pathetisch formuliert: er muss die O-Töne aus dem Zusammenhang befreien, isolieren, und sie für eine neue Rolle in einem neuen Kontext präparieren. Kurzum, er ist Chirurg und Schöpfer zugleich.

Die Montage, beziehungsweise das montierende Subjekt, inszeniert neue Bezüge, lässt Stimmen aufeinandertreffen, die nie miteinander gesprochen haben, enthüllt, stellt aus, stellt klar, verzerrt, verstärkt, unterschlägt, kombiniert, konfrontiert, variiert und lässt auf diese Weise hören, was so nie gesagt wurde. Eine Montage ist ein kreativer Spaß, eine Gehirnwäsche des Gedächtnisses mit sowohl überraschenden als auch erschreckenden Effekten.

Marianne Weil hat diese Montage-Kunst als Autorin par excellence erprobt. Ob in ihrem neuesten Stück „Transitraum – Übergang“ (Deutschlandradio Kultur/RBB/SR 2012), einer Montage aus Archiv-Material mit Wetter, Musik und Nachrichten, die sich der Zeit nach dem 3. Oktober 1990 widmet - dem Beginn einer kollektiven Wunscherfüllung mit all seinen Schrecken der wechselseitigen Selbsterkenntnis. Oder in "Dem ...eutschen ...olke" (SR/SFB 1995, Hörspielpreis der Akademie der Künste Berlin), einem Stück, dessen Titel sich an die kaputte Inschrift des Reichstagsgebäudes vor 1989 anlehnt. Immer wieder ist es die Rhetorik des Kalten Krieges, die sie in ihre ideologischen Figuren zerlegt, analysiert und neu inszeniert, nachdem 1990 die Archive der DDR zugänglich wurden.

Ein Radiogespräch über die verschiedenen Möglichkeiten, mit dem Klangmaterial aus den Archiven zu basteln und ein Aufruf, die schlummernden Schätze aus ihrem Tiefschlaf zu entreißen. „

Marianne Weil

1947 in Darmstadt geboren, studierte Literaturwissenschaft und promovierte 1977 über Walter Benjamin. Sie arbeitet seit mehr als 30 Jahren für das Radio. Sie schreibt über Literatur, Kabarett und kulturhistorische Themen. Dazu kommen O-Ton-Hörspiele und Features über Menschen, Tiere und Pflanzen.

Als nach 1990 die Archive der DDR zugänglich wurden, widmete sie sich in einer Reihe von Stücken der Rhetorik des Kalten Krieges, die sie in ihre ideologischen Figuren zerlegte, analysierte und neu inszenierte. 

Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

Termin und Ort: Dienstag, 27. November 2012 um 19:00 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

20.11.2012 - Renate Jurzik

Material, das angeordnet werden will: Erzählstrategien im Feature - früher und heute

Ein Feature besteht, bevor es ein solches wird, zunächst einmal aus einer Menge Material. Material, das mit all seinen O-Tönen und Geräuschen angeordnet werden will. Ab hier beginnt die eigentliche Arbeit. Und ab hier kommt Renate Jurzik ins Spiel. Am 20. November ist sie Gast in der Vortragsreihe Radiogespräche und wird darüber berichten, wie sich die Erzählstrategien beim Feature im Laufe der Zeit verändert haben. Renate Jurzik verhilft seit nunmehr 26 Jahren Autoren dazu, Manuskripte zu sendefertigen Stücken werden zu lassen. Zunächst als langjährige Redakteurin beim Sender Freies Berlin/Rundfunk Berlin Brandenburg in der Hörspiel- und Featurereabteilung und seit drei Jahren als Leiterin der Redaktion Künstlerisches Wort im kulturradio des rbb. Jedes Material ist verschieden und verlangt deshalb ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Jurzik versucht mit den Autoren immer wieder etwas zu probieren, das bisher „unerhört“ war. Gerade diese Freiheit und Offenheit ist es, die sie am Feature reizt: in der Themenwahl, in der Erzählstrategie und der akustischen Gestaltung. „Feature-Machen ist vom ersten Moment an Radio. Es ist Radio in all seinen Möglichkeiten und es ist alles erlaubt außer schlechten Tönen“ sagt sie selbst über dieses formal grenzenlose Genre.

Ein Radiogespräch über den Unterschied zwischen einem guten Thema und einer guten Geschichte, über den schmalen Grat vom eigenen Stil zur bloßen Masche und über das spielerische Vergnügen im Umgang mit dem Material.

Renate Jurzik

Bevor Renate Jurzik zum Rundfunk ging, studierte sie Soziologie, Vergleichende Literaturwissenschaft und Religionswissenschaft. Sie promovierte mit „„Der Stoff des Lachens –- Drei Studien über Komik‟“ an der Freien Universität Berlin und arbeitete anschließend als wissenschaftliche Assistentin am Soziologischen Institut der FU. 

Termin und Ort: Dienstag, 20. November 2012 um 19:00 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

13.11.2012 - Helmut Kopetzky

Helmut Kopetzky: "Ich"

Ein Radiogespräch mit dem schlichten Titel „Ich“ zu versehen, könnte darauf deuten, dass Feature- und Buchautor Helmut Kopetzky nach Weimar kommt, um über sich zu sprechen. Diese Vermutung liegt schon deshalb nahe, weil seine Features hin und wieder von seiner Biographie handeln oder so persönlich und zugleich berührend erzählt sind, dass sie nur von ihm stammen können. Und tatsächlich: Die Formen der Subjektivität im Dokumentarradio sind es, die Helmut Kopetzky seit geraumer Zeit beschäftigen und die auch Gegenstand seines Radiogesprächs sein sollen. Gespickt mit Erfahrungsberichten und Hörbeispielen aus fast 40 Jahren Autorendasein, wird der Altmeister des Features am Dienstag, den 13. November im Glaskasten der Limona zu erleben sein.

Kopetzky, 1940 geboren, ist einer der wenigen, die es wagen, das selbstbewusste Ich im Radiodokumentarischen einzusetzen. Er tut dies ohne dabei jemals eitel oder gar überheblich zu klingen. Vielleicht auch deshalb, weil seine persönliche Biographie so ergreifend ist, dass er es einfach nur geschickt zu nutzen weiß, sich an dem zu bedienen, was persönlicher und spannender nicht sein kann: das eigene Leben und das Leben an sich. Und vielleicht auch, weil sehr viel Wahrheit in seinen eigenen Worten steckt: „Ein gutes Feature wird von einer Autorenpersönlichkeit mit klaren Standpunkten getragen“.

Kopetzky ist unbeirrbar seinen ganz eigenen Weg gegangen. Nach vierjähriger Festanstellung als Redakteur beim SFB schmiss er hin und zog es vor, als freier Autor nur noch die eigenen Stücke zu produzieren. Und dies in Personalunion: als Autor, Regisseur und Produzent im eigenen Studio.

In seinen inzwischen über 100 Features hat er stets Themen angepackt, die Zeugnis seiner sehr persönlichen Haltung und seines Engagements sind: vom Nahost-Konflikt über den Nationalsozialismus bis hin zur Wiedervereinigung oder islamischem Fundamentalismus. Mit seinem Spürsinn für brennende Themen begeistert er nicht nur seine Hörer - Kopetzkys Anliegen ist es immer gewesen, seine Erfahrungen und sein Wissen an junge Autoren weiterzugeben. Als weltweit reisender Featurelehrer und immer wieder als Autor, der über seine Arbeit auf hohem Niveau schreibt. Seine neueste Publikation „Radiojahre – vom linearen Zeitalter in die vernetzte Welt“ bietet er gar vor Erscheinen der gedruckten Ausgabe zum Gratisdownload auf seiner Website an.

1999 und 2002 erhielt Kopetzky den renommierten Prix Europa sowie 2008 den Axel-Eggebrecht-Preis für sein Lebenswerk. Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Featureautoren.

Ein Radiogespräch über das Erzählen von Geschichten, die „für die kurze Ewigkeit“ bestimmt sind (Kopetzky). Ein Radiogespräch, das neben zahlreichen Beispielen und Erfahrungsberichten der Vergangenheit einen Blick in die Zukunft des Mediums wirft und dabei ein Plädoyer für die Rolle des Autors in Zeiten des „User Generated Content“ liefert.

„Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar. 

Termin und Ort: Dienstag, 13. November 2012 um 19:00 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6a, Weimar

12.06.2012 - Lynn Petrin

Mix- und Mastering Workshop mit Lynn Petrin

Ein Roughmix ist schnell gemacht. Von einer amtlichen Mischung ist er aber meist noch meilenweit entfernt. Der Mix- und Mastering Engeneer Lynn Petrin (Ebony Cuts Studio Hamburg) gibt am Dienstag, 12.  Juni ab 17 h einen fundierten Überblick über die Anfertigung professioneller Abmischungen und Masterings. Auch die Möglichkeiten der Audio-Restauration (Vinyl- und Samplerestauration) werden an praktischen Beispielen vermittelt.

Dieser Workshop ist eigentlich eine Pflichtveranstaltung für alle Musiker, Hörspiel-, Feature- und Filmemacher, die einen Einblick ins Mastering bekommen wollen und natürlich auch an alle, die Mixe erstellen und diese dann extern mastern lassen wollen. Wie sollte der Mix vorbereitet sein, was sollte man tun oder besser sein lassen um dem Masteriningenieur einen Mix zu liefern, mit dem er optimal arbeiten kann? Die einzelnen Schritte beim Mastern werden erläutert und anschließend live im studio 1 durchgeführt: Lautheit vs. Dynamic, analoge Wärme vs. digitale Präzision, Mastering für mp3.

Auch Fragen zu eigenen Tracks oder Arbeiten sind sehr willkommen! Beispiele können sehr gern mitgebracht werden (Format: auf USB-Stick / wav oder  aif / 44,1khz oder 48khz / 16bit oder 24 bit)

Geklärt werden soll natürlich auch die allesentscheidende Frage:  „Wann ist mein Mix so fertig, dass ich ihn besser nicht mehr anfasse?”

Ein Workshop im Rahmen der „Radiogespräche” der Professur Experimentelles Radio.

Termin und Ort: Dienstag, 12. Juni um 17 Uhr im studio 1 (Medienhaus), Steubenstraße 6a



08.05.2012 - Tania Singer

Empathie und Mitgefühl –und wie man sie kultivieren kann

Prof. Dr. Tania Singer, Direktorin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Abteilung für Soziale Neurowissenschaften

Warum haben wir das Gefühl denselben Schmerz zu erleben, wenn wir jemand beobachten, der gerade seinen Kopf an einer Türkante stößt? Warum leiden wir mit, wenn wir vom Schicksal eines unterdrückten Volks hören? Grund hierfür ist die Empathie, die Fähigkeit uns in die Gedanken und Gefühle anderer Lebewesen einzufühlen und diese nachzuempfinden – eine der grundlegendsten menschlichen Eigenschaften.

Doch warum haben wir manchmal mehr oder weniger Empathie? Ist dieses Einfühlen vielleicht sogar trainierbar? Fragen, denen die Neuropsychologin Tania Singer auf der Spur ist und damit in einem ganz jungen Feld der Wissenschaft, den Kognitions- und Neurowissenschaften, tätig ist. Was in den Köpfen ihrer Probanden vorgeht, muss sie aus Daten des Kernspintomografen schließen, doch stellt sie ebenso die Meditation auf den Prüfstand und schlägt damit Brücken zwischen der objektiven Wissenschaft und spirituellen Praktiken, die lange Zeit von der Wissenschaft wenig Beachtung fanden. Dabei arbeitet sie u.a. mit buddhistischen Mönchen wie Matthieu Ricard zusammen, um die Gehirnaktivitäten unter unterschiedlichen Bewusstseinszuständen während der Meditation zu erforschen – „Empathieexperten, die sich extrem schnell in starke Gefühlszustände hineinversetzen können“, wie Tania Singer selbst sagt. Nun untersucht sie, ob diese Techniken auch mit Personen trainierbar sind, die noch nie etwas von Meditation gehört haben oder gar dem Begriff Meditation ablehnend gegenüberstehen.

Zuvor hatte sie in Zürich in einem ebenso jungen Feld der Wissenschaft geforscht und auch hier ganz neue Brücken geschlagen: Am Institut für Empirische Wirtschaftsforschung hat sie als Neuroöknomin untersucht, was das ökonomische Handeln von Menschen bestimmt. Gemeinsam mit Ökonomen, Philosophen und Psychologen baute sie dort das Zentrum für soziale und neuronale Systeme auf. Singer untersuchte dort u.a., wann fair und kooperativ bzw. wann unfair und egoistisch gehandelt wird. Für derlei Untersuchungen ließ sie ihre Probanden auch mal Pac-Man um Geld spielen. Singer ist -im Gegensatz zum vielbeschworenen nur an seinen eigenen Nutzen denkenden „Homo oeconomicus“- davon überzeugt, dass unser Hirn auf Zusammenarbeit programmiert ist und dass wir mehr kooperieren als egoistisch handeln.

Dabei beschreibt sie nicht nur, sie hat die Vision zu verändern und scheut sich dabei nicht vor großen Fragen wie „Was sind die Bedingungen für Altruismus oder bedingungslose Liebe? Wie funktionieren Angst und Stress und wie können wir diese reduzieren? Momentan leitet sie in Leipzig eine Langzeitstudie, wie sich Mitgefühl trainieren und Stress reduzieren lässt.

In ihrem Vortrag wird Tania Singer Einblicke in die überraschenden Ergebnisse ihrer Forschungen geben und zeigen, welche Einflüsse sie auf unser Zusammenleben in Zukunft haben können.

Tania Singer

ist eine weltbekannte und renommierte Expertin auf dem Gebiet der Empathieforschung. Nach dem Erhalt ihrer Doktorwürde von der Freien Universität in Berlin und der Otto-Hahn-Medaille im Jahr 2000 setzte sie ihre Arbeit am Max-Planck-Institut in Berlin fort. Im Anschluss arbeitete sie am Wellcome Trust Centre for Neuroimaging in London, UK, bevor sie 2007 als Assistenzprofessorin an die Universität Zürich in die Schweiz zog. Seit 2010 ist sie Direktorin der Abteilung Soziale Neurowissenschaft am Max Planck Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und stellte ihre Forschungsarbeit, neben internationalen Konferenzen, auch mehrmals auf dem World Econemic Forum (WEF) in Davos vor.

Der Vortrag ist eine Veranstaltung der studentischen Initiative „Horizonte“ in Kooperation mit der Professur Experimentelles Radio (Vortragsreihe Radiogespräche).

Termin und Ort: Dienstag, 8. Mai 2012 um 19 Uhr im Audimax, Steubenstraße 6

10.01.2012 - Alfred Behrens

Ich könnte von einer Kindheit am Radio sprechen

Radiogespräch mit Alfred Behrens, Hörspiel- und Filmemacher

Mit Professor Alfred Behrens begrüßt das „Experimentelle Radio“ zum Jahresanfang einen der renommiertesten Hörspielmacher Deutschlands. Im Rahmen der Reihe „Radiogespräche“ wird Alfred Behrens am 10. Januar Einblicke in seine künstlerische Arbeit geben – ausgehend vom programmatischen Titel seines Vortrags: „Ich könnte von einer Kindheit am Radio sprechen“.

Seit mehreren Jahrzehnten arbeitet der 1944 in Hamburg geborene Behrens in unterschiedlichen, künstlerischen Genres: Ob als Schriftsteller, Drehbuchautor, Filme- oder Hörspielmacher – seine Arbeiten sind stets auf große Resonanz gestoßen. Neben dem Adolf-Grimme-Preis für seinen Film „Familienkino“ hat Alfred Behrens bereits 1974 den „Hörspielpreis der Kriegsblinden“ für sein Stück „Das große Identifikationsspiel“ erhalten – und wurde 2007 mit dem Günter-Eich-Preis für sein Lebenswerk im Bereich Hörspiel ausgezeichnet. Sein umfangreiches Film- und Hörspielwissen gibt Alfred Behrens auch an angehende Kunstschaffende weiter: Neben seiner Tätigkeit als Professor an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in Potsdam war er ebenfalls mehrmals Gastdozent am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

Zu seinem Vortrag beim „Radiogespräch“ wird Alfred Behrens filmische und akustische Auszüge aus seinem umfangreichen Werk präsentieren und so ungewöhnliche Einblicke in seine künstlerische Produktion gewähren: Neben den Auszügen aus seinen vielfach ausgezeichneten Hörspielen wird er auch Teile seines Filmschaffens vorstellen, darunter beispielsweise jüngere Arbeiten wie „Das Spiel ohne Ball – ein Film für meinen Bruder“ (2004), eine sehr eindrückliche und persönliche Annäherung. Ebenfalls mitbringen wird Behrens  Auszüge aus der „Schatten des Körpers des Kameramanns“ - eine Filmarbeit, die gerade noch entsteht – um so nicht zuletzt vielleicht auch einen Bogen von der Kindheit vor dem Radio bis zur Gegenwart hinter der Kamera zu spannen.

„Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

Termin und Ort: Dienstag, 10.01.2012, 19h, Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8 (Hintereingang).

05.01.2012 - David Eicher

Die beste Werbung ist: keine Werbung!

Radiogespräch mit David Eicher, Geschäftsführer der webguerillas, Deutschlands führender Agentur für alternative Werbeformen.

Ob wir wollen oder nicht: Werbung ist ein Bestandteil unseres Lebens. Täglich werden wir über tausend Mal mit Werbeideen und Slogans bombardiert, deren Unmengen an Reizen wir nicht mehr verarbeiten können. Die Folge ist, dass wir TV-Werbung genervt wegzappen, bei Hörfunkwerbung nur noch weghören und werbeüberfrachtete Kostenloszeitungen ungelesen wegwerfen. Werbung ist etwas Lästiges geworden, das uns dreist in unserer Privatsphäre stört. Doch wie können Unternehmen ihre Botschaften zu uns bringen, ohne dass wir es als plumpe Störung empfinden? Können wir werbemüden Konsumenten überhaupt jemals wieder begeistert werden? David Eicher mischt mit seiner Agentur den Werbemarkt seit einigen Jahren kräftig auf, indem er mit Guerilla-Aktionen plötzlich und unerwartet über die Konsumenten hereinbricht und dabei ihren Spieltrieb weckt, sie integriert und vor allen Dingen überrascht.

Anhand von ausgewählten Beispielen wird David Eicher von den Aktionen seiner Agentur berichten, die er 2000 gegründet hat und zu deren Kunden MINI, Fujitsu, Jacobs Krönung, Samsung, Zott, Deutsche Telekom und viele andere zählen.

Ein Radiogespräch für alle Werbemüden, Werberesistenten und Werberenitenten über Dinge, die uns wirklich faszinieren und über Dinge, die Geschichten erzählen. Ein ermutigender Abend darüber, dass mit originellen Ideen und charmanten Anmaßungen unsere knappe Aufmerksamkeit zurückerobert werden kann.

David Eicher

Nach seiner Ausbildung als Fotograf und Werbekaufmann in Köln und Bonn, war er anschließend als Marketingmanager bei Pelikan Schreibgeräte in Bonn und Hannover tätig. Ab 1990 arbeitete er sieben Jahre als Etat-Direktor beim internationalen Agenturnetzwerk TBWA, gründete danach die Werbeagentur Robert & Horst und 2000 die Webguerillas, die mittlerweile zu Deutschlands führender Agentur für alternative Werbeformen avanciert ist. Zum Portfolio gehören alle Werbeformen im On- und Offline-Bereich, die das Zielpublikum mit unkonventionellen Ideen überraschen und unterhalten. Seine Agentur wurde vielfach ausgezeichnet. Zu den Kunden der webguerillas gehören unter anderem die Deutsche Telekom, Bacardi, MINI und der ADAC.

„Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar. Dieses Radiogespräch findet in Kooperation mit dem Studiengang Master Medienmanagement statt.

Termin und Ort: Donnerstag, 5. Januar 2012 um 19:30 Uhr in der Albrecht-Dürer-Straße 2 (Achtung! Diesmal NICHT im Limona-Glaskasten!)

06.11.2011 - Ulf Köhler

Nicht Hörspiel. Nicht Reportage. Noch anders. - Ein Abend über das künstlerische Radiofeature

Radiogespräch mit Ulf Köhler, Leiter der Featureabteilung von MDR FIGARO.

Ulf Köhler, der Leiter der Featureabteilung von MDR FIGARO, dem Kulturradio des Mitteldeutschen Rundfunks, wird am 6. Dezember im Rahmen der Reihe „Radiogespräche“ zu Gast in Weimar sein. Gemeinsam mit Martin Becker wird er über die Zukunft, die Veränderungen und die Chancen des künstlerischen Radiofeatures diskutieren: Kann es sich ein Autor heute überhaupt noch leisten, nur noch von nicht-fiktionalen Hörstücken zu leben? Muss man Kompromisse bei den Themen eingehen, oder ist es gerade die alte Wildheit, die den jungen Featuremachern fehlt? Was macht überhaupt ein gutes Radiofeature aus?

Anhand von ausgewählten Beispielen wird Ulf Köhler, Jahrgang 1966, von seiner Arbeit berichten. Er selbst war jahrelang als freier Hörfunkautor unterwegs: Schon während seines Studiums der Journalistik und Osteuropawissenschaften begann er 1992, für den MDR zu arbeiten. 1995 ging er nach Moskau und berichtete von dort für mehrere ARD-Sendeanstalten. Aus dem Jahr 1995 stammt sein Feature "Trinken wir auf Mischa - Russland im März", für das er noch im selben Jahr den Kurt-Magnus-Preis.

Seit 2002 leitet er die Feature-Redaktion beim MDR - und hat somit viel Erfahrung mit beiden Seiten der Arbeit: Einerseits als Autor, andererseits als Redakteur. Ein Radiogespräch über eine zwar geliebte, letztlich aber doch oft lieblos behandelte und im Schatten des Hörspiels vor sich hin brütende Form: Ein Abend von, für und über das künstlerische Radiofeature.

„Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

Termin und Ort: Dienstag, 06.11.2011, 19h, Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8 (Hintereingang).

14.06.2011 - Jaroslav Rudis

Proleten, Punks und Plattenbau. Ein Abend über Deutsche, Tschechen und Hörspiele.

Der tschechische Schriftsteller und Drehbuchautor Jaroslav Rudiš ist am 14. Juni im Rahmen der Vortragsreihe „Radiogespräche“ zu Gast in Weimar. Unter anderem bringt er sein aktuelles Hörspiel „Plattenbaucowboys“ mit, das erst wenige Tage zuvor beim Westdeutschen Rundfunk urgesendet wird.

In seinen Büchern, Filmen und Hörspielen beschäftigt sich Rudiš oft mit  Verlierertypen, die aus dem echten Leben kommen, die sich gegen die Kälte der Welt wehren; mal mehr, mal weniger erfolgreich. Proleten, Punks und Plattenbau – so könnte man die Themen des 1972 im tschechischen Turnov geborenen Autors zusammenfassen. Seit vielen Jahren arbeitet er als freier Autor; zuvor war er nach seinem Studium Kulturrredakteur bei der tschechischen Tageszeitung „Pravo“.

Sein erster Roman „Der Himmel unter Berlin“ (2002) wurde in Tschechien ein Publikumserfolg, auch in Deutschland erschien das Buch und führte den Autor auf legendäre Lesereisen quer durch die Republik. Mittlerweile sind drei weitere Romane erschienen, die zum Teil auch verfilmt wurden. Der  Autor ist heute eine der wichtigsten, literarischen Stimmen seiner Generation und lebt und schreibt zwischen Lomnice nad Popelkou, Prag und Leipzig.

Gemeinsam mit seinem Schriftstellerfreund Martin Becker schreibt Jaroslav Rudiš seit einigen Jahren auch auf deutsch: Neben dem Hörspiel „Lost in Praha“ (WDR 2008) und einem deutsch-tschechischen Opernlibretto (Uraufführung in Prag 2008) gibt es ein aktuelles Resultat ihrer Zusammenarbeit:  „Plattenbaucowboys“, ein Hörspiel, in welchem der Aufstieg und Niedergang einer Neubausiedlung bis in die Gegenwart verfolgt wird, das alles vor dem Hintergrund der verrückt gewordenen Bewohner: Ein Sheriff patroulliert mit Pistole im Anschlag, auf dem Dach eines Zwölfgeschossers sitzen untote Cowboys und spielen Tag und Nacht Gitarre.

Im „Radiogespräch“ wird sich Martin Becker mit Jaroslav Rudiš nicht nur über ihre gemeinsame Hörspielarbeit unterhalten, sondern auch über die Unterschiede zwischen deutschem und dem tschechischem Rundfunkbetrieb; als Journalist arbeitet Rudiš regelmäßig für öffentlich-rechtliche Radiosender in beiden Ländern. Außerdem wird es um lländerübergreifenden Humor gehen, und, natürlich: um Literatur, die nach Meinung der Autoren überall in der Kneipe ihren Anfang nehmen muss, bestenfalls.

„Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

Termin und Ort: Dienstag, 14.06.2011, 19h, Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8 (Hintereingang)

10.05.2011 - Die neuen Unpolitischen?

Die neuen Unpolitischen?

in Radiogespräch über den vermeintlichen Politikverlust der Studierenden
 
Die Zeiten der großen studentischen Aufstände sind scheinbar endgültig vorbei. Ab und zu demonstriert man noch gegen die Studiengebühren, aber das war‘s dann auch schon.


Was ist da los unter den Studierenden?
 
Sind sie wirklich so unpolitisch wie ihnen immer wieder nachgesagt wird? Oder haben sie nur keine Lust ihre politische Energie im Getriebe einer Interessensgruppe einzusetzen? Welche neuen Formen des politischen Engagements gibt es?
 
Es diskutieren: Der Thüringische Staatssekretär für Medien und Regierungssprecher Peter Zimmermann, Mediensoziologe Prof. Dr. phil. habil. Andreas Ziemann, Martin Werner (Student und ehemaliger Vorstand des Studierendenkonvents der Bauhaus-Uni Weimar), Moderation: Andreas Feddersen
 
Termin und Ort: Dienstag, 10. Mai, 19 h c.t., Glaskasten der Limona, Steubenstraße 8

03.05.2011 - Wolfgang Hagen

»Last Night a DJ Saved My Life« - Zur Mediengeschichte unsichtbarer Musikmaschinen

Der Medientheoretiker Dr. Wolfgang Hagen ist am 3. Mai im Rahmen der Vortragsreihe „Radiogespräche“ zu Gast in Weimar.

Die Überschrift seines Vortrags ist eine Anspielung auf den weltbekannten Song der US-Band „Indeep“ aus dem Jahr 1982: "Last Night a DJ Saved My Life“ erzählt von einem frustrierten Mädchen, das sich von der Playlist eines DJs gerettet fühlt. Wolfgang Hagen wird sich dabei nicht nur der DJ-Kultur im Hörfunk widmen, sondern auch dem Discjockey an sich – als Maschine, die keiner sieht.

Der Soziologe Niklas Luhmann bezeichnete den Computer als „unsichtbare Maschine“ – sozusagen als algorithmisches Gerät der Simulation. Und genau das, so Wolfgang Hagens Schlussfolgerung, tun DJs doch, seit es sie gibt: Simulationen programmieren. Unsichtbare Musikmaschinen sein. Sind sie deshalb nicht überhaupt die wahren Pioniere der medialen Simulation? Und existiert der DJ mit seiner lebensrettenden Playlist eigentlich auch dann noch, wenn er durch reine Software gänzlich unsichtbar wird?

Dr. Wolfgang Hagen

Jahrgang 1950, beschäftigt sich seit Jahrzehnten umfassend mit den theoretischen und praktischen Aspekten des Radios. Er war als Autor, Moderator und Redakteur für verschiedene öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramme tätig; unter anderem arbeitete er von 1986 bis 2002 als Gründer und Leiter von „Radio Bremen Vier“, dem ersten Jugendprogramm der ARD. Seit 2002 ist er Leiter der Kultur- und Musikabteilungen im Deutschlandradio Kultur.

Neben seiner Rundfunktätigkeit ist Wolfgang Hagen Privatdozent für Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität in Berlin und hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte und Theorie des Computers, des Radios, der digitalen Bildlichkeit und der Medien vorgelegt. Zu seinen wichtigsten Publikationen gehört das 2005 erschienene Buch „Das Radio. Zur Geschichte und Theorie des Hörfunks“, in welchem sich der Autor mit der unterschiedlichen Entwicklung des Mediums in den USA und Deutschland beschäftigt.

„Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

Termin und Ort: Dienstag, 03.05.2011, 19h, Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8 (Hintereingang).

17.01.2011 - Katrin Moll

Radiogespräch mit Katrin Moll

Am Montag um 10 Uhr laden wir euch alle zu einem spontanen Radiogespräch mit Katrin Moll aus Berlin ein.

Aktuell leitet sie bei Deutschlandradio Kultur die Hörspielreihe „RADIOORTUNG“, in der verschiedene Künstlergruppen ortsbezogene Handy-Hörspiele für öffentliche Räume in Berlin und Köln entwickeln. Im öffentlichen Stadtraum können diese Hörminiaturen dann über ein GPS Handy zum Klingen gebracht werden.

RADIOORTUNG untersucht vor allem die Technologie, die zunehmende Verbreitung leistungsfähiger Mobiltelefone mit schnellem Internetzugang und Lokalisierungsfunktion (GPS), und die Frage, wie diese Technologie in den Alltag unserer Hörer eingreift. Das heute im Internet angesehene Produkt wird morgen zum maßgeschneiderten Sonderangebot auf meinem Handy, sobald ich mich auf meinem Spaziergang dem Kaufhaus nähere - eine Vision der allernächsten Zukunft.
 
Diese Entwicklungen werden im Projekt RADIOORTUNG mit den Mitteln des Hörspiels untersucht. Hierzu wurden Theater- und Hörspielmacher, Performance- und Medienkünstler eingeladen, die sich in ihren Arbeiten bereits mit Interventionen im öffentlichen Raum beschäftigt haben. Die Medien- und Performancekünstler der Gruppe LIGNA realisierten im September 2010 das erste Handy-Hörspiel in Berlin, aktuell realisiert Katrin Moll mit den Theatermachern der Gruppe Rimini Protokoll die nächste ortsbezogene Hörspielreihe.

Katrin Moll, Medienwissenschaftlerin und Toningenieurin, ist seit 2000 als freie Regisseurin, Autorin und Dramaturgin für Hörspiel und Feature bei verschiedenen Rundfunkanstalten tätig. Daneben hat sie Lehraufträge an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" und der Universität Potsdam im Bereich Tondramaturgie und -gestaltung für Hörspiel, Feature und Film.

Das Radiogespräch findet am Montag, den 17. Januar um 10 Uhr im Glaskasten der Limona im Rahmen des Projektes acoustic turn“ statt.

14.12.2010 - UnitedOFFproductions

Radiogespräch über Regie mit unitedOFFproductions

Mirca Preißler und David Jeker, Mitglieder der Künstlergruppe unitedOFFproductions, werden am 14. Dezember im Rahmen der Vortragsreihe „Radiogespräche“ zu Gast an der Professur Experimentelles Radio sein.

unitedOFFproductions arbeiten seit ihrer Gründung 1999 in den Bereichen Theater, Hörspiel und Performance. Die Theaterinszenierungen liefern stets das Basismaterial für die weiteren künstlerischen Produkte wie Hörspiel, Club-Performances oder Film. Keine Produktion bedient sich einer fertigen Vorlage: Sie sind das Resultat eines intensiven und improvisatorischen Gruppenarbeitsprozesses. Wie Ethnographen gehen unitedOFFproductions bei ihrer Recherche vor: Für ihre dritte Produktion „Alles wird sich hier verändern“ reiste die Gruppe nach Mexico. Die Materialsammlung aus Interviews, Ton- und Bildmitschnitten, die während des Forschungsaufenthalts entstanden, bildete die Arbeitsgrundlage für Stückfassung, Fotoausstellung und Dokumentarfilm.

Die unterschiedlichsten Quellen werden dann in den Produktionen  zu atmosphärisch dichten Räumen verwoben. Aktualität wird von ihnen als Aufgabe verstanden, den Menschen und seine Existenz in einer sich rapide verändernden Welt sichtbar zu machen.

Jede neue Produktion von unitedOFFproductions bietet die Chance ein Stück (post)moderne und urbane Wirklichkeit zu begreifen und sie sich, sei es auch noch so flüchtig, zu eigen zu machen. So gleichen die künstlerischen Ergebnisse von unitedOFFproductions oft eher einer Skizze als einem fertigen Gemälde oder einer kohärenten Fabel. Dadurch laden sie Akteure und Zuschauende ein, die eigene Präsenz, beziehungsweise die eigene Distanz, in der Welt und ihren Zeichensystemen zu reflektieren. „Radiogespräche“ sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.
 

Termin: Di., 14. Dezember 2010, 10 Uhr

Ort: Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8 (Hintereingang)

23.11.2010 - Paul Plamper

Radiogespräch über Regie mit Paul Plamper

Der Regisseur und Autor Paul Plamper wird am 23. November im Rahmen der Vortragsreihe "Radiogespräche" zu Gast an der Professur ExperimentellesRadio sein.

Ursprünglich vom Theater kommend, profiliert er sich seit einigen Jahren immer mehr als Spezialist für raffinierte Hörspiele. Letztes Jahr bekam er für seine Sound-Skulptur "Ruhe 1" den renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden. Seine mit großer Leichtigkeit inszenierten Hörspiele basieren nicht seltenauf Improvisationen, in denen Laien und professionelle Sprecher aufeinandertreffen.

Plamper war nach seinem Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik seit 1992 als Regieassistent (unter anderem für Robert Wilson und Peter Zadek)tätig, später arbeitete er u.a. für das Berliner Ensemble und die Volksbühne Berlin. Für den WDR realisierte er zahlreiche Hörspiele.

Bekannt in der Hörspielszene wurde er mit TOP HIT leicht gemacht - In 50 Minuten an die Spitze der Charts. Das Hörspiel handelt vom schnellen Weg zur Nr.-1-Hit-Single in den deutschen Charts. Das Lied, welches im Rahmen dieses Hörspiels mit einem untalentierten Musiker produziert wurde, schaffte es auf Platz 37 der deutschen Charts. Das Hörspiel selbst wurde mit dem renommierten Prix Europa ausgezeichnet.

Die Veranstaltungsreihe "Radiogespräche", wird am 14.12 mit einemabschließenden Vortrag über Regie der im Bereich Theater, Hörspiel undPerformance agierenden Künstlergruppe UnitedOffProductions fortgesetzt.Radiogespräche sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radioan der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

Termin: Di., 23. November 2010, 10 Uhr

Ort: Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8

09.11.2010 - Ulrich Gerhardt

Radiogespräch über Regie mit Ulrich Gerhardt

Der Hörspielregisseur Ulrich Gerhardt wird am 9. November im Rahmen der Vortragsreihe „Radiogespräche“ zu Gast an der Professur Experimentelles Radio sein und dort anhand illustrierender Beispiele über seine Arbeiten und seinen Stil des Regieführens sprechen. Seit 1986 arbeitet Gerhardt als freier Regisseur für alle Hörspielabteilungen der ARD. Bei weit über 300 Hörspielen hat er Regie geführt.

Seine Arbeit galt dem Neuen Hörspiel, dem O-Ton-Hörspiel ebenso wie Experimenten mit der neuentwickelten Kunstkopfstereophonie, die er als erster zur Funkausstellung 1973 mit dem Hörspiel "Demolition" einsetzte.

Von 1981 bis 1986 war er  (gemeinsam mit Dr. Garleff Zacharias-Langhans) Chef der Hörspielabteilung des Sender Freies Berlin. Neben anderen Preisen dürfte die wichtigste Auszeichnung für Gerhardt der Karl-Sczuka-Preis für sein Hörspiel „Übergang über die Beresina“ 1993 gewesen sein. Durch einen Glücksfund auf einem Berliner Flohmarkt gelangte er in den Besitz von einmaligen Tondokumenten: auf 17 hauchdünnen, zerbrechlichen Schallplattenfolien entdeckten Gerhardt und der Toningenieur Günter Heß Aufnahmen des Berliner Amateurtontechnikers Jürgen Tradt aus den Jahren 1941 und 1942. Tradt, ein ungefähr 22 Jahre alter Soldat, der an der Ostfront kämpfte, machte während eines Fronturlaubs Tonaufnahmen: von Radiosendungen, Telefongesprächen, aber auch eigenen Ansagen. Nach der Restaurierung des teilweise stark beschädigten Materials fügte Gerhardt nach einem Zufallsprinzip die Mosaiksteine dieses radioarchäologischen Fundes für die Sendereihe Readytapes neu zusammen.

Über Gerhardts Inszenierungsstil ist bekannt, dass er oftmals die einzelnen Passagen der mehrmals wiederholten Aufnahmen nach dem Zufallsprinzip auswählt. Er arbeitet auch heute, wie schon in den 60er-Jahren, mit „toten Pausen“, d. h. Atmogeräusche und Atemgeräusche werden weggeschnitten.

1994, 1998 und 1999 wurden seine Arbeiten als Hörspiel des Jahres ausgezeichnet. Gerhardt ist Mitglied der Akademie der Künste und lebt heute als freier Regisseur in Berlin.

Die Veranstaltungsreihe "Radiogespräche", wird bis Mitte Dezember mit zwei weiteren Hörspielregisseuren, die von ihren Regieerfahrungen bei der Produktion ihrer Stücke berichten, fortgesetzt. Gäste der folgenden zwei Radiogespräche: Paul Plamper (23.11.) und UnitedOffProductions (14.12.). Radiogespräche sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar.

Termin: Dienstag, 9. November 2010, 10 Uhr

Ort: Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8 (Hintereingang)




25.10.2010 - Stefanie Hoster

Regie und Dramaturgie im Rundfunk

Überlegungen zu einem produktiven Spannungsverhältnis

Fünf Radiogespräche zum Schwerpunktthema (Hörspiel)Regie

Stefanie Hoster setzt am 25. Oktober die Reihe Radiogespräche mit einem Vortrag und anschließendem Publikumsgespräch über das produktive Spannungsverhältnis zwischen Regie und Dramaturgie im Rundfunk fort. Als langjährige Hörspieldramaturgin beim Saarländischen Rundfunk, Regisseurin von Hörspielen und seit 1997 Leiterin der Abteilung Hörspiel/Produktion Wort von Deutschlandradio Kultur, ist ihr dieses Spannungsverhältnis sehr vertraut.

In ihrem Vortrag wird sie über die Bedingungen sprechen, unter denen Hörspiele in den Landesrundfunkanstalten produziert werden sowie über den Umgang der Hörspieldramaturgie mit Regie. Nach welchen Kriterien Dramaturgen die Regisseure für die Hörspielproduktionen auswählen, wie die Vorbereitung einer Produktion aussieht und wie die Zusammenarbeit zwischen Redaktion und Regie im Studio erfolgt, wird sie in ihrem Vortrag anhand verschiedener Produktionsbeispiele beleuchten.

Jeder Regisseur, jede Regisseurin hat eine eigene Weise Texte anzugehen, mit Schauspielern umzugehen. Wie werden Schauspieler besetzt? Welche Rolle spielt (komponierte) Musik? Wie entwickelt sich eine Regie-Handschrift? Gibt es das überhaupt?

Stefanie Hoster wird sowohl aus ihrer Erfahrung als Dramaturgin mit den unterschiedlichen Regisseuren wie Heinz von Cramer, Uli Gerhardt, Christiane Ohaus, Marguerite Gateau, Robert Matejka, Anouschka Trocker, berichten als auch von ihrer Art, sich Texten zu nähern.

Hoster, geboren 1954, war neun Jahre Hörspieldramaturgin im Saarländischen Rundfunk und führt seit 1988 Hörspielregien in lockerer Folge. Seit 1997 ist sie Abteilungsleiterin des Bereichs Hörspiel/Produktion Wort im Deutschlandradio Kultur. Die Abteilung umfasst neben Hörspiel auch das künstlerische Feature, Klangkunst sowie die Wurfsendungen.

In Zusammenarbeit mit "Spezialistinnen" entwickelte sie neue Radioformen spielerischen Inhalts, so zum Beispiel "Bei Anruf Soap", die erste interaktive Radiosoap live im Studio, die "Wurfsendung", unverlangt ins Programm eingeworfene Minihörspiele, das "blogspiel" und zuletzt "RadioOrtung" - Hörspiele für Selbstläufer (September 2010, Fortsetzung 2011).

Die Veranstaltungsreihe "Radiogespräche", wird bis Mitte Dezember wöchentlich mit vier weiteren Hörspielregisseuren, die von ihren Regieerfahrungen bei der Produktion ihrer Stücke berichten, fortgesetzt. Mit dabei Ulrich Gerhardt (9.11.), Götz Naleppa (16.11.), Paul Plamper (23.11.) und UnitedOffProductions (14.12.). Radiogespräche sind eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio.

Termin: Montag, 25. Oktober 2010, 19:15 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, 5. OG, Steubenstraße 8 (Hintereingang)

16.07.2010 - Medienmigration

Medienmigration: Neue Formate im world wide web

Am Freitag, 16. Juli 2010 veranstaltet die Professur Experimentelles Radio in Kooperation mit DRadio Wissen, dem jüngsten Programm des Deutschlandradios in Weimar eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Medienmigration: Neue Formate im world wide web“.

Die Diskussion wird sich inhaltlich mit dem Status Quo und der Entwicklung der Medienkonvergenz beschäftigen. Folgende Fragen stehen zur Debatte:
- Welche Bedeutung hat Medienkonvergenz für Audioangebote und Radiosender?
- Welche Entwicklungen ziehen neue Endgeräte nach sich?
- Handelt es sich beim "post-radio" um ein "multimedia-radio", in dem Institutionen wie Zeitung, Radio, Fernsehen und Print zugunsten von kleineren Multimedia Büros aufgelöst werden?
- Welche Folgen hätte das für die entsprechenden Berufsfelder?
- Wie komfortabel und einfach zu handhaben müssen Angebote der Zukunft für den Nutzer sein?

Die Diskussion findet am 16. Juli um 19:30 Uhr in der Steubenstraße 6A im Studio 1 des Zuse-Medienzentrums statt.

Es diskutieren:

  • Dr. Ralf Müller-Schmid – Redaktionsleiter DRadio Wissen
  • Ruben Jonas Schnell – Initiator byte.fm
  • Prof. Nathalie Singer – Professur Experimentelles Radio
  • Christoph Dowe – Geschäftsführender Redakteur ZEIT ONLINE

Hanno Müller, Leiter der Wochenendbeilage der Thüringer Allgemeinen Zeitung, moderiert die Gesprächsrunde. Das Campusradio Bauhaus.fm überträgt die Veranstaltung live in seinem Programm auf der Frequenz 106,6.

28.06.2010 - Teri Rueb

The Place that You Become: Place and Subjectivity in Mobile Network Landscape

Die amerikanische Medienkünstlerin Teri Rueb, Pionierin der GPS basierten interaktiven Installationen, setzt am 28. Juni die Reihe Radiogespräche fort.

Als international agierende Künstlerin erhielt sie diverse Preise, so zum Beispiel 2008 die Auszeichnung in der Kategorie „Digital Music“ der Ars Electronica in Linz. Arbeiten von Teri Rueb sind an verschiedensten Ausstellungsorten gezeigt worden, im Edith-Russ Haus für Medienkunst, dem Banff Center for the Arts, dem Boston ICA, dem Kiasma Museum und im New Museum of Contemporary Art in New York City. Seit 2009 ist Rueb Professorin an der Universität in Buffalo.

Im Anschluss an einen eintägigen Workshop, den Teri Rueb für die Studenten der Medienkunst/Mediengestaltung hält, haben Interessierte die Gelegenheit, einen Einblick in die Arbeit der Medienkünstlerin zu bekommen.

„The Place that You Become: Place and Subjectivity in Mobile Network Landscape“ ist der Titel ihres Vortrages welcher um 19:30 Uhr im Glaskasten der Limona stattfindet. Der Vortag wird in Englischer Sprache gehalten. 

Ruebs künstlerische Praxis entwickelte sich vor dem Hintergrund der Bildhauerei und Kunst im öffentlichen Raum. Inspiriert von Beuys Vorstellung einer sozialen Skulptur und den Künstlern der Land Art wie Hamish Fulton, Richard Long und Andy Goldsworthy begann sie mit interaktiven Medien zu arbeiten.

Sie benutzt in ihren Arbeiten elektronische Medien dafür, Menschen in Dialoge zu verwickeln. Rueb tut dies in Alltagssituationen, anstatt die Betrachter in der üblichen passiven Rezeptionshaltung vor Bildschirm oder Tastatur anzusprechen. Besonderes Augenmerk liegt für sie auf den Klang und seine Geschichte, insbesondere die des Radios, in Verbindung mit Architektur, Landschaft und urbanem Design.  In diesen Gebieten sind für sie die Schlüsselmomente zu finden, von denen aus sich das großflächige Design der drahtlosen Netzwerke heute entwickelt hat. In ihrem Vortrag wird Teri Rueb ausgewählte Projekte der letzten zehn Jahre vorstellen, anhand derer sich ihre künstlerische Entwicklung als Medienkünstlerin an der Schnittstelle zwischen Kunst,  Architektur, Landschaft und Infrastruktur nach verfolgen lässt.

Die Veranstaltung findet als Kooperation der Professuren Experimentelles Radio und Gestaltung medialer Umgebungen statt.

Vortrag in Englischer Sprache

Termin und Ort: 28. Juni 2010, 19.30 Uhr, Glaskasten der Limona,Steubenstraße 6

28.04.2010 - Carl-Frank Westermann

Radiogespräche im Sommersemester 2010

"Sonifikation als künstlerische Methode“
Theresa Schubert

„Soundbranding – only the name is new“
Prof. Carl-Frank Westermann

Im Sommersemester 2010 führt die Professur Experimentelles Radio die Vortragsreihe Radiogespräche bereits im dritten Jahr fort. Die beiden ersten Vorträge, die unter dem Motto des Akustik-Design und der Sonifikation stehen, finden im Rahmen des Projektes "acoustic turn" unter der Leitung von Prof. Nathalie Singer statt. Ein Projekt, welches sich dieses Semester vorrangig dem Phänomen des (Zu)Hörens und der akustischen Gestaltung unserer Umgebung widmet.

Den Auftakt macht die Medienkünstlerin und Autorin Theresa Schubert- Minski am Mittwoch, den 21.04.2010 um 15 Uhr, gefolgt von Prof. Carl- Frank Westermann, Kreativchef für akustische Markenführung bei der Firma MetaDesign und Gastprofessor bei Sound Studies an der UDK Berlin, am 28.04.2010 um 15 Uhr.

"Sonifikation als künstlerische Methode“ betitelt Theresa Schubert-Minski ihren Vortrag. Er behandelt Sonifikation als eine noch relativ junge wissenschaftliche Forschungsrichtung, mit besonderem Fokus auf sonifizierende Methoden als künstlerische Praxis.

„Sonification is the understanding of the world, that doesn't make sound, through sound“ – dieses Zitat des australischen Klangkünstlers und Forschers Stephen Barras, definiert Sonifikation als Methode, die stummen Dinge in der Welt über Klang zu verstehen. Wie hören sich Gehirnströme an, wie klingt ein Mandelbrotdiagramm, wie macht man unsichtbare chemische Prozesse hörbar und wie könnte sich der Klimawandel anhören? Theresa Schubert-Minski stellt Künstler und Klangbeispiele vor.

Unter dem Titel „Sound Branding – only the name is new“ wird Prof. Carl- Frank Westermann als derjenige, der bei der Firma MetaDesign das Sound Branding erst eingeführt und entwickelt hat, aus seiner langjährigen Berufspraxis berichten.
Der Mensch wird durch seine jeweilige Klangumgebung geprägt. Er selbst ist dabei Bestandteil einer Kommunikation mit prägender Wirkung. Anhand einer Reihe von Beispielen werden Klangereignisse und - erlebnisse präsentiert, die aufzeigen, dass Klangkonditionierung allgegenwärtig ist. Sound Branding ist folglich nur der logische Schritt hin zu einem neuen und bewusst strategisch gestalteten Markenkommunikations-Instrument.

Theresa Schubert-Minski

studierte Mediengestaltung an der Bauhaus- Universität in Weimar, arbeitete im Anschluss an ihr Studium als freie Künstlerin, Journalistin und seit Anfang 2010 bei der Ars Electronica in Linz. Für den Bayerischen Rundfunk produzierte sie 2009 das Feature „Hören nach Zahlen: Sonifikation, Forschung zwischen Wissenschaft und Kunst“.

Prof. Carl-Frank Westermann

ist bei MetaDesign seit 2000 verantwortlich für akustische Markenführung. Hier betreute er bisher zahlreiche Marken, wie z.B. Allianz, Lufthansa, eBay, Siemens und Südtirol. Westermann ist Diplom-Kaufmann und studierte Organisationspsychologie und Musik. Sein beruflicher Werdegang trifft im Kern immer die ganzheitliche Inszenierung der Marke und mittlerweile auch die multisensorische Markenkommunikation. Seit 2002 ist er Gastprofessor im Masterstudiengang „Sound Studies“ der Universität der Künste in Berlin.

Die Vorträge sind öffentlich. Interessierte sind herzlich eingeladen, jeweils am Mittwoch, den 21.04. und am 28.04, um 15 Uhr in den Glaskasten der Limona zu kommen.

Termine:


Vortrag Theresa Schubert-Minski 21. April 2010 - Fällt wegen Krankheit aus!!! Wird aber nachgeholt.
Vortag Carl-Frank Westermann 28. April 2010
jeweils 15 Uhr im Glaskasten der Limona, Steubenstraße 8

18.01.2010 - Albrecht Kunze

Über Stille, außerirdische Plattenspieler und die Frage, was man eigentlich sucht, wenn man etwas sucht.

Der Autor und Musiker Albrecht Kunze ist zu Gast bei den Radiogesprächen in Weimar.

Montag, 18. Januar 2010, 15 Uhr im Glaskasten der Limona (Steubenstr. 6)

"Seit fünfzehn Jahren macht Albrecht Kunze Hörspiele und Features, deren Dichte und Präzision ihresgleichen suchen. Er verfährt nach der Devise Heiner Müllers, nach der man das Publikum überfordern muss.", schreibt der Hörspielkritiker Jochen Meissner in der Zeitschrift Theater Heute.

Kunzes Stücke sind Schauplätze aus elektronischen Tracks, Songs und Sprache, wobei nicht die Figuren sondern der Text selbst spricht. Er beleuchtet den Ort, den er akustisch entwirft, von allen Seiten, nähert sich ihm über und unter der Oberfläche. Ausgehend von seinem Stück “Space is the place“ (WDR 2001) wird es in dem Radiogespräch um die Bedingungen von Sound, Klang und Musik gehen, um Stille, außerirdische Plattenspieler und die Frage, was man eigentlich sucht, wenn man etwas sucht!

Der Vortrag ist eine Veranstaltung der Reihe „Radiogespräche“ und findet im Rahmen des Projektes AlienATed der Professur Experimentelles Radio statt. Seit Oktober 2009 arbeiten die Studierenden an eigenen Hörspielen und Features, die den Kontakt und das Verhältnis zu Außerirdischen thematisieren. Theoretisch wird das Projekt von Frau Professor Sonja Neef begleitet. Ziel ist es, auditive Stücke zu schaffen, die sich von inhaltlichen und klanglichen Klischees befreien und neue Wege finden, eine Begegnung mit dem Fremden akustisch zu inszenieren. Die Ergebnisse des Projektes unter Leitung von Frau. Professor Nathalie Singer werden während der Sendetage des Experimentellen Radios vom 1. Februar bis zum 3. Februar 2010 ausgestrahlt. An diesen Tagen sind die Stücke in Weimar auf der Frequenz 106.6 MHz und im stream unter bauhaus.fm zu empfangen.

Weitere Informationen zum Künstler: www.landen-auf-wasser.de

12.01.2010 - Götz Naleppa

“Was Sie schon immer über Regie wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten!“

Unter dem Motto „Was »Sie schon immer über Regie wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten!«“ wird der Regisseur und Dramaturg Götz Naleppa die Reihe des Lehrstuhls für Experimentelles Radio im neuen Jahr eröffnen. Das soeben mit dem Prix Italia ausgezeichnete Stück „My Body in Nine Parts“ soll unter anderem als Beispiel dienen, einen tieferen Einblick in seine Regiearbeit und den Umgang mit Musik, Geräusch und Text zu geben.

“Auf welchen Knopf drückt man, damit die Schauspieler hinter der Scheibe mich hören?” – diese und ähnliche Fragen musste sich Götz Naleppa stellen, als er in den 70er Jahren seine Theaterlaufbahn zugunsten der Radioarbeit hinter sich ließ. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft und 5 jähriger Tätigkeit als Regieassistent von Boleslaw Barlog am Schiller -Theater Berlin brachte ihn eine Krankheitsvertretung eher zufällig zum Hörspiel. Er sollte es nie wieder verlassen.

Neben seiner Regietätigkeit blieb der in Berlin aufgewachsene Ostpreuße dem Hörspiel auch als Dramaturg treu: in den 70er Jahren beim Rias, dann als Chefdramaturg beim Südwestfunk in Baden-Baden, 1994-96 als Abteilungsleiter der Hörspielabteilung des Deutschlandradio und schließlich als Redakteur und Gründer der Hörspielwerkstatt/Klangkunst bei Deutschlandradio Kultur, welches er Ende 2008 verließ.

Inzwischen kann Naleppa auf eine 40 jährige Regieerfahrung in fast allen Studios der ARD zurückblicken. Viele seiner Hörspielinszenierungen wurden mit renommierten Preisen wie dem Prix Europa oder dem Prix Marulic ausgezeichnet. Zu seinen Lehrern gehörten Persönlichkeiten wie George Tabori, von dem Naleppa selbst behauptet, den Respekt vor dem Schauspieler, das Hinhören und die Neugierde gelernt zu haben.

„Bleibt neugierig!“ forderte Tabori immer wieder bei den Proben und Götz Naleppa schreibt über sich: „»Diese Neugierde hat beim Älterwerden eher zugenommen. Wie auch der Wunsch, das weiter zu geben, was ich gelernt habe, an Universitäten und in Workshops, um die nächste Generation zu fördern –vielleicht als Dank für meine großen Lehrer“.«

Termin und Ort: Dienstag, den 12.Januar 2010, um 15:45 Uhr, Glaskasten der Limona, Steubenstraße 6

21.10.2009 - Johannes Mayr

Was bleibt übrig, wenn man das Hörspiel vom Hörspiel abzieht?

Regisseur und Redakteur Johannes Mayr (DRS2, Basel) eröffnet die Weimarer Gesprächsreihe für das Wintersemester 2009/2010 mit der Frage "Was bleibt übrig, wenn man das Hörspiel vom Hörspiel abzieht?"

Bereits während der letzten vier Semester haben sich die Radiogespräche des Lehrstuhls Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar sehr erfolgreich etabliert. Unter den inzwischen mehr als 20 Gästen der Gesprächsreihe waren unter anderem der Neurophysiologe Wolf Singer (Frankfurt), der Künstler Joe Davis (Cambridge), das Moderatorenteam Volker Wieprecht und Robert Skuppin (Berlin), sowie die Autorin Iris Disse (Ecuador). In diesem Semester ist es ein ehemaliger Student der Bauhaus-Universität Weimar, der die Vortragsreihe des Experimentellen Radios eröffnet: Johannes Mayr studierte Mediengestaltung in Weimar, absolvierte im Anschluss an sein Studium ein Regievolontariat beim Südwestrundfunk und arbeitet heute als Redakteur beim Schweizer Radio DRS in Basel.

Am Mittwoch, 21. Oktober 2009, spricht Johannes Mayr über seine Schwerpunkte und Herangehensweisen bei der Radioarbeit. Sein Vortrag „Was bleibt übrig, wenn man das Hörspiel vom Hörspiel abzieht?“ eröffnet dieses Semester die Vortragsreihe Radiogespräche des Lehrstuhls für Experimentelles Radio an der Fakultät Medien. Jede Kunstform hat Erscheinungsformen, die sie als solche erkennen lassen, und einem Hörspiel hört man eben in den meisten Fällen an, dass es ein Hörspiel ist. Da das Medium bekannt und die Formen etabliert sind, ist es heute fast unmöglich, den Hörer ähnlich zu frappieren, wie es Orson Welles mit seinem Stück „Krieg der Welten“ 1938 getan hat. Woran liegt das und was bleibt eigentlich übrig, wenn man das Hörspiel vom Hörspiel abzieht? Johannes Mayr und seine Kollegen haben in den letzten Jahren beim Schweizer Rundfunk Sendungen produziert, die versuchen, das Hörspiel von seinem gewöhnlichen Sound zu befreien, spontane Wege zu finden um Geschichten im Radio zu erzählen. Mayr wird diese Sendungen und Formate in Weimar vorstellen sowie über die Hintergründe der Beschäftigung mit diesen Fragen sprechen.

Johannes Mayr

34, in Kempten im Allgäu geboren, studierte Mediengestaltung an der Bauhaus Universität in Weimar, absolvierte im Anschluss an sein Studium ein Regievolontariat beim Südwestrundfunk und arbeitet heute als Redakteur und Regisseur bei Schweizer Radio DRS 2 in Basel.

Termin un Ort: Mittwoch, 21. Oktober 2009, 18 Uhr im Glaspavillon der Limona, Steubenstraße 8

07.07.2009 - Robert Weber

Radiogespräch mit Robert Weber

Am Dienstag, 07. Juli 2009, wird der Autor Robert Weber seine Arbeit in Weimar vorstellen. Der Vortrag ist für dieses Semester die letzte Veranstaltung der erfolgreichen Vortragsreihe „Radiogespräche“ des Lehrstuhls für Experimentelles Radio. Diesen Sommer waren bereits die Schauspielerin und Klangkünstlerin Iris Disse und der Künstler Sven König in Rahmen der Gesprächsreihe in Weimar zu Gast.

Robert Weber arbeitet als freischaffender Autor für verschiedene Rundfunksender in Deutschland, unter anderem für den WDR und das Deutschlandradio Berlin. In seinem Vortrag wird Weber über Ideenfindung und Umsetzung von Stoffen im Hörspiel sprechen. Die praxisnahe Präsentation thematisiert Fragen der Produktion und des Verkaufs von Texten, berichtet von Erfahrungen des Autors im Umgang mit Absagen und aus der Zusammenarbeit des Autors mit Redakteuren.

Robert Weber

geboren 1966, versuchte sich in verschiedensten Berufen und Nicht-Berufen, bevor er sich als freier Autor möglichst vielen dramatischen Situationen widmete. Er ist Mitbegründer der Berliner Lesebühne »Surfpoeten« und hat im Frühjahr 2005 sein Romandebüt »Ich bin der Roman« veröffentlicht. 2002 gewann er den PLOPP!-Award für unabhängige Hörspielproduktionen. Seit 2002 schreibt er Hörspielserien für DR-Kultur, RBB-Kulturradio, RBB-Radio Eins, SWR 2 Dschungel, HR XXL Toast, ORF 1, NJOY und WDR 1Live. Das Stipendium der Filmstiftung NRW bekam Robert Weber 2009 für »Die Infektion« und 2010 erhielt er das Literaturstipendium des Berliner Senats für »Dokumente der Straße« (Gemeinsam mit Falko Hennig). Seine Autorenproduktion „»Hinter jeder Ecke ein Heckenschütze vom Arbeitsamt«“ war für den Prix Europa 2003 nominiert und gewann den Plopp Award 2002. Robert Weber erhielt für seine 40teiligen Hörspielserie »Vom Vergessen der Zeit« ein Stipendium der Filmstiftung NRW und wurde damit 2008 für den Prix Europa 08 nominiert. 

Der Vortrag von Robert Weber ist eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio. Er findet im Zusammenhang mit dem Fachmodul "Das sagbare Sagen" statt, welches sich im Sommersemester 2009 dem Schreiben für den Rundfunk widmete.

Die Ergebnisse des Kurses werden in der Sondersendezeit von 19 Uhr am 09.07. bis 19 Uhr am 11.07 auf dem Campus Radio bauhaus.fm (im Äther auf 106,6 MHz, im Kabel auf 107,9 MHz und per Stream auf www.bauhaus.fm ) präsentiert.


Termin: Dienstag, 07. Juli 2009, 15 Uhr
Ort: Glaskasten der Limona, Steubenstraße 8

26.05.2009 - Iris Disse

Gast im Projektmodul Hörräume: Iris Disse, Ecuador

Die erfolgreiche Veranstaltungsreihe "Radiogespräche" des Lehrstuhls für Experimentelles Radio (Prof. Nathalie Singer) wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Im Rahmen des Projektes "Hörräume" lädt am 26. Mai die Schauspielerin und Hörspielmacherin Iris Disse zu einem Vortrag über die Entstehung, Produktion und Regieführung ihrer Surround-Hörspiele und Features in den Glaskasten der Limona.

Aufgrund ihrer Arbeiten im Bereich elektroakustischer Musik wurde sie als Dozentin an der Universität in San Francisco, Quito und an der freien Universität COLUMBIA in Lago Agrio eingeladen. Seit 18 Jahren arbeitet Iris Disse als Hörspiel-Macherin, Feature-Autorin und Komponistin in Werken akustischer Kunst und ist für ihre Produktionen vielfach ausgezeichnet worden. Zusammen mit Musikern aus Ecuador trat Iris Disse im Rahmen ihrer Performancereihe "Piraten der Stimme" auf. Die musikalische Trancereise "Ayahuasca Noche de Ritual" wurde im Rahmen der Expo 2000 uraufgeführt und vom SFB im Radio ausgestrahlt. Sie lebt und arbeitet seit 8 Jahren in Ecuador als Medienexpertin für das CIM (Centrum für internationale Migration und Entwicklung). Ihr Radio-Feature Zeittraum. Der Ungarnaufstand 1956 - eine Radioperformance, vom RBB in Zusammenarbeit mit dem ungarischen Magyar Rádió in 5.1 Mehrkanalton produziert, wurde im November 2006 zum Hörspiel des Monats gewählt.

Der Vortrag von Iris Disse ist eine Veranstaltung der Professur Experimentelles Radio. Das Projekt "Hörräume" widmet sich historischen und gegenwärtig aktuellen Ansätzen des experimentellen Arbeitens mit Klang im Raum.

Die Möglichkeiten des Mehrkanaltons, aber auch seine Hinterfragung auf dramaturgische Notwendigkeit bei der Stoffentwicklung, münden in eigenen 5.1-Hörspielarbeiten, die im Herbst in diversen Planetarien (Planetarium Jena und Zeiss-Großplanetarium Berlin) aufgeführt werden.

26.05.2009, 15 Uhr
Glaskasten der Limona
Steubenstraße 8

22.10.2008 - Wolf Singer

„Wer nimmt wahr und wie wahr ist, was wir wahrnehmen?“

Die erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Radiogespräche“ des Lehrstuhls für Experimentelles Radio (Prof. Nathalie Singer) wird fortgesetzt. Im Rahmen des Projektes „Mental Radio“ lädt am 22. Oktober der einflussreichste deutsche Hirnforscher Prof. Dr. Wolf Singer zu einem Vortrag über die weltanschaulichen Konsequenzen der neurowissenschaftlichen Forschung.

„Wer nimmt wahr und wie wahr ist, was wir wahrnehmen?“ Warum klaffen Selbsterfahrung und Intuition so auseinander mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen über sie?

Wolf Singer wird in seinem Weimarer Vortrag untersuchen, inwieweit hier tatsächlich ein Widerspruch vorliegt oder, ob auch vermittelnde Sichtweisen vorstellbar sind. Dabei wird er das Problem hinterleuchten, dass wir keine Vorstellung von der Funktionsweise unseres Gehirns haben: „Wir nehmen wahr, was unsere Sinnessysteme dem Bewusstsein präsentieren und gehen davon aus, dass uns die Welt so abgebildet wird, wie sie in „Wirklichkeit” ist. Die vorgeschalteten Verarbeitungsprozesse bleiben für uns jedoch im Verborgenen“, so Singer.

Der »Denker des Denkens« (DIE ZEIT) wird in diesem Vortrag die großen Linien seiner Forschung darlegen: von der Funktionsweise des Gehirns bis zu den Einflüssen der Umwelt auf die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. Wie Erziehung und andere soziokulturelle Faktoren die Strukturen und Verschaltungen in unserem Gehirn entscheidend prägen – auch dies wird Gegenstand des Vortrags sein.

Wolf Singer

ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt am Main. Für seine international rezipierten Arbeiten und sein öffentliches Engagement erhielt er zahlreiche Ehrungen. Er zählt zu den weltweit führenden Hirnforschern und erlangte unter anderem durch die so genannte „Freie-Wille-Debatte“ große Bekanntheit. Mit seiner These, dass die Willensfreiheit des Menschen eine Illusion sei, sorgte Wolf Singer für eine lebhafte Diskussion in den Medien. Sein neuestes Buch „Hirnforschung und Meditation“ ist ein Dialog mit einem buddhistischen Mönch über die Beziehung zwischen Hirnforschung und Bewusstseinstraining.

Der Vortrag von Wolf Singer ist eine Veranstaltung der Professuren Experimentelles Radio und Gestaltung medialer Umgebungen. Im gemeinsamen Projekt „Mental Radio“ soll dieses Semester eine Brücke zwischen den Ursprüngen des Radios und neuen Formen der Medienkunst geschlagen werden. Enge Verknüpfungen zwischen dem menschlichen Hirn und radiotypischen Begriffen wie Schwingung, Frequenz oder Resonanz wurden bereits zu Beginn des 20ten Jahrhunderts hergestellt. Die aktuelle Entwicklung in der Hirnforschung nutzt Hirnaktivität inzwischen zur Steuerung von Robotern als elektrische Schaltzentrale, Radar und Radio Station.

Termin: Mittwoch, 22. Oktober 2008 um 19 Uhr

Ort: Audimax der Bauhaus-Universität Weimar, Steubenstraße 6

Sommersemester 2008 – - Leslie Rosin, Hermann Bohlen, Volker Wieprecht & Robert Skuppin, Kai Grehn, Barbara Gerland , Daniel Wetzel

Stimmen der deutschen Radiolandschaft zu Gast

Am 6. Mai 2008 beginnt die Veranstaltungsreihe „Radiogespräche“, initiiert und
organisiert von Prof. Nathalie Singer, Inhaberin der Professur Experimentelles Radio an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar. An insgesamt sechs aufeinander folgenden Dienstagen sind Moderatoren, Autoren, Redakteure und Regisseure aus der Hörspiel- und Radiokunstszene zum „Radiogespräch“ geladen. Die Veranstaltungen beginnen um 16.00 Uhr und finden im Glaspavillon der Limona, Steubenstraße 8, in Weimar statt.

„Radiogespräche“ bietet Studierenden und Radiointeressierten die Möglichkeit, Einblicke in verschiedene Arbeitsfelder der Rundfunkproduktion sowie in den künstlerischen Umgang mit dem Medium Radio zu erhalten. Das Publikum kann im Anschluss an die Vorträge in Dialog mit den praxiserfahrenen Gästen treten.

Zum Auftakt am 6. Mai wird Leslie Rosin, Redakteurin in der Abteilung Feature & Literatur von WDR 3, nach Weimar kommen. Für Ihren Beitrag „tokio liebt uns nicht mehr“ wurde sie 2002 mit dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet.

Ihr folgt am 13. Mai Hermann Bohlen, der 1997 für seine O-Ton-Collage „Prozedur 7.7.0“ den Hörspielpreis der Akademie der Künste erhielt und im Jahr 2000 den inzwischen renomierten Plopp-Wettbewerb für unabhängige Hörspielmacher ins Leben rief. Weitere Radiogespräche führen die Starmoderatoren des Jugendsenders Radio 1 Volker Wieprecht und Robert Skuppin, der Regisseur Kai Grehn und Barbara Gerland, die Initiatorin des interaktiven Hörspielformats „bei Anruf Soap“ und Redakteurin des Jugendhörspielplatz „Freispiel“ auf Deutschlandradio Kultur.

Als krönenden Abschluss der Radiogespräche kommt Daniel Wetzel von „Rimini Protokoll“ nach Weimar. Die Künstlergruppe gewann mit ihrem Hörspiel „Karl Marx: Das Kapital“ (DLF/WDR) gerade den Hörspielpreis der Kriegsblinden. Mit ihrem Expertentheater im Spannungsfeld von Realität und Fiktion wird sie international als Begründer eines neuen Theatergenres gefeiert.


Programm

06.05.2008 – Leslie Rosin (Redakteurin Feature & Literatur, 1 Live / Hörspiel, WDR)
13.05.2008 – Hermann Bohlen (Hörspielfabrikant und Funkdichter)
20.05.2008 – Volker Wieprecht & Robert Skuppin (Moderatoren Radioeins)
27.05.2008 – Kai Grehn (Regisseur)
03.06.2008 – Barbara Gerland (Redakteurin Freispiel, DRadio Kultur)
10.06.2008 – Daniel Wetzel (Rimini Protokoll)