Vielfältig, unvollkommen und gut erschießbar: Landesregierungssitze als Forschungsgegenstand

Projekt im Master Urbanistik, 8 SWS | 12 ECTS

Den Sitz einer Landesregierung zu planen ist eine günstige Gelegenheit, weitgehend frei von Rücksichten auf private Verwertungsinteressen im Sinne des Gemeinwesens zu wirken. Die Planung eines Landesregierungssitzes ist eine seltene und deshalb umso wertvollere Möglichkeit, der Entwicklung der Hauptstadt einen kräftigen Impuls zu geben und gegebenenfalls eine neue Richtung zu weisen. Landesregierungssitze sind zudem hervorragend sichtbar und prägen das Bild, das sich die Bürgerschaft von ihrem Gemeinwesen macht, sie sind deshalb potenziell erstrangige Medien der politischen Ikonographie. Schließlich erlaubt die Planung der Landesministerien, der Staatskanzlei und des Landesparlaments, neueste Standards des Verwaltungsbaus vorzuführen, etwa eine vorbildliche Kombination von funktionaler Effizienz und elaborierter Ästhetik. Wie werden all diese Chancen genutzt? Werden sie denn überhaupt genutzt?

Der Sitz von Landesregierungen und deren Planung erscheint uns als ein geeigneter Gegenstand, um die methodologische Vielfalt urbanistischer Forschung zu testen und einzuüben. Dies bestätigten die Untersuchungen Düsseldorfs, Potsdams, Wiesbadens und Hannovers, die im Rahmen des Studienprojekts im vergangenen Wintersemester entstanden sind. Wir werden im WS 2011/12 weitere Landeshauptstädte erforschen. Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung wird die Untersuchung einzelner Beispiele durch die Studierenden stehen. Die gelungenen Ergebnisse werden wir veröffentlichen

Prof. Dr.-Ing. habil. Jasper Cepl

Leitung der Professur

Geschwister-Scholl-Straße 6, Raum 101
99423 Weimar
E-Mail:
Tel.: +49 (0) 36 43/58 31 41

Sprechzeit nach Vereinbarung

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