SoSe 2024

Theorien des Digitalen (Jun.-Prof. Dr. Sabine Wirth)
Studienmodul Theorie und Geschichte des Digitalen
Montag, 13:30-15:00 Uhr, Beginn am 15.4.2024

Wir leben in einer digitalen Kultur – doch was bedeutet das überhaupt? Das Seminar bietet einen Rahmen, um verschiedene Konzepte und Theorien des Digitalen zu erschließen, historisch zu verorten, zu vergleichen und gemeinsam zu diskutieren.  Neben zeichen- und informationstheoretischen oder auch philosophischen Bestimmungen des Digitalen sollen im Verlauf des Seminars zentrale medientheoretische Ansätze zum ‚Computer als Medium‘ gelesen werden, welche z.B. an der Unterscheidung von analog/digital ansetzen, den Computer im Anschluss an Turing als universelle diskrete Maschine beschreiben oder auf „digitale Medien” fokussieren. Neben einer Auseinandersetzung mit digitalen Medien/Technologien soll Digitalität auch als Basis für die Herausbildung neuer sozialer und kultureller Praktiken diskutiert werden.

Empfohlene Literatur: Peters, Benjamin: „Digital”, in: Peters, Benjamin (Hrsg.): Digital Keywords: A Vocabulary of Information Society and Culture, Princeton Studies in Culture and Technology, Princeton: Princeton University Press 2016, S. 93–108.

 

Selbst & Interface (Jun.-Prof. Dr. Sabine Wirth)
Studienmodul Theorie und Geschichte des Digitalen
Dienstag, 09:15-10:45 Uhr, Beginn am 16.4.2024

Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage, wie Interfaces Selbstverhältnisse evozieren, affordieren und ko-konstituieren und welche Feedback-Loops zwischen technischen Prozessen und menschlichen Praktiken dabei zu beobachten sind. Hierfür analysieren wir verschiedene Phänomene und Milieus gegenwärtiger digitaler Medienkulturen, in denen Selbstverhältnisse, -vorstellungen, und -bilder verhandelt und/oder produziert werden. Dazu zählen etwa Genres wie das Life-Logging/Vlogging, das Selfie/Video-Selfie, Formen des Selbsttracking und der Selbstvermessung durch Apps und Wearables (Quantified Self) sowie Formen der Selbstrepräsentation in Online-Medienumgebungen und ihre historische Genese (wie etwa die Figur der Influencer*in oder die des Avatars). Neben Beispielen aus dem Bereich alltäglicher Medienkultur können auch Arbeiten aus dem Bereich der Medienkunst (z.B. Videokunst, AI-Art) diskutiert werden. Ziel ist es, gegenwärtige Phänomene und Praktiken medienhistorisch zu verorten, Analyseansätze auszuprobieren und mit längeren medientheoretischen Debatten um Selbst-Technologien in Verbindung zu bringen.

Empfohlene Literatur: Burton, Anthony Glyn und Wendy Hui Kyong Chun: Algorithmic Authenticity: An Overview, Lüneburg: meson press 2023.

 

Medien – Kunst – Ökologie (M.A. Charlotte Bolwin)
Projektmodul Medien/Ökologien: Wissen und Wahrnehmen im Anthropozän
Mittwoch, 09:15-10:45 Uhr, Beginn am 17.4.2024

Die ökologische Krise der Gegenwart wird nicht nur in Wissenschaft und Politik diskutiert, sie ist auch Gegenstand künstlerischer Reflexion. So zeugen neben filmischen und literarischen Werken auch zahlreiche Ausstellungen und Kunstprojekte der letzten Jahre davon, dass Künstler:innen sich im 21. Jahrhundert wieder intensiv mit Themen der Umwelt, des Lebendigen und der Natur beschäftigen – und zwar eng verbunden mit Fragen nach Darstellbarkeit, Medialität und der Spezifik ästhetischer Erfahrung. Im Seminar nehmen wir dieses intensivierte Verhältnis von Kunst und Ökologie genauer in den Blick, um es in gegenwartsbezogener, aber auch historischer Perspektive zu befragen. Gemeinsam wollen wir diskutieren, wie die rezenten Diskurse um Anthropozän und Klimawandel in der Gegenwartskunst thematisiert werden. Zum anderen wollen wir etwas über das grundlegende (Medien-)Verhältnis und die ästhetischen Bezüge zwischen Künsten und ihren materiellen Umwelten lernen. Dazu verbinden wir die Lektüre von kunst- und kulturwissenschaftlichen Texten mit der Betrachtung konkreter Beispiele und werfen im Verlaufe des Semesters einige Schlaglichter auf die Geschichte „ökologischer” Kunst: Wann entdeckt beispielsweise die Malerei die Landschaft? Wie inszeniert die Fotografie die Natur? Wie haben bildende Künstler:innen direkt mit natürlichen Materialien gearbeitet – beispielsweise in der Land Art des 20. Jahrhunderts? Und wie verortet sich die Gegenwartskunst, besonders auch eine medientechnisch affine Kunstpraxis, in der ökologische Krise des 21. Jahrhunderts?