


Demokratische Gesellschaften sind auf verlässliche Informationen angewiesen. Doch die schnelle Verbreitung von Falschinformationen über digitale Plattformen überfordert sowohl Nutzer*innen als auch bestehende Prüfmechanismen. Wer Desinformation wirksam begegnen will, braucht Werkzeuge, die technisch immer raffiniertere Fälschungen erkennen, und muss Nutzer*innen in die Lage versetzen, Inhalte kritisch einzuordnen. Mit den Forschungsprojekten ClaimGuard und PADSE beteiligt sich die Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar an der aktuellen Förderlinie des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und entwickelt neue Ansätze für den Umgang mit digitalen Falschinformationen.
Das Projekt ClaimGuard entwickelt unter Beteiligung von Jun.-Prof. Dr. Maurice Jakesch eine App, die Nutzer*innen im direkten Austausch mit einem KI-System beim Fact-Checking unterstützt. Statt Informationen lediglich als richtig oder falsch zu markieren, entsteht ein dialogischer Prozess, in dem Inhalte gemeinsam geprüft, eingeordnet und hinterfragt werden. Die Anwendung erkennt zentrale Aussagen, stellt relevante Kontextinformationen bereit und unterstützt dabei, Unsicherheiten Schritt für Schritt aufzulösen. Ziel ist es, Menschen aktiv in den Prüfprozess einzubeziehen und ihre Fähigkeit zu stärken, digitale Informationen selbstständig zu bewerten.
PADSE, an dem Prof. Dr. Benno Stein mitwirkt, widmet sich der Erkennung und Analyse manipulierter Sprachinhalte in digitalen Kommunikationsräumen. Im Fokus stehen insbesondere Deepfakes und synthetisch erzeugte Audioinhalte, die zunehmend in Desinformationskampagnen eingesetzt werden. Das Projekt entwickelt Verfahren, die solche Manipulationen anhand individueller Stimm- und Sprechmuster erkennen und mit einer inhaltlichen Einordnung verbinden. Ziel ist es, nicht nur technische Auffälligkeiten sichtbar zu machen, sondern auch Kontext und Herkunft von Aussagen einzuordnen.
Beide Projekte sind Teil der bundesweiten Fördermaßnahme »Desinformation − Erkennen. Verstehen. Abwehren.«, in der insgesamt elf Vorhaben gefördert werden. Zum Auftakt trafen sich die beteiligten Teams am 16. März in Berlin und setzten damit den gemeinsamen Startpunkt für die Zusammenarbeit. Im Rahmen der Veranstaltung überreichte das BMFTR die Förderurkunden. Sie markieren den offiziellen Beginn der Projekte und unterstreichen ihre Bedeutung im nationalen Forschungsprogramm.
Mit ClaimGuard und PADSE stärkt die Fakultät Medien ihre Forschung im Bereich digitaler Öffentlichkeiten und trägt dazu bei, Desinformation nicht nur technisch zu adressieren, sondern auch in ihren gesellschaftlichen Auswirkungen besser zu verstehen. Die Projekte verbinden Ansätze aus Informatik, Design und Sozialwissenschaften und entwickeln Werkzeuge, die den Umgang mit digitalen Informationen konkret unterstützen.
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