Programm des XV. Internationales Bauhaus-Kolloquium veröffentlicht
Forschung gilt als Grundlage von Wissen: Doch was bedingt und bedeutet Forschen heute? Wer entscheidet, welche Fragen gestellt, welche Methoden anerkannt und welche Themen gefördert werden? Und wie verändern technologische Infrastrukturen, Künstliche Intelligenz und gesellschaftliche Konfliktlinien das Forschen? Diesen Fragen widmet sich das XV. Internationale Bauhaus-Kolloquium, das vom 4. bis 7. November 2026 an der Bauhaus-Universität Weimar stattfindet. Unter dem Titel »Politics of Research« bringt die englischsprachige Konferenz rund 130 internationale Forschende aus Architektur und Stadtplanung, Kunst und Gestaltung sowie Medien- und Kulturwissenschaften zusammen, um über die politischen, institutionellen und gesellschaftlichen Bedingungen von Forschung zu diskutieren. Das Konferenzprogramm ist ab sofort online verfügbar, gleichzeitig ist die Anmeldung zur Konferenz geöffnet.
Das Kolloquium umfasst an vier Tagen vier parallele Panels mit Vorträgen, Diskussionen und Performances. Künstlerische Arbeiten und partizipative Workshopformate präsentieren alternative Erkenntniswege. Internationale Keynotes von Samia Henni, Matteo Pasquinelli sowie eine Filmpräsentation mit anschließender Diskussion von Hito Steyerl und Oleksiy Radynski eröffnen Perspektiven auf Architektur, Medien, Technologie und die politischen Dimensionen von Raum- und Wissensproduktion.
Die Konferenz knüpft zugleich an die besondere Geschichte vor Ort an: Das Internationale Bauhaus-Kolloquium in Weimar ist selbst ein historischer Fall von »Politics of Research«. Als die Tagungsreihe 1976 gegründet wurde, sollte sie die wissenschaftliche Erforschung des Bauhauses in der DDR etablieren und international vernetzen – ein Vorhaben, das in der zentral gesteuerten Wissenschaftslandschaft der DDR schwierig war. Denn das Bauhaus musste nach Jahren der politischen Ablehnung als wichtiges Thema für Architektur und Stadt etabliert werden. Fünfzig Jahre später greift das Kolloquium diese Geschichte auf und fragt erneut nach den Voraussetzungen und den gesellschaftlichen Wirkungen von Forschung.
Dabei erweitert die fünfzehnte Ausgabe des Kolloquiums ihren architekturtheoretischen und -geschichtlichen Schwerpunkt. Architektur wird als Teil eines erweiterten Forschungsfeldes verstanden, in dem Kunst, Medien, Technologie und Gesellschaft untrennbar miteinander verbunden sind. In der Auseinandersetzung mit dem historischen Bauhaus bringt die Konferenz theoretische, entwurfsbezogene und empirische Ansätze zusammen, um aktuelle Fragen der Wissensproduktion interdisziplinär zu diskutieren.
Das XV. Internationale Bauhaus-Kolloquium wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Ernst-Abbe-Stiftung und der Wüstenrot Stiftung gefördert. Das Programm ist online verfügbar und bietet Einblicke in die thematische Breite der Konferenz. Mit der Veröffentlichung beginnt zugleich die Anmeldung für die Teilnahme am XV. Internationalen Bauhaus-Kolloquium.
Weitere Informationen und Anmeldung unter: https://www.bauhaus-kolloquium.de/
Für Rückfragen steht Ihnen gern Jana Mangold, Koordinatorin des XV. Internationalen Bauhaus Kolloquiums, telefonisch unter +49 (0) 36 43 / 58 11 17 oder per E-Mail an jana.mangold[at]uni-weimar.de zur Verfügung.
