Eine Straßenszene in Lissabon, festgehalten Ende der 1980er Jahre: Das Titelbild dieser Ausgabe von „Forum Stadt“ zeigt keinen berühmten Platz und kein spektakuläres Bauwerk, sondern einen alltäglichen Moment urbanen Lebens, aufgenommen von Ute Mahler. Je länger man das Bild betrachtet, desto mehr wird sichtbar: Beziehungen zwischen Menschen, Spuren der Nutzung, räumliche Zusammenhänge und Geschichten. Es gleicht einem „Wimmelbild“. Es erinnert daran, dass Städte weit mehr sind als ihre gebaute Gestalt: Sie sind Lebensräume, Erinnerungsorte und Ausdruck gesellschaftlicher Entwicklungen. Gerade diese Frage nach der Wahrnehmung von Stadt ist heute von besonderer Aktualität. Wie wir Städte sehen und verstehen, beeinflusst, welche Herausforderungen wir erkennen, welche Qualitäten wir bewahren und welche Zukunftsbilder unser planerisches und politisches Handeln leiten. Stadtwahrnehmung ist damit nicht nur Gegenstand wissenschaftlicher Forschung, sondern eine wesentliche Voraussetzung für den Dialog über die Entwicklung unserer Städte. Die Beiträge dieser themenoffenen Ausgabe eröffnen dazu vielfältige Perspektiven: Sie untersuchen Architektur als Medium urbaner Erfahrung, fragen nach der Kraft von Bildern, beleuchten historische Wasserlandschaften im Licht heutiger Herausforderungen, plädieren für einen neuen Blick auf die Nachkriegsmoderne und zeigen, wie digitale Werkzeuge unsere Wahrnehmung von Stadträumen verändern. Gemeinsam laden sie dazu ein, Stadt neu zu sehen – aufmerksam, differenziert und mit Blick auf ihre Vergangenheit ebenso wie auf ihre Zukunft.
INHALT
Stadt/ Wahrnehmung – Sehen, Nutzen, Hören. Editorial
Abhandlungen
Jennifer Bleek
Die Fassade als Raum: zu zwei Gebäuden des Büros Diller Scofidio + Renfro
Hans-Rudolf Meier
Noch immer „droht der Baggerzahn“. Jörg Müllers ikonische Schautafeln zur „Veränderung der Stadt“ – 50 Jahre danach
Ansgar Schanbacher
Der Umgang mit Wasser in Venedig, Amsterdam und Krakau (1500–1800) – ein umweltgeschichtlicher Städtevergleich
Jasper Cepl und Jörg Springer
Wege zu einem neuen Umgang mit dem Stadtraum der Moderne – am Beispiel der Straße „An der Urania“ in Berlin
Forum
Andreas Thiesen
Den Sozialraum wachsen hören – Shazam als Werkzeug zur kulturellen Expansion der räumlichen Wahrnehmung
Rezensionen
Anja Link
Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.): Licht, Luft und Schatten. Wiener Gemeindebauten in Austrofaschismus und Nationalsozialismus, Wien: Böhlau Verlag 2026
Fabian Brändle
Swenja Hoschek: Zwischen Stigma und Alltag. Nachbarschaft, Zivilgesellschaft und Image von Großsiedlungen in den 1970er Jahren, Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2026
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe 03/2026
Bauhaus-Universitätsverlag, arts + science weimar - zur Bestellung
Wechsel zwischen Farb- und Schwarz-Weiß-Ansicht
Kontrastansicht aktiv
Kontrastansicht nicht aktiv
Wechsel der Hintergrundfarbe von Weiß zu Schwarz
Darkmode aktiv
Darkmode nicht aktiv
Fokussierte Elemente werden schwarz hinterlegt und so visuell hervorgehoben.
Feedback aktiv
Feedback nicht aktiv
Beendet Animationen auf der Website
Animationen aktiv
Animationen nicht aktiv