Das Bauhaus: ein mediales Phänomen der Rezeption?

Seminar Diplom/Master, 4 SWS

Bis heute umgibt das historische Bauhaus, Deutschlands berühmteste und folgenreichste Kunst- und Designschule des 20. Jahrhunderts, auch ein Schleier von Mystifikationen. Allzu oft wurde das tatsächlich vom Bauhaus Geleistete überdehnt oder gar verfälscht. Bereits den Bauhaus-Angehörigen war keineswegs wohl bei Klischeebildungen wie dem „Bauhaus-Stil“ - obwohl sie daran nicht ganz unbeteiligt gewesen waren. Entgegen allen Legenden lag die produktive Kraft des Bauhauses ja eindeutig im Bereich des Ideellen.

„Die Schwierigkeit und die unterschiedliche Bereitschaft zur Rezeption des Bauhauses liegt in der Tatsache, dass es das Bauhaus nicht gab, sondern mindestens fünf verschiedene ’Bauhäuser’.“ (Wulf Herzogenrath 1975) Wie "jeder Bauhäusler sein eigenes Bauhaus hatte" (Lou Scheper 1964), so entwickelte auch jede Gesellschaft ihr eigenes Verständnis vom Bauhaus. Die Rezeptionsversuche können auch als Lehrbeispiel dafür dienen, dass die historische Bauhaus-Forschung oft von Interessen geleitet und in Ideologien verwickelt war.

Im Seminar werden, unmittelbar vor dem 90. Gründungsjubiläum des Bauhauses, die aktuellsten wissenschaftlichen Beiträge zum Thema Bauhaus-Rezeption diskutiert. Auf Grundlage von Recherchen, vornehmlich im Archiv der Moderne der Bauhaus-Universität, soll ein Beitrag zur Aufarbeitung der Bauhaus-Rezeption an der Weimarer Hochschule geleistet werden.

 

 

Dr. phil. Christiane Wolf

Archiv der Moderne

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Fon (58) 3117-20

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