Kunst im Strafvollzug: Publikation und Ausstellung zu Fotografieprojekt von Studierenden mit Perspektiven aus der JVA
Drei Studierende der Visuellen Kommunikation hatten im Wintersemester 2024/25 die seltene Gelegenheit, sechs inhaftierte Frauen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Chemnitz zu treffen, kennenzulernen und gemeinsam ein Fotoprojekt zu verwirklichen. Eine Publikation mit dem Titel »Durch Fotografie keine Einsichten« zeigt nun die entstandenen Arbeiten sowie ein Statement der am Projekt beteiligten Inhaftierten Anis, Moni, Chrisi, Pop, Löckchen und Art. Am Donnerstag, 23. April 2026, 19 Uhr, präsentieren die Autor*innen das Buch in der Universitätsbibliothek.
Ein Gefängnis ist ein für die Öffentlichkeit nicht zugänglicher Raum und bietet gerade deshalb Anlass für viele Projektionen, Spekulationen und Zuschreibungen. Ist es möglich, Einblicke in das Leben und Arbeiten inhaftierter Frauen zu geben, ohne in Empörung, Sensationslust oder Voyeurismus zu verfallen? Was passiert, wenn Studierende und Insassinnen gemeinsam Bilder erschaffen?
In diesem ungewöhnlichen Kooperationsprojekt trafen die Fotografie-Studierenden Tarek, Luisa und Marleen auf Anis, Moni, Chrisi, Art, Löckchen und Pop, die damals in der JVA Chemnitz einsaßen. In respektvollem Miteinander entstand eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Gefängnisalltag, ohne diesen zu illustrieren oder vereinfacht wiederzugeben. Statt dokumentarischer Abbilder oder voyeuristischer Zurschaustellung sind Arbeiten entstanden, die Fragen aufwerfen, statt Antworten zu liefern. Sie eröffnen Perspektiven auf das alltägliche Leben in der JVA und lenken den Blick auf das Spannungsfeld zwischen Außen- und Innenwelt. Insgesamt 33 Fotografien waren im Sommer 2025 an der Außenmauer der Justizvollzugsanstalt (JVA) Chemnitz und in einer Indoor-Ausstellung zu sehen.
Im Buch werden 97 Fotografien zu sehen sein, ergänzt von einem Statement der am Projekt beteiligten Inhaftierten, sowie einem Text von Susanne Koch (Kunsttherapie, JVA Chemnitz) und Pio Rahner (ehem. künstlerischer Mitarbeiter an der Professur Fotografie). Auch die Gestaltung von VK-Student Ossian Osborne greift Aspekte des Projektes auf: sichtbare Gebrauchsspuren verweisen auf die vielen Personen und Instanzen, die am Prozess beteiligt waren. Begleitend findet eine Ausstellung im Foyer der Universitätsbibliothek statt, die Interessierten während der regulären Öffnungszeiten zugänglich ist.
Buchvorstellung und Ausstellungseröffnung »Durch Fotografie keine Einsichten«
Gespräch über das Projekt und die fotografischen Arbeiten mit Luisa Hörning, Marleen Kölmel, Tarek Rishmawi und Pio Rahner
Einblick in die Buchgestaltung mit Ossian Osborne
Zeit:
Donnerstag, 23. April 2026, 19 Uhr
Ort:
Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar
Steubenstraße 8
99423 Weimar
Ausstellung »Durch Fotografie keine Einsichten«
23. April 2026 bis 28. Mai 2026
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag, 9 bis 23 Uhr
Samstag, 10 bis 18 Uhr
Publikation »Durch Fotografie keine Einsichten«
Herausgeber*innen: Luisa Hörning, Marleen Kölmel, Tarek Rishmawi, Spacing (vorm ERLKÖNIG)
Fotografien: Luisa Hörning, Marleen Kölmel, Tarek Rishmawi
Buchgestaltung: Ossian Osborne
Projektidee: Susanne Koch, Pio Rahner
23.5 x 30.5 cm
Softcover, Offset-Druck, Klammerheftung mit kaschierten Zwischenlagen,
160 Seiten, 4 Inlays mit Kommentaren von Anis, Moni, Chrisi, Pop, Löckchen und Art beiliegend,
Schrift: LL Kleisch von Lineto, gestaltet von Chiachi Chao
Papier: Fedrigoni Symbol Card Premium White, 270 g/m2, Fedrigoni Symbol Tatami White, 115 g/m2
Herstellung: Buch- und Kunstdruckerei Keßler GmbH, Weimar
Bindung: Buchbinderei Steinhagen, Weimar
2026, Auflage von 250
ISBN 978-3-948927-84-4
Erschienen im Verlag Marian Arnd UG
28 Euro
www.marian-arnd.de/durch-fotografie-keine-einsichten
Das Projekt wurde unterstützt vom Frauenförderfonds der Bauhaus-Universität Weimar; Förderfonds Lehr-Ideen der Bauhaus-Universität Weimar; Justizvollzugsanstalt Chemnitz, Freistaat Sachsen; Sächsisches Staatsministerium für Justiz, Freistaat Sachsen; Spacing (vorm Erlkönig)
Für Rückfragen steht Ihnen gern Romy Weinhold, Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Fakultät Kunst und Gestaltung, telefonisch unter +49 / 36 43 / 58 11 86 oder per E-Mail an romy.weinhold[at]uni-weimar.de zur Verfügung.






















