Theorien digitaler Bilder und ihrer Kontexte (Jun.-Prof. Dr. Sabine Wirth)
Studienmodul Bildwissenschaft
Das Studienmodul „Bildwissenschaft” befasst sich mit der Geschichte und Theorie von Bildmedien und erprobt konkrete Analysemethoden. Im Seminar „Theorien digitaler Bilder und ihrer Kontexte” setzen wir uns nach einer kurzen Orientierung zum interdisziplinären Theoriefeld der Bildwissenschaft (zwischen Kunstgeschichte, Visual Studies, Kulturwissenschaft und Medienwissenschaft) speziell mit Theorien des digitalen, vernetzten und verteilten Bildes auseinander. Wir reflektieren die medialen Bedingungen und Kontexte der Sammlung, Zirkulation und algorithmischen Verarbeitung oder auch Erzeugung digitaler Bilder. Hierbei kommt die Frage nach Ästhetiken (z. B. von KI-generierten Bildern) ebenso in den Blick wie Wahrnehmungsanordnungen und mediale Infrastrukturen (Bilddatenbanken, Bildarchive, Feeds, Interfaces, Plattformen). Darüber hinaus befassen wir uns mit Praktiken des Indizierens, Verschlagwortens, Taggens, Moderierens oder Kuratierens von Bildern – d.h. mit Bild-Text- und Macht-Relationen, die mitbestimmen, wie und wo Bilder heute erscheinen und rezipiert werden. Ziel des Seminars ist es, ein fundiertes Wissen über bildtheoretische/-wissenschaftliche Ansätze und Diskurse unter den Bedingungen der Digitalität zu erlangen und gemeinsam zu diskutieren, welche Probleme eine zeitgenössische Bildtheorie behandeln sollte.
Freitags, 9:15–10:45
Bild-Methoden-Werkstatt (M.A. Lisa Rein)
Studienmodul Bildwissenschaft
Das Studienmodul „Bildwissenschaft” befasst sich mit der Geschichte und Theorie von Bildmedien und erprobt konkrete Analysemethoden. Die Bild-Methoden-Werkstatt ergänzt die theoretische Auseinandersetzung des Moduls um eine nah an den Gegenständen operierende Erprobung bild- und medienwissenschaftlicher Analyseverfahren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie digitale Bilder (als Einzelbild, Konstellation oder Sammlung) systematisch untersucht, beschrieben, kritisch reflektiert und kontextualisiert werden können. Die Studierenden lernen verschiedene, tendenziell qualitativ-kritische und auch experimentelle Methoden der Bildanalyse und Ansätze der Visual Studies kennen, darunter z. B. semiotische Bildanalyse, Bildpraxisanalyse, Ekphrasis, Screenwalking, Screencasting oder Interface-Walkthroughs. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Kooperation und der Austausch mit der Informatik, in der digitale Werkzeuge wie ein Feed-Monitoring-Tool für die Bilderfeeds der Social Media Plattform Instagram gemeinsam getestet und weiterentwickelt werden sollen. Die Werkstatt ist dialogisch und übungsorientiert angelegt und bietet viel Raum für kollaboratives Arbeiten, Austesten, Diskussion und Feedback. Ziel ist es, methodische Sicherheit im Umgang mit digitalen Bildern und ihren Kontexten zu gewinnen und die Fähigkeit zu entwickeln, eigenständig medienwissenschaftliche Bildanalysen für Hausarbeiten und Projekte durchzuführen.
Freitags, 11–12:30
Imaginal Machines – Algorithmische Medien und das Imaginäre (Jun.-Prof. Dr. Sabine Wirth)
Studienmodul Digitale Medienkulturen und Sozialität
Algorithmische Medien prägen zunehmend, was als Wirklichkeit wahrgenommen und was als Zukunft vorstellbar oder zugänglich scheint. Maschinelles Lernen, algorithmische Empfehlungs- und Entscheidungssysteme, bildgebende Verfahren wie Computersimulationen, VR-Umgebungen und generative KI (KI-basierte Bild und Texterstellung) fungieren nicht nur als arrivierte technische Werkzeuge, sondern schreiben sich grundlegend in die Kulturproduktion ein und schaffen neue Möglichkeiten – aber auch Limitierungen – der Welterfahrung. Algorithmische Systeme sind maßgeblich daran beteiligt, kollektive Vorstellungen, Bilder und Narrative zu produzieren. Das Studienmodul „Imaginal Machines – Algorithmische Medien und das Imaginäre“ untersucht diese Zusammenhänge aus einer medientheoretischen und medienkulturwissenschaftlichen Perspektive und fragt danach, wie algorithmische Systeme in das kollektive Imaginäre eingreifen, es mitgestalten und selbst imaginäre Qualitäten annehmen und als „imaginaries“ wirken.
In Teil I steht das Imaginäre als theoretische Kategorie im Zentrum, welche zwischen Wahrnehmung, Vorstellung(sbildern), und sozialer Ordnung vermittelt. Hier beschäftigen wir uns vor allem mit theoretischen Ansätzen, die das Verhältnis von (kollektiver/kultureller) Imagination und Mediation (Materialität/Mediatisierung) thematisieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, inwiefern Medien als ‚imaginale Maschinen‘ verstanden werden können, die Möglichkeitsräume erzeugen, Wahrscheinlichkeiten visualisieren und spekulative Zukünfte entwerfen.
Im zweiten Teil des Moduls verbinden wir theoretische Textarbeit mit der Analyse konkreter medialer Praktiken und Phänomene (z. B. KI-Bildgeneratoren, Computersimulationen, Datenvisualisierungen, VR-/AR-Umgebungen). Ziel ist es, unterschiedliche Weisen des ‚socio-technical imagining‘ zu untersuchen und gemeinsam zu diskutieren. Die Teilnehmer:innen sind eingeladen, eigene Fragestellungen einzubringen und algorithmische Medien als Akteure zu reflektieren, die zwischen technischer Rationalität und imaginativer Produktivität operieren.
Dienstags, 9:15–12:30