

Ein Stück jüngerer Bauhaus-Geschichte: Archiv der Moderne erhält bedeutende Schenkung
Kunstobjekte, Zeichnungen und Dokumentationsmaterialien zum Projekt »Bauhaus Psychology – Workshop with Robert Wilson« bereichern künftig die Sammlung des Archivs der Moderne der Bauhaus-Universität Weimar. Die Künstlerin Jenny Brockmann und die Galeristin Dorothée Nilsson übergaben die Archivalien offiziell am Mittwoch, 8. Juli 2026. Der Gesamtwert der Schenkung beträgt rund 19.000 Euro.
Bereits im Frühjahr 2026 waren die Archivalien im Archiv der Moderne (AdM) der Bauhaus-Universität Weimar eingetroffen, nun wurden sie offiziell übergeben. Die Schenkung umfasst Kunstobjekte sowie umfangreiche Dokumentationsmaterialien zum Projekt »Bauhaus Psychology – Workshop with Robert Wilson«, das 2023 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der ersten großen Bauhaus-Ausstellung von 1923 vom bauhaus.medien.bühnen Labor der Fakultät Medien in Kooperation mit dem Kunstfest Weimar realisiert wurde. Die Projektidee stammt von Prof. Dr. Henning Schmidgen, Professur für Medientheorie und Wissenschaftsgeschichte.
Im Mittelpunkt des Workshops stand die weitgehend in Vergessenheit geratene Bauhaus-Meisterin Gertrud Grunow und ihre Lehre von Wahrnehmung, Bewegung und Gleichgewicht. Gemeinsam mit dem international renommierten Regisseur und Künstler Robert Wilson, der Kunsthistorikerin und Kuratorin am Bauhaus-Museum Weimar Ute Ackermann, der Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin der Galeria Studio in Warschau Paulina Olszewska sowie Studierenden wurden die vielschichtigen Rezeptionswege der sogenannten Bauhaus-Psychologie beleuchtet. Diese reichen von Grunows Zusammenarbeit mit dem Hamburger Psychologen Heinz Werner bis zu den Verbindungen zwischen Wilson und dem Entwicklungsforscher und Psychoanalytiker Daniel Stern. Im Zentrum der Gespräche stand die Frage, welche Rolle Körper, Raum, Bewegung und Wahrnehmung heute spielen und wie sich Grunows Lehre vom Gleichgewicht in Architektur, Kunst, Tanz, Theater und Film weiterdenken lässt. Die Veranstaltung stieß im Sommer 2023 auf großes Interesse und lockte zahlreiche Besucher*innen in den Oberlichtsaal der Bauhaus-Universität Weimar.
Zu den herausragenden Stücken der Schenkung zählen eine von Robert Wilson während des Workshops signierte Zeichnung, Zeichnungen der Künstlerin Jenny Brockmann zur eigens entwickelten Raumarchitektur im Oberlichtsaal sowie sogenannte Diskursobjekte, die eigens für die Veranstaltung entstanden. Ergänzt wird der Bestand durch umfangreiche Dokumentationsmaterialien, die das Projekt und seine Entstehung für Forschung und Lehre dauerhaft nachvollziehbar machen.
Ein Stück jüngerer Bauhaus-Geschichte bewahren
Mit der Schenkung erweitert das Archiv der Moderne seine Bestände um bedeutende Zeugnisse eines außergewöhnlichen transdisziplinären Projekts, das wissenschaftliche Forschung, künstlerische Praxis und die Auseinandersetzung mit der Bauhaus-Geschichte miteinander verbindet. Gleichzeitig dokumentiert der Neuzugang ein wichtiges Kapitel jüngerer Universitätsgeschichte und bewahrt die Ergebnisse des Workshops dauerhaft für Forschung, Lehre und künftige Ausstellungen.
Das von der Kunsthistorikerin Dr. Christiane Wolf geleitete Archiv der Moderne ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Bauhaus-Universität Weimar. Es vereint das Universitätsarchiv mit bedeutenden Sammlungen zu Architektur, Ingenieurbau, Kunst und Design und bewahrt neben der Hochschulgeschichte auch wichtige Zeugnisse der Architektur- und Gestaltungsgeschichte. Neben historischen Beständen sammelt das Archiv gezielt zeitgenössische Arbeiten von Studierenden, Lehrenden und Künstler*innen und entwickelt seine Sammlungen kontinuierlich weiter.
Weitere Informationen zum Archiv der Moderne: https://www.uni-weimar.de/de/universitaet/struktur/zentrale-einrichtungen/archiv-der-moderne-universitaetsarchiv/
Über Jenny Brockmann und die Dorothée Nilsson Galerie
Die Bildhauerin und Architektin Jenny Brockmann war von Herbst 2020 bis Frühjahr 2026 an der Bauhaus-Universität Weimar beschäftigt. In dieser Zeit initiierte und leitete sie das bauhaus.medien.bühnen Labor. Darüber hinaus wirkte sie im transdisziplinären Forschungsprojekt »Animismus/Maschinismus. Konfigurationen der Kritik zwischen Wissenschaft, Kunst und Technik« an Ausstellungen und Konferenzen mit. Im Dezember 2025 präsentierte sie im Bauhaus-Museum Weimar eine eigens entwickelte Diskurs-Architektur.
Weitere Informationen: https://jennybrockmann.de/
Die Dorothée Nilsson Galerie mit Sitz in Berlin vertritt internationale Positionen der zeitgenössischen Kunst mit den Schwerpunkten Fotografie, Skulptur und Video. Seit 2023 arbeitet sie mit Jenny Brockmann zusammen und präsentierte deren Arbeiten unter anderem in den Berliner Galerieräumen sowie auf dem CHART Parcours in den Tivoli Gardens in Kopenhagen.
Weitere Informationen: https://dorotheenilsson.com/











