Beschreibung

Biobasierte Materialien wie Holz, Bambus oder Stroh zeichnen sich nicht nur durch ihre positive ökologische Bilanz aus, sondern bieten zugleich ein breites Spektrum an konstruktiven Einsatzmöglichkeiten und gestalterischem Potenzial. In Kombination mit konventionellen Baustoffen und fortschrittlichen Konstruktionstechnologien entstehen sogenannte Hybrid-Bauweisen, die das Potenzial haben, ökologische Nachhaltigkeit mit technischer Leistungsfähigkeit und architektonischer Gestaltungsfreiheit zu verbinden.

In diesem Kontext untersucht die Professur Stahl- und Hybridbau Klebverbindungen in der Holz-Beton-Verbundbauweise. Klebverbindungen ermöglichen im Ingenieurholzbau eine schlupffreie und dauerhafte Kraftübertragung und werden sowohl für Holz-Holzverbindungen als auch für Anschlüsse mit Stahlbauteilen eingesetzt. Während konventionelle Klebstoffe meist unter Pressdruck und mit dünnen Klebfugen verarbeitet werden, bieten mineralisch gefüllte Epoxidharzmörtel eine Alternative für Anwendungen mit erhöhtem Toleranzausgleich oder ohne Pressdruck. Der Forschungsschwerpunkt der Professur liegt auf hybriden Materialverbünden zwischen Holz und anderen Werkstoffen wie Beton, Stahl oder Faserverbundmaterialien – mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, bspw. für Straßenbrücken in Holz-Beton-Verbundbauweise.

Weiterhin beschäftigt sich die Professur mit mechanischen Verbindungsmitteln für Stroh als lasttragende nachhaltige Bauweise. Hierzu wird das Trag- und Verformungsverhalten unter Normalkraft- und Scherbeanspruchung sowie die Wirkung verschiedener Verbindungstechniken aus nachwachsenden Rohstoffen in Simulationen, Experimenten und in einem Demonstratorbauwerk untersucht. 

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt der Professur liegt auf dem Einsatz von Bambus als nachhaltiges Konstruktionsmaterial. Im Fokus steht dabei insbesondere europäisch wachsender Bambus, dessen Materialeigenschaften und Tragverhalten systematisch untersucht werden. Ziel ist es, das Stabilitätsverhalten schlanker Bambushalme zu analysieren und numerisch zu simulieren, um die Erkenntnisse in belastbare Bemessungskonzepte im Kontext aktueller normativer Regelungen für Bambus zu überführen. 

Impressionen aus themenbezogenen Forschungsarbeiten