Pressemeldung

Marderschreck und Gratwanderung gewinnen internationale Hörspielpreise

Die Preisträger: Schibli und von Stosch
© Konrad Behr und .aufzeichensysteme

Im Februar durften sich gleich zwei Studierende des Experimentellen Radios der Bauhaus-Universität Weimar über einen Preis bei einem Hörspielwettbewerb freuen.

Beim 8. SonOhr Festival, das vom 23.-25. Februar im schweizerischen Bern stattgefunden hat, gewann die Bauhaus-Produktion Marderschreck der Autorin Barbara Schibli und des Regisseurs Andreas von Stosch den ersten Preis und 2000 CHF.
In dem fünf-minütigen Hörspiel geht es um drei Jugendliche, die als ungebetene Gäste eines Einkaufszentrums vertrieben werden sollen.
Entstanden war das Stück im Rahmen des 2. Manuskriptwettbewerbes des Leipziger Hörspielsommers 2017. Die Jury befand:
Wie vertreibt man Marder, die Autos anknabbern? Mit hochfrequenten Tönen. Wie vertreibt man Teenager, die im Einkaufs-zentrum abhängen? Mit hochfrequenten Tönen! Effiziente Abschreckung - oder wie es in der Schweiz gerne heißt: Verbrämung - ist eine traurige Realität. Auch in Bezug auf Flüchtlinge. Das Hörspiel bringt diese Realität in nur 5 Minuten auf den Punkt, intelligent, ironisch und höchst kunstvoll komponiert. Ein reicher, aufs Nötigste reduzierter Text wird als durchrhythmisierte Sprach- und Musik-Performance zum Klingen gebracht - fast tanzend leicht und dennoch knallhart in der gruseligen Konsequenz. (Juror Reto Ott)

http://sonohr.ch/preistraegerinnen-2018/

Bei der 15. Ausgabe der Track 5‘ des Österreichischen Rundfunks Ö1 konnte sich der Bauhaus Studierende Konrad Behr (Bearbeitung, Schnitt) zusammen mit .aufzeichnensysteme (Text, Stimme, Sounds) und der Musikerin Margarethe Kiss (Ukulele) über den 3. Preis freuen.
Höchstens fünf Minuten durfte das Stück haben, es sollte ein selbstaufgenommenes Geräusch verwendet werden und den Satz "Das ist kein Spiel“ beinhalten. Zu ihrem Stück Gratwanderung hatte die Jury folgendes zu sagen:
Nicht von 'ich' reden, sondern von Liebe; so wie René Magrittes 'Pfeife' keine Pfeife war und ist, so ist dieses kleine Hörspiel kein Spiel, sondern eine akustische und sprachliche Reflexion - über den Menschen mit seiner schönsten, edelsten und gefährlichsten Beschäftigung: der Liebe.

Auf der Website des Ö1 kann man Gratwanderung anhören:
http://oe1.orf.at/artikel/642599


Beiden Gewinnern die herzlichsten Glückwünsche!


Programmhinweis:
Am 16. März 2018 um 0:05 Uhr präsentiert Deutschlandradio Kultur in seiner Klangkunststrecke das Stück Silence and Effect der beiden Bauhaus Studenten Patrick Beyer und Jakob Wulfert.
In dem Hörspiel wurde die Stille in einem Selbstexperiment erforscht. Dazu wurden mehrere reflexionsarme Räume und deren Wirkung auf den menschlichen Körper untersucht.
Fragestellungen: Welche physischen und psychischen Reaktionen sind zu erkennen, zu hören?  Welche auditiven Reaktionen produziert ein Mensch, in einer unbekannten Hörumgebung, die nicht natürlichen Ursprungs ist?

Entstanden ist ein experimentelles Klangkunststück, das in vier Phasen unsere Wahrnehmungen und Gefühle, während der Zeit in den reflexionsarmen Räumen, widerspiegelt. Für die Produktion wurden ausschließlich Aufnahmen aus diesen Räumen verwendet.
Realisiert wurde es bei Ulrich Bassenge, der im WS 17/18 als Gastdozent am Experimentellen Radio wirkte.

http://www.deutschlandfunkkultur.de/neue-autorenproduktionen-kurzstrecke-71.1022.de.html?dram:article_id=407884