Denkraum.Bauhaus

Welche Relevanz die Ideen die Bauhauses für eine zeitgemäße ästhetische Bildung an Hochschulen, Schulen und in außerschulischen kulturellen Bildungseinrichtungen haben und welche Rolle die Hochschulen, der Kunstunterricht wie außerschulische Bildungsinstitutionen als Begegnungsräume mit aktuellen Fragen und Problemlagen sowie ihrer diskursiven Verhandlung in der Kunst, in der Gestaltung und in der Architektur einnehmen, sind Fragen, die den Kongress „denkraum.bauhaus“ bestimmen sollen. Es bedarf dazu einer kritischen Rückschau auf die politischen, gesellschaftlichen wie ökonomischen Kontexte ebenso wie einer Befragung der Wirkung des Bauhauses auf unser Verständnis von zeitgemäßer ästhetischer Bildung sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit der aktuellen Bauhausrezeption an Hochschulen, Schulen und in außerschulischen kulturellen Bildungskontexten. 

Das weltpolitische Geschehen provoziert Fragen an eine zeitgemäße ästhetische Bildung. Die zeitgenössische Kunst, Gestaltung und Architektur sind von diesen Prozessen unmittelbar betroffen, da sie Auswirkungen nicht nur auf Inhalte, Formen und Medien künstlerischer und gestalterischer Arbeit haben, sondern auch neue Kontexte erschließen helfen und damit Chancen auf eine funktionale Einbindung bildender Kunst und Gestaltung in gesellschaftlich relevante Fragestellungen eröffnen. Zugleich bedarf es aber der Befragung der aktuellen Problemstellungen und Herausforderungen, auf die wir in Bildungsprozessen im Allgemeinen, im Kunstunterricht und in außerschulischen Kontexten im Besonderen Antworten geben können und müssen. Ein Diskurs über den Beitrag der Kunsthochschulen, des Kunstunterrichts und der außerschulischen Bildungsinstitutionen für eine zeitgemäße ästhetische Bildung schließt daher zugleich die Frage nach der Bildungsverantwortung gegenüber zukünftigen Gesellschaftsgestaltenden ein. Diese zu verhandeln, ist Ziel des disziplinübergreifenden Diskurses, der im Rahmen des Bundeskongresses der Kunstpädagogik geführt werden soll. 

Die inhaltliche Verzahnung des Kongresses denkraum.bauhaus mit dem BuKo19 und dem 6. Internationales Symposium zur Architekturvermittlung bietet mit Rückbezug auf die Geschichte des Staatlichen Bauhauses Weimar das Potential, sich dem Verhältnis der Kunst, der Gestaltung und der Architektur zueinander und in ihrer Vermittlung wiederholt zu stellen und das Gründungsmanifest des Staatlichen Bauhauses Weimar von Walter Gropius aus dem Jahr 1919 als reflexiven Ausgangspunkt neu zu verhandeln: 

„Das Bauhaus erstrebt die Sammlung alles künstlerischen Schaffens zur Einheit, die Wiedervereinigung aller werkkünstlerischen Disziplinen – Bildhauerei, Malerei, Kunstgewerbe und Handwerk – zu einer neuen Baukunst als deren unablösliche Bestandteile. Das letzte, wenn auch ferne Ziel des Bauhauses ist das Einheitskunstwerk – der große Bau –, in dem es keine Grenze gibt zwischen monumentaler und dekorativer Kunst. Das Bauhaus will Architekten, Maler und Bildhauer aller Grade je nach ihren Fähigkeiten zu tüchtigen Handwerkern oder selbständig schaffenden Künstlern erziehen und eine Arbeitsgemeinschaft führender und werdender Werkkünstler gründen, die Bauwerke in ihrer Gesamtheit – Rohbau, Ausbau, Ausschmückung und Einrichtung – aus gleichgeartetem Geist heraus einheitlich zu gestalten weiß.“ (Walter Gropius 1919)

Der Kongress denkraum.bauhaus initiiert einen Raum, der getragen wird durch den Diskurs zwischen den Expertisen, durch die Öffnung der Disziplinen und durch die Befragung eines zeitgemäßen Verständnisses von Kunst, Gestaltung und Architektur sowie deren Vermittlung.

Folgende Themenschwerpunkte stehen dabei im Mittelpunkt:

 Komplexität erfahren

 Komplexität gestalten

 Moderne Haltungen bilden

 Moderne Haltungen befragen

 Virtuelle Realitäten verantworten

 Öffentlichkeit und Gemeinschaft pflegen

 Material begegnen

 Räume deuten

 Räume und Resonanzen erzeugen