Erstellt: 12. Dezember 2017

Märchenhafte Metamorphosen 2017

MÄRCHENROLLE | Im Rahmen des Bauhaus.Weihnachtsmarktes 2017 am zweiten Adventssamstag veranstalteten das Alumni Büro und das Bauhaus Film-Institut eine Märchenrolle zum Thema »Märchenhafte Metamorphosen des DEFA-Animationsfilms«. Gezeigt wurden drei außergewöhnliche Animationsfilme im Loop.

Meta Morfoss ist nicht nur ein Mädchen mit blühender Phantasie. Sie hat eine besondere Gabe, die sonst keiner hat. Sie kann sich verwandeln: in einen Engel, in ein Tier, was auch immer sie sich ausdenkt. Metamorphosentalent nennt sich das. Oft ergeben sich dadurch sonderbare Situationen. Eine wunderbare Flachfigurenanimation von Monika Anderson, frei nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Peter Hacks 1979.

Eine ebenso märchenhafte Verwandlung erlebt Jacob, der schöne Sohn der Gemüsehändlerin Hanne. Er beschimpft ein altes Weib auf dem Markt – eine Fee, die ihn zur Strafe in einen Zwerg verwandelt. Jacob erlernt in ihrem Haus das Kochen. Er bewirbt sich am Hof des Herzogs als Koch, genannt als Zwerg Nase, und erweist sich hier als ein Meister in dieser Kunst. In der Gans Mimi, die er vor dem Schlachten bewahrt, findet er eine Leidensgefährtin, denn auch sie wurde verzaubert. Als ein Fürst den Hof des Herzogs besucht, soll Jacob eine auserlesene Pastete zubereiten. Ihm fehlt dazu ein seltenes Kräutlein. Katja Georgi gelang 1986 mit dieser Puppenanimation nach dem gleichnamigen Märchen von Wilhelm Hauff eine außergewöhnliche filmische Arbeit.

Mit der puppenanimierten Weihnachtsgans Auguste entstand nach dem gleichnamigen Stoff von Friedrich Wolf 1985 ein ganz besonderer Film. Herr Kammersänger Löwenhaupt kauft für das bevorstehende Weihnachtsfest eine lebende Gans, die einen vortrefflichen Braten abgeben soll. Die Mitglieder der Familie freunden sich schnell mit der Gans Auguste an. Keiner ist bereit, das Tier zu schlachten, geschweige denn zu essen. Drehbuchautor und Regisseur Günter Rätz, selbst einst Puppenspieler, entdeckte 1954 den Trickfilm für sich, es sollten über 60 werden in den Folgejahren.

Das Programm der diesjährigen Märchenrolle entstand in Zusammenarbeit der Professur Medienereignisse der Bauhaus-Universität Weimar mit dem Deutschen Institut für Animationsfilm e.V. (DIAF) in Dresden. Unser Dank gilt insbesondere Franka Sachse, künstlerische Mitarbeiterin der Professur und Nadja Rademacher vom DIAF. Prof. Wolfgang Kissel, Bauhaus Film-Institut Weimar, gab eine Einführung in das Thema.  >mehr

TIPP | Derzeit ist die Ausstellung »Kurze Geschichte des langen Animationsfilms« des Deutschen Instituts für Animationsfilm in den Technischen Sammlungen Dresden bis zum 25. März 2018 zu besichtigen.