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Zahl 30 als Symbol für das Namensjubiläum der Bauhaus-Universität Weimar

Zwischen Herkunft und Zukunft

Die Geschichte der Bauhaus-Universität Weimar reicht bis ins Jahr 1860 zurück. Ihre Wurzeln liegen in der Großherzoglichen Kunstschule und der später von Henry van de Velde aufgebauten Kunstgewerbeschule. 1919 gründete Walter Gropius im heutigen Hauptgebäude der Universität das Staatliche Bauhaus. Künstlerinnen, Gestalterinnen und Architekt*innen aus verschiedenen Ländern und Disziplinen entwickelten hier neue Formen des Lehrens, Lernens und Gestaltens und machten Weimar zu einem zentralen Ort der internationalen Moderne.

Die Entwicklung der Hochschule ist geprägt von gesellschaftlichem Wandel, neuen fachlichen Ausrichtungen und dem Zusammenspiel unterschiedlicher Disziplinen. Heute verbindet die Bauhaus-Universität Weimar Architektur und Urbanistik, Bau und Umwelt, Kunst und Gestaltung sowie Medien. Der Name »Bauhaus« steht dabei nicht nur für ihr historisches Erbe, sondern auch für Offenheit, Experimentierfreude und interdisziplinären Austausch.

Großherzog Carl Alexander etabliert mit der
Kunstschule für Maler die bildende Kunst
in Weimar. Die bekanntesten Schüler sind
Max Liebermann und Max Beckmann.
Der belgische Architekt Henry van de Velde
gründet die Kunstgewerbeschule. Er
errichtet im Folgenden nach eigenen Entwürfen
zwei Neubauten, die heute als Vande-
Velde-Ensemble bekannt sind und zu den
Weltkulturerbestätten der UNESCO gehören.
Walter Gropius gründet das Staatliche
Bauhaus Weimar; die avantgardistische
Lehre wird unter anderen von Johannes Itten,
Lyonel Feininger, Paul Klee und Wassily
Kandinsky geprägt.
Das Staatliche Bauhaus Weimar wird geschlossen,
Walter Gropius und die anderen
Bauhäusler siedeln nach Dessau um.
Die Staatliche Hochschule Weimar besteht
unter Leitung des Architekten Otto Bartning
weiter und bietet erstmals eine reguläre Architektenausbildung
an.
Der Lehrplan der Schule wird nun an »nationalsozialistische
Tendenzen und Gedanken«
angepasst. Nur 3 der bisherigen 32 Lehrenden
werden übernommen. Die Wandbilder
Oskar Schlemmers werden übertüncht.
Die Umbenennung in Hochschule für Architektur
zeigte den Umbau hin zu einer
technisch ausgerichteten Ausbildung an.
Die Hochschule erhält eine Rektoratsverfassung.
Mit der Einrichtung neuer Fakultäten
des Bauingenieurwesens sowie der Baustoffkunde
und -technologie folgt die Umbenennung
in Hochschule für Architektur und
Bauwesen (HAB). Sie entwickelt sich zur
einflussreichsten Bauhochschule der DDR.
Die Hochschule greift mit der Umstrukturierung
der vorhandenen und der Neugründung
der Fakultäten Gestaltung (1993) und Medien
(1996) aktuelle Entwicklungen auf. Dem
Bauhaus-Gedanken der Einheit von Kunst
und Technik folgend setzt sie konsequent auf
die Herausbildung eines einzigartigen Fächerprofils
mit künstlerisch-technischer Ausrichtung
und benennt sich in Bauhaus-Universität
Weimar um.
Die Universität feiert »150 Jahre ZUR Bauhaus-
Universität Weimar« und beschäftigt
sich eingehender mit den verschiedenen
Vorläuferinstitutionen.
Die Bauhaus-Universität Weimar freut sich
über die Aufnahme in die Deutsche Forschungsgemeinschaft
(DFG). Die stetige Zunahme
der Drittmitteleinwerbungen und
internationale Reputation der Forschung
werden so bestätigt.
Die Universität feiert das Jubiläum »100 Jahre
Bauhaus-Gründung in Weimar« mit einer
eigenen Webseite, zahlreichen Veranstaltungen,
Kongressen und Ausstellungen in Weimar
vor Ort, in Berlin und weltweit.
Triadisches Ballett von Oskar Schlemmer

»Das Bauhaus mit seinen Stätten in Weimar, Thüringen, und Dessau, Sachsen-Anhalt, steht für die sogenannte Bauhaus-Schule der Architektur, die zwischen 1919 und 1933 revolutionäre Ideen der Baugestaltung und Stadtplanung durchsetzte. Die Bauten der Bauhaus-Professoren von Walter Gropius bis Hannes Meyer, Lazlo Moholy-Nagy bis Wassily Kandinsky begründeten den Bauhaus-Stil, der die Architektur des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt hat.«

UNESCO

Gespräche zur Hochschulgeschichte

Die »Gespräche zur Hochschulgeschichte« sind ein Format im Rahmen der Alumni-Gespräche, ein Gemeinschaftsprojekt von Alumni Büro, Archiv der Moderne und Universitätsbibliothek.

Bisher fanden Gespräche zur Hochschulgeschichte mit Dr. Klaus Uhlig, Prof. Christian Schädlich, Michael Siebenbrodt, Prof. Gerd Zimmermann, Dr. Jörg Brauns, Dr. Heiko Schultz, Prof. Hans-Ulrich Mönnig und Prof. Liz Bachhuber statt.

Erinnerungsorte

NS-Erinnerungsorte der Bauhaus-Universität Weimar

Maurice-Halbwachs Auditorium

Ein zentraler Ort zur Ehrung eines bedeutenden Wissenschaftlers und Menschenfreunds