Dr. phil. Ekkehard Coenen

Forschungsschwerpunkte

  • Methoden qualitativer Sozialforschung
  • Thanatosoziologie
  • Wissenssoziologie
  • Soziologie der Gewalt
  • Emotionssoziologie
  • Kultursoziologie

Zeitregime des Bestattens. Thanato-, Kultur- und Arbeitssoziologische Beobachtungen

Ekkehard Coenen – Zeitregime des Bestattens

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In meinem Promotionsprojekt Zeitregime des Bestattens. Thanato-, kultur- und arbeitssoziologische Beobachtungen habe ich mich den zeitlichen Aspekten im Bestattungswesen in Deutschland gewidmet. Im Fokus standen die Wirkmächtigkeit und Normativität der Abläufe, Dauern, Taktungen, Rhythmisierungen, (Un-)Gleichzeitigkeiten und Synchronisationen auf der Vorder- und Hinterbühne des Bestattens. Wie gelingt es den Feldakteuren, sich erfolgreich zu koorientieren? Durch welche Zeitphänomene wird die soziale Ordnung vor, während und nach Bestattungsritualen aufrechterhalten? Welche Probleme ergeben sich aus den Zeitinstitutionen des Bestattens? Und an welchen Punkten kommt es zu Machtkämpfen um die Deutungshoheit der Bestattungsabläufe?

Mit dem Promotionsprojekt habe ich auf eine doppelte Relevanzsetzung reagiert: Erstens bildet Zeit im untersuchten Feld einen zentralen Aushandlungspunkt in der Erarbeitung von Bestattungen, an dem insbesondere dann Konflikte entstehen können, wenn Feldakteure unterschiedlicher Bestattungskulturen aufeinandertreffen. Zweitens gibt es bisher kaum Forschungsliteratur, die Auskunft über die Bedeutung der Zeitdimension im Kontext des Bestattens geben kann.

In meiner Untersuchung habe ich mich auf die reflexive Grounded-Theory-Methodologie gestützt, wobei ich diese auf Basis der Grundannahmen des kommunikativen Konstruktivismus modifiziert habe. Im Zuge meiner Datenerhebung habe ich insgesamt 25 problemzentrierte Interviews mit (muslimischen und nicht-muslimischen) Bestatter*innen, Trauerredner*innen, Friedhofsmitarbeiter*innen und -verwalter*innen sowie Geistlichen geführt. Zudem war ich selbst insgesamt sechs Monate in einem Bestattungsunternehmen tätig, um die Prozesse des Bestattens ethnografisch zu durchleuchten.

Betreut wurde mein Promotionsvorhaben von Prof. Dr. Andreas Ziemann (Erstgutachter) und Prof. Dr. Hubert Knoblauch (Zweitgutachter).

Die Inauguraldissertation wurde am 10. April 2019 an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar eingereicht, und die Disputation fand am 24. September 2019 statt. Die Promotionsleistung wurde mit dem Prädikat "summa cum laude" (mit Auszeichnung) bewertet.

Die Buchpublikation zum Dissertationsvorhaben wurde 2020 veröffentlicht:

Coenen, Ekkehard (2020): Zeitregime des Bestattens. Thanato-, kultur- und arbeitssoziologische Beobachtungen. Weinheim und Basel: Beltz Juventa. (>>Link)

Die Dissertation wurde 2021 mit dem Hochschulpreis für Nachwuchswissenschaftler*innen der Bauhaus-Universität Weimar ausgezeichnet.

Gewaltwissen

In meinem Forschungsprojekt Gewaltwissen gehe ich der Frage nach: Wie wird Wissen über Gewalt konstituiert und sozial wirkmächtig? Hierbei lote ich die Möglichkeiten einer bisher noch ausstehenden Wissenssoziologie der Gewalt aus. Indem ich den gesellschaftlichen Wissensvorrat über Gewalt fokussiere, möchte ich den Blick dafür öffnen, wie die zunächst widersprüchlichen Diagnosen einer "scheinbaren oder realen Tabuisierung von Gewalt" (Imbusch 1995: 15) und einer "Allgegenwart von Gewalt" (Rauchfleisch 1992) miteinander in Einklang zu bringen sind. Zudem ermöglicht es meines Erachtens gerade die Kategorie Wissen, das Mikro-Makro-Gap in der soziologischen Gewaltforschung zu überwinden und situationistische und gesellschaftstheoretische Perspektiven gewinnbringend zu verschalten. Schließlich ist das Wissen über Gewalt bisher nur marginal untersucht worden. Es gibt noch keine hinreichenden Antworten darauf, woher unser Wissen über die Ursachen, Abläufe und Konsequenzen von Gewaltanwendungen stammt; wieso wir einzelne Gewalthandlungen legitimieren und andere sanktionieren; woher wir wissen, wie wir uns in Gewaltsituationen verhalten wollen, sollen oder müssen; und wie die Gewissheit entsteht, dass ein Gewaltakt stattgefunden hat und dass dieser negativ oder bisweilen auch positiv zu bewerten ist.

In dem Projekt Gewaltwissen verfolge ich insgesamt drei übergeordnete Forschungsziele: Erstens eruiert das Forschungsprojekt jene kommunikativen Aspekte, durch welche die öffentliche Debatte über Gewalt geformt wird. Zweitens wird herausgearbeitet, welches Wissen in Gewaltsituationen vorherrscht und wie es in situ objektiviert wird. Drittens zielt das Forschungsprojekt auf jene Handlungen und Objektivationen, durch die ersichtlich wird, dass eine Gewaltsituation (nicht) stattgefunden haben soll.

Meine Untersuchungen zum Gewaltwissen stützen sich auf die Erhebung qualitativer Daten und folgen der Grounded-Theory-Methodologie. Ich analysiere nicht nur einige wenige, spezifische Gewaltsituationen. Stattdessen strebe ich einen kontinuierlichen Vergleich möglichst kontrastreicher Situationen an, in denen Gewalthandlungen stattfinden. Somit kann ich allgemeingültige Prozesse herausarbeiten, die für die Konstitution und Wirkmächtigkeit des Wissens über Gewalt charakteristisch sind. Sukzessive möchte ich somit eine wissenssoziologische Theorie über Gewalt entwickeln, die fest in der Empirie verankert ist und sowohl für (wissens-)soziologische Problemlagen als auch für die Probleme der feldinternen Akteure von Relevanz ist.

 

2021Hochschulpreis für Nachwuchswissenschaftler*innen der Bauhaus Universität Weimar für die Dissertation "Zeitregime des Bestattens. Thanato-, kultur- und arbeitssoziologische Beobachtungen"
seit 2016Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar, Kultur- und Mediensoziologie
2016Lehrbeauftragter, Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Medien, Medienwissenschaft
2015–2019

Promotion an der Fakultät Medien: "Zeitregime des Bestattens. Thanato-, kultur- und arbeitssoziologische Beobachtungen" (Erstbetreuer: Prof. Dr. Andreas Ziemann; Zweitbetreuer: Prof. Dr. Hubert Knoblauch). Ausgezeichnet mit dem Hochschulpreis für Nachwuchswissenschaftler*innen der Bauhaus-Universität Weimar 2021

2015–2016Lehrkraft in der Erwachsenenbildung (Alphabetisierung), Leitung des Lernzentrums Lesen und Schreiben, Kreisvolkshochschule Weimarer Land, Standort Apolda
2015MA-Abschlussarbeit: "Fühlbarer Abschied. Zur Produktion von Atmosphären auf Trauerfeiern aus praxistheoretischer Perspektive"
2014Wissenschaftliche Hilfskraft im Rahmen des DFG-Projekts "Stimme und Gesang in der populären Musik der USA (1900–1960)", Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar
2013–2015MA-Studium der Kulturwissenschaftlichen Medienforschung, Bauhaus-Universität Weimar; Note: "mit Auszeichnung"
2013BA-Abschlussarbeit: "Heavy Metal Kenya. Eine explorative Untersuchung aus kultursoziologischer Perspektive"
2011–2015Wissenschaftliche Hilfskraft (Tutoriat) an der Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar
2010–2013BA-Studium der Medienkultur, Bauhaus-Universität Weimar; Note: "mit Auszeichnung"
2010BA-Abschlussarbeit: "Beast of Man. Männlichkeitsdarstellungen im Extreme Metal"
2009Studentische Hilfskraft im Thüringischen Landesmusikarchiv, Weimar
2007–2010BA-Studium der Musikwissenschaft (KF) und der Soziologie (EF) an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena
bis 2007Schulzeit und Abitur in Bischofswerda und Boston
1987geboren in Jena

Monographien

2020: Zeitregime des Bestattens. Thanato-, kultur- und arbeitssoziologische Beobachtungen. Weinheim und Basel: Beltz Juventa. (>>Link)

Aufsätze und Beiträge

2022: Communicative Action, Objectifications, and the Triad of Violence, in: Human Studies 45 (3), S. 447-468. (>>PDF)

2022: Contextural and Contextual – Introducing a Heuristic of Third Parties in Sequences of Violence, in: Historical Social Research 47 (1), S. 200-224 (gemeinsam mit René Tuma). (>>PDF)

2022: Forschungsethik und Datenvielfalt. Einige Gedanken zu einem ambivalenten Verhältnis am Beispiel einer Bestattungsethnografie, in: Lohmeier, Christine/Wiedemann, Thomas (Hg.): Datenvielfalt in kommunikationswissenschaftlichen Forschungskontexten. Potenziale und Herausforderungen. Wiesbaden: Springer VS, S. 255-272. (>>PDF)

2022: Das Mitsein mit den Getöteten und die Materialität des Erinnerns, in: Benkel, Thorsten/Dimbath, Oliver/Meitzler, Matthias (Hg.): Sterblichkeit und Erinnerung. Baden-Baden: Rombach, S. 235-258. (>>PDF)

2022: Covid-19 und die politische Wirklichkeit der AfD. Ergebnisse einer Diskursanalyse, in: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur, 18. Jg., H 1, S. 40-57 (gemeinsam mit Jörg Schoolmann und Andreas Ziemann).

2022: Hinrichten. Beobachtungen zu einer kommunikativen Form des Tötens, in: Jahrbuch für Tod und Gesellschaft, 1. Jg., S. 105-125. (>>PDF)

2022: Kultur ist die Natur des Todes. Einleitung in das Jahrbuch für Tod und Gesellschaft, in: Jahrbuch für Tod und Gesellschaft, 1. Jg., S. 5-8 (gemeinsam mit Thorsten Benkel, Ursula Engelfried-Rave, Matthias Meitzler, Melanie Pierburg, Miriam Sitter und Michaela Thönnes). (>>PDF)

2021: Vorüberlegungen zu einer Wissenssoziologie der Gewalt, in: Zeitschrift für Theoretische Soziologie, 10. Jg., H. 2, S. 168-195. (>>PDF)

2021: Über Coronawahnsinn, Notstandsregiment und Wirtschaftsmord. Eine kritische Diskursanalyse ausgewählter Bundestagsreden der AfD während der Covid-19-Pandemie, in: kultuRRevolution, Nr. 81, S. 67-72 (gemeinsam mit Jörg Schoolmann und Andreas Ziemann). 

2021: Friedhofsverwaltungen im Spannungsfeld zwischen privater Trauerarbeit und öffentlichem Dienst, in: Blättel-Mink, Birgit (Hg.): Gesellschaft unter Spannung. Verhandlungen des 40. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 2020, S.  1-7. (>>PDF)

2021: Der Tod und das Virus. Soziologische Betrachtungen eines thanatopraktischen Ausnahmezustands, in: Blättel-Mink, Birgit (Hg.): Gesellschaft unter Spannung. Verhandlungen des 40. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 2020, S.  1-7. (>>PDF)

2021: Forschen zum Lebensende. Überlegungen zu einer qualitativen Thanatosoziologie, in: Forum Qualitative Sozialforschung, 22. Jg., H. 2, Art. 2 (gemeinsam mit Matthias Meitzler). (>>PDF)

2021: Die Verdrängungen des Coronatodes, in: Lenz, Sarah/Hasenfratz, Martina (Hg.): Gesellschaft als Risiko. Soziologische Situationsanalysen zur Coronapandemie. Frankfurt am Main und New York: Campus, S. 235-240.

2021: "What Has the Field Done to You?". Researching Death, Dying, and Bereavement between Closeness and Distance, in: Thamann, Aubrey/Christodoulaki, Kalliopi M. (Hg.): Beyond the Veil. Reflexive Studies of Death and Dying. New York: Berghahn, S 109-124.

2021: Postmortales Doing Gender. Zur kommunikativen Konstruktion von Geschlecht im professionellen Umgang mit den Toten, in: Benkel, Thorsten/Meitzler, Matthias (Hg.): Wissenssoziologie des Todes. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, S. 82-99.

2021: Bilder der Todesevidenz. Visuelle Aushandlungen der Grenze zwischen Leben und Tod, in: Dimbath, Oliver/Pfadenhauer, Michaela (Hg.): Gewissheit. Beiträge und Debatten zum 3. Sektionskongress der Wissenssoziologie. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, S. 796-807.

2020: Kommunikative Zeit beobachten. Methodisch-methodologische Implikationen des kommunikativen Konstruktivismus, in: Schilling, Elisabeth/O'Neill, Maggie (Hg.): Frontiers in Time Research – Einführung in die interdisziplinäre Zeitforschung. Wiesbaden: Springer VS, S. 433-451. (>>PDF)

2020: The arranged mourning ambience. About the professional production of atmospheres at funeral services, in: Mortality, 25. Jg., H. 4, S. 433-448. (>>PDF)

2019: Heavy Metal in Kenya, in: Horn, David/Shepherd, John/Kielich, Gabrielle/Feldman, Heidi (Hg.): Bloomsbury Encyclopedia of Popular Music of the World. Bd. 12. Genres: Sub-Saharan Africa. London u.a.: Bloomsbury, S. 188-190.

2019: Todesdokumente. Totenscheine und Sterbeurkunden als Inskriptionen der Grenzziehung zwischen Leben und Tod, in: Benkel, Thorsten/Meitzler, Matthias (Hg.): Zwischen Leben und Tod. Sozialwissenschaftliche Grenzgänge. Wiesbaden: Springer VS, S. 213-226. (>>PDF)

2018: Touching the dead: Autoethnographical reflections about the researcher's body in the field of death, dying, and bereavement, in: Death Studies, Jg. 42, H. 10, S. 640-648. (>>PDF)

2015: "Redykyulass Generation Light". Metal und Politik in Kenia, in: Stoop, David/Bartosch, Roman (Hg.): (Un)Politischer Metal? Musikalische Artikulationen des Politischen zwischen Ideologie und Utopie. Trier: Wissenschaftlicher Verlag Trier, S. 135-150.

2014: "Der phantastische Apparat des Herrn Nemo": Phantastische Medien / Medien der Phantastik am Beispiel von Jules Vernes 20000 Meilen unter den Meeren, in: Zeitschrift für Fantastikforschung, 4. Jg., H. 2, S. 33-52.

2014: Headbanging in Nairobi: The emergence of the Kenyan metal scene and its transformation of the metal code, in: Metal Music Studies, 1. Jg., H. 1, S. 105-125. (>>PDF)

2014: #fusionfestival – Tribal-Tagging bei Twitter am Beispiel des Fusion Festivals in Lärz 2013, in: Höhne, Steffen/Maier, Matthias/Zaddach, Wolf-Georg (Hg.): Musikwirtschaft 2.0. Bestandsaufnahmen und Perspektiven (= Weimarer Studien zu Kulturpolitik und Kulturökonomie 8). Leipzig: Leipziger Universitätsverlag, S. 219-234 (gemeinsam mit Carsten Wernicke).

2014: "Creepy Metal" – Über das Unheimliche im Metal, in: Lötscher, Christine/Schrackmann, Petra/Tomkowiak, Ingrid/Holzen, Aleta-Amirée von (Hg.): Übergänge und Entgrenzungen in der Fantastik. Berlin [u.a.]: Lit, S. 143-155.

2014: Eine neue Pest, in: Maizière, Lothar de/Rickes, Reinhold (Hg.): Die Finanzkrise als Chance. Wie wichtig sind uns Werte? Berlin: Metropol, S. 59-65.

2013: Kenya. Feedbacks. Metal, in: eject. Zeitschrift für Medienkultur, Nr. 3, S. 39-46(+)

2013: "Hier spielt die Musik!". Zur Lokalisierung des Klangs von Musical-Songs im Film am Beispiel Singin' in the Rain, in: Sackl, Susanne/Sharif, Malik (Hg.): Jenseits von Hören und Sehen: Zur Ästhetik audiovisueller Medien. Osnabrück: epOs Music, S. 51-67.

2013: "Und plötzlich war sie eine andere...". Zum Konzept der situativen Nationen, in: Apelt, Andreas H./Jesse, Eckhard/Gebhardt, Heidemarie (Hg.): Nation 2012? Was bedeutet Nation heute und welchem Wandel unterliegt sie? Halle: Mitteldeutscher Verlag, S. 107-116.

2012: Vom Hören der Pause zum Pausieren des Hörens, in: eject. Zeitschrift für Medienkultur, Nr. 2, S. 119-128.

Rezensionen und Tagungsberichte

2022: Nina Leonhard und Oliver Dimbath (Hrsg.): Gewaltgedächtnisse. Analysen zur Präsenz vergangener Gewalt. Wiesbaden: Springer VS 2021, in: Sozialer Sinn 23 (2), S. 389-395. (>>Link)

2022: Vorhang auf. Rezension zu "Show Time. The Logic and Power of Violent Display" von Lee Ann Fujii, in: Soziopolis. (>>Link)

2022: Thrilled to Death. Rezension zu Jacobsen, Michael Hviid (Hg.) (2020): The Age of Spectacular Death. Abingdon/New York: Routledge, in: Jahrbuch für Tod und Gesellschaft 1, S. 220-222. (>>PDF)

2020: Hans Ruin: Being with the Dead - Burial, Ancestral Politics, and the Roots of Historical Consciousness, in: Human Studies 43 (4), S. 683-689. (>>Link)

2019: Caroline Pearce, The Public and the Private Management of Grief: Recovering Normal, in: Emotion & Society 1 (2), S. 247-249. (>>Link)

2017: Alles auf Anfang. Tagungsbericht zum 3. Treffen der AG Filmsoziologie, "Methoden der Filmsoziologie. Konzepte und empirische Umsetzungen", Friedrich-Schiller-Universität Jena, 1.-3. Dezember 2016, in: Soziopolis. (>>Link)

2016: Thorsten Benkel (Hg.), Die Zukunft des Todes. Heterotopien des Lebensendes. Bielefeld: transcript. In: socialnet. (>>Link)

Miszellen

2020: Schnelle Trauer, in: Avenue. Wissenskultur 1/2020, S. 38-39.

2019: Die Zettelwirtschaft des Bestattens, in: Drunter & Drüber 2/2019, S. 24-25.

2019: Traueratmosphäre gestalten, in: Leben & Tod 3/2019, S. 8-11.

2017: Zeitstrukturen einer Bestattung, in: Bestattungskultur 3/2017, S. 36-39.

Medienauftritte

2021: Interview (Radio) – Statt eines Leichenwagens gibt es nun ein Bestattungsvelo, SRF 1, 04.05.2021. (>>Link)

2018: Interview (Zeitschrift) – Das erfüllte Leben, GEO 04/2018, S. 86-106.

2018: Interview (Radio) – Shitstorm, Micro-Europa, 22.04.2018. (>>Link)

2013: Interview (Radio) – Meine Wissenschaft – Mein Everest, Bauhaus.fm, 13.07.2013.

Vorträge auf Tagungen

Authentizität, Methodizität und 'cruelability' des Tötens im dokumentarischen Film, Tagung: Film und Tod. Mediale Evokationen der Endlichkeit des Lebens (Passau), 18.-19.11.2022.

Kommunikativer Konstruktivismus und Gewaltwissen, Tagung: Polarisierte Welten. 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Ad-hoc-Gruppe: Wissenssoziologische Perspektiven auf Gewalt – Chancen, Herausforderungen und Divergenzen (Bielefeld), 26.–30.09.2022.

Die Mediatisierung des Tötens. Tod und Gewalt in Online-Video-Communitys, Tagung: Wissenskulturen des Todes. Zur Aktualität der Thanatosoziologie (Berlin), 24.-25.03.2022.

Das Geschlecht der Toten, Tagung: Sterben, Tod und Trauer heute (digitale Tagung), 10.02.2022.

Die intersubjektive Nachvollziehbarkeit soziologischer Tötungsforschung, Workshop: 3. Thanatologischer Methodenworkshop – Subjektivität im Forschungsprozess (Hildesheim), 24.-25.09.2021.

(Außer-)Gewöhnliche Bilder der Gewalt, Tagung: Erkundungen des Ungewohnten. Empirisches Forschen in außergewöhnlichen Kontexten (Passau), 11.-12.06.2021.

Infrastrukturen des Erinnerns und das Mitsein mit den Getöteten. Wissenssoziologische Beobachtungen am Beispiel der Gedenkstätte Buchenwald, Tagung: Sterblichkeit und Erinnerung. Soziale Gedächtnisse am Lebensende (Passau), 11.-12.03.2021.

Der Tod und das Virus. Soziologische Betrachtungen eines thanatopraktischen Ausnahmezustands, Tagung: Gesellschaft unter Spannung. 40. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Ad-hoc-Gruppe: Viren – Globale und lokale Nebenwirkungen (digitale Tagung), 14.–24.09.2020.

Friedhofsverwaltungen im Spannungsfeld zwischen privater Trauerarbeit und öffentlichem Dienst, Tagung: Gesellschaft unter Spannung. 40. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Nachmittagsveranstaltung der Sektion Professionssoziologie: Professionelles Handeln im öffentlichen Auftrag (digitale Tagung), 14.–24.09.2020.

Die Materialien der Toten. Wissenssoziologische Überlegungen zur Medialität verstorbener Körper, Workshop: Von der Materialität der Medien zur Medialität der Materialien (Weimar), 06.–07.02.2020.

Bilder der Todesevidenz. Visuelle Aushandlungen der Grenze zwischen Leben und Tod, Tagung: Gewissheit. 3. Kongress der Wissenssoziologie (Koblenz), 09.–11.10.2019.

Diskussionsrunde: Sterben, Tod, Trauer – Problematische Feldzugänge, Workshop: 1. Thanatologischer Methodenworkshop (Weimar), 10.–11.09.2019.

Coffin Boffin or Death Intellectual: What’s the Role of Death Studies within our Current Society?, Tagung: The 14th International Conference on the Social Context of Death, Dying and Disposal. Engagement and Education (Bath, UK), 04.–07.09.2019

Über Bestattungsmessen oder: Die Eventisierung des Bestattens, Tagung: Rituale der Transformation. Zur Kultur der Bestattung in der individualisierten Moderne (Passau), 05.–06.07.2019.

Einschränkend oder eröffnend? Zum ambivalenten Verhältnis von Forschungsethik und Datenvielfalt am Beispiel einer Bestattungsethnografie, Tagung: Datenvielfalt. Potenziale und Herausforderungen (Salzburg), 24.–26.04.2019.

Objektivationen, Sozialität und kommunikative Zeit, Workshop: Materialität und Sozialität in der Erfahrung von Zeit (Jena), 25.–26.10.2018.

Zeitstrukturen des Bestattens. Temporalanalytische Beobachtungen zum gegenwärtigen Bestattungswesen in Deutschland zwischen Thanato-, Kultur- und Arbeitssoziologie, Exponat im Rahmen der Promotionsausstellung: [dis]solving boundaries (Weimar), 04.–08.07.2018.

Zur kommunikativen Konstruktion von Geschlecht im professionellen Umgang mit den Toten, Tagung: Körper – Wissen – Tod (Passau), 25.–26.05.2018.

Thanatotechniken. Beobachtungen zum gegenwärtigen Umgang mit den Toten, Workshop: Die Dinge um uns – Was wär'n wir ohne sie? (Lüneburg), 01.–02.02.2018.

Agenturen muslimischen Trauerns. Beobachtungen zur Bestattung muslimischer Migrant*innen in Deutschland, Tagung: Friedländer Gespräche V: Moving. Von den Gefühlen der Migration (Friedland), 13.–14.09.2017.

Andere Zeiten des Trauerns. Kultursoziologische Überlegungen zu den Zeitstrukturen muslimischer Trauerfeiern in Deutschland, Tagung – Offene Tagung der Sektion Kultursoziologie (Leipzig), 16.–17.06.2017.

Affects and artifacts during a funeral service, Tagung: Transmortality International. Materiality and Spatiality of Death, Burial and Commemoration (Luxemburg), 03.–04.03.2017.

"Trauerfeier ist gleich Atmosphäre; ohne das geht es nicht". Ästhetische Praktiken und die professionelle Herstellung eines Ambientes auf Trauerfeiern, Tagung: transmortale VII. Neue Forschungen zum Thema Tod (Kassel), 27.02.2016.

Ästhetische Sozialtechniken der Abschiednahme. Zur Produktion von Atmosphären auf weltlichen Trauerfeiern, Tagung: Sozialtechniken, Kulturtechniken und Medientechniken (Weimar), 19.–20.03.2016.


"Redykyulass Generation Light" – Metal und Politik in Kenia, Tagung: Metal and Politics. Zwischen Ideologie und Utopie. Heavy Metal Conference Cologne (Köln), 22.–23.11.2013.

"It's still not very Kenyan"? Über die Strukturen und musikalischen Merkmale der kenianischen Metalszene, Tagung: 49° Metal-Zone-Festival (Bayreuth), 25.10.2013.

Metal in Kenya – Kenyan Metal. Zur Transformation des Metalcodes in der sozialen Praxis,
Tagung: Hard Wired III. Heavy Metal and Society. 3. interdisziplinäres Arbeitsgespräch zur Heavy-Metal-Forschung (Wien), 07.–08.2013.

"Creepy Metal". Über das Unheimliche im Heavy Metal,
Tagung: Übergänge und Entgrenzungen in der Fantastik (Zürich), 13.–16.09.2012.

Beiträge in Kolloquien, Forschungswerkstätten und Datensitzungen

Das Soziale des Tötens. Eine Wissenssoziologie des gewaltsamen Lebensendes, Forschungswerkstatt: Fachgebiet Allgemeine Soziologie und Theorie moderner Gesellschaften (Prof. Dr. Hubert Knoblauch), Institut für Soziologie, Technische Universität Berlin:
 05.01.2023.

Anti-Gewalttrainings und Gewaltwissen, Kolloquium: Lehrstuhl für Mediensoziologie (Prof. Dr. Andreas Ziemann), Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar, 22.07.2022.

Das Soziale am Töten. Eine Wissenssoziologie des gewaltsamen Lebensendes, Data Session: Lehrstuhl für Kultur- und Religionssoziologie (Prof. Dr. Bernt Schnettler), Kulturwissenschaftliche Fakultät, Universität Bayreuth, 30.06.2022.

Gewaltwissen. Eine kommunikationskonstruktivistische Perspektive, Kolloquium: Arbeitsgruppe Sozialwissenschaftliche Theorie (Prof. Dr. Gesa Lindemann), Institut für Sozialwissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 01.02.2022.

Das Soziale am Töten. Eine Wissenssoziologie des gewaltsamen Lebensendes, Kolloquium: Lehrstuhl für Mediensoziologie (Prof. Dr. Andreas Ziemann), Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar, 28.01.2022.

Wissenssoziologie der Gewalt, Plenum des Graduiertenkollegs Medienanthropologie, Bauhaus-Universität Weimar, 25.11.2021.

Die Hinrichtung als kommunikative Form, Mittelbau-Kolloquium des Fachbereichs Medienwissenschaft, Bauhaus-Universität Weimar, 03.03.2021.

Violence and the Third. On the multiplicity and sequential embedding of participants and audiences in events of violence, Kolloquium: Lehrstuhl für Mediensoziologie (Prof. Dr. Andreas Ziemann), Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar, 29.01.2021 (gemeinsam mit René Tuma).

Vorüberlegungen zu einer Wissenssoziologie der Gewalt, Digitales Kolloquium Soziologische Theorie (Prof. Dr. Hartmut Rosa), Institut für Soziologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena, 10.06.2020.

Werkstattbericht: Wissenssoziologie der Gewalt, Kolloquium: Lehrstuhl für Mediensoziologie (Prof. Dr. Andreas Ziemann), Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar, 31.01.2020.

Werkstattbericht: Situationen des Trauerns, Kolloquium: Lehrstuhl für Mediensoziologie (Prof. Dr. Andreas Ziemann), Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar, 28.06.2019.

Zeitregime des Bestattens, Institutskolloquium Medienwissenschaft, Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar, 16.01.2019

Zeitregime des Bestattens, Forschungswerkstatt: Fachgebiet Allgemeine Soziologie und Theorie moderner Gesellschaften (Prof. Dr. Hubert Knoblauch), Institut für Soziologie, Technische Universität Berlin:
 22.10.2018.

Zeitstrukturen des Bestattens, Forschungswerkstatt: Wissenssoziologische Bildhermeneutik (Prof. Dr. Jürgen Raab, Dr. Sebastian W. Hoggenmüller) im Rahmen des 14. Berliner Methodentreffens, Freie Universität Berlin, 27.07.2018.

Zeitstrukturen des Bestattens, Kolloquium: Lehrstuhl für Mediensoziologie (Prof. Dr. Andreas Ziemann), Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar, 25.07.2018.

Funeralprozesse. Soziologische Beobachtungen zu den Zeitstrukturen des Bestattens, Datensitzung und Forschungswerkstatt: Fachgebiet Allgemeine Soziologie und Theorie moderner Gesellschaften (Prof. Dr. Hubert Knoblauch), Institut für Soziologie, Technische Universität Berlin, 15.11.2017.

Kulturelle Zeitstrukturen des Bestattens, Kolloquium: Lehrstuhl für Mediensoziologie (Prof. Dr. Andreas Ziemann), Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar, 13.07.2017.


Kulturelle Zeitstrukturen des Trauerns, Institutskolloquium Medienwissenschaft, Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar, 26.04.2017.

Werkstattbericht: Kulturelle Zeitstrukturen des Trauerns, Kolloquium: Lehrstuhl für Qualitative Methoden und Mikrosoziologie (Prof. Dr. Sylka Scholz), Institut für Soziologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena, 01.03.2017.

Werkstattbericht: Kulturelle Zeitregime des Trauerns, Kolloquium: Lehrstuhl für Mediensoziologie (Prof. Dr. Andreas Ziemann), Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar, 24.11.2016.

Eine kleine Kunst in den sozialen Feldern. Zur Verbindung von Gilles Deleuze und Pierre Bourdieu am Beispiel von "Farbe bekennen. Afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte", Kolloquium: Lehrstuhl für Mediensoziologie (Prof. Dr. Andreas Ziemann), Fakultät Medien, Bauhaus-Universität Weimar, 16.05.2014.

Tagungs- und Workshoporganisation

Wissenssoziologische Perspektiven auf Gewalt – Chancen, Herausforderungen und Divergenzen, Ad-hoc-Gruppe, Konzeption zus. mi Thorsten Benkel, 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bielefeld, 27.09.2022.

Wissenskulturen des Todes. Zur Aktualität der Thanatosoziologie, Konzeption zus. mit Thorsten Benkel, Hubert Knoblauch, Melanie Pierburg und Miriam Sitter, Online-Tagung, 24.–25.03.2022.

Theorien der Macht, Workshop, Konzeption zus. mit Andreas Ziemann, Graduiertenkolleg Medienanthropologie, Bauhaus-Universität Weimar, 07.01.2021. 

Methodenworkshop für das Graduiertenkolleg Medienanthropologie, Workshop, Konzeption zus. mit Andreas Ziemann, Bauhaus-Universität Weimar, 09.04.2021.

Methodeninput für das Graduiertenkolleg Medienanthropologie, Workshop, Konzeption zus. mit Andreas Ziemann, Bauhaus-Universität Weimar, 09.07.2020.

1. Thanatologischer Methodenworkshop, Workshop, Konzeption zus. mit Matthias Meitzler, Bauhaus-Universität Weimar, 10.–11.09.2019.

medien:fühlen. 6. Tagung des Masterstudiengangs Medienwissenschaft, Tagung, Konzeption zus. mit Jan Beckmann und Susanne Streicher, Bauhaus-Universität Weimar, 10.07.2015.

medien. enden. Zäsuren kulturwissenschaftlicher Medienforschung, Tagung, Konzeption zus. mit Martin Siegler und Kathrin Perscheid, Bauhaus-Universität Weimar, 11.07.2014.

Wintersemester 2022/23

Übung zur Vorlesung Einführung in die Kultur- und Medientheorie, Seminar BA Medienkultur, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Sommersemester 2022

Schlüsselwerke der Wissenssoziologie, Plenum BA Medienkultur, 4.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Einführung in die Situationsanalyse, Seminar BA Medienkultur, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar

Wintersemester 2021/2022

Forschungswerkstatt: Ethnomethodologie und Videographie, Seminar MA Medienwissenschaft, 4.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Sommersemester 2021

Mediengeschichte, Plenum BA Medienkultur, 4.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Wintersemester 2020/2021

Soziologie des Tötens, Seminar BA Medienkultur, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Methodenwerkstatt: Soziologische Film- und Fernsehanalyse, Seminar BA Medienkultur, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Sommersemester 2020

Mediengeschichte, Plenum BA Medienkultur, 4.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Wintersemester 2019/2020

(Un-)Populäre Gefühle, Seminar BA Medienkultur, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Forschungswerkstatt: Grounded-Theory-Methodologie, Seminar BA Medienkultur, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Sommersemester 2019

Mediengeschichte, Plenum BA Medienkultur, 4.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Wintersemester 2018/2019

Methodenwerkstatt: Artefaktanalyse, Seminar MA Medienwissenschaft, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Soziologie der Dinge, Seminar MA Medienwissenschaft, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Sommersemester 2018

Mediengeschichte, Plenum BA Medienkultur, 4.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Wintersemester 2017/2018

Einführung in die Ritualtheorie, Seminar BA Medienkultur, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Methodenwerkstatt: Teilnehmende Beobachtung, Seminar BA Medienkultur, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Sommersemester 2017

Mediengeschichte, Plenum BA Medienkultur, 4.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Wintersemester 2016/2017

Einführung in die Musiksoziologie, Seminar BA Medienkultur, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Forschungswerkstatt: Soziologie der Populären Musik, Seminar BA Medienkultur, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Übung zum Einführungsmodul (Medientheorie), Übung BA Medienkultur, 2.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Sommersemester 2016

Einführung in die Medienwissenschaft für Medienkünstler/-gestalter, Seminar BFA Medienkunst/Mediengestaltung, 4.0 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Wintersemester 2014/2015

Tutorium "Kultursoziologie 2", BA Medienkultur, 0.5 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Sommersemester 2013

Tutorium "Kultursoziologie 1", BA Medienkultur, 0.5 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Sommersemester 2012

Tutorium "Künstliche Welten 2", BA Medienkultur, 0.5 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Wintersemester 2011/2012

Tutorium "Kultursoziologie 2", BA Medienkultur, 0.5 SWS, Bauhaus-Universität Weimar.

Call for Papers

Wissen und Gewalt

Szenarien der Grenzüberschreitung

Tagung der Sektion »Wissenssoziologie«
und des Arbeitskreises »Gewalt als Problem soziologischer Theorie«
der Sektion »Soziologische Theorie«
in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

Bauhaus-Universität Weimar, 2. und 3. Juni 2023

organisiert von Thorsten Benkel und Ekkehard Coenen

Es ist ein konstitutiver Bestandteil von Gewalt, dass durch sie Grenzen überschritten werden – seien es körperlich-leibliche, symbolisch-kulturelle, materiell-technische oder auch staatliche Grenzen. Ausübung und Thematisierung von Gewalt beziehen sich somit regelmäßig auf Szenarien der Grenzüberschreitung. Gewalt ist dabei jedoch nichts, was Menschen objektiv gegenübersteht. Sie basiert auf dem, was man über sie zu wissen glaubt – und wie jegliches Wissen ist auch das Wissen über Gewalt sozial vermittelt.

Deutungen von Gewalt werden unterschiedlich bewertet, erklärt, verklärt, legitimiert, ver­­dammt. Eine Wissenssoziologie der Gewalt hat sich vor diesem Hintergrund damit zu be­fassen, wie Wis­sen über Gewalt entsteht, verfestigt, in Hierarchien eingebunden, ver­mit­telt und sozial wirkmächtig wird. Die Vorstellungen davon, was als Gewalt zu verste­hen ist, sind folglich variabel. Dass die Semantik der Gewalt im Kon­text der Spätmoderne hoch­umstritten ist, scheint der Dis­kurs­karriere des Begriffs zu entsprechen. Indes ent­fal­tet die Pluralität der Gewaltver­ständnisse einen destabilisierenden Effekt: Was als Gewalt zu gelten hat – ob körperliche Übergriffe, Blickwechsel, Beleidigungen oder selbst der un­gleiche Zugang zu Wissen –, kann nicht mehr vorbehaltlos vorausgesetzt werden.

Umgekehrt wird aber auch Wissen durch Gewalt hervorgebracht. Zum einen üben Gewalt­akte (bzw. das, was man dafür hält) einen Einfluss darauf aus, welches Wissen wie tradiert wird. Die Durchsetzung von Deutungsmustern, Weltanschauungen und Gewissheiten ist seit jeher ein Gegenstand kriegerischer Konflikte. Überdies erzeugen gewaltsame Aus­ein­an­derset­zun­gen Erfahrungen, an die sukzessive angeschlossen werden kann. Das Erleben von Ge­walt finden in seinen Festschreibungen Einzug in den gesellschaftlichen Wis­sens­vor­rat. Jedoch scheinen sich bestimmte Dimensionen des Erleidens von Gewalt der inter­sub­jek­tiven Vermittlung zu widersetzen. Zugleich gelten diese Erfahrungen nicht als Teil eines höchstprivaten Emotionshaushalts – sie sind, wiewohl individuell, gesell­schaft­lich rele­­vant; zumindest wird ihnen diese Relevanz zugeschrieben.

Wenn Wissen und Gewalt sich wechselseitig beeinflussen, so stellt sich die Frage, was unter ›Gewaltwissen‹ zu verstehen ist. Dem kann auf zwei Ebenen nachgespürt werden. Erstens lässt sich betrachten, wie Wissen über Gewalt auf diskursiver Ebene erzeugt wird und Verbreitung findet. Während manche Taten ein hohes Maß an Aufmerksamkeit auf sich ziehen und bisweilen die Grenzen des Sag- und des Zeigbaren neu definieren, werden andere Vorkommnisse kaum diskutiert. Auch hier drängt sich die Frage nach den Pro­duk­tions­stätten des Wis­sens von Gewalt und den Konsumpraktiken dieses Wissens auf.

Zweitens kann die Wechselwirkung von Wissen und Gewalt anhand der Situationen selbst re­cherchiert werden. Gewaltphänomene sind häufig von einer Durchkreuzung unter­schiedlicher Bezugsfelder gekennzeichnet, etwa von Macht, Körper, Geschlecht, Technik, spezi­fischen Verhältnisbestimmungen usw. Ferner verfügen Täter:innen, Opfer und Drit­te über ein kulturell tradiertes Vorwissen von Gewalt. Sie greifen auf implizite Skripte zu­rück, durch die sich entstehendes Geschehen rahmen lässt. Allerdings ist das Wissen über Gewalt nicht selten asymmetrisch verteilt: Die Beteiligten sind in unterschiedlichem Maße Träger:innen, Vermittler:innen und Produzent:innen von Gewaltwissen und wer­den davon auch unterschiedlich geprägt.

                                                                                     ***

Im Kontext der Tagung sollen unterschiedliche Zugänge diskutiert werden, die sich dem Wechselspiel zwischen Wissen und Gewalt und den daraus resultierenden Szenarien der Grenzüberschreitung widmen. Eingeladen sind Vortragsvorschläge, die sich insbeson­dere aus einem soziologischen Blickwinkel mit der Produktion, Vermittlung und Wirk­macht von Gewaltwissen befassen. Es lässt sich beispielsweise überlegen, wie verschie­denartige wissens- und gewaltsoziologische Theoriepositionen in Verbindung gebracht werden können bzw. aus was die Aufgaben einer Wissenssoziologie der Gewalt bestehen. Auch methodologisch gefärbte Vorschläge zum Gewaltwissen sind willkommen.

Vorgesehen ist eine Präsenztagung an der Bauhaus-Universität Weimar. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Reise- und Unterbringungskosten können leider nicht getragen werden. Interessierte Zuhörer:innen, die nicht selbst vortragen, bitten wir um vorherige Anmeldung. Es ist eine Publikation der Vorträge der Tagung in Form eines Sammelbandes geplant. Den Keynote-Vortrag wird Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma (Hamburg) halten.

Abstracts im Umfang von etwa einer Seite (inkl. kurzer Angaben zur Person) können bis zum 28. Februar 2023 parallel an folgenden Adressen eingereicht werden:

thorsten.benkel[at]uni-passau.de      und               ekkehard.coenen[at]uni-weimar.de