Arbeitsgruppe sozial-ökologische Raumforschung

Selbstverständnis

Die sozial-ökologische Transformation von Städten und Gemeinden rückt immer mehr in den Fokus von Politik, Planung und Protest: Hochwasser, Hitze und Wasserknappheit; Versiegelung, grüne Resträume und Konkurrenz um begrenzte Flächen; Neubauoffensive, energetische Modernisierungen und Bewahrung des gebauten Bestandes; autodominierte Städte und Ausbau des ÖPNV; fossile Gasnetze und grüne Quartierswärme; Supermarktkonzerne und urbane Gärten.

Die Arbeitsgruppe sozial-ökologische Raumforschung am Institut für Europäische Urbanistik (IfEU) setzt sich aus einer inter- und transdisziplinären Perspektive mit diesen Herausforderungen auseinander. Zentral ist die Annahme, dass Konflikte um die sozial-ökologische Transformation immer räumlich sind bzw. sich in unterschiedlichen urbanen und ruralen Räumen je spezifisch darstellen. Gesellschaftliche Prozesse stehen in einem engen Wechselverhältnis bzw. in einem Stoffwechselprozess mit der gebauten und natürlichen Umwelt.

Die Arbeitsgruppe geht den Fragen nach, welche wirtschaftlichen und politischen Interessen die Gestaltung der städtischen und ländlichen Naturverhältnisse prägen und ihre Nicht-Nachhaltigkeit reproduzieren; wie die Betroffenheit von Umweltbelastungen (z.B. Verkehrslärm) und die Verfügung über sozial-ökologische Ressourcen (z.B. Grünräume) sozial-räumlich ungleich verteilt sind; welche (konflikthaften) Aushandlungsprozesse um den sozial-ökologischen Umbau entstehen; und schließlich mit welchen Ansätzen Politik, Planung, Städtebau und Zivilgesellschaft zu einer nachhaltigen, gerechten und demokratischen Gestaltung der notwendigen Transformationsprozesse beitragen können.

Die AG strebt an, diese Fragen als Querschnittsthema am IfEU zu stärken. In Lehre, Forschung und im wissenschaftlichen Transfer in Stadtöffentlichkeit und Politik will sie einen Beitrag dazu leisten, die sozial-ökologische Transformation mitzugestalten.