Plenum im WiSe 2025/26, Schmidgen
Zeit: Freitags, 9:15 – 12:30 Uhr
Ort: Bauhausstr. 11 – Seminarraum A
Beschreibung: Das Plenum widmet sich dem Sachverhalt, dass die Wissenschaft der Ökologie in Thüringen erfunden wurde. 1866 definierte der Jenaer Zoologe Ernst Haeckel die Ökologie erstmals als „Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Außenwelt, wohin wir im weiteren Sinne alle [organischen und anorganischen] Existenz-Bedingungen rechnen können.“ Im Hintergrund dieser Definition stand eine neue Auffassung der Natur, die den inneren Zusammenhang (heute würde man sagen den Netzwerkcharakter) aller biologischen Prozesse und Phänomene betont. Das Seminar erkundet die Anfänge des ökologischen Denkens in Jena und Weimar (Goethe, von Humboldt usw., einschließlich Exkursion zu Haeckel-Haus und Phyletischem Museum) und fragt nach ihrer Bedeutung für die aktuellen Diskussionen der Umweltfrage. Zugleich reflektiert das Plenum die Konjunktur von medienwissenschaftlichen Ansätzen, die den Umweltcharakter des Medialen betonen – von den immersiven Umgebungen alter Kirchen über die Architekturen des Kinos bis hin zu den Wireless Local Area Networks (WLAN) unserer digitalen Gegenwart. Im Rekurs auf entsprechende Ansätze – die etablierte Medienökologie (Postman, Fuller, Hörl usw.), aber auch neuere Arbeiten zu „Media Madness Milieus“ (Elena Vogman) – werden gemeinsame Projekte entwickelt, die der Untersuchung von Medien als Umwelten und Umwelten als Medien dienen