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Erstellt: 08. Mai 2026

Sonic Talk: Kate Donovan - Conglomerate Bodies of Radio

Beim zweiten Sonic Talk des Sommersemesters 2026 stellt Künstlerin und Forscherin Kate Donovan ihre Forschung und Praxis vor. Unter dem Titel „Conglomerate Bodies of Radio“ führt sie verschiedene, miteinander verwobene Stränge ihrer Arbeit zusammen. Über das herkömmliche Verständnis von Rundfunk hinaus entfaltet sie das Radio als eine übermenschliche, kollektive sowie relationale und ökologische Praxis.

Der erste Strang beschäftigt sich mit dem Begriff eines mehr-als-menschlichen Radios und erweitert den Rahmen des Radios über anthropozentrische und technikzentrierte Vorstellungen hinaus. Radio erscheint hier als transskalares Phänomen, das sich über Spezies und Materialitäten hinweg manifestiert.

Der zweite Strang widmet sich kleinteiliger, feministischer und kollektiver Radiopraxis, insbesondere anhand der Arbeit der Aktivistin und Künstlerin Margaretta D’Arcy, die Radio als Ort politischer und gemeinschaftlicher Möglichkeiten in den Vordergrund stellt.

Der dritte Strang richtet den Blick auf ökologisches Denken sowie ortsspezifische Praktiken des Hörens-Sendens, entwickelt durch die künstlerische Forschungsgruppe Radio Otherwise. Diese Arbeit schenkt den ökologischen und infrastrukturellen Bedingungen des Radios Aufmerksamkeit und versteht Radio zugleich als situierten wie auch planetaren Prozess.

Gemeinsam schlagen diese Stränge eine Neuorientierung des Radios vor: als plural und situiert, als eine Weise der Beziehung zwischen Körpern, Umwelten und Welten.

Kate Donovan ist eine in Berlin lebende Künstlerin und Forscherin, die zu Radio, ökologischem Denken, Hören, Planetarität und dem Mehr-als-Menschlichen arbeitet. Derzeit ist sie Fellow am 4A_Lab Berlin (Institut für Kunstgeschichte, Florenz – Max-Planck-Institut) mit dem Projekt „Ecologies of Dispersal. Sound, seeds, holding“. Ihr Promotionsprojekt „Radio as Relation. Listening across Worlds of Artistic Research, Technologies and the More-than-human“ (2025) entstand im Rahmen der Forschungsgruppe SENSING: the Knowledge of Sensitive Media (Universität Potsdam); darin wird Radio jenseits anthropozentrischer, patriarchaler und techno-moderner Vorstellungen neu gedacht. Sie war aktiv an zahlreichen kollaborativen Radiokunst- und Community-Radio-Initiativen beteiligt, darunter CoLaboRadio, Datscha Radio Berlin, Archipel e.V. und Radiotopia. Zudem ist sie Mitbegründerin von Radio Otherwise, einem künstlerischen Forschungsprojekt, dessen Arbeit um umgebungsspezifische Übertragungen des Hörens und dialogischen Austauschs kreist.

Weitere Informationen:
www.mattersoftransmission.net

Sonic Talk: Kate Donovan – Conglomerate Bodies of Radio
19. Mai 2026, 19 Uhr
Glaskasten der Limona (Steubenstraße 8, 99423 Weimar)