Teilnahme an der ICCCBE 2026 in Teipei
Die Professur für Baubetrieb und Bauverfahren der Bauhaus-Universität Weimar hat an der International Conference on Computing in Civil and Building Engineering (ICCCBE 2026) in Taipei teilgenommen.
Die Konferenz brachte internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Praktikerinnen und Praktiker zusammen, um aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung, datengetriebene Methoden und intelligente Systeme im Bauwesen zu diskutieren.
Im Rahmen der Konferenz wurden zwei wissenschaftliche Beiträge präsentiert. Der Beitrag „Towards Safer Construction Logistics: Evaluating Technical Solutions for Risk-Reduced Traffic on Construction Sites“ von Markus Boden, Jonas Braune, Friedrich Schrödter und Jürgen Melzner wurde von Markus Boden vorgestellt. Die zugrunde liegende Methodik basiert auf leitfadengestützten Experteninterviews zur Bewertung technologischer Lösungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Baustellen sowie zur Automatisierung entsprechender Sicherheitsprüfungen. Die Ergebnisse zeigen, dass beispielsweise der Einsatz von Robotik in Kombination mit mobilen Scansystemen großes Potenzial bietet, um hindernisfreie Flucht- und Verkehrswege sicherzustellen. Gleichzeitig wird deutlich, dass die größten Herausforderungen neuartiger Lösungen häufig weniger in der technischen Umsetzung liegen, sondern vielmehr in organisatorischen und vertraglichen Rahmenbedingungen. Zukünftige Forschungsarbeiten sollten sich daher verstärkt mit der Integration von Mensch und Technik sowie mit organisationsübergreifenden Implementierungsstrategien befassen.
Der zweite Beitrag mit dem Titel „Formalizing Information Requirements for BIM-Projects through Standards-Based Knowledge Extraction“ von Friedrich Schrödter, Markus Boden und Jürgen Melzner wurde von Friedrich Schrödter präsentiert. In diesem Beitrag wurde ein annotationsbasierter Workflow entwickelt und demonstriert, der eine systematische Extraktion von Informationsanforderungen aus Normen und Richtlinien ermöglicht. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Ableitung von Informationsanforderungen aus bestehenden Standards eine transparente, nachvollziehbare und reproduzierbare Grundlage für BIM-Projekte schafft und gleichzeitig subjektive Einflüsse gegenüber rein expertenbasierten Ansätzen reduziert. Darüber hinaus eröffnet der Ansatz Potenziale für weiterführende Automatisierungen, etwa im Bereich des Automated Code Checking. Für eine breite und skalierbare Anwendung sind jedoch weitere Forschungsarbeiten erforderlich, insbesondere im Hinblick auf die Harmonisierung von Standards, die semantische Anreicherung sowie die organisatorische Integration.
Die Teilnahme an der ICCCBE 2026 bot eine wertvolle Gelegenheit zum internationalen Austausch und lieferte wichtige Impulse für die weitere Forschung am Lehrstuhl.






