
Auf der »AfroSAFE Conference 2026« in Lusaka (Sambia) treffen sich am 10. und 11. Juni 2026 Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt, um wirksame Verkehrssicherheitsmaßnahmen auf Basis gestützter Forschungsdaten umzusetzen. Das Ziel ist klar: weniger Verkehrstote auf dem afrikanischen Kontinent. Auch der Weimarer Verkehrssystemplaner Wido Hamel und das Team des EU-geförderten Forschungsprojektes »AfroTrans« nimmt in Lusaka teil und präsentiert die bisherigen Forschungsergebnisse des Projektes, in dem Universitäten aus Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo, Österreich, Polen und Deutschland aktiv sind.
Gut 80 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle tauchen in den offiziellen Statistiken der Länder mit niedrigem Einkommen, wozu viele Länder Afrikas laut einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2021 gehören, nicht auf. Durch den Mangel an Daten gibt es nur sehr lückenhafte Erkenntnisse zur Verkehrssicherheit und Verbesserungen werden somit erschwert.
Wido Hamel von der Professur Verkehrssystemplanung an der Bauhaus-Universität Weimar wird bei der AfroSAFE Conference 2026 ausgehend von den Erfahrungen im Projekt einen Beitrag zur Verbesserung der Datenlage leisten: In seiner Posterpräsentation wird er auf die Umsetzung der Prinzipien von Verkehrssicherheit, insbesondere der Vision Zero, in der Ausbildung von Masterstudierenden in der Demokratischen Republik Kongo eingehen. Ziel des Vorhabens ist es, einen Masterstudiengang im Bereich Straßenverkehrssystemtechnik an den teilnehmenden Hochschulen in Goma und Butembo (Demokratische Republik Kongo) zu etablieren, der Fachkräfte ausbildet und die akademische Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa fördert. Die Präsentation ist einer von sechs Beiträgen des Teams von AfroTrans in Lusaka, einem Projekt, das vom Erasmus+-Programm der Europäischen Union gefördert wird. Neben dem Abgleich von europäischen und afrikanischen Standards und Bedingungen für Verkehrssicherheit wird es auch um KI-unterstützte Entscheidungshilfen bei geringer Datenlage sowie den expliziten Schutz vulnerabler Gruppen im Verkehr gehen.
Die AfroSAFE Conference zielt darauf ab, den Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen internationalen und lokalen Verkehrssicherheitswissenschaftler*innen, Fachleuten und politischen Entscheidungsträger*innen zu fördern und eine Plattform für eine gemeinsame Diskussion über die Zukunft der Verkehrssicherheit auf dem Kontinent zu bieten. Sie findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Bevor sie beginnt finden sich die Teilnehmenden zum intensiven Austausch im AfroSAFE Traffic Safety Course (8./9. Juni 2026) zusammen, um sich mit den Grundlagen und Prinzipien der Verkehrssicherheit für den afrikanischen Kontinent zu befassen. Weitere Informationen finden sich hier.
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