Radiogespräche

Klangszenografie – Eine musikalische Auseinandersetzung mit Raum und Räumlichkeit

(c) Lina Gräf

Ein Radiogespräch mit Markus Noisternig, Leiter der Musikalischen Forschung am STMS Lab des Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (IRCAM), in der Reihe Immersive Audio.

In der musikalischen und medialen Auseinandersetzung mit Raum und Räumlichkeit spielen akustische Raumprojektionen eine wesentliche Rolle. Die Strukturierung der Klänge findet nicht mehr nur in der Zeit, sondern auch im Raum statt. Die Neutralität des Raums gegenüber der kompositorischen Werkgestalt wird aufgehoben – Raum und Zeit treten in eine gleichberechtigte Beziehung zueinander. Es entsteht eine musikalisch mehrschichtige Räumlichkeit, deren kompositorische Gestaltung Karlheinz Stockhausen als »Raummelodik« und »Raumharmonik« bezeichnet.

Das Radiogespräch mit Markus Noisternig (IRCAM) setzt sich mit der Bedeutung von Klang für die Wahrnehmung von Räumen und den Möglichkeiten der Inszenierung von Klangräumen auseinander. Die Frage der inhaltlichen Gestaltung und der technischen Implementierung wird anhand von eigenen Arbeiten, in denen Raum als ein in die Komposition integriertes Element gestaltbildend wirkt, diskutiert und die jüngsten technologischen Entwicklungen zur Verräumlichung von Klang werden kurz vorgestellt.

Dr. Markus Noisternig ist Leiter der Musikalischen Forschung am STMS Lab des Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (IRCAM), des Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) und der Sorbonne Université, wo er sich als Forscher hauptsächlich mit immersiven Audiosystemen beschäftigt. Markus Noisternig lehrt zudem an der Zürcher Hochschule der Künste, am Institut für Elektronische Musik und Akustik der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz und an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.
Markus Noisternig studierte Elektrotechnik-Toningenieur an der Technischen Universität Graz, Komposition-Computermusik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz und promovierte zum Doktor der Naturwissenschaften in den Bereichen akustische Signalverarbeitung und Psychoakustik.
Seine künstlerische Arbeit versteht sich als Schnittstelle zwischen experimenteller Musik und wissenschaftlicher Forschung. Als Künstler und Interpret elektronischer Musik ist er zahlreiche Kooperationen mit international renommierten Komponistinnen und Komponisten und Ensembles eingegangen, die im Rahmen der wichtigsten europäischen und internationalen Festivals zur Aufführung gebracht wurden.

Zeit:
Freitag, 31. Januar 2020, 19 Uhr 
Ort: SeaM-Werkstattstudio
Coudraystraße 13a (Raum 011)
99423 Weimar

Das Radiogespräch findet in Kooperation zwischen der Professur Experimentelles Radio und der Professur für elektroakustische Komposition und Klanggestaltung statt und wird gefördert durch den Förderfonds Bauhaus.Module.