In der Reihe »DesignWissen ist jüngst der vierte Band erschienen. Unter dem Titel »Glaswelten – Materielle Kultur zwischen Zeigen und Verbergen« greifen zahlreiche Autor*innen unterschiedliche Perspektiven auf das Material Glas auf und versuchen sie im Horizont zeitgenössischer Kultur- und Medienwissenschaften sowie der Kunst-, Architektur- und Wissenschaftsgeschichte fortzuschreiben.
Glas ist ein paradoxes Material. Einerseits steht es exemplarisch für die Herstellung von Sichtbarkeiten. Brillengläser, Fenster, Spiegel, Lupen und Bildschirme gehören in dieser Weise zu unseren alltäglichen und beruflichen Welten: Sie eröffnen Blicke, skalieren Objekte, schützen Kostbarkeiten und präsentieren Wissen. Dabei werden Gläser in den Momenten, in denen sie sichtbar machen, selber unsichtbar und leisten so Wahrnehmungstheorien Vorschub, die menschliches Sehen als natürliches Vermögen beschreiben.
Andererseits können die präsentierenden Eigenschaften des Glases auch mit Praktiken der Verbergung, Trennung oder Täuschung in Zusammenhang gebracht werden: Gläser werden schmutzig, spiegeln ihre Umgebung, blenden die Betrachter, verfärben, was dahinter zu sehen ist oder zerbrechen. In solchen Situationen wird Glas nicht nur als künstliches Material bemerkbar, sondern kann zugleich als ein Medium der Wissensproduktion verstanden werden.
Hinzu kommt, dass sich Glas seit einer Weile schon aus seiner visuellen Vereinnahmung befreit hat, um eine Karriere als betastbare, wischbare Interaktionsfläche zu beginnen. Für Smartphones, Tablets oder Boards rücken ‚andere’ Vorzüge und Probleme des Glases in den Vordergrund: etwa Gewicht, Temperaturempfindlichkeit oder Kratzfestigkeit. Und nicht zuletzt tritt Glas in Geschichte und Gegenwart immer wieder in gesellschaftlich-politischen Kontexten auf: in der Verpackungsindustrie (Glasflaschen), in Zonen der Überwachung und Kontrolle (Kameraoptik), in städtischen Räumen (Schaufenster, Beleuchtungen) oder im privaten Umfeld (Aquarien, Vitrinen, Schmuck).
Der vorliegende Band greift solche Perspektiven auf und versucht sie im Horizont zeitgenössischer Kultur- und Medienwissenschaften sowie der Kunst-, Architektur- und Wissenschaftsgeschichte fortzuschreiben. Seine Beiträge verstehen sich dementsprechend auch als Revisionen unserer Dingkulturen.
Mit Beiträgen von:
Michael Burger, Elena Fabietti, Stefan Höltgen, Florian Huber, Stefan Laube, Christiana Juliane Sauer, Margarete Vöhringer, Heike Weber, Christina Wessely, Michael Wetzel, Christof Windgätter, Benedikt Wintgens
Die Veröffentlichung wurde gefördert:
mit Mitteln des Open-Access-Publikationsfonds der Bauhaus-Universität Weimar und vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG) sowie mit Mitteln des Publikationsfonds NiedersachsenOPEN, gefördert aus zukunft.niedersachsen.
Hier können Sie die Open-Access-Version herunterladen (PDF, 11,83 MB): https://www.kulturverlag-kadmos.de/programm/details/glaswelten?file=/site/assets/files/4742/10_55309-h8nj26p0.pdf
Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0, DOI:doi.org/10.55309/h8nj26p0
Glaswelten – Materielle Kultur zwischen Zeigen und Verbergen
Herausgeber*innen: Margarete Vöhringer und Christof Windgätter
Kulturverlag Kadmos
Taschenbuch, broschiert
DesignWissen, Band 4
März 2026
288 Seiten
15 x 23 cm
39,80 Euro
ISBN 978-3-86599-601-5
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