Forschung und Projekte

Forschung und Projekte

Die Forschungsaktivitäten der Professur Entwerfen und Wohnungsbau fragen nach den Bedingungen und Ambitionen für die Entwurfsarbeit. Die Projekte der Professur kreisen um die Architektur des Wohnens und erweitern diese um zusätzliche Kontexte. Sie beruhen auf mehrjährigen thematischen Fragestellungen und international ausgerichteten Lehrforschungsprojekten sowie der kooperativen Durchführung eines durch Drittmittel finanzierten Forschungsprojektes. Die wechselseitige Durchdringung von Forschungsfragen und Entwurfsthemen führt zu verschiedenen Formaten. Die Professur Entwerfen und Wohnungsbau gibt eine fortlaufende Publikationsreihe heraus, beteiligt sich regelmäßig an Symposien und Ausstellungen wie der jährlich an der Universität stattfindenden »summaery«, hat einige Ausstellungen selbstständig kuratiert und einen Film produziert.

Notes on Architecture

Notes on Architecture (NOA)

2017– 

Die englischsprachige und analoge Publikationsreihe Notes on Architecture wurde 2017 konzipiert, um ausgewählte Projekte, die im Kontext der Professur entstehen, zu veröffentlichen. Sie besteht aus einer losen Reihe von Heften, die einem übergeordneten grafischen Konzept folgen und dabei jeweils andere Inhalte und Formate entwickeln. Inzwischen sind mit Tokyo Research Project – Display (NOA 1), Tokyo Research Project – Daybook (NOA 2), Some Investigations in Collective Form (NOA 3), From Elements of Domesticity to Forms of Community – Jakobsplan (NOA 5) und Two Houses – Texts (NOA 7) fünf Ausgaben erschienen, drei weitere befinden sich in Vorbereitung. Der Reihe Notes on Architecture ist ein für Februar 2021 geplantes Ausstellungsprojekt in der Architektur Galerie Berlin gewidmet, das durch den Kreativfonds der Bauhaus-Universität Weimar gefördert wird. Es ist weiterhin geplant, die Publikationsreihe in Kooperation mit der Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar elektronisch und Open Access zu veröffentlichen. Die grafische Gestaltung der Hefte beruht auf der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit bus.group. Die in der Vorschau angezeigten Ausgaben der Publikationsreihe können hier angefragt und erworben werden. 

Synesthesia Scenery

Synesthesia Scenery

2020

Die von Taishi Watanabe, Associate Professor an der Waseda University Tokyo, kuratierte Ausstellung Synesthesia Scenery wird auf Einladung der Professur Entwerfen und Wohnungsbau im Frühjahr 2021 im Bauhaus.Atelier auf dem Campus der Bauhaus-Universität Weimar gezeigt. Die Ausstellung entwickelt während ihrer Stationen an der Aalto University in Helsinki (2020), der Bauhaus-Universität Weimar (2020), der Technischen Universität Berlin (2021) und der Finnischen Botschaft in Tokio (2021) unterschiedliche Schwerpunkte mit jeweils eigenen begleitenden Publikationen. Der Katalog für die Ausstellung an der Bauhaus-Universität Weimar enthält einen Textbeitrag von Verena von Beckerath mit Fotografien von Robert Elert und Andrew Alberts.

Wie zusammen leben

Wie zusammen leben

2019–

Das Projekt Wie zusammen leben begann im Herbst 2019 unter Mitwirkung von Till Hoffmann und Hanna Schlösser mit der Untersuchung von als Ausstellung erfahrbaren Wohnräumen in Weimar. Die Auseinandersetzung mit diesen aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelösten Intérieurs fand parallel zueinander in zwei korrespondierenden Formaten statt. Betrachtet wurden fünf Häuser der Klassik Stiftung Weimar – Schillers Wohnhaus, Goethes Wohnhaus, Goethes Gartenhaus, das Nietzsche-Archiv sowie das Haus Hohe Pappeln. Während die Zeichnungen im Oktober/November 2019 von Studierenden im zweiten Studienjahr angefertigt wurden, arbeitete der Fotograf Andrew Alberts im Zeitraum Oktober 2019-Februar 2020. Die Sammlung umfasst 28 Zeichnungen und 47 Fotografien. Eine Ausstellung und eine Publikation in der Reihe NOA befinden sich in Planung. 

Hudson Valley Ecologies

Hudson Valley Ecologies

2019–2020

Das international ausgerichtete Lehrforschungsprojekt Hudson Valley Ecologies beschäftigt sich unter Mitwirkung von Till Hoffmann mit den wechselseitigen Beziehungen von Stadt und Land und knüpft damit an vorangegangene Projekte der Professur zu den urbanen Peripherien Berlins und Roms sowie zur Sommerfrische Schwarzatal in Thüringen an. Das Hudson Valley erstreckt sich über mehrere hundert Kilometer nördlich von Manhattan und ist von großer ökonomischer, ökologischer und kultureller Bedeutung für die Stadt New York City sowie die Städte, Dörfer und Landschaftsräume entlang des Hudson. In Kooperation mit der Hudson Valley Initiative am GSAPP, Columbia University, New York werden im Verlauf des Projektes Themen für kollektive und individuelle Forschungs- und Entwurfsthemen erarbeitet. Das Projekt beruht auf mehreren miteinander verbundenen Lehrformaten einschließlich eines Seminars, einer Exkursion nach New York und in das Hudson Valley im Oktober 2019 und einem Entwurfsstudio im Wintersemester 2019/20. Für das Frühjahr 2021 ist eine Ausstellung in New York geplant. 

Two Houses

Two Houses

2018–2019

Das Projekt Two Houses, das sich mit den wechselseitigen Beziehungen zwischen dem Bauhaus und Japan am Beispiel zweier Häuser von Iwao Yamawaki (1898-1987) und Bunzo Yamaguchi (1902-1978) aus den 1930/40er Jahren in den Vororten von Tokio beschäftigt, ist aus dem Lehrforschungsprojekt Tokyo Research Project hervorgegangen. Es beinhaltet den Film Two Houses (2019), der unter Mitwirkung von Niklas Fanelsa, Momoko Yasaka und Maximilian von Zepelin in Zusammenarbeit mit dem Künstler Jens Franke entstanden ist, sowie eine Ausstellung und die Publikation Two Houses – Texts in der Reihe NOA. Der Film und die Ausstellung wurden im April/Mai 2019 an der Bauhaus-Universität Weimar und im Oktober 2019 im Goethe-Institut Tokyo und im Atelier M/ Migishi Atelier gezeigt. Weitere Screenings fanden im ARCH+ Salon und innerhalb der Reihe Roundkino an der Technischen Universität Berlin statt. Im August 2020 war der Film acht Tage im Rahmen des Programms Kino Siemensstadt, einem Projekt von Scharaun – interdisziplinärer Projektraum für Kunst und Architektur und kuratiert von Olaf Stüber und Jaro Straub, online zu sehen. Der Film und die Ausstellung wurden durch die Förderung der Thüringer Staatskanzlei, des Alumni Büro der Bauhaus-Universität Weimar und des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) ermöglicht und vom Goethe-Institut und der Deutschen Botschaft in Tokio, die auch die Schirmherrschaft für das dortige Screening übernahm, unterstützt.

Drei Zimmer, Küche, Diele, Bad

Drei Zimmer, Küche, Diele, Bad

2017–2021 

Das Projekt Drei Zimmer, Küche, Diele, Bad wird seit 2017 in Zusammenarbeit mit Barbara Schönig, Professur Stadtplanung, und unter Mitwirkung von Jessica Christoph und Carsten Praum an der Bauhaus-Universität Weimar durchgeführt. Im Rahmen des mehrjährigen experimentellen und interdisziplinären Projektes werden konkrete und ideelle Fragen an die Zukunft des Wohnens am Beispiel der Transformation einer bestehenden Wohnung in einem Gebäudeensemble aus den 1920er Jahren in Weimar formuliert, verhandelt und erforscht. Beginnend mit einem Planungs- und Entwurfsprojekt, an dem Studierende aus den Bachelor- und Masterstudiengängen Architektur und Urbanistik teilnahmen, wandelte sich die leerstehende Wohnung zunächst für ein Semester in einen Arbeits-, Diskussions- und Ausstellungsraum. Aufbauend auf den Arbeiten der Studierenden wurde im Jahr 2018 ein Konzept für den Umbau, die Vergabe und die Nutzung der Wohnung entwickelt. Mit wenigen aber grundlegenden Interventionen ist ein flexibler Grundriss mit Anbindung der Hochparterrewohnung an den rückwärtigen Garten entstanden, der nicht nur unterschiedliche Formen des Wohnens und Arbeitens erlaubt, sondern auch gemeinschaftliche Aktivitäten innerhalb der Nachbarschaft ermöglicht. Mit dem Einzug der Bewohner*innen begann Ende 2019 eine zweijährige Phase der Begleitforschung, in der die Aneignung und Weiterentwicklung der Wohnung untersucht werden. Das Projekt wird von unterschiedlichen Gastbeiträgen und insbesondere dem Fotografen Andrew Alberts begleitet, der die Transformation der Wohnung visuell dokumentiert. Das Forschungsprojekt beruht auf einer Kooperation zwischen der Bauhaus-Universität Weimar, der Thüringer Aufbaubank sowie des kommunalen Wohnungsunternehmens Weimarer Wohnstätte und steht unter der Schirmherrschaft des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft.

Tokyo Research Project

Tokyo Research Project

2017–2018   

Mit dem Tokyo Research Project konnte unter Mitwirkung von Niklas Fanelsa erstmals ein einjähriges und international ausgerichtetes Lehrforschungsprojekt durchgeführt werden, in dessen Mittelpunkt eine Studienreise nach Japan stand und das auf der Verknüpfung unterschiedlicher Lehrformate beruhte. Dabei stellte die Auseinandersetzung mit an japanischen Universitäten und Architekturschulen praktizierten Forschungsansätzen und das Interesse an aktuellen japanischen Beiträgen zur Architektur des Wohnens den Anlass des Vorhabens dar. Die Teilnehmenden beschäftigten sich zunächst in Vorbereitung auf die Reise mit sechs thematischen Forschungsfragen. Die Ergebnisse wurden 2017 während der »summaery« an der Bauhaus-Universität Weimar ausgestellt und im September 2017 an der Waseda University in Tokio präsentiert. Die Begegnungen und Erkenntnisse während der Studienreise führten im Wintersemester 2017/18 zu Entwürfen für die Berliner Außenstadt. Das Lehrforschungsprojekt wurde in den Publikationen Tokyo Research Project – Display und Tokyo Research Project – Daybook mit Fotografien von Anne Groß dokumentiert und mit einer Ausstellung in der Architektur Galerie Berlin im Sommer 2018 abgeschlossen. Der Katalog zur Ausstellung ist im August 2020 unter dem Titel Some Investigations in Collective Form in der Reihe NOA erschienen. In der von Winfried Speitkamp und Claudia Weinreich herausgegeben Buchpublikation »Idee Inhalt Form – Beiträge zur Gestaltung der Gegenwart« (Weimar 2019) befindet sich ein Essay von Verena von Beckerath mit Fotografien von Iwao Yamawaki und Andrew Alberts sowie Filmstills aus dem Film Two Houses, der das Lehrforschungsprojekt reflektiert. Das Tokyo Research Project wurde durch den Anschubfonds Bauhaus100 und den Kreativfonds der Bauhaus-Universität Weimar gefördert.

Von Elementen des Wohnens zu Formen von Gemeinschaft

Von Elementen des Wohnens zu Formen von Gemeinschaft

2016–2018

Das Projekt Von Elementen des Wohnens zu Formen von Gemeinschaft unter Mitwirkung von Jessica Christoph, Till Hoffmann und Henning Michelsen umfasst den Forschungsanteil innerhalb von drei Entwurfsprojekten, die von Vortragsreihen begleitet wurden. Im Zentrum des Projektes stand die zeichnerische Auseinandersetzung mit Wohngebäuden aus unterschiedlichen Epochen in Weimar, die vor dem Hintergrund ihres Modellcharakters erforscht wurden – dem Haus Am Horn (Georg Muche, 1923), dem Studierendenwohnheim Jakobsplan (Anita Bach, 1970–1972) und einem gründerzeitlichen Wohngebäude in der Bauhausstraße 1 aus dem Jahr 1873. Die Professur beteiligte sich mit großformatigen Zeichnungen zum Haus Am Horn an der Tagung »Artefakte des Entwerfens und ihre Wissenspraktiken – Skizzieren, Zeichnen, Skripten, Modellieren« im November 2017 an der TU Berlin und an der gleichnamigen Ausstellung im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin im Februar 2018. Das 4. Forum des Netzwerks Architekturwissenschaft erlaubte es, entwurfliche Aspekte mit theoretischen Fragestellungen zu verknüpfen und wechselseitig aufeinander zu beziehen. Eine Publikation des Netzwerks befindet sich in Vorbereitung. Mit der Ausstellung Erinnerungen, Abstraktionen, Idealisierungen in der Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar und einer begleitenden Publikation in der Reihe NOA konnte die Professur im November 2018 zur 2. Jahrestagung des GRK 2227 – Collecting Loss beitragen. Die Ausstellung bestand aus Zeichnungen zum Studierendenwohnheim Jakobsplan in Weimar, zwei Fotografien von Andrew Alberts und einer Vitrine mit Dokumenten zu Forschung und Werk der Architektin Anita Bach (*1927). Die Untersuchung zur Bauhausstraße 1 beschäftigte sich mit der Frage, wie ein Altbau aus der Gründerzeit zunächst rückgebaut und anschließend neu gedacht werden kann, um niedrigschwellige und gemeinschaftlich nutzbare Wohn-, Arbeits- und Präsentationsräume für Künstler*innen zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Untersuchung, die in Kooperation mit dem Verein Bauhaus Eins Weimar e.V. durchgeführt wurde, konnten im Herbst 2019 in der Ausstellung »Coming Home« gezeigt werden.