Einführungsveranstaltung für Erstsemester Medienkultur

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 10 Uhr
Hörsaal, Karl-Haußknecht-Straße 7

Projektbörse Medienkultur/Medienmanagement

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 14 Uhr
Hörsaal, Karl-Haußknecht-Straße 7

Studierende arbeiten im Untergeschoss der Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar

Das ist Medienkultur in Weimar.

Sozialphänomen Selfie, Crowd Innovation, die Kulturtechnik des Remixens oder die berührende Wechselwirkung zwischen Mensch und Smartphone – kein Thema ist vor unseren Studierenden sicher. Denn Medienkultur in Weimar zeichnet sich durch einen besonders breiten Zugang zu ihrem Gegenstand aus: Im Rahmen von Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft und Medienökonomie interessieren uns nicht nur Massen- und Kommunikationsmedien im klassischen Sinne. Vielmehr suchen wir nach medialen Übergängen und Schnittstellen – auch mit anderen Wissenschaftsbereichen wie Soziologie, Philosophie, Wissenschaftsgeschichte und Kulturtechnikforschung. Denn die Fakultät gibt Ihnen die Freiheit und das Vertrauen, Ihre eigenen Interessen und Forschungsprojekte im Studium zu verfolgen. Die nötige Infrastruktur ist vorhanden: Kleine Seminargruppen und sehr gut ausgestattete Räume und Bibliotheken. Die Professorinnen und Professoren sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen sich die nötige Zeit für Sie: Themen für Seminar- und Abschlussarbeiten können Sie im Rahmen von Konsultationen jederzeit besprechen. [Erfahren Sie hier mehr über Themen von Abschlussarbeiten]

Leidenschaftlicher Austausch mit Forschenden aus der ganzen Welt

Darüber hinaus besteht ein enger Austausch mit dem Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) und dem Kompetenzzentrum Medienanthropologie (KOMA) – exzellente Forschungseinrichtungen an der Bauhaus-Universität Weimar mit internationaler Strahlkraft. Dort können Sie Ihren Horizont erweitern: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt zeigen ihre Forschungsergebnisse und laden Sie ein, sich an leidenschaftlichen Diskussionen zum Medienbegriff zu beteiligen.

Vernetztes Denken über die Disziplinen hinaus

Neben den Seminaren und Vorlesungen haben Sie die Möglichkeit, sich im kulturellen Umfeld Weimars an zahlreichen studentischen Initiativen zu beteiligen: eine medienwissenschaftliche Zeitschrift herausgeben (EJECT), ein Filmfestival organisieren (backup) oder eine Ausstellung kuratieren (Marke.6) sind nur einige der Möglichkeiten neben dem Studium praktische und spannende Erfahrungen zu sammeln. Erfahren Sie mehr über studentische Inititiativen an der Bauhaus-Universität Weimar.

Studienverlauf

Im Grundstudium stellen Ihnen die Professorinnen und Professoren im Rahmen einer Ringvorlesung die wichtigsten Medien- und Kulturtheorien vor. Sie lernen Texte zu analysieren, Grundlagen der Medienökonomie und sichten Filme, die sie anschließend diskutieren – und dafür gehen Sie regelmäßig ins Kino. Außerdem schauen Sie über den Tellerrand und belegen Module aus Medieninformatik oder Medienkunst/Mediengestaltung. Das Grundstudium liefert Ihnen die methodischen und inhaltlichen Grundlagen sowie eine erste Orientierung für Ihr weiteres Studium. Erfahren Sie mehr über das Lehrprofil des Fachbereichs Medienwissenschaft.

Danach haben Sie die Wahl zwischen Kursen und Projekten aus den Bereichen Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft und Medienökonomie. In Anlehnung an die Bauhaus-Tradition bietet die Fakultät das Projektstudium an: Ein kombiniertes Format aus Vorlesungen und Seminaren in kleinen Gruppen, das es Ihnen ermöglicht, vertieft zu inhaltlichen Schwerpunkten zu studieren. Dabei können Sie aus dem Angebot unserer Professuren wählen und ihren Stundenplan individuell gestalten.

Im vierten oder fünften Semester schnuppern Sie in die Praxis und absolvieren ein Pflichtpraktikum in einer selbst gewählten Institution, z.B. im Museum, in einer Kulturstiftung oder einem Medienunternehmen. Auch ein Auslandssemester ist möglich und wünschenswert. Die Fakultät unterstützt Sie gern bei der Organisation und bietet Ihnen eine Vielzahl von attraktiven Austauschplätzen.

Das sechste Semester ist für die Anfertigung Ihrer Abschlussarbeit vorgesehen. Ein Thema geben wir Ihnen nicht vor: Sie suchen sich die Fragestellung und Ihre Betreuerin oder Ihren Betreuer selbst aus. Weitere Informationen zu den Formalitäten des Studiums regeln die Studien- und Prüfungsordnungen.


Studienplan Medienkultur, B.A. ab WiSe 2017/18

Studieninhalte

Im Bachelor-Studiengang Medienkultur können Sie aus dem Veranstaltungsangebot unserer Professuren wählen. Womit sich die Professuren in Lehre und Forschung beschäftigen erfahren Sie hier:

  • Archiv- und Literaturforschung

    • Warum und in welcher medialen Formaten archivieren wir überhaupt etwas - als Individuen und als Kollektive?
    • Verändern wir uns, wenn sich unsere Archivformate verändern, zum Beispiel, indem wir sie in digitale Räume auslagern?
    • Wie können Theorien des Archivierens von ihrer unmittelbaren kulturellen Umgebung profitieren, zum Beispiel die Weimarer Medientheorie vom historisch-kulturellen Umfeld Weimars, und umgekehrt?

  • Bildtheorie

    • Was tun Bilder - und was wollen Bilder überhaupt?
    • Was machen Bilder mit Menschen und was machen Menschen mit Bildern?
    • Wie forschen wir über - aber auch mit Bildern?
    • Welche Formen der Erfahrung, der Rezeption und des Begehrens bilden sich im Zusammenspiel mit Bildmedien heraus?

  • Europäische Medienkultur

    • Was sind die historischen und die gegenwärtigen Medien einer spezifisch europäischen Medienkultur?
    • Welches Wissen über Europa produzieren bzw. verleugnen Medien?
    • Wie unterscheiden sich Medienkulturen im Osten und im Westen, im Norden und im Süden vor dem Hintergrund von Globalisierung und Migration?

  • Geschichte und Theorie der Kulturtechniken

    • Wie verändert sich das Verständnis von Kultur, wenn man sie nicht als Sphäre des Geistigen auffasst, sondern nach den Techniken fragt, die Kultur allererst herstellen?
    • Was bedeutet es, die Materialität und den Gebrauch von Medien in den Blick zu nehmen?
    • Wie etablieren und stabilisieren Kulturtechniken Netzwerke und Infrastrukturen?

  • Internationales Management und Medien

    • Wie kann man Strategie und Organisation von internationalen Medienorganisationen beschreiben, reflektieren und verstehen?
    • Was zeichnet das Organisieren in heutigen, vernetzen und digitalen Unternehmen aus?
    • Wie sehen strategische, verantwortungsvolle und innovative Praktiken aus, die es erlauben auf wirtschaftliche, kulturelle und soziale Veränderungen zu reagieren und diese erfolgreich zu managen?

  • Marketing und Medien

    • Welche Rolle spielen Medien im Marketing?
    • Welche Besonderheiten gibt es im Marketing auf Medienmärkten, für Medienkonsumenten, Medienprodukte, Medienunternehmen?
    • Wie beeinflussen neue Medien die Markenführung von Unternehmen?

  • Medienmanagement

    • Was ist Management und was sind Medien?
    • Was sind zeitgemäße Managementtools?
    • Wie wurde Management und Organisation in früheren Zeiten gedacht und was können wir daraus lernen?

  • Medienökonomik

    • Wie funktionieren Medienmärkte?
    • Warum gibt es spezielle Regeln für Medienmärkte?
    • Warum sind einige Zusammenschlüsse von Medienunternehmen erlaubt und andere nicht?
    • Was sind Sharing Economy Unternehmen und was machen diese anders?

  • Medienphilosophie

    • Was machen Medien?
    • Wenn Medien unser Denken, Handeln, Fühlen  mitbestimmen – wie müssen wir über unser Werden mit Medien nachdenken, um dieser Relation gerecht zu werden?
    • Wenn wir uns nicht von der oberflächlichen Rede von „den Medien“ zu der irrigen Annahme verleiten lassen, dass wir bereits wüssten, was Medien sind: Wer oder was ist dann wird dann als Medium für wen oder was in konkreten medialen Prozessen beschreibbar?
    • Müssen wir mediale Prozesse nicht oft als wechselseitige Prozesse denken – Medium sein füreinander?
    • Gibt es so etwas wie ein Leben ohne Medien?
    • Haben nur Menschen Medien? Oder kann man Medien auch anders als anthropozentrisch denken?
    • Wie lassen sich Relationen zwischen Menschen, Tieren und Technik(en) aus medialer Perspektive denken?


  • Mediensoziologie

    • Wie gebrauchen Menschen Medien, und wie wirken Medien auf Menschen?
    • Unter welchen Bedingungen entstehen (neue) Medien?
    • In welcher Gesellschaft leben wir?

  • Philosophie audiovisueller Medien

    • Welchen Einfluss nehmen Medien auf ein Denken über Selbst und Welt?
    • Wenn Menschen selbst Medien sein können, was heißt das für eine Unterscheidung von Mensch und Medium?
    • Was unterscheidet Philosophie von Medienphilosophie?

  • Theorie medialer Welten

    • Welchen Einfluss haben Medien auf die Entstehung und Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse?
    • Wie wirken sich neuartige Techniken zur Visualisierung, Kommunikation und Speicherung von wissenschaftlichen Daten auf den Forschungsprozess aus?
    • Welchen Beitrag liefert umgekehrt die wissenschaftliche Forschung zur Entstehung neuer Medien?

  • Dozentur Film- und Medienwissenschaft

    • Wie kann ich das sagen, was der Film macht?
    • Gibt es eine Sprache des Films?
    • Gibt es eine Sprache für den Film?
    • Gibt es eine Sprache dafür, was ich sehe?
    • Wie sage ich das?

Im Vorlesungsverzeichnis erhalten Sie einen Überblick über aktuelle Seminar- und Vorlesungsangebote. Allgemeine Beschreibungen zu Inhalten und Lernzielen der Module entnehmen Sie bitte dem Modulkatalog.

Das sollten Sie mitbringen

  • Interesse an verschiedenen Phänomenen aus Medien, Kultur und Alltag
  • Bereitschaft, sich auf unkonventionelle Forschungsthemen und -perspektiven einzulassen
  • Leidenschaft für offene Fragen, lange und auch mal längere Theorietexte und die wissenschaftliche Praxis des Wunderns
  • Selbständigkeit, Kreativität und Flexibilität im Studium
  • Offenheit für überfachliche Initiativen und Netzwerke

Bewerbungsverfahren

Wir möchten Sie abseits Ihrer Noten auch persönlich kennenlernen. Daher geben wir Ihnen im Rahmen einer Eignungsfeststellung die Möglichkeit, sich auch mit einem Motivationsschreiben in den Bewerbungsprozess einzubringen. Die Fakultät Medien hat sich damit gegen ein NC-Verfahren ausgesprochen.

Mehr zum Bewerbungsverfahren erfahren Sie hier

Perspektiven nach dem Studium

Der Studiengang Medienkultur bildet Sie zu selbständigen Profis im Umgang mit Medienprodukten aus. Sie lernen unkonventionell, innovativ und fundiert komplexe Fragestellungen zu bearbeiten – und genau solche Köpfe sucht die Berufswelt von heute!

Auch die Möglichkeiten eines weiterführenden Studiums in Weimar oder anderswo sind vielfältig: Sie können je nach Fokus in Ihrem Bachelor-Studium einen Master in den Bereichen Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft oder Medienmanagement aufnehmen. An der Fakultät Medien bieten wir zwei forschungsorientiere Master-Studiengänge in den Bereichen Medienwissenschaft und Medienmanagement sowie das Master-Studienprogramm European Film and Media Studies an.

Das Studium ist kein medienpraktischer oder künstlerischer Studiengang und bildet daher nicht für ein konkretes Berufsbild aus. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung von Kompetenzen für anspruchsvolle Berufsfelder mit kreativem und reflektiertem Denkanspruch. Die Fakultät unterstützt und fördert außeruniversitäre Praxiserfahrungen. Der Careers Service der Universität berät Sie darüber hinaus über weitere Möglichkeiten nach dem Studium.

Diese Kompetenzen erlernen Sie im Medienkultur-Studium:

-    Analytisches Denken im Umgang mit Produkten, Prozessen und Strukturen in Medien und Kultur
-    Selbständige und eigenverantwortliche Arbeitsweise
-    Wissenschaftliche Qualifikation für Master-Studiengänge mit Forschungsschwerpunkt
-    Präsentations- und Recherchekompetenzen
-    Organisatorische und konzeptionelle Kompetenzen
-    Kritische Reflexion historischer wie aktueller Alltagsphänomene
-    Fähigkeit zum interdisziplinären Arbeiten an Schnittstellen mit unterschiedlichen Akteuren

Unsere AbsolventInnen arbeiten beispielsweise in folgenden Bereichen:

-    Kulturmanagement, Öffentlichkeitsarbeit
-    Redaktion in Hörfunk, Print, Fernsehen, Online, Verlagswesen
-    Filmproduktion, Filmverleih und Filmförderung
-    Entscheidungsmanagement oder (Unternehmens-) Beratung für die Massenmedien und Unterhaltungsindustrie
-    Programmgestaltung

Studieren in Weimar

»Weimar ist als Studienort gerade klein genug, um sich familiär und konzentrationsfördernd anzufühlen und trotzdem groß genug, um sich außerhalb des Studiums nicht zu langweilen.« (Franziska Reichenbecher, Absolventin Medienkultur)

»Weimar hat einfach die richtige Infrastruktur. Es ist eine Stadt der kurzen Wege: zwischen KommilitonInnen und ProfessorInnen; zwischen Theorie und Praxis und zwischen Design und Denken.« (Martin Siegler, Absolvent Medienkultur)

Im Rahmen Ihrers Studiums ermutigen wir Sie sich zu vernetzten und über die Disziplinen hinaus zu denken. Die Bauhaus-Universität und die Stadt Weimar machen es Ihnen leicht: Das studentische Leben in Weimar bietet einen eigenständigen zeitgenössischen Mikrokosmos im Bewusstsein der großen historischen Avantgarden – deutsche Demokratie, Bauhaus und Klassik haben hier ihren Anfang genommen. Die vielen kleinen und großen Initiativen – temporäre Showrooms, Projektwerkstätten, Universitätsgalerie marke.6, das von Studierenden ins Leben gerufene Seifenkistenrennen SpaceKidHeadCup und das vom Studiengang Medienkultur herausgegebene Magazin EJECT – erweitern das kulturelle Spektrum der großen Institutionen Klassik Stiftung Weimar, Deutsches Nationaltheater, Gedenkstätte Buchenwald, Goethehaus, Bauhaus-Museum und ACC Galerie. Vier Kinos, mehrere Kleinkunstbühnen, mehr als 20 weitere Museen sowie diverse Studentenclubs und Konzertveranstaltungen unterstreichen Weimars Bedeutung als Kulturhauptstadt Europas eindrucksvoll.